Gold verkaufen (steuerfrei)

Barren und Münzen sind nach einem Jahr steuerfrei

Das Wichtigste in Kürze

  • Gewinne aus dem Verkauf von Goldbarren und -münzen sind steuerfrei, wenn Sie das Edelmetall länger als ein Jahr in Ihrem Besitz hatten.
  • Verkaufen Sie physisches Gold innerhalb von zwölf Monaten, müssen Sie die Gewinne versteuern, allerdings erst ab einer Höhe von 600 Euro.
  • Veräußerungsgewinne aus Gold-Wertpapieren unterliegen unabhängig von der Haltedauer der Abgeltungssteuer.
  • Für langfristig orientierte Anleger ist es vorteilhafter, in Goldbarren oder -münzen zu investieren als in Gold-Wertpapiere.
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Wenn Sie in Gold anlegen wollen, können Sie das durch den Kauf von Barren oder Münzen tun. Oder durch den Erwerb von Wertpapieren, die auf Gold basieren. Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen den Kauf von echtem – physischem – Gold. Denn Wertpapiere eignen sich eher zur kurzfristigen Wette auf den Goldpreis. Der Grund für unsere Empfehlung liegt auch in der unterschiedlichen steuerlichen Behandlung.

Goldbarren und Goldmünzen

Grundsätzlich können bei physischem Gold zwei unterschiedliche Steuern anfallen:

Einkommensteuer - Goldbarren und -münzen werfen keine Zinsen oder Dividenden ab. Deshalb fällt keine Einkommensteuer an, und Sie können in Ihrer Einkommensteuererklärung auch keine Werbungskosten geltend machen. Verkaufen Sie Ihr Gold mit Gewinn, kommt es darauf an, wie lange es vorher in Ihrem Besitz und wie hoch Ihr Gesamtgewinn bei allen Veräußerungsgeschäften war.

  • Kürzer als ein Jahr: Der Veräußerungsgewinn ist steuerpflichtig und Sie müssen ihn deshalb in Ihrer Einkommensteuererklärung angeben, allerdings erst ab einer Höhe von 600 Euro. Denn bis hierhin gilt eine Freigrenze (§ 23 Abs. 3 Satz 5 EStG). Ob Sie die Freigrenze überschreiten, hängt von Ihren Gewinnen bei allen privaten Veräußerungsgeschäften ab, falls Sie neben dem Gold auch noch andere Dinge verkauft haben. Da hier kein Freibetrag gewährt wird, müssen Sie bei Überschreiten der Grenze die gesamte Summe versteuern und nicht nur den die Freigrenze übersteigenden Betrag. Die Erträge werden dann mit Ihrem Grenzsteuersatz besteuert.
  • Länger als ein Jahr: Der Gewinn ist steuerfrei. Sie brauchen ihn in Ihrer Steuererklärung nicht zu erwähnen.

Mehrwertsteuer - Kaufen Sie physisches Gold, also Barren oder Münzen, brauchen Sie dafür meist keine Mehrwertsteuer zu zahlen. Allerdings ist das an einige Bedingungen geknüpft. Für Goldbarren gilt: Sie müssen eine Reinheit von mindestens 995 Tausendstel aufweisen. Für Goldmünzen sind die Regeln noch strenger: Sie müssen einen Goldgehalt von mindestens 900 Tausendstel haben, nach dem Jahr 1800 geprägt worden sein und in ihrem Herkunftsland als gesetzliches Zahlungsmittel gelten oder früher mal gegolten haben. Außerdem müssen sie zu einem Preis verkauft werden, der den Marktwert des Goldgehalts um nicht mehr als 80 Prozent übersteigt.

Folgende Münzen, die wir in unserem Ratgeber Geldanlage in Gold empfehlen, erfüllen diese Voraussetzungen:

  • Krügerrand
  • Maple Leaf
  • American Eagle
  • China Panda
  • Britannia
  • Wiener Philharmoniker
  • Buffalo
  • Nugget (auch Känguru genannt)
  • Centenario Mexiko

Wertpapiere auf Gold

Investieren Sie in Gold, indem Sie entsprechende Wertpapiere kaufen, werden diese steuerlich behandelt wie beispielsweise Aktien oder Fonds. Das heißt: Gewinne, die Sie durch Kauf und Verkauf von Gold-Zertifikaten, ETCs, Gold-Fonds oder Goldminenaktien und Goldminenfonds machen, unterliegen der Abgeltungssteuer. Und zwar unabhängig von der Haltedauer.

