Heizöl kaufen

So bestellen Sie ganz leicht günstiges Heizöl

Das Wichtigste in Kürze

  • Rund zehn Millionen Wohnungen verfügen über eine Ölheizung. Damit ist Heizöl der am zweithäufigsten genutzte Brennstoff in Wohnhäusern in Deutschland.
  • 2002 startete das erste Vergleichsportal für Heizölpreise im Internet. Heute gibt es zahlreiche Portale, die für den Nutzer kostenlos sind.
  • Die Preise auf den Portalen können sich jederzeit verändern. Die Händler haben zumeist direkten Zugriff und passen ihre Preise an die der Wettbewerber an.
  • Dabei stellen die Händler nicht den gleichen Preis auf jedem Portal ein. Auf einer anderen Vergleichsseite könnte der Händler zu günstigeren Preisen anbieten.
  • In unserem Test 2017 fanden wir die besten Heizölpreise auf Heizoel24 und Esyoil.

So gehen Sie vor

  • Informieren Sie sich regelmäßig auf Vergleichsportalen über Preise für Heizöl.
  • Ist Heizöl gerade günstig oder benötigen Sie bald Nachschub, dann vergleichen Sie Preise für Ihren Wohnort auf zwei Portalen: Esyoil und Heizoel24.
  • Zögern Sie mit der Bestellung nicht, bis Ihr Tank fast leer ist. Für eine kurzfristige Lieferung zahlen Sie im Schnitt 48 Euro extra.
  • Finden Sie Ihre optimale Bestellmenge und Zahlungsweise. Je mehr Sie bestellen, desto niedriger ist der Preis pro Liter. Ob Barzahlung oder mit Karte am günstigsten ist, ist von Händler zu Händler unterschiedlich.
  • Vermeiden Sie, 1.000 Liter oder weniger allein zu bestellen. Das ist im Vergleich teuer.
  • Können Sie sich nur eine kleine Menge Heizöl leisten, prüfen Sie die Ratenzahlung einer größeren Abnahmemenge. Oder geben Sie mit Nachbarn zusammen eine Sammelbestellung auf.
  • Unser Tipp: Bleiben Sie zum Thema Heizöl immer auf dem Laufenden - mit unserem kostenlosen Newsletter!

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Der Preis für Heizöl schwankt stark. Der Preisunterschied für 5.000 Liter kann leicht 800 bis 900 Euro betragen, je nachdem, in welchem Monat Sie bestellen.

Um die Entwicklung des Heizölpreises im Auge zu behalten, raten wir Ihnen deshalb, regelmäßig Angebote zu vergleichen. Das geht am bequemsten über Portale im Internet. Diese stellen die Entwicklung des Heizölpreises in eigenen Diagrammen dar. Das ist aber nicht der einzige Vorteil der Portale: Die Seiten zeigen Ihnen auch die günstigsten Händler in Ihrer Region. Dieser Ratgeber führt Sie Schritt für Schritt zur billigsten Heizölbestellung.

So funktionieren die Portale

Bis zum Jahr 2002 gab es nur einen Weg, ein Angebot für Heizöl zu erhalten: direkt beim Händler. Wer Preise vergleichen wollte, musste mehrere Unternehmen ansprechen oder deren Internetseite aufsuchen. Mit mehreren Angeboten in der Hinterhand konnte ein Kunde vielleicht noch einen Preisnachlass heraushandeln. Heute können Sie mit einer Abfrage im Internet Angebote von mehreren Händlern vergleichen. Diesen Service bieten Portale für Heizölpreise, die sich seit 2002 entwickelt haben.

Die beiden größten Portale sind Esyoil und Heizoel24, gemessen an der Zahl der versammelten Händler. 750 sind bei Esyoil registriert, rund 500 bei Heizoel24. Zwischen zwei und 13 Angeboten lassen sich auf den Portalen bei einer Abfrage für die Standard-Sorte abrufen. Je nach Region schwankt die Zahl der Anbieter.

Neben diesen beiden gibt es drei weitere Portale, die nach unserem Test 2017 flächendeckend in Deutschland Angebote zeigen. Es handelt sich um Fast Energy, tanke-guenstig.de und oelbestellung.de.

