Mobilfunkanbieter Vergleich

Telekom, Vodafone und O2 gegen die Discounter

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Handyverträge der großen Mobilfunk-Anbieter Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica (O2/E-Plus) sind meist teurer als die Tarife der alternativen Firmen.
  • In manchen Punkten sind die Tarife der Netzbetreiber denen der Mobilfunk-Discounter überlegen.
  • Doch selbst wenn man Netzqualität und Extraleistungen deutlich stärker wertet als den Preis, schneidet unsere damalige Discount-Empfehlung LTE All 2 GB für knapp 9 Euro im Monat besser ab als die teuren Handyverträge der Netzbetreiber.
  • Eine empfehlenswerte Alternative mit besserer Netzqualität im D-Netz ist die Vodafone Callya Allnet-Flat für rund 24 Euro im Monat.

Die LTE-Handytarife der Deutschen Telekom, von Vodafone sowie Telefónica (O2/E-Plus) sind deutlich teurer als die Angebote der alternativen Discount-Anbieter. Auf den ersten Blick scheint also nichts dafür zu sprechen, einen Originaltarif der großen Netzbetreiber abzuschließen. Im Gegenteil: Kunden müssen sich im Normalfall für 24 Monate an den Vertrag binden, während viele Discounter flexibel kündbare Tarife anbieten.

Drei Netzbetreiber gibt es in Deutschland: Telekom, Vodafone und Telefónica. Ganz egal bei welchem Anbieter Sie einen Handytarif abschließen, sie telefonieren im Netz von einem dieser drei Anbieter. Und weil es noch immer Orte gibt, wo der Empfang schlecht ist, bleibt es nach wie vor eine wichtige Entscheidung, das richtige Netz zu wählen.

Ergebnisse Netztests 2016

    Connect (Punkte bis 500) Chip (Punkte bis 200) zusammengefasst (Punkte bis 5)
1 Telekom 433 179 4,4
2 Vodafone 396 160 4,0
3 Telefónica (O2) 299 141 3,2

Quelle: Connect, Chip (Stand: 2016)

Die Fachmedien „Connect“ und „Chip“ bewerten übereinstimmend das Netz der Telekom als das derzeit beste Netz, gefolgt von dem von Vodafone. Im Rückstand liegt das Netz von Telefónica, welches die Netze von O2 und E-Plus derzeit zusammenschaltet. Alle drei Anbieter bauen ihre Netze kontinuierlich aus.

Anders als Vodafone und Telefónica schirmt die Telekom ihr LTE-Netz gegen Discounter ab. Es gibt also keine günstigen Handyverträge im Telekom-Netz inklusive LTE. Selbst der Telekom-eigene Discounter Congstar kann lediglich das UMTS-Netz nutzen. Daher ist der Vergleich der Telekom-Tarife mit denen der Discounter besonders spannend.

Wir beschreiben kurz die Angebote der Netzbetreiber, um sie danach gegen unsere Discount-Empfehlungen antreten zu lassen.

Deutsche Telekom: Magenta Mobil

Die Deutsche Telekom bietet ihre Magenta-Mobil-Tarife in den Stufen S, M und L an. Sie kosten dauerhaft ohne Handy rund 35, 45 und 55 Euro im Monat. Für eine vergleichbare Alternative zu „Magenta Mobil S“ würden Sie beim Mobilfunk-Discounter Winsim im Mai 2016 monatlich knapp 9 Euro bezahlen. Der Telekom-Tarif kostet fast viermal so viel.

Vor allem beim Netz unterscheiden sich die beiden Angebote: Während Winsim auf das Netz von Telefónica setzt, ist Magenta Mobil im Handynetz der Deutschen Telekom unterwegs.

Ein Bonus des Originaltarifs der Telekom ist die Hotspot-Flatrate. Damit können Sie ohne Zusatzkosten die mehr als eine Million öffentlichen WLAN-Punkte der Telekom nutzen, zum Beispiel in Hotels und in den ICEs der Deutschen Bahn.

Vodafone: Red und Smart L

Der britische Vodafone-Konzern will mit Smart L und den Red-Tarifen durch ein großes Datenvolumen punkten. So erhalten Kunden im Tarif „Red 1,5 GB“ zum Zeitpunkt der Finanztip-Erhebung im Mai 2016 doppelt so viel Surfvolumen wie sonst: 3 GB. Den Tarif Smart L kann man dagegen als Einstiegsangebot bezeichnen: Es handelt sich um eine Allnet-Flat mit 1 GB Datenvolumen, vergleichbar mit Magenta Mobil S.

