Drittanbietersperre

So verbannen Sie Abofallen von Ihrem Handy

Das Wichtigste in Kürze

  • Manipulierte Werbebanner können eine Zahlung auf der Handyrechnung auslösen. Außerdem deutet vieles darauf hin, dass in manchen Fällen Mitarbeiter des Mobilfunkanbieters einen ungewollten Dienst für den Kunden gebucht haben.
  • Vor allem, wenn Kinder oder Jugendliche ein Smartphone benutzen, können außerdem hohe Kosten durch Angebote wie Klingelton-Abos entstehen, die die Jugendlichen leichtfertig abschließen.
  • Der Kunde kann diese sogenannten Drittanbieter beim Mobilfunkanbieter sperren lassen, um Kostenfallen künftig zu vermeiden.
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Klingelton-Abos, „Premium“-SMS oder 0900-Nummern – das sind meist nutzlose Dienste, mit denen dubiose Anbieter noch immer arglose Mobilfunkkunden über den Tisch ziehen. Vor allem, wenn Kinder oder Teenager ein Smartphone benutzen, kann es für die Eltern schnell teuer werden, wenn der Nachwuchs in eine Abzockfalle tappt – insbesondere dann, wenn kein Prepaid-, sondern ein Laufzeitvertrag abgeschlossen wurde.

Aktuell: Probleme mit ungewollten Abos auf der Handyrechnung

Laut den Verbraucherzentralen häufen sich seit Frühsommer 2016 Beschwerden über dubiose Beträge auf der Handyrechnung, vor allem bei Kunden von Mobilcom-Debitel. „Werden die vier großen Mobilfunkprovider betrachtet, entfielen im vergangenen Mai und Juni allein auf Mobilcom-Debitel über 40 Prozent der Beschwerden“, erläutert Tom Janneck, Teamleiter des Marktwächters Digitale Welt von den Verbraucherzentralen. So erging es auch unserem Steuer-Experten Udo Reuß, der ungefragt zwei Abos von Drittanbietern auf seiner Rechnung vorfand: eine Film- und eine E-Book-Flat. Kunden sollten wissen, dass der Mobilfunkanbieter die Sim-Karte bei Forderungen von weniger als 75 Euro nicht sperren darf.

Betroffene Kunden sollten sich umgehend an den Drittanbieter wenden, um das Abo zu stoppen. Die Adresse oder Telefonnummer steht auf der Handyrechnung. Gleichzeitig ist der Mobilfunkanbieter Ansprechpartner, um bereits gezahlte Kosten zurückzufordern. Da es meist um kleinere Beträge geht, ist es ratsam, die Rechnung nicht selbst zu kürzen beziehungsweise die Lastschrift nicht zurückzuholen. Beschweren Sie sich stattdessen bei Ihrem Anbieter und bitten Sie um eine Erstattung. Richten Sie eine Drittanbietersperre ein, um künftige Abzocke zu verhindern.

In die Abofalle mit WAP-Billing

Eine besonders ärgerliche Masche trägt den Namen WAP-Billing. Sie funktioniert so: Betrüger schleusen präparierte Reklame in Werbenetzwerke ein. Auf die Netzwerke sind Entwickler kostenloser Apps angewiesen, um ihr Angebot zu finanzieren. Wenn Sie nun auf eines der schadhaften Banner in einer kostenlosen App klicken, werden Sie auf eine WAP-Seite geleitet. Diese ist kaum von einer normalen Internetseite zu unterscheiden.

Der Trick: Das veraltete WAP-Protokoll erlaubt es, Sie zu identifizieren. So kann der Betrüger Ihren nächsten Handyrechnungen einen kleinen Betrag aufschlagen für einen Dienst, den Sie eigentlich gar nicht wollten. Die Summen werden vom Mobilfunkanbieter eingezogen und weitergeleitet. Das fällt manchem Kunden erst nach Monaten auf.

WAP-Billing funktioniert jedoch nur, wenn Sie per Mobilfunk ins Internet gehen. Ist das Handy per W-Lan ans Netz angeschlossen, ist die Masche wirkungslos.

Wenn die Falle zugeschnappt hat

Sollten Sie Opfer eines solchen Betrugs geworden sein, kündigen Sie das Abo sofort. Wie das geht, steht auf der Handyrechnung. Meist kann es per E-Mail, Fax oder SMS gekündigt werden. Informieren Sie unbedingt auch Ihren Mobilfunkanbieter. Einen Anwalt einzuschalten, lohnt sich unserer Einschätzung nach nur, wenn Sie um größere Beträge geprellt worden sind.

Achtung

Pauschaltarife absichern

Auch Pauschaltarife fürs Handy, sogenannte Allnet-Flats, müssen Sie mit einer Sperre vor unerwünschten Diensten absichern.

