O2 Telefónica-Netz

Handytarife im O2-Netz sind günstig bei mäßiger Netzabdeckung

Das Wichtigste in Kürze

  • Handytarife im Netz von Telefónica – O2-Netz genannt – sind meist deutlich günstiger als entsprechende Angebote in den anderen beiden Handynetzen.
  • In Netztests landet das O2-Netz regelmäßig auf dem letzten Platz hinter dem Mobilfunknetz der Telekom (D1) und demjenigen von Vodafone (D2).
  • Wegen einer hohen Kundenzahl im O2-Netz und des laufenden Zusammenschlusses mit dem E-Plus-Netz sind Netzprobleme oder eine Netzstörung nicht ganz auszuschließen.
  • Während die O2-Netzabdeckung auf dem Land eher mäßig ist, ist die Netzqualität in den Städten deutlich besser.

So gehen Sie vor

  • Prüfen Sie mit der Netzabdeckungskarte von Telefónica die Abdeckung des O2-Netzes an Orten, an denen Sie sich häufig aufhalten. Fragen Sie am besten auch Freunde und Kollegen mit einem Handytarif im O2-Netz nach ihren Erfahrungen.
  • Ist der Empfang gut, können Sie einen günstigen O2-Handytarif ins Auge fassen. Wir empfehlen dafür unseren Handy-Tarifrechner.
  • Reicht die O2-Netzabdeckung nicht, zum Beispiel auf dem Land, wiederholen Sie die Prozedur mit dem Vodafone-Netz und schließlich mit dem Telekom-Netz.

Die günstigsten Handytarife am Markt nutzen fast alle das O2-Netz. Wer vor allem aufs Geld schaut oder schauen muss, fragt sich wahrscheinlich: Wie ist das O2-Netz ausgebaut? Wie gut ist die O2-Netzabdeckung? Das ist entscheidend dafür, ob günstige O2-Handytarife das Richtige für Sie sind und Sie damit zufrieden sein werden.

O2-Handytarife: Preis und Leistung abwägen

Wenn Sie beispielsweise die Wahl haben zwischen einer Allnet-Flat im O2-Netz für 10 Euro, einem vergleichbaren Tarif im Vodafone-Netz für 25 Euro und einer Allnet-Flat im Telekom-Netz für 35 Euro – wofür entscheiden Sie sich? Sofern Sie an Ihrem Wohn- und Arbeitsort mit O2 guten Empfang haben und sich nur selten auf dem Land aufhalten, spricht einiges dafür, den günstigen O2-Handytarif zu wählen. Verbraucherfreundliche Angebote finden Sie mit unserem Handy-Tarifrechner.

Gutes Netz oder günstiges Netz
Wollen Sie alle Netzanbieter berücksichtigen oder bestimmte ausschließen?
Telekom
gut, teuer
Vodafone
ganz gut, relativ günstig
O2
E-Plus
ok, günstig

Mögliche Netzprobleme durch Kundenzahl und Umbau

Das O2-Handynetz wird vom Telekommunikations-Konzern Telefónica betrieben, der seinen Hauptsitz in Spanien und seinen Deutschland-Standort in München hat. Der Netzbetreiber vermietet Kapazitäten seines O2-Netzes an Billiganbieter wie Aldi Talk oder Galeriamobil, die damit ihrerseits günstige Mobilfunktarife vertreiben.

Darüber hinaus besitzt der Mobilfunkanbieter Drillisch eigene Netzkapazitäten im O2-Netz. Drillisch ist also nicht darauf angewiesen, dass Telefónica ihm Zugang zum O2-Netz gewährt, sondern kann das Netz ungefragt für seine eigenen Handytarife nutzen.

Telefónica ist der nach Anzahl der Sim-Karten größte Netzbetreiber in Deutschland – noch vor der Deutschen Telekom (D1-Netz) und Vodafone (D2-Netz). Durch die vielen eigenen Kunden und die Kunden der Billiganbieter, die zusätzlich das O2-Netz bevölkern, ist das Mobilfunknetz von Telefónica mittlerweile ziemlich voll. Da Handynetze ein „geteiltes Medium“ sind, sinkt die Netzqualität für alle, je mehr Teilnehmer sich in einem Netz tummeln.

Hinzu kommt: Seit Telefónica 2014 den Konkurrenten E-Plus aufgekauft hat, ist der Konzern damit beschäftigt, die zwei ehemals getrennten Netze von E-Plus und O2 zusammenzuschalten. Das kann zu Netzproblemen führen. Auch eine O2-Netzstörung lässt sich in dem Zusammenhang nicht ausschließen.