Die Preise von Smart L und den Red-Tarifen bewegen sich zwischen rund 35 und 100 Euro im Monat. In den ersten 12 oder 24 Monaten erhalten Kunden oft einen deutlichen Preisnachlass. Dadurch sollen möglichst viele Neukunden angelockt werden. Stammkunden schauen dagegen in die Röhre und sollten mit Ablauf der Mindestlaufzeit kündigen. Wer dauerhaft bei seinem Mobilfunkanbieter bleiben will, muss bei Vodafone genau hinschauen, wie hoch die endgültigen Kosten sind.

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Telefónica: O2 Blue

Der dritte Netzbetreiber in Deutschland ist das spanische Unternehmen Telefónica mit den Marken O2 und E-Plus/Base. Das Handynetz des spanischen Konzerns gilt als akzeptabel, aber nicht so gut wie die D-Netze der Telekom und von Vodafone. Viele günstige Handytarife von alternativen Anbietern sind im Netz von Telefónica geschaltet. In Bezug auf die Netzqualität bringt es keinen Vorteil, direkt beim Netzbetreiber Kunde zu sein.

Trotzdem sind die Original-Tarife von Telefónica deutlich teurer als alternative Discount-Angebote im selben Handynetz. So kostete die Telefónica-Allnet-Flat „O2 Blue All-in M“ im Mai 2016 monatlich knapp 25 Euro in den ersten zwölf Monaten und danach 30 Euro. Das ähnliche Angebot „LTE All 2 GB“ von Winsim in der Variante mit einer Laufzeit von 24 Monaten war zum selben Zeitpunkt für rund 7 Euro im Monat erhältlich.

Extras wie einen Hotspot-Zugang haben Telefónica-Kunden nicht. Deshalb spricht derzeit nicht viel für diese Netzbetreiber-Angebote. Handynutzer, die mit einer durchschnittlichen Netzqualität vorliebnehmen können und eher auf den Preis achten, raten wir zu einem günstigen Tarif eines alternativen Anbieters (mehr dazu in den Ratgebern Allnet-Flat, LTE, Prepaid).

Diese Discount-Tarife schlagen die Original-Angebote

In die engere Auswahl, um gegen die Discounter anzutreten, kommen „Magenta Mobil“ von der Telekom sowie Vodafone mit „Smart L“ und den „Red“-Tarifen. O2 Blue scheidet aus den oben genannten Gründen aus.

In der folgenden Tabelle vergleichen wir zwei Netzbetreiber-Tarife mit unseren seinerzeitigen Empfehlungen aus dem Discount- und Prepaid-Bereich. Die Übersicht zeigt die für viele Nutzer passende Tarif-Variante mit 1 GB Surfvolumen. Beim Discounter Winsim enthält bereits der kleinste Tarif 2 GB Daten.

Vergleich: Vodafone, Telekom und Discount-Tarife

  Telekom Magenta Mobil S Vodafone Smart L Vodafone Callya Allnet Flat Winsim LTE All 2 GB (monatlich kündbare Variante)
endgültige Monatsgebühr (gerundet) 35 € 35 € 24 € 9 €
Telefonie und SMS Flatrate in alle Netze Flatrate in alle Netze Flatrate in alle Netze Flatrate in alle Netze
Datenvolumen 1 GB 1 GB 1 GB 2 GB
Tempo (max.) 150 Mbit/s 225 Mbit/s 225 Mbit/s 50 Mbit/s
Bonus Hotspots, ohne EU-Gebühren, Spotify-Datensparsamkeit ohne EU-Gebühren ohne EU-Gebühren nein

¹ Netztests aus 2016 von den Fachmedien „Connect“ und „Chip“
Quelle: Anbieter, Finanztip-Recherche (Stand: 28. April 2016)

Um die Tarife vergleichen zu können, haben wir sie in drei Kategorien auf einer Skala von 1 (schlecht) bis 5 (hervorragend) bewertet: Preis, Netzqualität sowie Konditionen und Extras. Das höchste Gewicht legten wir mit 50 Prozent auf die Netzqualität, es folgen der Preis (30 Prozent) und die Konditionen (20 Prozent).

