Gold verkaufen (steuerfrei)

So bekommen Sie einen guten Preis für Ihr Gold

Das Wichtigste in Kürze

  • Goldbarren und -münzen, aber auch Schmuck und anderes Altgold lassen sich auf zwei Wegen verkaufen.
  • Sie können zwischen niedergelassenen Edelmetallhändlern und Online-Ankäufern wählen. Internetportale helfen bei der Übersicht und beim Preisvergleich.
  • Gewinne aus dem Verkauf von Barren und Münzen sind steuerfrei, wenn Sie das Edelmetall länger als ein Jahr besessen haben.
  • Verkaufen Sie physisches Gold innerhalb von zwölf Monaten, müssen Sie die Gewinne ab einer Höhe von 600 Euro versteuern.
  • Veräußerungsgewinne aus Gold-Wertpapieren unterliegen unabhängig von der Haltedauer der Abgeltungssteuer.

So gehen Sie vor

  • Prüfen Sie zuerst, was Sie verkaufen wollen. Bei Barren oder Münzen können Sie auf dem Vergleichsportal gold.de schnell überblicken, wie hoch der Ankaufspreis ist.
  • Kontrollieren Sie bei Schmuck oder Altgold, ob der Goldanteil eingraviert ist. Um eine Preisvorstellung zu bekommen, schauen Sie auf dem Portal nach.
  • Ist der Goldanteil nicht klar, sollten Sie ihn von einem Fachmann bestimmen lassen. Manche niedergelassene Händler bieten diesen Service an, der allerdings kostet.
  • Entscheiden Sie, ob Sie das Gold im Laden oder online verkaufen wollen. Im Laden erhalten Sie möglicherweise weniger Geld, dafür können Sie den Verkauf direkt abwickeln.
  • Verkaufen Sie Gold online, achten Sie darauf, dass der Händler Mitglied im Berufsverband des deutschen Münzenfachhandels ist und die Goldsendung bei Ihnen abholt.
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Wer Goldbarren, Goldmünzen, Goldschmuck oder andere Wertgegenstände aus Gold in den Tresor legt, tut das meist aus einem Bedürfnis nach Sicherheit. Gold ist schließlich sprichwörtlich Krisenwährung – also im Zweifel auch dann noch etwas wert, wenn die Wirtschaft in eine schwere Krise geraten und Papiergeld wertlos werden sollte.

Doch ist ein größeres finanzielles Projekt geplant und steht der Goldpreis gerade gut, mag der ein oder andere auch darüber nachdenken, ein Teil seines Tresorgolds zu verkaufen. Dabei stehen Goldbesitzern verschiedene Wege offen, Gold oder andere Edelmetalle loszuschlagen.

Was genau wollen Sie verkaufen?

Gold ist nicht gleich Gold. Neben gängigen Goldmünzen und genormten Goldbarren besitzen viele auch Schmuck, Uhren, Medaillen und Zahngold oder andere Wertgegenstände mit Goldanteil. In der Regel nehmen Edelmetallhändler alle Arten von Gold ab. Allerdings gilt: Je geläufiger das Goldstück, umso einfach ist in der Regel der Verkauf.

Goldmünzen und Goldbarren

Am wenigsten Arbeit haben Sie, wenn Sie eine bekannte Goldmünze oder einen Goldbarren eines bestimmten Gewichts verkaufen wollen. Der Goldgehalt dieser Gegenstände ist fest vorgeschrieben und allgemein bekannt. So hat beispielsweise ein Krügerrand exakt einen Gold-Anteil von einer Feinunze (31,1 Gramm). Dazu kommen noch knapp zwei Gramm Kupfer.

Wer sich ein Bild darüber machen will, wie viel Münzklassiker wie Krügerrand, Maple Leaf oder auch Goldbarren gerade wert sind, geht am besten auf ein Preisvergleichsportal für Edelmetalle wie gold.de, das wir im Ratgeber für den Goldkauf empfehlen. Dort sind viele Online-Händler mit ihren jeweiligen Ankaufspreisen in Euro gelistet. Der Ankaufspreis richtet sich nach dem Goldpreis, der täglich variiert.