Sperre soll Abzocke verhindern

Der Gesetzgeber hat eingesehen, dass derlei Treiben ein Riegel vorgeschoben gehört, und hat im Jahr 2012 das Telekommunikationsgesetz geändert. Seitdem können Handykunden eine sogenannte Drittanbietersperre von ihrem Mobilfunkprovider verlangen. Die Sperre verhindert, dass andere Kosten als die Verbindungsgebühren auf der Handyrechnung erscheinen können.

Das Einrichten der Sperre ist kostenlos. Wenn Sie die Sperre später wieder aufheben möchten, können die Mobilfunkanbieter dafür eine Gebühr verlangen.

So richten Sie die Drittanbietersperre ein

Grundsätzlich können Sie die Sperre per Post, Fax, E-Mail oder am Telefon einrichten. Dazu reicht eine formlose Mitteilung unter Nennung Ihrer Rufnummer. Um schneller ans Ziel zu gelangen, folgen Sie den Empfehlungen Ihres Mobilfunkanbieters. Wir haben die Angaben der fünf größten Firmen für Sie zusammengestellt.

Deutsche Telekom
Bei der Deutschen Telekom sperren Sie kostenpflichtige Dienste am besten per Handy unter der Kurzwahl 2202 oder aus dem Festnetz unter 0800 3 30 22 02 (jeweils kostenlos). Die Telekom unterscheidet drei Arten von Diensten, die Sie einzeln oder alle abschalten können:

  • Dienste, die möglicherweise nützlich sind, die es aber zum Teil auch kostenlos im Internet gibt, wie Börsenkurse, Nachrichten, Wettervorhersagen, Sport und Tickets (von der Telekom „Business-Dienste“ genannt)
  • Dienste zum Zeitvertreib wie Spiele und Chats („Consumer-Dienste“)
  • Erotik („Adult-Inhalte“)
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Vodafone

Kunden des Mobilfunkanbieters Vodafone können die Drittanbietersperre auf der Homepage des Unternehmens selbst einrichten: im Mitgliederbereich „Mein Vodafone“ unter dem Menüpunkt „Mobiles Bezahlen“. Dort können sie entweder nur Abos sperren oder Abos und Einzelkäufe.

Telefónica: O2, E-Plus/Base, Fonic
Zum spanischen Telefónica-Konzern gehören unter anderen die Marken O2, E-Plus/Base und Fonic. Die Drittanbietersperre können Sie entweder für einzelne Kategorien oder als Vollsperre für alle Kategorien vornehmen. Diese Kategorien gibt es:

  • Abos (zum Beispiel Klingeltöne)
  • Information und Unterhaltung (zum Beispiel Spiele)
  • Tickets und Eintrittskarten
  • Spenden
  • Erotik-Inhalte
  • Apps und Software (zum Beispiel Google Play Store und Apple App Store)

Zusätzlich zur Drittanbietersperre kann eine Sperre eingerichtet werden für die Sonderrufnummern 0900, 013x und 018x. Sie können die Einstellungen im Internet selbst vornehmen. Alternativ kann die Sperre in jedem Geschäft von Base vorgenommen werden, oder Sie rufen die Kundenbetreuung an.

Für O2-Vertragskunden: 0176 88 85 52 22
Für O2-Prepaid/LOOP: 0176 88 85 52 82 

Für E-Plus/Base-Vertragskunden: 0163 1 63 11 40 
Für E-Plus/Base-Prepaidkunden: 0177 1 77 11 47    

Fonic-Kundenbetreuung: 0176 88 88 00 00

Die Kosten richten sich nach dem jeweiligen Mobilfunktarif.

Mobilcom-Debitel
Sie erreichen die Hotline von Mobilcom-Debitel aus dem Festnetz unter der Rufnummer 040 55 55 41 000 oder für Vertragskunden vom Handy aus unter der Nummer 22 24 0 (99 Cent je Anruf). Die Faxnummer ist die 040 55 55 41 001. Außerdem nehmen die Mobilcom-Debitel-Filialen Aufträge zur Sperrung von Drittanbietern an.

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Daniel Pöhler

Finanztip-Experte für Mobilität & Digitales

Daniel Pöhler ist bei Finanztip für Mobilität und digitale Themen verantwortlich. Wie die Telekommunikations-Branche tickt, hat er durch seine Arbeit bei der Fachzeitung Telecom Handel gelernt. Davor sammelte er Erfahrungen bei der Software-Schmiede SAP und beim TV-Hersteller Loewe. Daniel Pöhler hat ein Diplom in Betriebswirtschaft von der Universität Bayreuth.