Roaming-Gebühren

Günstig im Ausland mit dem Handy telefonieren und surfen

Das Wichtigste in Kürze

  • Sobald Sie in einem ausländischen Handynetz telefonieren, SMS schreiben oder im Internet surfen, nutzen Sie „Roaming“ (englisch für „umherwandern“).
  • Seit dem 15. Juni 2017 zahlen Sie innerhalb der Europäischen Union im Normalfall keine Zusatzkosten, wenn Sie Ihr Handy im Ausland nutzen. Allerdings kann Ihre Internetflatrate beim Daten-Roaming begrenzt werden.
  • Wenn Sie sich über mehr als vier Monate überwiegend im EU-Ausland aufhalten, müssen Sie mit moderaten Preisaufschlägen rechnen.
  • Reisende außerhalb der EU sind der freien Preisgestaltung ihres Mobilfunkanbieters ausgeliefert. Die meisten verlangen dann auch für ankommende Anrufe und SMS hohe Preise.
  • Mit ausländischen Sim-Karten können Urlauber auch in Nicht-EU-Ländern billiger telefonieren.

So gehen Sie vor

  • Fragen Sie vor der Reise Ihren Mobilfunkanbieter, ob Sie mit Ihrem Vertrag im gewünschten Land „roamen“ können. Fragen Sie außerdem nach, ob der regulierte EU-Tarif für Sie eingestellt ist.
  • Mit dem EU-Tarif können Sie auf Reisen bis vier Monate innerhalb der Europäischen Union das Handy genauso benutzen wie zu Hause.
  • Außerhalb der EU empfiehlt Finanztip aufgrund der hohen Kosten, Roaming abzuschalten und nur über W-Lan ins Internet zu gehen.
  • Die Kosten können Sie reduzieren, indem Sie eine Auslandsoption hinzubuchen. Diese werden allerdings nicht für jedes Land angeboten und können immer noch recht teuer sein.
  • Es lohnt sich daher oft, vor Ort eine ausländische Sim-Karte zu kaufen. Besonders komfortabel ist es, die Karte noch in Deutschland zu erwerben. Dafür empfehlen wir die Anbieter Holidayphone und Travsim.
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In der einen Hand einen Cocktail, in der anderen das Smartphone: So sieht man bereits einige Urlauber am Strand liegen. Auch wenn die es vielleicht übertreiben, steht fest, dass die meisten Reisenden im Ausland nicht mehr aufs Mobiltelefon verzichten wollen. Damit nach der Heimkehr nicht die dicke Rechnung kommt, sollten Urlauber dabei einige Dinge beachten.

Das ist Roaming

Roaming ist immer dann aktiviert, wenn Ihr Handy mit einem ausländischen Mobilfunknetz verbunden ist – egal ob Sie angerufen werden, eine SMS schreiben oder das mobile Internet nutzen. Wenn Sie aus Deutschland ins Ausland anrufen, ist das hingegen kein Roaming. Außerhalb der Europäischen Union verlangen Mobilfunkanbieter fast immer erhebliche Aufpreise fürs Roaming. Das gilt nicht nur, falls Sie simsen oder jemanden anrufen, sondern auch, wenn Sie angerufen werden oder eine SMS empfangen.

Keine Zusatzkosten in der EU

Die EU-Staaten und das Europäische Parlament haben nach langem Hin und Her die weitgehende Abschaffung der Roaming-Gebühren beschlossen. Mit der EU-Verordnung nach dem Prinzip „roam like at home“ (Handy im Ausland nutzen wie zu Hause) sind die Zusatzkosten im Juni 2017 weggefallen. Urlauber können ihr Mobiltelefon daher im gesamten EU-Ausland sowie Liechtenstein, Island und Norwegen genauso nutzen wie in Deutschland. Das gilt auch für Großbritannien – mindestens solange die Austrittsverhandlungen nicht abgeschlossen sind. Mit einer Allnet-Flat können Sie so auch im Urlaub sorgenfrei zum Handy greifen.

Besonders vorsichtig sollten Verbraucher in Regionen an der Außengrenze der EU sein. Wählt sich das Handy in das falsche Mobilfunknetz ein, gelten die teureren Roaming-Gebühren des Landes außerhalb der EU. In der Grenzregion zur Schweiz sollten Sie beispielsweise besonders darauf achten, in welches Netz sich Ihr Handy einbucht.

Alternativer Roamingtarif oder regulierter EU-Tarif

Eigentlich können Sie also seit Mitte Juni 2017 innerhalb der EU nach Herzenslust mit dem Handy telefonieren und surfen, ohne dass hohe Kosten anfallen. Ganz genau hinschauen sollten aber diejenigen, die einen sogenannten alternativen Roamingtarif haben. Das war mal etwas Vorteilhaftes: Solche Tarife enthalten beispielsweise 100 kostenlose Freiminuten und 100 MB im EU-Ausland. Danach wird’s teuer. Mittlerweile wurde daraus aber ein drastischer Nachteil, denn die EU hat ja unbegrenztes Telefonieren und Surfen vorgeschrieben.