So viel bekommen Sie für eine Unze Feingold

    Ankaufspreise in €
Maple Leaf, Jahrgang 2012   1.111,90
Krügerrand, Jahrgang 2012   1.113,50
Goldbarren   1.101,52
Goldpreis   1.096,08

Quelle: Gold.de, finanzen.net (Stand: 30. Oktober 2017)

Wie die Tabelle zeigt, liegt der Ankaufspreis für eine Unze Feingold in Münzform oder als Barren sogar leicht über dem Goldpreis. Das kann daran liegen, dass die Nachfrage nach Goldmünzen und -barren zum Zeitpunkt der Abfrage hoch war. Manche Händler bezahlen dann gern ein wenig mehr, um die Münzen oder Barren über den Markt zu erhalten und nicht beim Hersteller bestellen zu müssen. Diese Ankaufspreise beinhalten allerdings noch keine Versandkosten.

Schmuck mit eingraviertem Goldanteil

Beim letzten großen Hausputz haben Sie Ihre alte Schmuckschatulle in die Hände bekommen und eine Kette oder Uhr gefunden, die aus der Mode ist? Dann können Sie auch diese verkaufen. Ist das Goldstück hierzulande hergestellt, finden Sie den Goldanteil eingraviert, auf der Rückseite etwa oder bei Ringen auf der Innenseite. 333er oder 585er Gold bedeutet nichts anderes, als dass das Schmuckstück zu 33,3 oder 58,5 Prozent aus Gold und zum anderen Teil aus anderen Metallen besteht.

Sollte der Goldgehalt eingraviert sein, können Sie erneut den Gegenwert für ein Gramm auf Preisvergleichsportalen im Internet ausfindig machen. Auch dieser Preis richtet sich dann nach dem aktuellen Goldpreis. Er enthält aber möglicherweise Abschläge, da das Gold, einmal beim Händler, zum Einschmelzen an eine sogenannte Scheideanstalt weitergegeben wird.

So viel bekommen Sie für ein Gramm Altgold

    Ankaufspreise in €
333er Gold   11,15
585er Gold   19,56
999er Gold   30,57
Goldpreis   35,24

Quelle: Gold.de, finanzen.net (Stand: 1. November 2017)

Altgold mit unsicherer Herkunft

Hat Ihnen ein Freund vielleicht einmal eine Kette aus dem Orient mitgebracht oder stammt Ihr Schmuck ansonsten von weit her? Dann ist nicht immer der Goldgehalt eingraviert. In einem solchen Fall ist es am schwersten, den Wert des Gegenstands zu bestimmen. An einer Analyse beim Fachmann kommen Sie kaum vorbei – nur er kann mittels spezieller Geräte den reinen Feingoldgehalt bestimmen.

Wo sollten Sie verkaufen?

Grundsätzlich haben Sie immer die Möglichkeit, Ihr Gold bei einem niedergelassenen Edelmetallhändler oder online zu verkaufen. Wo Sie Ihr Gold am unkompliziertesten zu einem fairen Preis loswerden, hängt davon ab, um was für einen Goldgegenstand es sich handelt.

Goldmünzen und Goldbarren

Eine gängige Goldmünze oder einen genormten Goldbarren können Sie relativ risikofrei online verkaufen. Allerdings sollte der Händler vertrauenswürdig sein: Schließlich gehen Sie insofern in Vorkasse, dass der Händler das Gold erst erhalten muss und dann auf den Goldgehalt prüft, bevor er Ihnen das Geld überweist.

Unsere Empfehlung: Meiden Sie Namen von Goldhändlern, die Sie öfter in Werbeanzeigen in der U-Bahn oder in der Zeitung lesen. Vergleichsportale wie gold.de, die wir für den Goldankauf empfehlen, eignen sich als Plattform, um den besten Preis bei einem vertrauenswürdigen Ankäufer zu finden. Wenn Sie den Ankäufer anklicken, scrollen Sie auf der Seite nach unten und achten Sie darauf, dass der Händler Mitglied im Berufsverband des deutschen Münzhandels ist.

