Kostenfalle Handy-Video

So vermeiden Sie unnötige Kosten durch Autoplay

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Apps einiger sozialer Netzwerke spielen Videos und GIFs automatisch ab. Das führt zu einem hohen Datenverbrauch.
  • Bei Tarifen ohne Datenautomatik wird die Surfgeschwindigkeit früher gedrosselt. Bei Tarifen mit Datenautomatik hat der zusätzliche Verbrauch unerwartete Kosten zur Folge.
  • Mit ein paar Klicks erhalten Sie die Kontrolle über Ihr Datenvolumen zurück.
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Greller, bunter, bewegter – das scheint das Motto in den sozialen Medien zu sein. Das Ziel: noch attraktiver zu werden, um Nutzer zu mehr Aktivität zu bewegen. Denn mit den Inhalten, die von Nutzern eingestellt werden, lässt sich über Werbeeinnahmen viel Geld verdienen. Besonders lukrativ ist das Format Video. Youtube hat es vorgemacht: Seit Jahren steigen auf der Plattform die Nutzerzahlen und damit die Verdienstmöglichkeiten für die Eigentümer. Von diesem Kuchen möchten die Betreiber anderer sozialer Netzwerke nun etwas abhaben und setzen vermehrt auf die Wirkung von Bewegtbildern bei ihren Mitgliedern. Das kann für App-Nutzer allerdings zum Problem werden.

Videos werden in den Apps automatisch abgespielt

Das Einstellen von Videos machen die Netzwerk-Betreiber den Mitgliedern leicht. In vielen Anwendungen ist es möglich, Videos direkt in der App aufzunehmen und zu bearbeiten. Doch damit nicht genug: Auch die Empfänger sollen mehr mit den Inhalten interagieren. Deswegen sind Facebook und Twitter dazu übergegangen, Videos und GIFs automatisch abzuspielen („Autoplay“). GIFs sind eine Folge weniger Bilder, die ähnlich wie in einem Film animiert abspielen. Sobald der Nutzer ein Video oder ein GIF in seinen Neuigkeiten sieht, löst er ungewollt die Wiedergabe aus – und damit das Laden von großen Datenmengen.

Instagram geht noch einen Schritt weiter: Die Videos laden, bevor sie überhaupt zu sehen sind. Gelangt man in den Neuigkeiten zu einem Video, wird es sofort in Schleife abgespielt.

Kunden mit Datenautomatik zahlen drauf

Das selbsttätige Abspielen ist unproblematisch, wenn das Handy im WLAN eingewählt ist. Wer allerdings das mobile Netz nutzt, verbraucht schnell wertvolle Anteile des oft knapp bemessenen Datenvolumens.

Kunden mit einem regulären Handytarif müssen sich keine Gedanken über zusätzliche Kosten machen. Aber: Sobald das vertraglich festgelegte Datenvolumen erreicht ist – meist 500 MB bis 1 GB –, wird die Surfgeschwindigkeit wesentlich reduziert.

Kunden mit einer sogenannten Datenautomatik bekommen durch den gestiegenen Verbrauch dagegen eine höhere Rechnung. Überschreiten sie das Maximalvolumen, erhalten sie automatisch ein weiteres Datenpaket. O2, Base und Drillisch lassen Kunden drei solcher Pakete in Folge zukommen, bevor sie in den nächsthöheren, kostspieligeren Tarif eingestuft werden. Dafür ist keine explizite Zustimmung notwendig. Dieser Freischaltung können Kunden widersprechen, die Geschwindigkeit drosseln die Anbieter dann aber wie in einem regulären Tarif.

Vodafone ordnet Kunden nach drei zusätzlichen Paketen nicht in den kostspieligeren Tarif. Wenn sie allerdings der Freischaltung widersprechen, gilt dieser Widerruf nur bis zum Ende des Monats. Im darauffolgenden Monat müssen Vodafone-Kunden dann erneut widersprechen.

Welchen Tarif Sie haben, können Sie anhand Ihrer Vertragsunterlagen feststellen. Wenn Sie keine Datenautomatik wünschen, können Sie Widerspruch einlegen oder in einen günstigeren Mobilfunktarif wechseln. Wie lange Mobilfunkanbieter die Datenautomatik noch weiter betreiben werden, ist fraglich. Das Landgericht München hat am 11. Februar 2016 das automatische Aufbuchen von Datenvolumen und Hochstufen in einen teureren Tarif für unzulässig befunden (Az. 12 O 13022/15). Noch ist das Urteil gegen den O2-Mutterkonzern, Telefónica, aber nicht rechtskräftig.