Einfache Abfrage - Bei der Abfrage auf den Portalen sind lediglich zwei Informationen nötig: Ihre Postleitzahl und die gewünschte Liefermenge. Die Anzahl der Angebote und die Lieferbedingungen unterscheiden sich von Portal zu Portal. Heizoel24 und Esyoil listen alle verfügbaren Angebote für eine Postleitzahl auf. Diese lassen sich nach unterschiedlichen Kriterien sortieren: nach dem Preis, nach der Lieferzeit, alphabetisch nach dem Namen des Händlers und nach der Bewertung des Händlers auf dem Portal. Vorteilhaft ist: Sie erhalten auf einen Schlag mehrere Angebote und können sie direkt miteinander vergleichen.

Das ist bei oelbestellung.de, tanke-guenstig.de und Fast Energy anders. Die Portale zeigen bei jeder Abfrage nur ein Angebot für eine Sorte Heizöl. Fast Energy arbeitet in jeder Region nur mit einem Händler zusammen. Den Kooperationspartner wählt Fast Energy nach eigenen Kriterien aus. Welcher Händler es ist, steht direkt beim Angebot.

Oelbestellung.de und tanke-guenstig.de führen dagegen zumeist mehrere Händler für eine Region, aber sie zeigen nur das günstigste Angebot an. Welcher Händler am Ende das Heizöl liefert, erfahren die Nutzer erst nach der Bestellung. Tanke-guenstig.de wählt ebenso wie Fast Energy die auf der Plattform vertretenen Händler aus: Bedingung ist bei tanke-guenstig.de, dass die Unternehmen ein spezielles Gütezeichen tragen. Das Siegel stammt vom RAL Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung. Diese Organisation definiert Kriterien für unterschiedliche Branchen, um die Qualität von Waren und Dienstleistungen zu sichern.

Nutzen Sie unbedingt zwei Heizölportale

In einem Punkt gleichen sich die Heizölseiten aber alle: Die Preise auf den Portalen können die Händler jederzeit ändern. Und das machen sie auch. Die großen Unternehmen der Branche beschäftigen Mitarbeiter, die täglich die Angebote auf den Portalen vergleichen. Sie können sofort reagieren, wenn Wettbewerber ihre Preise verändern.

Das heißt, dass sich die Heizöl-Angebote täglich ändern können. Und auch, dass ein Händler auf den einzelnen Portalen mit unterschiedlichen Preisen vertreten sein kann. Es kann sogar sein, dass ein Händler auf einem Portal günstiger anbietet als auf seiner eigenen Internetseite.

Für Sie bedeutet das: Nur ein Portal abzufragen, reicht leider nicht. Vergleichen Sie die Heizölpreise auf zwei Portalen: Wir empfehlen, Heizoel24 und Esyoil zu nutzen. Dort haben wir in unserem Untersuchung 2017 am häufigsten die besten Preise gefunden. Zusätzlich können Sie Angebote bei Fast Energy oder tanke-guenstig.de abfragen. Auch dort haben wir vereinzelt den günstigsten Preis bei unseren Test-Abfragen gefunden.

Heizoel24

  • findet oft den günstigsten Lieferanten
  • übersichtliche Darstellung
  • ermöglicht Bestellungen zum aktuellen Preis mit späterer Lieferung (Futurpreis)
  • gut geeignet zur Vorbereitung von Sammelbestellungen (Preismatrix)
  • nicht alle Öllieferanten vertreten
Heizoel24

Esyoil

Esyoil

Höhe der Heizölpreise hängt auch vom Wohnort ab

Wir haben in unserem Vergleich festgestellt, dass die Preise auf den Portalen dort tendenziell höher sind, wo weniger Angebote verfügbar sind. Buhlen weniger Händler um Kunden, ist der Preiskampf eben weniger stark.

Konkret fanden wir in den 14 Städten und Gemeinden, für die wir in unserer Untersuchung Heizölpreise abfragten, die günstigsten Preise am häufigsten in Köln und Hamburg. Die teuersten zeigten sich am häufigsten im fränkischen Mitwitz und in Nürnberg.