Achten Sie darüber hinaus darauf, dass der Online-Händler die Option bietet, Ihre Ware abzuholen. Wir raten davon ab, selbst ein Paket per Post zu schicken. Die Versicherungssumme beträgt dann häufig nur 500 Euro. Lassen Sie Ihr Gold dagegen abholen, kostet es womöglich etwas mehr, aber es kümmern sich in der Regel Profis um die Sendung und der gesamte Wert ist versichert. Kontrollieren Sie die Kosten und die versicherte Summe für den Fall, dass Sie die Ware abholen lassen.

Falls Sie sich mit dem Versand seines Goldgegenstands an sich unwohl fühlen und den Verkaufsprozess direkt abschließen wollen, können Sie auch zu einem größeren Edelmetallhändler vor Ort gehen. Dann sollten Sie sich aber vorab im Internet gut darüber informieren, was Ihre Münzen und Barren gerade wert sind.

Schmuck und anderes Altgold

Kennen Sie den Goldgehalt Ihres Schmuckstücks, können Sie die Ankaufspreise auf Vergleichsportalen bei vertrauenswürdigen Händlern online recherchieren und sich parallel auch mal vom Händler vor Ort ein Angebot machen lassen.

Bei sonstigem Altgold, dessen Herkunft nicht klar ist oder dessen Goldgehalt Sie nicht kennen, ist der Online-Verkauf riskant. Am Ende wissen Sie nicht sicher, ob der Online-Händler wirklich den richtigen Preis feststellt und wie viel Geld Sie tatsächlich erhalten.

Für sonstiges Altgold sollten Sie Ihren Schmuck daher eher zu einem niedergelassenen größeren Händler bringen. Der überprüft in der Regel sofort die Echtheit des Goldstücks, und Sie können den Verkauf unmittelbar abwickeln.

Je nachdem, wie aufwendig es ist, das Gold zu prüfen, kommen dann etwas höhere Kosten auf Sie zu. So kann es sein, dass niedergelassene Händler bis zu 15 Prozent des Goldwerts an Gebühren für die Prüfung, Zertifizierung und folgende Einschmelzung berechnen. Das ist nicht wenig, allerdings kaum zu vermeiden.

Wie ist der Verkaufserlös von physischem Gold zu versteuern?

Ob Sie Einkommensteuer zahlen müssen, kommt darauf an, wie lange Sie das Gold besessen haben.

Kürzer als ein Jahr - Der Veräußerungsgewinn ist steuerpflichtig und Sie müssen ihn deshalb in Ihrer Einkommensteuererklärung angeben, allerdings erst ab einer Höhe von 600 Euro. Denn bis dahin gilt eine Freigrenze (§ 23 Abs. 3 Satz 5 EStG). Ob Sie die Freigrenze überschreiten, hängt von Ihren Gewinnen bei allen privaten Veräußerungsgeschäften ab, falls Sie neben dem Gold auch noch andere Dinge verkauft haben. Da der Fiskus keinen Freibetrag gewährt, müssen Sie bei Überschreiten der Grenze die gesamte Summe versteuern und nicht nur den die Freigrenze übersteigenden Betrag. Die Erträge werden dann mit Ihrem Grenzsteuersatz besteuert.

Länger als ein Jahr - Der Gewinn ist steuerfrei. Sie brauchen ihn in Ihrer Steuererklärung nicht zu erwähnen.

In der Regel zahlen Sie keine Mehrwertsteuer

Kaufen Sie physisches Gold, also Barren oder Münzen, brauchen Sie dafür meist keine Mehrwertsteuer zu zahlen. Allerdings ist das an einige Bedingungen geknüpft. Für Goldbarren gilt: Sie müssen eine Reinheit von mindestens 995 Tausendstel aufweisen.