O2-Netzabdeckung ist mittelmäßig

Viele Handytarife im O2-Netz sind deutlich günstiger als entsprechende Angebote in den D-Netzen. Nicht ohne Grund: Die Netzqualität bei Telefónica ist niedriger als beim D1- und D2-Netz von der Telekom und von Vodafone.

Die Fachzeitschriften „Connect“ und „Chip“ schicken einmal im Jahr ihre Tester quer durchs Land. Außerdem prüft die Stiftung Warentest die Qualität der Handynetze in Deutschland. Die Tester führen Telefonate und prüfen die Internetverbindung. Dabei berücksichtigen sie städtische wie ländliche Gebiete, sie testen auf der Autobahn und bei Fahrten mit der Bahn.

Connect-Netztest 2017

  Netz Gesamtpunkte (von 1.000) Internet (600) Telefonate (400)
1. Telekom (D1) 887 521 366
2. Vodafone (D2) 841 489 352
3. Telefónica (O2) 643 373 270

Quelle: Connect (Stand: 2. Dezember 2016)

Chip-Netztest 2016/2017

    Netz   Gesamtwert (in %)   Internet   Telefonate
1.   Telekom   87   88   86
2.   Vodafone   86   85   86
3.   Telefónica   66   68   64

Quelle: Chip (Stand: 2. Dezember 2016)

Netztest der Stiftung Warentest 2017

  Netz Gesamturteil (Schulnote) Internet (Schulnote) Telefonate (Schulnote)
1. Telekom gut (1,9) gut (1,9) gut (1,9)
2. Vodafone gut (2,2) gut (2,2) gut (2,2)
3. Telefónica befriedigend (2,6) befriedigend (2,6) befriedigend (2,6)

Quelle: Stiftung Warentest (Stand: 16. Juni 2017)

Beide Fachzeitschriften sowie die Stiftung Warentest sehen das Netz der Deutschen Telekom vor den Konkurrenten, sowohl bei der Sprachqualität als auch bei der Datenverbindung. Mit nur wenig Abstand folgt auf dem zweiten Platz das Handynetz von Vodafone. Die Netze heißen auch D-Netze und werden manchmal zusammengefasst als D-Netz bezeichnet.

Auf dem dritten Platz landet mit deutlichem Abstand das Telefónica-Netz. Dieses umfasst die Handynetze von O2 und E-Plus, die sich nach der Übernahme von E-Plus durch Telefónica (O2) zum Testzeitpunkt noch in der Phase der Zusammenschaltung befanden.

Netzabdeckung im Vergleich am Beispiel Berlin-Brandenburg

Quelle: Computer Bild, Montage: Finanztip (Stand: Mai 2017)

Netzqualität abfragen

Vereinfacht besagen die Netztests, dass O2 in Städten meist eine ordentliche Netzabdeckung und Netzqualität hinbekommt, während der Netzausbau auf dem Land sowie entlang der Autobahnen und Zugstrecken eher dünn ausfällt – zumindest im Vergleich zu den D-Netzen.

Aber die Endnoten der Netztests geben lediglich die durchschnittliche Abdeckung und Qualität der drei Handynetze in Deutschland wieder. Wie stabil und zuverlässig ein Handynetz für Sie persönlich ist, hängt entscheidend vom Ausbau vor Ort ab. Prüfen Sie daher die Netzabdeckung an den Orten, an denen Sie sich häufig aufhalten, etwa an Ihrem Wohnort und am Arbeitsplatz. Detaillierte Karten zur Netzabdeckung hält Telefónica auf seiner Website bereit.

Am besten fragen Sie auch Freunde, Bekannte und Kollegen nach deren Erfahrungen mit dem Handyempfang an für Sie wichtigen Orten. Wenn Sie negative Rückmeldungen bekommen, empfehlen wir, die Netzabdeckung des nächstbesseren Mobilfunknetzes abzufragen – also bei Vodafone und danach gegebenenfalls bei der Deutschen Telekom.

Günstige und verbraucherfreundliche Handytarife finden Sie mit unserem Tarifrechner.

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Artikel verfasst von

Daniel Pöhler

Finanztip-Experte für Mobilität & Digitales

Daniel Pöhler ist bei Finanztip für Mobilität und digitale Themen verantwortlich. Wie die Telekommunikations-Branche tickt, hat er durch seine Arbeit bei der Fachzeitung Telecom Handel gelernt. Davor sammelte er Erfahrungen bei der Software-Schmiede SAP und beim TV-Hersteller Loewe. Daniel Pöhler hat ein Diplom in Betriebswirtschaft von der Universität Bayreuth.