Bestellwünsche beeinflussen den Preis

Die Preise für Heizöl hängen aber nicht allein von der Region ab, in der Sie leben. Sie variieren entscheidend je nach gewählter Menge, Sorte, Lieferzeit und Zahlungsweise. Die entsprechenden Wünsche lassen sich bei Heizoel24 und Esyoil einstellen.

Eine kurze Lieferzeit ist zumeist mit Mehrkosten verbunden. Bestimmte Sorten kosten mehr als andere. Wir empfehlen Ihnen aber vor allem, sich Angebote für unterschiedlich hohe Bestellmengen und unterschiedliche Zahlungsweisen anzeigen zu lassen – denn die Preise können sich erheblich unterscheiden. Das haben wir durch einen Vergleich der günstigsten Angebote bei unterschiedlichen Einstellungen festgestellt.

Große Bestellmengen kommen billiger

Je kleiner die Bestellmenge, desto höher ist der Preis pro Liter. Wer dreimal 1.000 Liter statt einmal 3.000 Liter kauft, zahlt zumeist 6 bis 10 Prozent mehr. Zwischen 60 und fast 200 Euro lagen die Mehrkosten für alle 14 getesteten Postleitzahlen. Im Schnitt waren es 120 Euro.

Wer mehr als 3.000 Liter bestellt, zahlt noch ein bisschen weniger pro Liter. Die Ersparnis fällt bei noch größeren Bestellmengen aber kleiner aus. Die Preisdifferenz zwischen 3.000 und 5.000 Litern liegt bei nur noch 1 bis 2 Prozent. Pro Liter ergibt sich eine Ersparnis von rund 1 Cent oder in Summe 50 Euro, wenn Sie 5.000 statt 3.000 Liter auf einmal kaufen.

Sammelbestellungen - Die wenigsten Haushalte bringen 5.000 Liter in ihren Tanks unter. Die meisten Kunden bestellen bei Heizoel24 und Esyoil 2.500 bis 3.000 Liter. Die Preisunterschiede für noch größere Bestellmengen sind aber wichtig zu wissen, wenn mehrere Kunden gemeinsam Heizöl ordern. Sie profitieren dann von den geringeren Preisen pro Liter. Kein Wunder, dass sich Kunden häufig zusammenschließen. Bei Heizoel24 ist jede fünfte Bestellung eine Sammelbestellung, bei Esyoil jede zehnte.

Dafür, dass die Händler Tanks in verschiedenen Häusern befüllen, erheben sie einen Aufschlag. Dieser beträgt für die Belieferung von zwei Abnahmestellen mit insgesamt 5.000 Litern im Schnitt 48 Euro. Zwischen 18 und 126 Euro variierten die Zusatzkosten bei unseren Abfragen. Dem gegenüber steht die Ersparnis aufgrund der höheren Bestellmenge.

Erhöht sich die Zahl der Abnehmer und auch die Bestellmenge weiter, steigt der finanzielle Vorteil nur noch geringfügig oder verringert sich sogar. Die Bestellung von 10.000 Litern für vier Abnehmer war bei unseren Abfragen im Schnitt nur 15 Euro günstiger als die Bestellung von 5.000 Litern für zwei Abnahmestellen. Maximal lag die Ersparnis bei 81 Euro. Fünfmal erhielten wir sogar einen höheren Preis.

Prüfen Sie daher immer erst einmal, ob sich der Aufwand einer Sammelbestellung durch die Kostenersparnis lohnt. Oder ob Sie und Ihre Mitstreiter lieber alle einzeln kaufen.

Ratenzahlung kann sich lohnen gegenüber dem Kauf kleiner Mengen

Als Alternative zur Sammelbestellung bietet sich eine Ratenzahlung bei Bestellung einer größeren Menge an. Das Zahlen der Rechnung in mehreren aufeinanderfolgenden Monaten gewähren einige Händler seit wenigen Jahren. Über Heizoel24 nutzen diese Möglichkeit 10 bis 12 Prozent der Kunden. Bei Esyoil liegt der Anteil bei 3 Prozent.