Für Goldmünzen sind die Regeln noch strenger: Sie müssen einen Goldgehalt von mindestens 900 Tausendstel haben, nach dem Jahr 1800 geprägt worden sein und in ihrem Herkunftsland als gesetzliches Zahlungsmittel gelten oder früher mal gegolten haben. Außerdem müssen sie zu einem Preis verkauft werden, der den Marktwert des Goldgehalts um nicht mehr als 80 Prozent übersteigt.

Folgende Münzen, die wir in unserem Ratgeber Geldanlage in Gold empfehlen, erfüllen diese Voraussetzungen:

  • Krügerrand
  • Maple Leaf
  • American Eagle
  • China Panda
  • Britannia
  • Wiener Philharmoniker
  • Buffalo
  • Nugget (auch Känguru genannt)
  • Centenario Mexiko

Fallen beim Verkauf von Wertpapieren auf Gold Steuern an?

Investieren Sie in Gold, indem Sie entsprechende Wertpapiere kaufen, werden diese steuerlich behandelt wie beispielsweise Aktien oder Fonds. Das heißt: Gewinne, die Sie durch Kauf und Verkauf von Gold-Zertifikaten, ETCs, Goldfonds oder Goldminenaktien und Goldminenfonds machen, unterliegen der Abgeltungssteuer. Und zwar unabhängig von der Haltedauer.

Ausgenommen von dieser Regel sind Indexfonds auf den Goldpreis, sogenannte ETCs, sofern sie Sparern einen Anspruch auf die Lieferung von physischem Gold einräumen. Beispiele sind das sogenannte Xetra Gold, das eine Tochtergesellschaft der Deutschen Börse herausgibt, und Euwax Gold, das eine Tochter der Börse Stuttgart emittiert.

Sollte der Emittent des ETCs Pleite gehen, können Anleger hoffen, dass sie den Wert des Wertpapiers in physischem Gold ausbezahlt bekommen. Im Zweifel müssten sie dies gerichtlich durchsetzen. Gewinne aus dieser Geldanlage sind nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei.

Das Beispiel unten zeigt, dass sich der Kauf von physischem Gold im Vergleich zu abgeltungssteuerbehafteten Börsenpapieren lohnt, sobald der Kurs von Gold im betrachteten Zeitraum steigt.

Kauf von Goldmünzen und Wertpapieren im Vergleich

    Goldmünzen¹   Wertpapiere²
Ankauf inklusive Kosten   10.000 €   10.000 €
Wert nach 10 Jahren, 3 Prozent Wertsteigerung pro Jahr, inklusive jährlicher Kosten   12.991 €   12.977 €
Wert nach Verkauf, inklusive Abgeltungssteuer   12.547 €   12.188 €
Rendite nach Kosten   2,29 %   2 %

¹ Maple Leaf Goldmünze, Unterschied Kauf- und Verkaufspreis 3,42 Prozent, Lagerkosten 40 Euro pro Jahr.
² Xetra Gold, Unterschied Kauf- und Verkaufspreis 0,03 Prozent, Verwaltungskosten 0,36 Prozent pro Jahr, Abgeltungssteuer plus Solidaritätszuschlag 26,4 Prozent, Kosten für Kauf und Verkauf je 10 Euro.
Quelle: Pro Aurum, Finanztip-Berechnung (Stand: 2. November 2017)

Da Sie auf das physische Gold keine Abgeltungssteuer zahlen müssen, ist Ihre Nettorendite in diesem Fall 0,29 Prozentpunkte höher als die für Wertpapiere. Der Nachteil der höheren Kauf- und Verkaufskosten wird durch den Steuervorteil mehr als ausgeglichen.

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Sara Zinnecker

Finanztip-Expertin für Bankprodukte

Sara Zinnecker ist Redakteurin im Team Bank & Geldanlage. Nach ihrem Volontariat an der Georg von Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten schrieb sie beim Handelsblatt über Geldanlage und Altersvorsorge. Zuvor studierte Sara Zinnecker in Nürnberg, Italien und Portugal internationale Volkswirtschaftslehre mit Diplom-Abschluss, arbeitete bei Lokalzeitungen sowie der Süddeutschen Zeitung.