Haushaltsnahe Beschäftigung

Mit einer Haushaltshilfe bis zu 510 Euro Steuern sparen

Das Wichtigste in Kürze

  • Falls Sie sich von einer Haushaltshilfe unterstützen lassen, sind Sie Arbeitgeber mit Anmelde- und Abgabepflichten.
  • Zahlen Sie der Haushaltshilfe höchstens 450 Euro im Monat, handelt es sich um einen Minijob, für den Steuern und Sozialversicherungsbeiträge anfallen.
  • Für Minijobs in Privathaushalten müssen Sie ermäßigte Pauschalbeträge für Sozialversicherung an die Minijob-Zentrale zahlen.

So gehen Sie vor

  • Melden Sie die geringfügige Beschäftigung bei der Minijob-Zentrale an. Über das Haushaltsscheckverfahren zieht die Behörde die gesetzlichen Abgaben ein und verteilt diese an die richtigen Stellen.
  • Von den tatsächlichen Kosten dürfen Sie 20 Prozent von maximal 2.550 Euro, also höchstens 510 Euro im Jahr, von Ihrer Einkommensteuerschuld abziehen. Hierzu tragen Sie Ihre Aufwendungen in Ihrer Steuererklärung 2016 in Zeile 71 ein.
  • Falls Sie jemanden sozialversicherungspflichtig beschäftigen, so können Sie die Kosten hierfür als haushaltsnahe Dienstleistungen abziehen. Dann bekommen Sie ein Fünftel der Kosten als Steuererstattung zurück.
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Putzen, Wäsche waschen und bügeln, aufräumen, einkaufen, kochen, auf die Kinder aufpassen – all das sind Tätigkeiten, die neben einem ausgefüllten Arbeitstag eine Menge Zeit kosten. Für viele Berufstätige ist daher eine Haushaltshilfe wichtig. Auch ältere Menschen setzen auf eine „Perle“, die sie tatkräftig bei alltäglichen Aufgaben unterstützt.

Oft erhält die Hilfe dann Bargeld auf die Hand – ohne weitere Abgaben, Aufzeichnungen und Bürokratie. Bis zu drei Millionen der Haushaltshilfen arbeiten vermutlich „schwarz“ – das sind rund 80 Prozent. Um diese weit verbreitete Art der Schwarzarbeit zu bekämpfen, hat der Gesetzgeber das Haushaltsscheckverfahren bei der Minijob-Zentrale eingeführt. Damit hält sich der bürokratische und finanzielle Aufwand für ein haushaltsnahes Beschäftigungsverhältnis in Grenzen. Die pauschalen Beiträge zur Sozialversicherung und die Pauschalsteuer, die für private Haushalte gelten, sind ermäßigt.

Dies wissen immer mehr private Arbeitgeber zu schätzen. Nach Angaben der Minijob-Zentrale ist die Anzahl der angemeldeten Haushaltshilfen von 2006 bis 2016 von 130.000 auf mehr als 300.000 angestiegen. Und das Potenzial ist laut Minijob-Zentrale riesig, weil zirka 40 Prozent aller Haushalte sich eine Haushaltshilfe wünschten.

Haushaltsnahes Beschäftigungsverhältnis

Was unter einem haushaltsnahen Beschäftigungsverhältnis zu verstehen ist, ist gesetzlich nicht definiert. Es muss aber einen engen Bezug zum Haushalt haben. Die Tätigkeiten werden üblicherweise von Mitgliedern einer Familie erledigt, beispielsweise:

  • Zubereitung von Mahlzeiten,
  • Spülen,
  • Reinigungsarbeiten,
  • Gartenpflege,
  • Einkaufen,
  • Versorgung und Betreuung von Kindern und alten oder pflegebedürftigen Personen.

Das Haushaltsscheckverfahren

Beim Haushaltsscheckverfahren ist der Arbeitnehmer ordentlich versichert und der Arbeitgeber erhält nach Ablauf des Jahres eine Bescheinigung, die er beim Finanzamt einreichen kann, um sich Steuern zurückerstatten zu lassen. In manchen Fällen – insbesondere bei einem Monatsverdienst bis rund 200 Euro – übersteigt der Steuervorteil sogar die Summe der Abgaben.

Das Haushaltsscheckverfahren gilt für haushaltsnahe Tätigkeiten, die in einem Privathaushalt als Minjob ausgeübt werden. Seit 2017 darf der Mindeststundenlohn von 8,84 Euro nicht unterschritten werden.

Ein solcher Minijob im Privathaushalt ist eine spezielle Form der geringfügigen Beschäftigung. Sie wird besonders gefördert. Der Arbeitgeber zahlt für die Sozialversicherung geringere Pauschalbeiträge als bei gewerblichen Minijobs. Zudem kann er eine Pauschsteuer von nur 2 Prozent zahlen. Dafür muss er sich nicht mit der individuellen Lohnbesteuerung seines Arbeitnehmers auseinandersetzen.

Die Pauschalabgabesätze für das Jahr 2016 sind in der folgenden Tabelle dargestellt.

Pauschalabgaben 2016

Krankenversicherung:   5 %  
Rentenversicherung (RV):   5 %  
Beitragsanteil des Arbeitnehmers bei RV-Pflicht:   13,7 %  
Pauschsteuer:   2 %  
Umlage 1 (U1) bei Krankheit:   1 %  
Umlage 2 (U2) bei Schwanger- und Mutterschaft:   0,3 %  
Unfallversicherung:   1,6 %  

Quelle: Minijob-Zentrale (Stand: 23. Juni 2016)

Schon seit 2013 sind auch Minijobber rentenversicherungspflichtig. Falls der Beschäftigte dies nicht möchte, muss er dem binnen sechs Wochen widersprechen. Ansonsten gilt der Normalfall, dass der Arbeitgeber 5 Prozent und der Arbeitnehmer aktuell 13,7 Prozent des Lohns als eigene Beiträge in die Rentenversicherung einzahlen.