Eine Ratenzahlung ist mit Aufschlägen gegenüber dem Bezahlen in bar oder mit EC-Karte verbunden. Aber eine Ratenzahlung kann sich trotzdem lohnen, weil Sie so den Preisnachteil kleiner Bestellmengen ausgleichen können. Grundsätzlich gilt: Je länger der Zeitraum der Ratenzahlung, desto höher sind die Zuschläge.

In der nachfolgenden Tabelle sind die Mehrkosten aufgeführt, wenn Sie 3.000 Liter über drei oder über zwölf Monate statt auf einen Schlag bezahlen:

Kosten bei Ratenzahlung

  Mehrkosten bei Zahlung in 3 Raten Mehrkosten im Schnitt (3 Raten) Mehrkosten bei Zahlung in 12 Raten Mehrkosten im Schnitt (12 Raten)
Barzahlung von 3.000 Litern bei Heizoel24 56 bis 511 Euro 99 Euro 126 bis 599 Euro 185 Euro
EC-Kartenzahlung von 3.000 Litern bei Heizoel24 8 bis 523 Euro 111 Euro 126 bis 598 Euro 186 Euro
Barzahlung von 3.000 Litern bei Esyoil 25 bis 111 Euro 90 Euro 155 bis 172 Euro 163 Euro
EC-Kartenzahlung von 3.000 Litern bei Esyoil 24 bis 114 Euro 93 Euro 154 bis 172 Euro 162 Euro

Quelle: Finanztip-Erhebung (Stand: 19. Oktober 2017)

Genannt sind stets die günstigsten Preise für die standardisierte Heizöl-Sorte für 14 Postleitzahlen bei längstmöglicher Lieferzeit, einer Abnahmestelle und keinen Sonderwünschen hinsichtlich Tankwagen und Schlauchlänge. Die Werte wurden für 14 Postleitzahlen auf Heizoel24 und Esyoil abgefragt. Für eine Postleitzahl gab es bei Heizoel24 extrem hohe Preise bei Ratenzahlung, weshalb sich die Mittelwerte deutlich von denen von Esyoil unterscheiden.

Ob sich eine Ratenzahlung für Sie lohnt, ist von zwei Faktoren abhängig. Einmal von den Mehrkosten, die sich von Händler zu Händler stark unterscheiden können. Der zweite Faktor ist der Preisnachlass durch eine höhere Bestellmenge. Es kann günstiger sein, einmal 3.000 Liter zu kaufen und in drei Raten zu zahlen, als dreimal 1.000 Liter Heizöl zu bestellen und die Rechnung sofort in voller Höhe zu begleichen.

Die entsprechenden Kosten sind in der nachfolgenden Tabelle gegenübergestellt:

3.000 Liter auf Raten versus dreimal 1.000 Liter Direktkauf

  einmal 3.000 Liter bei Kartenzahlung dreimal 1.000 Liter bei Barzahlung einmal 3.000 Liter und Zahlung in 3 Raten einmal 3.000 Liter und Zahlung in 12 Raten
Kosten gemittelt 1.683 Euro 1.806 Euro 1.781 Euro 1.859 Euro
niedrigste Kosten 1.559 Euro 1.692 Euro 1.664 Euro 1.750 Euro
höchste Kosten 1.806 Euro 1.999 Euro 2.195 Euro 2.277 Euro

Quelle: Finanztip-Erhebung (Stand: 19. Oktober 2017)

Es handelt sich stets um die günstigsten Preise für die standardisierte Sorte Heizöl mit längstmöglicher Lieferzeit, einer Abnahmestelle und keinen Sonderwünschen hinsichtlich Tankwagen und Schlauchlänge. Die Werte wurden für 14 Postleitzahlen auf Heizoel24 und Esyoil abgefragt, für einen Ort gab es auf Esyoil keine Ratenzahlung. Bei den Zahlungen auf einen Schlag wurden die Daten für Kartenzahlung beziehungsweise Barzahlung gewählt, weil diese die durchschnittlich günstigsten für die jeweilige Bestellmenge sind.