So stoppen Sie das automatische Abspielen

Der schnelle Datenverbrauch ist vermeidbar, das muss aber in vielen Apps oder im Betriebssystem erst eingestellt werden. So müssen Sie bei Facebook und Twitter in den Einstellungen festlegen, dass Videos nur durch aktives Antippen ausgelöst werden.

Vorbildlich ist Whatsapp: Standardmäßig werden im mobilen Netz nur Bilder geladen. Videos und Audio-Dateien werden auf Wunsch abgespielt.

Nicht verbraucherfreundlich ist die Regel in der Instagram-App: Dort können Sie nur festlegen, dass Videos im mobilen Netz langsamer geladen werden.

Das neueste iPhone-Betriebssystem iOS 9 setzt sogar die Einstellungen in den Apps außer Kraft. „WLAN Assist“ sorgt dafür, dass bei schlechtem WLAN-Empfang oder -Netz mobiles Datenvolumen verbraucht wird. Abschalten können Sie die Funktion in den Einstellungen unter Mobiles Netz.

Im Folgenden haben wir zusammengestellt, wie Sie das automatische Laden für die wichtigsten Apps sperren können.

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Facebook

Android - Rufen Sie im Menü die App-Einstellungen auf und setzen Sie den Punkt Video-Autoplay auf „Aus“.

iOS - Rufen Sie die Konto-Einstellungen auf und wählen Sie die Option Autoplay. Bestimmen Sie dort, ob Sie für die automatische Wiedergabe nur WLAN verwenden wollen oder ob die Videos niemals automatisch abgespielt werden sollen.

Desktop - In der Desktop-Version finden Sie die Video-Einstellungen als Unterpunkt in den Einstellungen. Stellen Sie das Video-Autoplay auf „Aus“.

Twitter

Android - Die Settings finden Sie in der App unter Einstellungen im Untermenü Allgemein. Dort gibt es den Punkt Video-Autoplay. Wählen Sie dort, ob Sie Videos auch bei mobilen Daten, nur im Wi-Fi oder niemals automatisch abspielen lassen wollen.

iOS - Auf dem iPhone finden Sie die Einstellungen hinter dem Zahnrad-Symbol. Deaktivieren Sie unter Daten das Video Autoplay.

Desktop - In der Desktop-Version ist der Menüpunkt unter Einstellungen und dem Unterpunkt Account aufgeführt. Entfernen Sie den Haken bei Video automatisch abspielen und speichern Sie die Änderung.

Achtung

Leser haben uns berichtet, dass die individuellen Einstellungen nach einem Update der Twitter-App wieder auf die Werkseinstellungen zurückgesetzt wurden. Kontrollieren Sie die Settings daher am besten nach jedem Update und passen Sie sie gegebenenfalls an.

Whatsapp

Android - Rufen Sie unter Einstellungen die Chat-Einstellungen auf. Im Menüpunkt Medien Auto-Download können Sie wählen, ob Sie Medieninhalte (Bild, Audio, Video) niemals, nur bei WLAN-Verbindung oder bei mobiler Datenverbindung und Roaming niemals laden möchten. Das können Sie für Bilder, Audio- und Videodateien festlegen. Sprachnachrichten laden immer unabhängig von der Verbindung.

iOS - Gehen Sie in den Einstellungen zu Chat-Einstellungen und schließlich zu Medien Auto-Download. Dort können Sie einstellen, ob Medieninhalte (Bild, Audio, Video) niemals, nur bei WLAN-Verbindung, oder bei mobiler Datenverbindung geladen werden sollen. Sprachnachrichten laden immer unabhängig von der Verbindung.

Instagram

In der Instagram-App können Sie das Autoplay nicht abstellen. Sie haben in den Optionen nur die Möglichkeit, unter dem Punkt Nutzung des mobilen Datennetzes zwischen der Standardeinstellung und geringem Datenverbrauch zu wählen. Damit lässt sich der Datenverbrauch im mobilen Netz etwas begrenzen.

Tipp

Datenverbrauch bei Youtube begrenzen

Die Youtube-App spielt Videos nicht automatisch ab. Aber: Sie können in den Einstellungen unter dem Punkt Allgemein anpassen, dass Videos in hoher Qualität (HD) nur im WLAN-Netzwerk abgespielt werden. Der entsprechende Menüpunkt heißt Mobile Daten begrenzen.

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Franziska Hauck

ehemalige Finanztip-Expertin für Social Media (bis Oktober 2016)

Franziska Hauck war bei Finanztip für die Social Media-Kanäle und die Community verantwortlich. Erfahrung im Community Management sammelte sie bei Unternehmen der Holtzbrinck Gruppe, wo sie ihren Schwerpunkt auf den Aus- und Aufbau von Communities legte. Nach ihrem Studium in Deutschland und Großbritannien absolvierte sie eine Ausbildung an der Social Media Akademie.