Ausgenommen von dieser Regel sind börsengehandelte Inhaberschuldverschreibungen, bei denen Sie sich das Gold ausliefern lassen können. Nach jüngster Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) verbrieft dieses sogenannte Xetra Gold (WKN A0S9GB) keine Kapitalforderung, sondern einen Anspruch auf eine Sachleistung - eben die Lieferung des eingelagerten Goldes (BFH-Urteile vom 12. Mai 2015, Az. VIII R4/15 und VIII R35/14). Im Ergebnis wären Gewinne aus dieser Geldanlage nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei. Dies gilt sowohl für den Verkauf des Goldes als auch für die Einlösung der Inhaberschuldverschreibung. Allerdings ist noch offen, ob die Finanzverwaltung diese Urteile für alle Steuerpflichtigen anerkennt oder sie als Einzelfälle betrachtet und auf der Abgeltungssteuer besteht.

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Haltedauer für steuerliche Vorteile entscheidend

Ob der Kauf von physischem Gold oder von Gold-Wertpapieren unter steuerlichen Aspekten günstiger ist, hängt davon ab, wie lange Sie Ihr Investment halten. Das zeigen die folgenden beiden Beispiele:

Vergleich Renditen bei Haltedauer von mehr als einem Jahr

    Goldmünzen¹   Wertpapier²    
Ankauf inklusive Kosten   10.000 €   10.000 €    
Wert nach 10 Jahren, Kurssteigerung von 3 % pro Jahr, inklusive jährlicher Kosten   12.991 €   13.040 €    
Wert nach Verkauf, inklusive Abgeltungssteuer für Wertpapier   12.527 €   12.192 €    
Rendite nach Kosten   2,28 % pro Jahr   2,02 % pro Jahr    

¹Annahmen Goldmünzen: Unterschied Kauf- und Verkaufspreis 3,57 %, Lagerkosten 40 € pro Jahr
²Annahmen Wertpapier: Unterschied Kauf- und Verkaufspreis 0,28 %, Verwaltungskosten 0,3 % pro Jahr, Abgeltungssteuer plus Solidaritätszuschlag 26,4 %, Kosten Kauf und Verkauf je 10 €
Quelle: Finanztip-Berechnung (Stand: 28. Juli 2014)

Da Sie auf das physische Gold keine Abgeltungssteuer zahlen müssen, ist Ihre Nettorendite in diesem Fall 0,26 Prozent höher als die für Wertpapiere. Der Nachteil der höheren Kauf- und Verkaufskosten wird durch den Steuervorteil mehr als ausgeglichen.

Vergleich Renditen bei Haltedauer von weniger als einem Jahr

    Goldmünzen¹   Wertpapier²    
Ankauf inklusive Kosten   10.000 €   10.000 €    
Wert nach Kurssprung von 15 Prozent innerhalb von 12 Monaten, inklusive jährlicher Kosten   11.460 €   11.459 €    
Wert nach Verkauf, inklusive Besteuerung   10.610 €   11.032 €    
Rendite nach Kosten   6,10 % pro Jahr   10,32 % pro Jahr    

¹Annahmen Goldmünzen: Unterschied Kauf- und Verkaufspreis 3,57 %, Lagerkosten 40 € pro Jahr, Grenzsteuersatz 42 % 
²Annahmen Wertpapier: Unterschied Kauf- und Verkaufspreis 0,28 %, Verwaltungskosten 0,3 % pro Jahr, Abgeltungssteuer plus Solidaritätszuschlag 26,4 %, Kosten Kauf und Verkauf je 10 €
Quelle: Finanztip-Berechnung (Stand: 28. Juli 2014)

Unser Beispiel geht davon aus, dass Gold innerhalb eines Jahres einen Kurssprung von 15 Prozent macht und Sie es anschließend verkaufen. Obwohl Sie für das Wertpapier Abgeltungssteuer zahlen müssen, ist Ihre Rendite in diesem Fall höher. Denn Sie bezahlen weniger Abgeltungssteuer auf das Wertpapier als Einkommenssteuer auf die Münzen. Auch der Kauf und Verkauf von Wertpapieren ist günstiger als der Handel mit physischem Gold. Wenn Sie also kurzfristig mit Gold spekulieren wollen, sind dafür Wertpapiere besser geeignet als das echte Edelmetall. Wollen Sie dagegen langfristig in Gold investieren, sollten Sie das mit Barren oder Münzen tun.

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Dr. Manuel Kayl

ehemaliger Finanztip-Redakteur (bis August 2016)

Manuel Kayl war bei Finanztip für Geldanlagethemen zuständig. Der promovierte Physiker arbeitete als Anlagestratege und Risikomanager bei der niederländischen Versicherung a.s.r., nachdem er am Genfer Forschungszentrum Cern sowie am Nikhef und der Universität Amsterdam forschte. Er hat am 31. August 2016 Finanztip verlassen.