Wie die Tabelle verdeutlicht: Am günstigsten ist es, einmal 3.000 Liter zu bestellen und auf einen Schlag zu zahlen. Wer das nicht kann oder will, für den lohnt sich zumeist eine Zahlung über drei Monate. Das kommt günstiger, als kleinere Teilmengen zu bestellen. Sowohl bei Esyoil als auch bei Heizoel24 lagen nur an zwei jeweils unterschiedlichen Orten die Kosten einer Ratenzahlung über denen für den Kauf von 3.000 Litern in drei Schüben.

Eine Zahlung von 3.000 Litern Heizöl in zwölf Raten ist dagegen nach unserer Erhebung stets teurer, als dreimal innerhalb eines Jahres je 1.000 Liter zu bestellen.

Zahlen mit Karte kann teurer sein als in bar – und umgekehrt

Standardmäßig zeigen die von uns empfohlenen Portale Heizoel24 und Esyoil die Preise für eine Bezahlung in bar an. Verlassen Sie sich aber nicht darauf, dass das jeweilige Portal mit dieser Voreinstellung das für Sie günstigste Angebot zeigt.

Wir haben in einer weiteren Untersuchung festgestellt, dass das Bezahlen mit EC-Karte häufig die günstigste Art ist, Heizöl zu beziehen. In einigen Fällen gab es aber auch Angebote mit Barzahlung, die am besten waren. Die Preisunterschiede folgen dabei keinem Muster: Es gibt Händler, die für das Zahlen in bar oder mit Karte (oder auch auf Vorkasse) einen einheitlichen Preis berechnen. Genauso gibt es aber auch Händler, die für jede Zahlungsweise unterschiedliche Preise verlangen. Ob eine Zahlung mit EC-Karte oder in bar für Sie günstiger ist, sollten Sie daher stets prüfen.

Welche Preisdifferenzen wir gefunden haben, ist in der nachfolgenden Tabelle aufgeführt:

Kostenunterschiede bei Bar- und Kartenzahlung

  gemittelter Preis bei Barzahlung gemittelter Preis bei Kartenzahlung Ersparnis bei Barzahlung Ersparnis bei Kartenzahlung kein Preisunterschied
1.000 Liter bei Heizoel24 600 Euro 602 Euro 3-mal: 7 bis 43 Euro 9-mal: 1 bis 28 Euro 2-mal
3.000 Liter bei Heizoel24 1.699 Euro 1.687 Euro 1-mal: 33 Euro 12-mal: 2 bis 110 Euro 1-mal
1.000 Liter bei Esyoil 607 Euro 609 Euro 4-mal: 6 bis 19 Euro 8-mal: 1 bis 8 Euro 1-mal
3.000 Liter bei Esyoil 1683 Euro 1680 Euro 4-mal: 2 bis 26 Euro 7-mal: 7 bis 24 Euro 2-mal

Quelle: Finanztip-Erhebung (Stand: 19. Oktober 2018)

Genannt sind die günstigsten Preise auf den Portalen Heizoel24 und Esyoil für die standardisierte Heizöl-Sorte für 14 Postleitzahlen bei längstmöglicher Lieferzeit, einer Abnahmestelle, keinen Extrawünschen bei Schlauchlänge und Tankwagen. Für eine Postleitzahl gab es bei Esyoil nicht die Möglichkeit einer Kartenzahlung.

Zuschläge bei weiteren Zahlungsweisen möglich

Nicht alle, aber einige Händler bieten weitere Zahlungsweisen an. Diese sind häufig mit Aufschlägen gegenüber der günstigsten Zahlungsart – also bar oder EC-Karte (Girokarte) – verbunden. Am teuersten ist es, auf Rechnung oder per Lastschrift zu bezahlen.

Vorkasse - Manchmal ist die Zahlung per Vorkasse teurer als Bar- oder Kartenzahlung. Bis zu 6 Euro berechnen Händler dafür.

