Drillisch

Günstige Handytarife mit und ohne Stolperfallen

Das Wichtigste in Kürze

  • Drillisch ist ein Mobilfunkanbieter, der selten unter eigenem Namen auftritt, sondern seine Tarife unter verschiedenen Markennamen anbietet.
  • Die meisten Handytarife von Drillisch sind preisgünstig. Sie können allerdings Stolperfallen enthalten.
  • Eine sogenannte Datenautomatik kann manche Verträge von Drillisch bis zu 6 Euro im Monat teurer machen als anfangs angenommen.
  • Rabatte wechseln bei manchen Drillisch-Marken immer wieder. Kaufen Sie dort nicht zum angeblichen Normalpreis.
  • Es gibt aber Ausnahmen, die auch ohne Sonderangebot günstig sind.

Drillisch kennen die wenigsten, aber fast alle kennen Heino. Der Schlagerstar wirbt für den Mobilfunkanbieter Smartmobil, der vor allem durch seine „Volksflat“ in Kooperation mit der „Bild“-Zeitung in Erscheinung getreten ist. Dahinter steckt die hessische Firma Drillisch, die viele günstige Handytarife im Angebot hat, aber kaum unter eigenem Namen auftritt.

Porträt des Unternehmens

Drillisch bietet unter 17 verschiedenen Markennamen Handytarife in den Netzen von Telefónica (O2/E-Plus) an, die im Vergleich zum Vodafone- und Telekom-Netz in Tests verschiedener Fachmedien schlechter abschneiden. In Städten ist der Empfang im Telefónica-Netz aber kein Problem.

Im Geschäftsjahr 2014 machte Drillisch fast 290 Millionen Euro Umsatz. Damit ist die Firma immer noch ein kleiner Fisch im großen Mobilfunkteich. Zum Vergleich: Vodafone erzielte im selben Zeitabschnitt rund 10 Milliarden Euro Umsatz, der Telekom-Konzern sogar 62,7 Milliarden.

Im Jahr 2014 geriet Drillisch wegen eines SIM-Karten-Pfandes in die Schlagzeilen. Der Konzern mit Sitz in Maintal bei Frankfurt verlangte 29,65 Euro, die der Kunde nur zurückbekam, wenn er die Chipkarte bei Vertragsende innerhalb von drei Wochen zurückschickte. Diese Gebühr verbot das Oberlandesgericht in Frankfurt am Main (Urteil vom 9. Januar 2014, Az. 1U 26/13). Drillisch legte dagegen erfolglos Revision ein (Urteil des Bundesgerichtshof vom 9. Oktober 2014, Az. III ZR 32/14).

2015 hat Drillisch die Markenrechte an Yourfone von Telefónica übernommen. Yourfone brachte 2012 die erste Allnet-Flat in Deutschland raus, damals noch unter dem Dach von E-Plus.

Empfehlenswerte Drillisch-Tarife

Generell sollten Sie darauf achten, wie hoch der Preis pro Einheit nach Verbrauch der Inklusiv-Einheiten ist. Zwischen 6 und 15 Cent kosten diese bei den Drillisch-Marken jeweils. Höher sollte der Preis nicht sein.

Außerdem ist wichtig, dass eine eventuell vorhandene Datenautomatik, die zusätzliche Kosten verursachen kann, abschaltbar ist. Oder aber das enthaltene Datenvolumen ist so großzügig dimensioniert, dass Sie keine Gefahr laufen, mehr zu bezahlen.

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Daniel Pöhler
von Finanztip, Mobilfunk-Experte

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Stolperfallen bei manchen Drillisch-Tarifen

Auch viele andere Drillisch-Tarife und -Marken sind günstig. Achten Sie aber auf Klauseln, die nicht verbraucherfreundlich sind. Wichtige Infos stehen meist in den Fußnoten oder sind auf Detailseiten versteckt.

Flexibel nur mit Aufpreis - Mit einem monatlich kündbaren Vertrag bleiben Sie flexibel. Dafür verlangt Drillisch manchmal einen Aufpreis. So bot Yourfone zum Untersuchungszeitpunkt jeden seiner Verträge mit einer Laufzeit von einem Monat an, wofür in den ersten zwölf Monaten allerdings jeweils 5 Euro Extrakosten anfielen.

