Wechselkurse

So finden Sie die günstigsten Reiseländer

Das Wichtigste in Kürze

  • Wie viel Sie sich im Urlaubsland leisten können, beeinflussen sowohl das Preisniveau am Reiseziel als auch der aktuelle Wechselkurs.
  • Innerhalb Europas gibt es erhebliche Unterschiede bei der Kaufkraft in einzelnen Ländern.
  • Besonders viel für ihr Geld bekommen deutsche Touristen in Polen und Ungarn. Aber auch Portugal und Griechenland sind günstig.
  • Deutlich mehr zahlen Urlauber in Großbritannien, Schweden und Dänemark. In den Niederlanden und Österreich ist das Preisniveau ebenfalls etwas höher als in Deutschland.
  • Als preisgünstige Fernreiseziele eignen sich Ägypten, Südafrika, Indien und Russland. In den USA und in Japan müssen Sie etwas tiefer in die Tasche greifen.

So gehen Sie vor

  • Wer sein Reiseziel geschickt aussucht, kann günstiger in Urlaub fahren.
  • Wollen Sie das Preisniveau im Urlaubsland abschätzen, können Sie sich an Daten der Wirtschaftsorganisation OECD und am sogenannten Big-Mac-Index orientieren.
  • Schwächelt der Euro, zahlen Sie außerhalb der Euro-Zone eher drauf. Dann kann es sich lohnen, über einen Urlaub innerhalb der Währungsunion nachzudenken.
  • Auf der Suche nach günstigen Flügen in Ihr Traumland helfen Flugsuchmaschinen im Internet. Wir empfehlen flug.idealo.de und Kayak.
  • Vermeiden Sie unnötige Kosten, indem Sie im Ausland eine Kreditkarte nutzen, mit der Sie kostenlos Geld abheben und bezahlen können.
  • Unser Tipp: Bleiben Sie zu Reisetipps immer auf dem Laufenden - mit unserem kostenlosen Newsletter!

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Dank des Euro müssen Sie sich im Urlaub innerhalb der Eurozone nicht mehr mit Wechselkursen herumschlagen. 1 Euro bleibt 1 Euro, egal ob am Strand auf den Kanaren, im Skiurlaub in Österreich oder beim Wandern in Italien. Das bedeutet jedoch nicht, dass Sie sich mit demselben Euro in jedem Land gleich viel leisten können. In einigen Staaten der Eurozone bekommen Sie mehr für Ihr Geld als in anderen.

Kaufkraft innerhalb der Eurozone

Land   Kaufkraft
Polen   1,89 €
Ungarn   1,76 €
Portugal   1,21 €
Griechenland   1,19 €
Spanien   1,11 €
Italien   1,01 €
Deutschland   1,00 €
Frankreich   0,97 €
Österreich   0,96 €
Niederlande   0,93 €
Großbritannien   0,87 €
Schweden   0,87 €
Dänemark   0,74 €

Quelle: OECD (Stand: April 2017)

Günstige Reiseziele innerhalb der Eurozone

Schnäppchenjäger sollten über einen Urlaub in Polen nachdenken. Bei den östlichen Nachbarn bekommen Deutsche für einen mitgebrachten Euro Waren im Gegenwert von 1,89 Euro im Vergleich zum Preisniveau in Deutschland. Das hat die Wirtschaftsorganisation OECD ermittelt. Sie misst die Kaufkraft in verschiedenen Ländern. Diese ist ein Indikator für das Preisniveau vor Ort und hilft, den Wert der eigenen Reisekasse innerhalb der Eurozone zu vergleichen.

Doch nicht nur an der polnischen Ostseeküste oder der Masurischen Seenplatte können Touristen für wenig Geld entspannen. Fast genauso preiswert wie Polen ist Ungarn, gefolgt von Portugal, Griechenland und Spanien.

In den Niederlanden, Großbritannien und Schweden sind die Preise hingegen höher als hierzulande. In Dänemark müssen Urlauber für den gleichen Warenkorb sogar gut ein Viertel mehr bezahlen.

Blind verlassen sollten sich Reisende auf die OECD-Erhebung allerdings nicht. Da sie viele verschiedene Dienstleistungen und Waren mit einbezieht, ist es immer möglich, dass touristische Angebote in Urlaubsorten doch teurer sind.

Big-Mac-Index als Anhaltspunkt fürs Preisniveau

Einen weiteren Hinweis darauf, wie teuer oder günstig einzelne Länder sind, gibt der sogenannte Big-Mac-Index. Weil Sie den Burger fast überall auf der Welt kaufen können, erlaubt er einen einfachen Vergleich der Preisniveaus. Je billiger der Big Mac in einem Land, desto schmaler darf Ihr Reisebudget tendenziell sein. Allerdings ist der Burger in einigen Ländern ein Luxusprodukt, das sich viele Einheimische nicht leisten können. Der Index kann also nur einen ersten Eindruck des Preisniveaus vermitteln, lokale Produkte können deutlich günstiger sein.