Rechnung - Teuer ist es, Heizöl auf Rechnung zu bestellen: Bis zu 74 Euro schlagen Händler auf, wenn sie Ihnen nach der Lieferung eine Rechnung schicken. Im Schnitt zahlen Sie etwa 35 Euro mehr als bei der Bezahlung mit Karte oder in bar.

Lastschrift - Einen Lastschrifteinzug können Sie nur bei Esyoil auswählen, aber nicht alle Händler akzeptieren ihn. Wenn diese Zahlungsweise möglich ist, bedeutet das deutlich höhere Preise für die gesamte Bestellung. Die Mehrkosten gegenüber dem günstigsten Angebot mit Karten- oder Barzahlung können 60 bis 290 Euro betragen. Diese Mehrkosten sind aber nicht allein auf die Zahlungsweise zurückzuführen. Vielmehr verlangen die Händler, die den Lastschrifteinzug überhaupt anbieten, ohnehin höhere Preise.

Standard-Heizöl deutlich günstiger als andere Sorten

Lediglich eine Sorte ist standardisiert: Heizöl extraleicht schwefelarm (kurz „EL schwefelarm“, DIN 51603-1). Lieferanten führen sie nicht unbedingt unter dieser Bezeichnung, sondern geben auch eigene Namen: Heizöl normal, Heizöl Standard oder einfach nur Heizöl. Einheitlich ist aber überall eines: Die standardisierte Sorte ist die günstigste und zugleich mit Abstand die beliebteste. Mehr als 80 Prozent des über die Portale bestellten Heizöls gehört zur Standard-Sorte.

Sorten mit Additiven - Fast überall bieten Händler auch eine Sorte mit bestimmten Zusätzen an: „Premium“, „Plus“, „Ecotherm“ oder „Super“ nennt sie sich. Die Zusätze – sogenannte Additive – verteuern das Heizöl, versprechen aber einen Mehrwert. Das entsprechende Öl soll weniger Ablagerungen im Tank bilden und Filter und Düsen der Anlage kaum verstopfen. Die Kosten für Reparatur und Wartung sollen so geringer ausfallen. Auch gegen den typischen Geruch von Heizöl gibt es Zusätze.

Der Preisunterschied zur standardisierten Sorte ist bei Esyoil und Heizoel24 recht einheitlich und unabhängig von der Bestellmenge: Im Schnitt kosten 100 Liter der Premium- oder Supersorte 1,60 Euro mehr. Wer 3.000 Liter kauft, zahlt für die Super- oder Premium-Sorte rund 50 Euro mehr. Bei Fast Energy und tanke-guenstig.de liegen die Preise weiter auseinander. Die Sorte mit Zusätzen kostet dort 2 beziehungsweise 3 Euro pro 100 Liter mehr als die genormte Sorte.

Da es keinen Standard für ein „Premium-“ oder „Super-Heizöl“ gibt, lassen sich die Angebote für diese Sorte schwer vergleichen. Aus diesem Grund haben wir in unserem Test 2017 ausschließlich Standard-Heizöl berücksichtigt.

Bioheizöl - In manchen Orten gibt es Bio-Heizöl. Das bedeutet, dass ein bestimmter Anteil des Brennstoffs auf nachwachsenden Rohstoffen basiert. Da die Produktion des Bio-Anteils teuer ist, schlägt sich das in einem höheren Preis gegenüber allen anderen Sorten nieder.

Die Nachfrage nach Bio-Heizöl ist in Deutschland eher gering. Lediglich in Baden-Württemberg ist die Nachfrage höher als im Rest der Republik. Das liegt an einer gesetzlichen Pflicht (§4 EWärmeG): Seit 2015 müssen nach dem Einbau einer neuen Heizungsanlage mindestens 15 Prozent des Wärmebedarfs eines Haushalts aus erneuerbaren Quellen gedeckt werden. Wer eine Ölheizung anschafft, muss dann auf Bio-Heizöl zugreifen. So sind die Bio-Sorten in Baden-Württemberg auch am einfachsten zu kaufen. In unserer Untersuchung fanden wir lediglich in 4 von 14 Orten Angebote für Bio-Heizöl – im bayerischen Lindau, in München, Hamburg und im sächsischen Dippoldiswalde.

