Handyvertrag trotz Schufa

Wie Sie einen Handytarif trotz negativer Schufa bekommen

Das Wichtigste in Kürze

  • Vor dem Abschluss eines Handyvertrags prüfen die Mobilfunkanbieter in aller Regel die Bonität des Interessenten bei Auskunfteien wie der Schufa.
  • Weist ein Mobilfunkanbieter Ihren Vertragswunsch zurück, kann das an Ihrer Schufa-Bewertung liegen oder an Daten, die der Anbieter über Sie gespeichert hat durch eine frühere Vertragsbeziehung.
  • Neben der Schufa-Auskunft ziehen die Mobilfunkanbieter intern vorliegende Daten heran, um zu beurteilen, ob sie Ihnen einen Handyvertrag geben oder nicht.
  • Je teurer der Vertrag, desto strenger fällt tendenziell die Schufa-Prüfung der Mobilfunkanbieter aus.
  • Eine Alternative zum Mobilfunk-Vertrag ist eine Prepaid-Karte für das Handy.

So gehen Sie vor

  • Nutzen Sie unseren Handy-Tarifrechner, um einen passenden Handyvertrag zu finden. Der Tarif sollte nicht umfangreicher sein als nötig, also keine Leistungen enthalten, die Sie nicht brauchen.
  • Weist ein Anbieter Ihren Vertragswunsch zurück, probieren Sie es bei einem anderen.
  • Alternativ können Verbraucher mit negativer Schufa bei den Anbietern Freenet und United Internet eine Kaution hinterlegen, um doch noch an den gewünschten Vertrag zu kommen.
  • Ein Handy erwerben Sie am besten unabhängig vom Vertrag. Den günstigsten Händler finden Sie mit der empfehlenswerten Vergleichsseite idealo.de.
  • Einen Handyvertrag ohne Schufa gibt es kaum – wohl aber Prepaid-Karten fürs Handy. Bei den Vorkasse-Handytarifen verzichten die Anbieter auf eine Schufa-Abfrage. Um Ihre Suche auf Prepaid-Karten einzuschränken, wählen Sie im zweiten Feld unseres Handy-Tarifrechners „Prepaid, keine Vertragslaufzeit“ aus.

Was Auskunfteien wie die Schufa über Sie gespeichert haben, kann darüber entscheiden, ob Sie eine Wohnung anmieten können, eine Kreditkarte bekommen oder einen Handyvertrag abschließen dürfen. Ein negativer Schufa-Eintrag ist schnell passiert, zum Beispiel wenn Sie vergessen haben, eine Rechnung zu bezahlen. Zum Glück gibt es Möglichkeiten, einen Handyvertrag trotz Schufa zu bekommen – und eine weitere, gute Alternative.

Mobilfunkanbieter machen oft eine Schufa-Prüfung

Ob sie für einen Handyvertrag eine Schufa-Abfrage vornehmen und wie streng sie den Schufa-Wert beurteilen, haben wir folgende Mobilfunkanbieter gefragt: Deutsche Telekom, Vodafone, Telefónica (Marken: O2, Base, E-Plus und andere), Drillisch (Marken: Smartmobil, Winsim, Simply und viele mehr), Freenet (Marken: Mobilcom-Debitel, Klarmobil, Freenetmobile) und United Internet (Marken: 1&1, GMX, web.de). Das Ergebnis ist zunächst ernüchternd, falls Sie einen Handyvertrag ohne Schufa haben wollen. Denn alle befragten Mobilfunkanbieter gaben an, Auskünfte über Interessenten einzuholen. Im Folgenden die wichtigsten Aussagen:

Deutsche Telekom - „Ja, Schufa-Prüfungen führen wir durch. Details dazu geben wir nicht bekannt.“

Vodafone - „Im Rahmen der Bonitätsprüfung von Neukunden wird – neben internen Kriterien – unter anderem die Auskunftei Schufa angefragt.“