Als preiswertes Fernreiseziel zeigt sich Ägypten: Dort ist der Big Mac mit 1,40 Euro am günstigsten. Auch Russland und Südafrika sind laut Burger-Index preiswerte Urlaubsregionen. Ebenfalls günstig lässt es sich mit 2,38 Euro in Indien Burger essen – allerdings kostet der Big Mac dort 2017 rund ein Drittel mehr als im Vorjahr. In der Türkei dagegen fiel der Preis in dem Zeitraum von 3,17 Euro auf 2,63 Euro. Ausschlaggebend war der Kursverfall der türkischen Lira. Zum Vergleich: In der Eurozone müssen Kunden durchschnittlich 3,88 Euro für den Burger zahlen.

Vergleichsweise viel kostet er im Ursprungsland des Fast Foods, den USA (4,83 Euro). Auch in Kanada (4,31 Euro) und Australien (4,08 Euro) liegt das Preisniveau höher.

Achtung

Nur in Landeswährung abheben

Wenn Sie außerhalb der Eurozone am Automaten mit der Kreditkarte Geld abheben, wählen Sie die Abrechnung in Landeswährung. Für die Umrechnung in Euro zahlen Sie andernfalls hohe Extra-Gebühren. Einige Banken verlangen außerdem Zusatzkosten für das Zahlen in Fremdwährungen. Welche Kreditkarte auf Reisen am günstigsten ist, steht im Ratgeber über Kreditkarten im Ausland.

Den richtigen Zeitpunkt für die Reise abpassen

Bei einem Urlaub außerhalb der Eurozone entscheidet auch der Wechselkurs darüber, ob Sie viel oder wenig für Ihr Geld bekommen. Steht etwa der US-Dollar gerade verhältnismäßig stark da oder liegt der japanische Yen im Keller, kann sich das merklich auf die Reisekasse auswirken. Wenn Sie im Auge behalten, wie sich die Währung im Traumurlaubsland entwickelt und den richtigen Zeitpunkt für die Reise abpassen, können Sie ordentlich sparen.

Nur auf den aktuellen Wechselkurs zu schauen, reicht aber nicht aus, um herauszufinden, ob der Moment günstig für eine Reise ist. Auch die Preisentwicklung im Land spielt eine Rolle. Wenn Produkte und Dienstleistungen vor Ort deutlich teurer werden, vermindert das den Währungsvorteil. Dieser Preisanstieg drückt sich in der Inflationsrate aus.

Da der Euro in den vergangenen Jahren eher schwächelt, können Urlauber durch den Wechselkurs momentan kaum ein Schnäppchen machen. Reisen in die meisten Urlaubsländern sind eher teurer geworden.

Türkei und Norwegen sind etwas günstiger
Sowohl die türkische Lira als auch die norwegische Krone sind seit 2014 preiswerter gegenüber dem Euro geworden. In der Türkei ist der Wechselkurs 2017 sogar um knapp ein Drittel günstiger. Allerdings ist das Land auch ein gutes Beispiel dafür, wie die Inflation den Wertgewinn wieder auffressen kann. Was Sie beim Wechseln mehr ins Portemonnaie bekommen, müssen Sie an der Kasse auch direkt wieder oben drauf legen.

Achtung

Auch auf die Sicherheitslage schauen

Weil ein Reiseland günstig ist, heißt das noch lange nicht, dass es auch ein sicheres Ziel ist. Achten Sie bei der Wahl auch auf die politische Lage, etwa in Ägypten oder in der Türkei. Auf der Internetseite des Auswärtigen Amtes finden sich aktuelle Sicherheitshinweise und Reisewarnungen.

Russland und USA teurer geworden
Der Big-Mac-Index zeigt klar, dass Russland immer noch ein sehr preiswertes Reiseland ist. Obwohl der Rubel im Verhältnis zum Euro recht niedrig steht, ist ein Urlaub in Russland im Vergleich zu 2014 durch die hohe Inflation sogar teurer geworden.

In den USA hingegen macht sich der starke Dollarkurs im Urlaub bemerkbar. Wollten Sie schon immer mal die Vereinigten Staaten besuchen, kostet Sie das 2017 gut ein Viertel mehr als noch drei Jahre zuvor.

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Arne Düsterhöft

Finanztip-Volontär

Arne Düsterhöft ist Volontär in der Redaktion von Finanztip und unterstützt die unterschiedlichen Experten-Teams. Zuvor berichtete er über digitale Technologien und Telekommunikation in der Online-Redaktion von teltarif.de. Nach Auslandssemestern in Dublin und New York hat Arne Düsterhöft seinen Masterabschluss in Theaterwissenschaft an der Freien Universität Berlin gemacht.

Jens Tartler

ehemaliger Finanztip Redakteur für Energie & Reise (bis September 2016)

Jens Tartler schrieb insbesondere über die Themen Energie und Reise. Insgesamt zwanzig Jahre lang arbeitete er zuvor als Redakteur für das Handelsblatt und die Financial Times Deutschland. Zuvor studierte er Volkswirtschaftslehre in Köln und den USA. Vertiefende Einblicke in die Branchen Verkehr und Energie gewann Jens Tartler zwischenzeitlich als Pressesprecher eines Unternehmens sowie eines Dachverbands.