Kurzfristige Lieferungen sind immer teuer

Wenn Sie schnell eine Lieferung brauchen, ist dies kein Problem. Händler bieten überall Expresslieferungen an. Innerhalb von einem oder zwei Tagen erhalten Sie neues Heizöl. Aber die Händler berechnen dafür Aufschläge: im Mittel rund 90 Euro, unabhängig von der Liefermenge.

Die Händler bestimmen die Aufschläge selbst und einheitlich, haben wir festgestellt. Auf einem Vergleichsportal nimmt ein Händler einen höheren Preis für eine kurzfristige Lieferung, berechnet aber auf einem anderen Portal dafür weniger.

Damit Sie diese Aufschläge nicht zahlen müssen, sollten Sie Ihre Bestellung mit vier Wochen Vorlauf planen. Maximal beträgt die Lieferzeit der Händler 25 Tage. Viele liefern auch innerhalb von 20 oder 15 Tagen, ohne einen Aufpreis zu berechnen.

Künftige Entwicklung: einheitliche Preise und Klimaschutzkonflikte

Für den Heizölmarkt aber auch für die Betreiber von Ölheizungen zeichnen sich in den nächsten Jahren einige Veränderungen ab.

Einheitliche Preise der Anbieter - Die Händler variieren ihre Preise von Verkaufsplattform zu Verkaufsplattform je nach Wettbewerbslage. Kaum ein Händler bietet überall zu einem einheitlichen Preis an. Das könnte sich ändern. Die Händler wissen, dass unterschiedliche Preise zu Verunsicherung bei den Verbrauchern führen. Es gibt daher nach Informationen von Finanztip Bestrebungen, dass jeder Händler mit nur einem Preis für ein Produkt am Markt auftritt, so wie dies viele Strom- und Gasversorger auch machen.

Praktisch könnte ein Händler in einer Region oder auch bundesweit zu gleichen Konditionen anbieten. Notwendig wäre dabei natürlich, dass er über ein flächendeckendes Netz von Tanklastwagen und Fahrern verfügt. Aber im Gegensatz zu den Preisen für Strom und Gas beinhaltet der Preis für Heizöl keine Entgelte, deren Höhe regional variiert. Der Preis bestimmt sich vor allem durch die Kosten für den Einkauf von Mineralöl. Die abzuführenden Steuern – Mehrwertsteuer und Energiesteuer – bilden den zweiten Kostenblock. Beim Handel verbleibt der kleinste Teil des Heizölpreises.

Quelle: Mineralölwirtschaftsverband (Stand: Juli 2017)

Tritt ein Unternehmen mit einheitlichen Preisen an, könnten sich auch die regionalen Unterschiede auflösen.

Heizkessel tauschen - Eine Veränderung kommt auf viele Besitzer einer Ölheizung zu: Je älter der Heizkessel ist, desto dringlicher ist sein Tausch. Die 9,6 Millionen Heizkessel sind überwiegend in Altbauten installiert (vor 1979 gebaut). Rund 1,3 Millionen dieser Anlagen sind nach einer Einschätzung des Zentralverbands Sanitär Heizung Klima älter als 30 Jahre.

Für diese Heizkessel schreibt die Energieeinsparverordnung (§ 10 Abs. 1 EnEV) vor, dass sie außer Betrieb zu nehmen sind, wenn es sich um Konstanttemperaturkessel handelt. Anlagen moderneren Typs, die aber trotzdem mindestens 15 Jahre alt sind, müssen seit 2016 ein Effizienzlabel tragen. Um die Energiewende im Wärmemarkt voranzutreiben, plante die Bundesregierung das Gebäudeenergiegesetz. In diesem sollen die Energieeinsparverordnung mit dem Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz verschmelzen. Es scheiterte Anfang 2017 am Widerstand einiger Bundesländer.

Wenn Ihr Heizkessel alt ist und Sie sich nicht von neuen Gesetzen oder höheren Steuern auf den Heizölpreis überraschen lassen wollen, dann überlegen Sie schon jetzt, wie Sie künftig heizen wollen. Für den Ausbau alter Ölkessel als auch für die Installation moderner Heizungsanlagen gibt es Fördermittel.