Wir raten: Bevor Sie in den Urlaub nach Österreich, Italien oder ein anderes EU-Land fahren, schreiben Sie Ihrem Mobilfunkanbieter, dass Sie in den regulierten EU-Tarif wollen. Ihr Anbieter muss den Vertrag kostenlos umstellen.

Ein „alternativer Roamingtarif“ kann in wenigen Ausnahmefällen besser sein als der EU-Tarif. Und zwar dann, wenn die Alternative auch in der Schweiz gilt und Sie häufig in die Schweiz reisen.

Achtung

Auf Schiffen und in Flugzeugen bleibt Roaming teuer

In Flugzeugen und auf Kreuzfahrtschiffen funktioniert das Roaming oft über eine Satellitenverbindung. Diese Technik fällt nicht unter die EU-Verordnung und bleibt weiterhin teuer.

Kostenloses Roaming ist zeitlich begrenzt

Damit Sim-Karten nicht dauerhaft im Ausland verwendet werden, gibt es Missbrauchsklauseln, auch „Fair-Use-Policy“ genannt. Diese sollen verhindern, dass Kunden ihren heimischen Tarif bei langfristigen Auslandsaufenthalten über vier Monate nutzen oder ein günstiger Tarif im Ausland gekauft wird, den der Kunde dauerhaft in seinem Heimatland einsetzt. Die Missbrauchsklauseln sind ein Zugeständnis der EU an die Mobilfunkanbieter, die befürchten, sonst ihre Kosten nicht decken zu können.

Aufpreise nach vier Monaten im Ausland

Anruf pro Minute   3,2 Cent
pro SMS   1 Cent
pro Gigabyte   7,70 €

Quelle: Europäische Kommission (Stand: 27. Juni 2017)

Die Regulierung sieht vor, dass sich ein Handynutzer maximal vier Monate überwiegend (mehr als 50 Prozent der Zeit) im EU-Ausland aufhalten darf. Bleibt er länger, darf der Mobilfunkanbieter einen Aufpreis verlangen. Der Anbieter muss den Kunden aber vorher schriftlich informieren und ihm 14 Tage Zeit geben, das Ausland gegebenenfalls zu verlassen. Nutzt der Verbraucher sein Handy danach wieder mehrere Monate im Inland, darf der Anbieter keine Aufschläge verlangen.

Auch sehr günstige Datentarife mit hohem Freivolumen und unbegrenzte Datenflatrates sind von der EU-Regulierung teilweise ausgeschlossen. Anbieter dürfen zwar keine Aufpreise nehmen, allerdings können sie das Datenvolumen stärker beschränken als der Vertrag für das Inland festlegt.

Die genauen Grenzen stehen in unserem Artikel über Daten-Roaming.

Europa ist eine Tarifzone

Der Clou an der EU-Verordnung nach dem Prinzip „roam like at home“ ist, dass Verbraucher im EU-Ausland in jedes andere europäische Land telefonieren, als würden sie das Gespräch innerhalb Deutschlands führen. Dabei macht es keinen Unterschied, ob Sie in Frankreich eine französische Nummer wählen oder nach Spanien telefonieren: Ganz Europa wird als einheitliche Tarifzone behandelt. Dadurch ist es meist günstiger, im EU-Ausland in ein anderes EU-Land anzurufen als von Deutschland aus. Die Urlaubszeit wird somit auch zur Gelegenheit, günstig Freunde und Bekannte in Europa anzurufen.

Tipp

In Grenzregionen kann es sich lohnen, für Auslandsgespräche ins Roaming-Netz des Nachbarlandes zu wechseln. Dafür sollten Sie die automatische Netzsuche ausschalten und das ausländische Netz manuell auswählen. Ausnahme: Schweiz.

Fast jeder Handytarif ist Roaming-fähig

Aufgrund der verbraucherfreundlichen Roaming-Regelung sind einige wenige Mobilfunkdiscounter dazu übergegangen, Tarife anzubieten, die im Ausland nicht funktionieren. Diese „National-Tarife“ sind oftmals einige Euro günstiger, doch ist damit das Handy im Urlaub nur im W-Lan benutzbar. Wir halten solche Angebote für wenig verbraucherfreundlich, deshalb sortiert der Handy-Tarifrechner von Finanztip National-Tarife von vornherein aus.