Netzbetreiber vs. Discounter (von 1 = schlecht bis 5 = hervorragend)

Platz Anbieter Tarif Gesamtwertung Preis Netzqualität Konditionen und Extras
1 Winsim LTE All 2 GB 3,7 5 3,2 3
2 Vodafone Callya Allnet-Flat 3,7 3 4,0 4
3 Telekom Magenta Mobil S 3,3 1 4,4 4
4 Vodafone Smart L 2,7 1 4,0 2
5 Telefónica O2 Blue All-in M 2,4 2 3,2 1
  Gewichtung   100 % 30 % 50 % 20 %

Quelle: Anbieter, Finanztip-Bewertung (Stand: 17. Mai 2016)

Der flexibel kündbare Handyvertrag LTE All 2 GB von Winsim erreicht im Finanztip-Vergleich die beste Bewertung. Wegen des sehr günstigen Preises von knapp 9 Euro im Monat verweist der Tarif die anderen Angebote auf die Plätze – und das, obwohl wir die Handynetzqualität stark gewichtet haben.

Der Handyvertrag „Smart L“ von Vodafone lohnt sich nicht, da es ein nahezu identisches Prepaid-Angebot gibt, das 10 Euro im Monat günstiger ist. Diese Prepaidkarte Callya Allnet-Flat erreichte ebenfalls die Bestwertung. Wir empfehlen sie Kunden, die auf Qualität besonderen Wert legen und denen der Preis weniger wichtig ist.

Vodafone
Callya Smartphone Allnet-Flat (Prepaid-Tarif)

  • Telefon- und SMS-Flatrate in alle deutschen Fest- und Mobilfunknetze
  • 2 GB Datenvolumen
  • LTE mit bis zu 375 Mbit/s
  • Vodafone-Netz (D2)
  • flexibel kündbar (prepaid)
  • 22,50 € für vier Wochen (24 Euro im Monat)
Vodafone

So haben wir verglichen

Geprüft haben wir Netzbetreiber-Tarife und -Tarifgruppen, die folgende Kriterien erfüllen: unbegrenzte Telefonate und SMS in alle Netze, ein Surfvolumen von mindestens 1 Gigabyte inklusive LTE-Zugang. Außerdem in die Bewertung einbezogen haben wir die im Mai 2016 bestehenden Finanztip-Empfehlungen für eine Allnet-Flat vom Discounter oder als Prepaidkarte. Berücksichtigt haben wir die Netzqualität, den Preis sowie Extras, die über übliche Inklusiv-Leistungen hinausgehen.

Die Netzqualität ging mit 50 Prozent in die Gesamtwertung ein. Wir vergaben einen bis fünf Punkte, basierend auf den Handynetztests aus dem Jahr 2016 der Fachmedien Connect und Chip. Den Preis gewichteten wir mit 30 Prozent und vergaben ebenfalls einen (teuer) bis fünf (günstig) Punkte.

Zusätzliche Inklusiv-Leistungen gingen mit 20 Prozent in die Wertung ein. Punkte gab es für Extras wie WLAN-Zugang oder Datensparsamkeit beim Musikstreaming. Positiv wirkte sich eine kurze Mindestlaufzeit aus, negativ, wenn sich der Vertrag nach einer 24-monatigen Vertragslaufzeit auch noch um 12 Monate verlängerte. Einen Abzug gab es außerdem für Roaminggebühren im EU-Ausland.

Negativ wirkte sich zudem eine sogenannte Datenautomatik aus, die selbständig Surfvolumen kostenpflichtig nachbuchen kann, sobald der Kunde das reguläre Datenvolumen verbraucht hat. Allerdings haben wir den Winsim-Tarif deshalb nicht abgewertet, weil er anders als die Konkurrenzangebote bereits 2 GB umfasste.

Mehr dazu im Artikel über unseren Handy-Tarifrechner

Daniel Pöhler
von Finanztip, Mobilfunk-Experte

Den richtigen Handytarif finden

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  • Allnet-Flats im D-Netz kosten doppelt so viel.

» Zum Ratgeber Handytarife

Vergleichsrechner:
Finanztip-Handy-Tarifrechner

Beste Allnet-Flats:
LTE 1500 von Simply (O2-Netz)
Callya Allnet-Flat von Vodafone (D2-Netz)

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Daniel Pöhler

Finanztip-Experte für Mobilität & Digitales

Daniel Pöhler ist bei Finanztip für Mobilität und digitale Themen verantwortlich. Wie die Telekommunikations-Branche tickt, hat er durch seine Arbeit bei der Fachzeitung Telecom Handel gelernt. Davor sammelte er Erfahrungen bei der Software-Schmiede SAP und beim TV-Hersteller Loewe. Daniel Pöhler hat ein Diplom in Betriebswirtschaft von der Universität Bayreuth.