Telefónica - „Wir verwenden interne Daten für die Vertragsprüfung und ergänzen diese an relevanten Stellen mit externen Daten. Zum Beispiel ist die Schufa einer unserer großen Partner im Bereich Bonitätsauskünfte.“

Drillisch - „Wie branchenüblich führt auch Drillisch beim Abschluss von Mobilfunkverträgen Prüfungen durch. Dies erfolgt im Interesse aller Kunden.“

Freenet - „Wir führen nicht grundsätzlich eine Schufa-Anfrage durch. Es gibt noch vorgelagerte Prüfungsschritte, die eine etwaige Schufa-Anfrage überflüssig machen. Nur wenn diese Schritte zu keinem belastbar positiven Ergebnis führen, erfolgt eine Schufa-Anfrage. Dies ist in aller Regel dann der Fall, wenn der Kunde für die Unternehmensgruppe völlig unbekannt ist.“

United Internet - „1&1 überprüft bei Neubestellungen von Mobilfunkverträgen die Bonität der Interessenten, um sich vor geschäftsschädigenden Zahlungsausfällen zu schützen. Informationen werden von Infoscore Consumer Data und von der Schufa bezogen.“

Ein negativer Schufa-Eintrag muss aber nicht bedeuten, dass Sie keinen Handyvertrag mehr bekommen. Denn die meisten Anbieter ziehen nach eigenen Angaben weitere Kriterien heran, um zu entscheiden, ob sie Ihnen trotz Schufa einen Handyvertrag geben oder nicht.

Anbieter nutzen auch „interne Daten“

Die Mobilfunkanbieter nutzen neben der Schufa intern vorliegende Daten, um zu beurteilen, wie zahlungskräftig ein Interessent ist. Das heißt: Waren Sie schon einmal Kunde bei dem gewünschten Anbieter und haben immer pünktlich Ihre Rechnungen bezahlt, dann steigt die Chance, dass Sie sozusagen einen „Handyvertrag ohne Schufa“ bekommen. Sind Sie hingegen ein unbeschriebenes Blatt für den Anbieter und ist Ihr Schufa-Score nicht makellos, kann es schwierig werden. Welche Kriterien genau sie heranziehen, um potenzielle Kunden zu beurteilen, geben die Anbieter nicht preis.

Mobilfunkanbieter zur Bonitätsprüfung

  Schufa-Abfrage weitere Kriterien neben Schufa Kaution möglich
Telekom „ja, machen wir“ keine Antwort nein
Vodafone „immer bei Handyverträgen“ „interne Kriterien“ nein
Telefónica „Schufa-Daten zur Ergänzung an relevanten Stellen“ „interne Daten“ nein
Drillisch „wir führen Prüfungen durch“ keine Antwort keine Antwort
Freenet „nicht grundsätzlich“ „vorgelagerte Prüfungsschritte“ ja
United Internet „wir prüfen bei Neubestellungen die Bonität“ „sozio-demographische Daten“ ja

Quelle: Finanztip-Befragung (Stand: September 2017)

Welche Daten noch Einfluss auf ein Vertragsangebot haben

Neben internen Daten der Anbieter gibt es eine weitere Einflussgröße für die Zu- oder Absage an einen Neukunden. Die Chancen auf einen Handyvertrag trotz negativer Schufa stehen am besten bei Verträgen mit niedrigen Monatsgebühren.

Handelt es sich hingegen um einen teuren Handyvertrag, womöglich noch mit hochwertigem Smartphone, dann prüfen die Mobilfunkanbieter den Interessenten tendenziell strenger. Wer einen negativen Schufa-Eintrag hat, sollte also besser nicht die 50-Euro-Flatrate mit iPhone nehmen. Ein günstiger Handytarif ohne Smartphone für 10 oder 15 Euro im Monat sollte dagegen leichter möglich sein. Nutzen Sie unseren Handy-Tarifrechner, um einen passenden Handyvertrag zu finden.