Der Arbeitgeber muss die Beschäftigung bei der Minijob-Zentrale anmelden und erteilt ihr ein Sepa-Lastschriftmandat. Die Zentrale zieht dann halbjährlich die Beiträge ein und verteilt sie auf die Sozialversicherungsträger und das Finanzamt. Nach Ablauf des Jahres erhält der Arbeitgeber automatisch eine Bescheinigung über die Höhe des gezahlten Lohns und der darauf entfallenden Abgaben. Diese dient beim Finanzamt als Nachweis bei der Einkommensteuererklärung.

Steuerermäßigung für haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse

Arbeitgeber können sich einen Teil ihrer Aufwendungen für haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse über die Steuererklärung zurückholen. Denn 20 Prozent der tatsächlichen Kosten können sie direkt von ihrer Steuerschuld abziehen (§ 35a Absatz 1 Einkommensteuergesetz (EStG)), maximal 510 Euro. Folglich wirken sich Kosten von mehr als 2.550 Euro im Jahr steuerlich nicht mehr aus. Dafür ist dieser Steuervorteil mit dem der haushaltsnahen Dienstleistungen und der Handwerkerleistungen kombinierbar, sodass sich Steuerzahler für Hilfen im Privathaushalt maximal 5.710 Euro erstatten lassen können. 

Die Steuerermäßigung für Minijobs im Privathaushalt beantragen Sie in der Steuererklärung 2016 in Zeile 71 (2015: in Zeile 69) des ersten Formulars (Mantelbogen). Die Aufwendungen für sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen tragen Sie in Zeile 72 (2015: Zeile 70) ein. Diese Kosten gelten dann als haushaltsnahe Dienstleistungen.

Der Steuervorteil gilt selbst dann, wenn das Beschäftigungsverhältnis in einem Privathaushalt außerhalb Deutschlands besteht – nämlich in einem anderen Staat der Europäischen Union oder in Liechtenstein, Norwegen oder Island.

Wenn zwei Alleinstehende in einem Haushalt zusammenwohnen, können Sie den Höchstbetrag von 510 Euro nur einmal in Anspruch nehmen. Eine Steuerermäßigung nach Paragraf 35a EStG kommt nur dann infrage, soweit die Aufwendungen keine Betriebsausgaben, Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen sind.

Lassen Sie Ihre Kinder von jemand anders betreuen, dann können Sie stattdessen zwei Drittel der Kosten bis zu einem Höchstbetrag von 4.000 Euro als Sonderausgaben absetzen.

Sozialversicherungspflichtig beschäftigte Haushaltshilfen

Wenn der Umfang der Tätigkeiten die Grenzen des Minijobs überschreitet, dann ist eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung die Folge – mit der normalen Lohnsteuer und den üblichen Sozialversicherungsbeiträgen, auch für die Arbeitslosenversicherung. Dafür können Sie als Arbeitgeber in aller Regel die Steuerermäßigung als haushaltsnahe Dienstleistungen nutzen. Im Jahr dürfen Sie maximal 20.000 Euro Kosten geltend machen, sodass ein Steuervorteil von bis zu 4.000 Euro drin ist. Allerdings benötigen Sie eine Rechnung und müssen die fälligen Beträge an Ihre Hilfe überweisen. 

Schließt eine Wohnungseigentümergemeinschaft einen Vertrag mit einer Haushaltshilfe, so lässt sich das Haushaltsscheckverfahren dafür nicht anwenden. Allerdings werden dann in der Betriebskostenabrechnung die anteiligen Kosten für die Eigentümer und Mieter der Wohnungen ausgewiesen. Davon sind wiederum 20 Prozent als haushaltsnahe Dienstleistungen von der zu zahlenden Einkommensteuer abziehbar.

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So kann sich der Arbeitgeber versichern

Auch ein Minijobber kann krank werden. Der Arbeitgeber – selbst im Privathaushalt – muss den Lohn dann weiterzahlen. Allerdings können sich Arbeitgeber von der Minijob-Zentrale als Umlagekasse 80 Prozent der Aufwendungen erstatten lassen, wenn sie die sogenannte Umlage 1 bezahlt haben. Faktisch handelt es sich um eine Entgeltfortzahlungsversicherung.

Analog funktioniert es mit der Umlage 2 für den Fall von Schwangerschaft und Mutterschutz. Arbeitgeber bekommen dann 100 Prozent erstattet.

Erhält der Arbeitgeber entsprechende Erstattungen, mindern diese die steuerlich abzugsfähigen Kosten für haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse.

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Udo Reuß

Finanztip-Experte für Steuern

Der Steuerrechtler und Diplom-Kaufmann Udo Reuß ist bei Finanztip für Steuerthemen verantwortlich. Zuvor war er bei verschiedenen Wirtschafts- und Fachverlagen wie Handelsblatt, F.A.Z.-Verlagsgruppe, Haufe-Lexware und Vogel Business Media tätig – 14 Jahre davon arbeitete er als Chefredakteur von Fachzeitschriften. Aus dem komplexen Steuerrecht zieht er die relevanten Urteile für Steuersparer. Den Autor erreichen Sie unter [email protected].