Hohe Anschlussgebühr - Drillisch verlangt für viele seiner Tarife eine Startgebühr von rund 30 Euro. Im Gegensatz zu anderen Anbietern gibt es aber im Gegenzug nicht immer einen Bonus für das Mitbringen der Rufnummer. Somit kostet der Wechsel zu Drillisch bis zu 60 Euro. Denn neben der Anschlussgebühr von Drillisch verlangt der bisherige Anbieter meist etwa 30 Euro für die Rufnummernübertragung.

Brutto-/Netto-Preise - Achten Sie immer auf den Bruttopreis, denn der ist ausschlaggebend für Privatkunden. Bei M2M-Mobil etwa waren am Stichtag im Jahr 2015 sowohl Netto- als auch Bruttopreise angegeben, das kann verwirren.

Tarife mit Handy - Bei einigen Marken, zum Beispiel Phonex, können Sie Tarif und Handy gemeinsam kaufen. 180 Euro verlangte das Unternehmen zum Testzeitpunkt zusätzlich für das Gerät, auf 24 Monate verteilt. Bei teuren Smartphones kommt noch eine Einmalzahlung hinzu. Prüfen Sie immer, ob es sich wirklich lohnt, Handy und Mobilfunktarif zusammen zu kaufen.

Skurrile Bonus-Aktionen - Discoplus warb am Stichtag mit 120 Freiminuten und -SMS im Tarif „Discoplus Komfort“. Allerdings gibt es die Inklusiv-Einheiten nicht monatlich, sondern lediglich je 20 Minuten und SMS in den ersten sechs Monaten des Vertrages.

Verwirrende Zusatzoptionen - Einige Tarife haben ein sehr begrenztes Datenvolumen. Drillisch-Marken wie Discoplus oder Deutschland-Sim bieten daher beispielsweise 500 MB als „Tarifzusatzoption“ zum Kauf an. Damit erwerben Sie aber nur die Differenz zu Ihrem bestehenden Volumen, nicht 500 MB zusätzlich.

Surfgeschwindigkeit - Die Geschwindigkeit der Datenübertragung variiert in den verschiedenen Tarifen stark zwischen 7,2 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) und 150 Mbit/s. Manche Marken verringern die Surfgeschwindigkeit nach Erreichen des Inklusiv-Volumens auf mickrige 16 Kilobit pro Sekunde (Kbit/s). Üblich sind 64 Kbit/s.

Datenautomatik - Manche Drillisch-Marken verkaufen nach Verbrauch des Inklusiv-Volumens automatisch zusätzliches Volumen. Höchstens dreimal werden 100 Megabyte (MB) für meist 2 Euro als „Datenautomatik“ dazu gebucht. Kunden können den Mechanismus in manchen Tarifen nicht abschalten.

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Daniel Pöhler
von Finanztip, Experte für Mobilität & Digitales

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Artikel verfasst von

Daniel Pöhler

Finanztip-Experte für Mobilität & Digitales

Daniel Pöhler ist bei Finanztip für Mobilität und digitale Themen verantwortlich. Wie die Telekommunikations-Branche tickt, hat er durch seine Arbeit bei der Fachzeitung Telecom Handel gelernt. Davor sammelte er Erfahrungen bei der Software-Schmiede SAP und beim TV-Hersteller Loewe. Daniel Pöhler hat ein Diplom in Betriebswirtschaft von der Universität Bayreuth.

Eric Brandmayer

Redakteur bei Finanztip (bis Januar 2017)

Eric Brandmayer hat bei Finanztip volontiert. Er kümmerte sich als Redakteur im Versicherungsteam vor allem um die Themen Hausrat und Haftpflicht. Während seines Bachelors in Journalismus und Public Relations arbeitete er als Werksstudent beim Deutschen Olympischen Sportbund in der Pressestelle. Praktische Erfahrungen sammelte er zuvor in verschiedenen Redaktionen, in der Versicherungsbranche sowie als Autor.