Unser Tipp: Falls Sie im ersten Anlauf nicht Ihren Wunschvertrag bekommen, versuchen Sie es bei einem anderen Anbieter. Nützt auch das nichts, gibt es bei Freenet (Mobilcom-Debitel, Freenetmobile) und United Internet (1&1, GMX, web.de) eine interessante Möglichkeit, trotz negativer Schufa einen Handyvertrag abzuschließen: Bei diesen Anbietern können Sie eine Kaution als Sicherheit hinterlegen und so doch noch an den gewünschten Vertrag kommen.

Prepaid-Karte als Alternative zum Handyvertrag

Selbst wenn es nicht geklappt hat, einen Handyvertrag trotz negativer Schufa zu bekommen, müssen Sie nicht ohne Smartphone und Mobilfunk dastehen. Es gibt eine gute Alternative zum Vertrag: die Prepaid-Karte fürs Handy. Laut Auskunft der Mobilfunkanbieter werden Prepaid-Karten immer ohne Schufa-Prüfung ausgegeben. Denn mit den Vorkasse-Karten haben die Anbieter kein Risiko. Der Kunde kann nur so viel mit dem Handy telefonieren und surfen, wie er vorher an Guthaben aufgeladen hat.

Prepaid-Karten haben kaum Nachteile gegenüber einem Handyvertrag. Sogar das lästige Aufladen des Vorkasse-Guthabens können Sie sich schenken. Denn die meisten Prepaid-Karten lassen sich automatisch aufladen, wenn ein bestimmtes Guthaben unterschritten ist oder die nächste Monatsgebühr fällig wird. Die Prepaid-Karte ist also nicht umständlicher als ein Handyvertrag.

Wie bei Vertragstarifen gilt die verbraucherfreundliche Regulierung der Europäischen Union für das Telefonieren und Surfen im Ausland (Roaming) auch für Prepaid-Karten.

Empfehlenswerte Prepaid-Tarife zeigt unser Handy-Tarifrechner ebenfalls an. Klicken Sie dazu unten auf „Prepaid, gute Kostenkontrolle“.

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Ein Smartphone bekommen Sie zu einem Prepaid-Tarif zwar oft nicht dazu, das können Sie sich aber natürlich selbst kaufen oder einfach ein vorhandenes benutzen. Für die Suche nach einem günstigen Händler für ein neues Smartphone empfehlen wir den Preisvergleich Idealo. Wer noch mehr sparen will, greift zum Gebrauchthandy. Empfehlenswerte Anbieter, die sich darauf spezialisiert haben, sind Buyzoxs, Clevertronic, Asgoodasnew und Rebuy.

Schufa-Auskunft einmal im Jahr kostenlos für Sie

Wie der Schufa-Score zustande kommt, weiß außerhalb der Schufa niemand so genau. Die Schufa-Aktiengesellschaft, die Daten über mehr als 60 Millionen Deutsche gesammelt hat, hält die Berechnung des Scores geheim. Dennoch sollten Sie überprüfen, ob zumindest alles stimmt, was die Auskunftei über Sie gespeichert hat. Einmal im Jahr können Sie eine Schufa-Selbstauskunft kostenlos anfordern. Prüfen Sie die Übersicht und lassen Sie zum Beispiel längst abgezahlte Kredite oder gekündigte Girokonten streichen. Die Schufa ist dazu verpflichtet, falsche Daten zu korrigieren.

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Artikel verfasst von

Daniel Pöhler

Finanztip-Experte für Mobilität & Digitales

Daniel Pöhler ist bei Finanztip für Mobilität und digitale Themen verantwortlich. Wie die Telekommunikations-Branche tickt, hat er durch seine Arbeit bei der Fachzeitung Telecom Handel gelernt. Davor sammelte er Erfahrungen bei der Software-Schmiede SAP und beim TV-Hersteller Loewe. Daniel Pöhler hat ein Diplom in Betriebswirtschaft von der Universität Bayreuth.