Flexibel, günstig oder keine Vertragslaufzeit
Was ist Ihnen wichtiger?
flexibel
gute Kostenkontrolle
möglichst günstig

Weist der Anbieter nicht auf eine solche Einschränkung hin, ist Ihr Handytarif generell Roaming-fähig. Allerdings kommt es auch darauf an, ob Ihr Mobilfunkbetreiber eine Roaming-Kooperation im Reiseland hat. Die meisten Handyverträge können nahezu weltweit genutzt werden. Hingegen funktionieren Prepaid-Karten tendenziell in weniger Ländern.

Außerhalb der EU ist Roaming weiterhin teuer

In Nicht-EU-Staaten sind Sie der freien Preisgestaltung Ihres Mobilfunkanbieters ausgeliefert. Die Unternehmen nutzen das meist aus und verlangen extreme Preise. Einzige Ausnahme ist die Obergrenze für mobiles Internet. Sobald ein Handynutzer knapp 60 Euro versurft hat, setzt eine automatische Sperre ein, die vor weiteren Kosten schützt.

Ohne speziellen Datentarif fürs Ausland sollten Sie nur im W-Lan online gehen. Die meisten Hotels besitzen Zugangspunkte, die Sie kostenlos oder gegen eine relativ geringe Gebühr nutzen können. Damit können Sie nicht nur im Internet surfen, sondern auch E-Mails, Whatsapp- oder Facebook-Nachrichten verschicken. Falls die Verbindung schnell genug ist, können Sie zudem mit Programmen wie Skype oder Facetime telefonieren.

Achtung

Roaming im Smartphone ausschalten

Außerhalb der EU schalten Sie das Daten-Roaming im Smartphone besser aus. Gehen Sie nur über eine W-Lan-Verbindung ins Internet. Nehmen Sie ankommende Gespräche besser nicht an, oder fassen Sie sich kurz.

Günstiger telefonieren und surfen mit Auslands-Sim

Für einige Länder bieten die Mobilfunkbetreiber spezielle Auslandsoptionen an. Als Tages- oder Wochenflatrate funktionieren sie wie Inlandstarife – sind aber nur für ausgewählte Staaten verfügbar und oft relativ teuer.

Reisen Sie für längere Zeit in ein Land außerhalb der EU, lohnt es sich wahrscheinlich, auf einen Tarif eines Mobilfunkanbieters vor Ort auszuweichen. Hierzu können Sie im Urlaubsland in einen Handyshop oder Supermarkt gehen und eine Prepaidkarte erwerben. Die Karte ist sofort einsetzbar. Allerdings kann der Kauf schwierig werden, wenn Sie die Landessprache nicht gut beherrschen.

Einfacher ist es, vor dem Aufbruch noch in Deutschland eine ausländische Sim-Karte zu kaufen. Diese erhalten Sie bei zahlreichen darauf spezialisierten Unternehmen, deren Angebote und Preise sich stark unterscheiden. Anfang 2017 haben wir 13 solcher Anbieter unter die Lupe genommen. Wir empfehlen Holidayphone und Travsim. Diese beiden Anbieter ergänzten sich im Test sehr gut und hatten zusammen die besten Preise.

Holidayphone
Ausländische Sim-Karten

  • am häufigsten den besten Preis (gemeinsam mit Travsim)
  • niedrigste Abweichung vom besten Preis
  • gegründet 2010

Travsim
Ausländische Sim-Karten

  • am häufigsten den besten Preis (gemeinsam mit Holidayphone)
  • zweitniedrigste Abweichung vom besten Preis
  • gegründet 2014
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So haben wir verglichen

Preisvergleich Anbieter von Auslands-Sim-Karten 2017
Die Auswahlkriterien und den Gang der Untersuchung beschreiben wir im Anbietervergleich Auslands-Sim-Karten 2017.

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Daniel Pöhler

Finanztip-Experte für Mobilität & Digitales

Daniel Pöhler ist bei Finanztip für Mobilität und digitale Themen verantwortlich. Wie die Telekommunikations-Branche tickt, hat er durch seine Arbeit bei der Fachzeitung Telecom Handel gelernt. Davor sammelte er Erfahrungen bei der Software-Schmiede SAP und beim TV-Hersteller Loewe. Daniel Pöhler hat ein Diplom in Betriebswirtschaft von der Universität Bayreuth.

Arne Düsterhöft

Finanztip-Volontär

Arne Düsterhöft ist Volontär in der Redaktion von Finanztip und unterstützt die unterschiedlichen Experten-Teams. Zuvor berichtete er über digitale Technologien und Telekommunikation in der Online-Redaktion von teltarif.de. Nach Auslandssemestern in Dublin und New York hat Arne Düsterhöft seinen Masterabschluss in Theaterwissenschaft an der Freien Universität Berlin gemacht.