Staatliche Belastungen - Auf den Ölpreis berechnet der Staat die Energiesteuer. Sie beträgt 6,14 Cent pro Liter. Oder in Wärme ausgedrückt: Pro Kilowattstunde, die Sie aus der Verbrennung von Heizöl gewinnen, zahlen Sie rund 0,61 Cent pro Kilowattstunde. Das ist auf ähnlichem Niveau wie die Belastung des Gaspreises durch die Erdgassteuer. 0,55 Cent pro Kilowattstunde beträgt diese. Aber verglichen mit dem Strompreis belastet der Staat Heizöl und Erdgas wenig. Die Stromsteuer und alle Umlagen auf den Strompreis addieren sich zu 9,6 Cent pro Kilowattstunde.

Das hat Kritiker auf den Plan gerufen. Der Strompreis sei zu entlasten und die Energieträger zum Heizen stärker zu belasten. Einen Vorschlag dazu stellte die Denkwerkstatt Agora Energiewende im April 2017 vor. Die Kritiker an der bisherigen Besteuerung von Heizöl führen aber nicht nur das Ungleichgewicht zwischen den Energieträgern als Argument für eine Reform an. Sie verweisen auch auf den Klimaschutz. Will Deutschland seine Klimaschutzziele erreichen, so das einhellige Ergebnis verschiedener Studien, müssen Ölheizungen aus Wohnhäusern verschwinden. Oder fossiles Heizöl weicht Stück für Stück grünem Brennstoff.

Grünes und klimaneutrales Heizöl - Mit grünem Heizöl ist – ähnlich wie im Erdgasmarkt – ein rein synthetischer Brennstoff gemeint. Die erste Pilotanlage dafür ging in Deutschland 2014 in Betrieb. Dennoch gibt es bislang kein rein grünes Heizöl zu kaufen, sondern lediglich Bio-Heizöl mit einem Anteil von bis zu 15 Prozent an nachwachsenden Rohstoffen. Die Nachfrage danach ist eher gering.

Dafür hat sich noch ein anderes Produkt entwickelt, welches dem grünen Zeitgeist entspricht: ein sogenanntes klimaneutrales Heizöl. Sie können sich beim Kauf dafür entscheiden, Klimaschutzprojekte mit einem zusätzlichen Obolus zu unterstützen. Dazu zählt beispielsweise das Aufforsten von Wäldern. Kohlendioxid, das beim Verbrennen des Heizöls entsteht, binden die neu gepflanzten Bäume, so der Gedanke dahinter. Auch auf dem Gasmarkt gibt es vergleichbare Produkte.

Heizöl noch immer weit verbreitet

Allen Unkenrufen zum Trotz: Ölheizungen erwärmen ein Viertel aller Wohnungen in Deutschland. Nach wie vor ist Heizöl die zweitmeist genutzte Energieart, um die eigenen vier Wände zu beheizen.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Stand: 23. Dezember 2016)

Angegeben sind die Heizarten, die überwiegend in einer Wohnung genutzt werden. Der Anteil von Anlagen, die mit Kohle, Biomasse aus Holz, Biogas und Sonnenwärme arbeiten, liegt dabei jeweils unter einem Prozent und ist in "Sonstige" enthalten.

Wie Sie mit ein paar einfachen Tricks Ihre Heizkosten noch weiter senken können, erfahren Sie in unseren Spartipps beim Heizen.

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Ines Rutschmann

Finanztip-Expertin für Energie

Als Expertin für Energie widmet sich Ines Rutschmann allen Fragen, die sich Verbrauchern rund um Strom und Heizen stellen. Über den Strommarkt berichtete sie erstmals 2005 für die Leipziger Volkszeitung, wo sie auch ihre journalistische Grundausbildung absolvierte. Danach war sie unter anderem für den Deutschlandfunk und das Solarstrom-Magazin Photon tätig. Ines Rutschmann ist Diplom-Ingenieurin (FH) und hat einen Abschluss als Master of Science in Energiemanagement.