ETF-Sparplan

Mit Aktien-Indexfonds langfristig Vermögen aufbauen

Das Wichtigste in Kürze

  • Mit Sparplänen legen Sie regelmäßig Geld zurück.
  • Sparpläne auf Aktienfonds bieten über einen Zeitraum von 10 bis 15 Jahren besonders gute Renditeaussichten. Sie eignen sich sehr gut als zentraler Baustein für den langfristigen Vermögensaufbau.
  • Sie sind damit flexibel. Spardauer und -betrag sowie die Zahlungsintervalle können Sie frei anpassen.
  • Wir empfehlen Sparpläne auf börsengehandelte Aktien-Indexfonds (ETFs). Sie sind bequem, preisgünstig und transparent.
  • Wir favorisieren Indexfonds-Sparpläne auf den Weltaktienindex MSCI World. Alternativ kommen breit gestreute europäische Indizes infrage.

So gehen Sie vor

  • Für einen Sparplan auf einen Aktien-Indexfonds benötigen Sie ein Wertpapierdepot.
  • Viele Onlinebanken verlangen nichts für die Depotführung.
  • Wollen Sie mit ETFs ansparen, sollte auch der monatliche Ankauf der Fondsanteile möglichst günstig sein.
  • Für ETF-Sparpläne auf den Index MSCI World oder europäische Indizes empfehlen wir die kostenlosen Angebote von Flatex, Consorsbank, Maxblue (Deutsche Bank), Onvista Bank und Comdirect.
  • Sollten Sie spezielle Indexfonds kaufen wollen, schauen Sie nach, wie viel sie bei den jeweiligen Depots kosten. Vor allem Flatex hebt sich mit mehr als 500 ETF-Sparplänen (mehr als 300 davon kostenlos) deutlich ab.
  • Tipp: Sollen wir Sie zu aktuellen ETF-Empfehlungen sowie zu weiteren Themen auf dem Laufenden halten? Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter!

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Wer Geld anlegen will, muss nicht immer die große Summe auf der hohen Kante haben. Auch wer jeden Monat kleine Beträge anspart, kann über die Jahre Vermögen aufbauen. Eine gute Möglichkeit hierfür ist ein Sparplan, der möglichst günstig in Aktien-Indexfonds (ETFs) investiert.

Wichtig zu wissen ist, wie ein Sparplan genau funktioniert, warum ETFs für den Sparplan die beste Wahl sind und wo es kostenlose ETF-Sparpläne gibt.

So funktioniert ein Sparplan

In einen Sparplan können Anleger bei den meisten Banken bereits ab 50 Euro, bei manchen Banken auch ab 25 Euro im Monat einzahlen. Ein Sparplan ist äußerst flexibel: Wer die Raten einmal nicht bedienen kann, oder plötzlich mehr Geld zur Verfügung hat, kann die Zahlungen aussetzen oder erhöhen. Die Wertpapiere im Sparplan lassen sich außerdem jederzeit verkaufen.

Ein Fondssparplan kauft jeden Monat Anteile an einem Investmentfonds in Höhe der vom Kunden festgelegten Rate. Somit investiert der Sparer in eine Vielzahl von Wertpapieren und verteilt das Risiko: Fällt ein Wertpapier aus oder macht Verluste, ist das kein Drama, solange die anderen gut laufen.

Aktien-Indexfonds gehören zum Vermögensaufbau dazu

Warum Aktienfonds in jedes Anlagedepot gehören, wenn es um den langfristigen Vermögensaufbau geht, erläutern wir ausführlich in unserem Ratgeber zu Aktien-Indexfonds. Finanztip zieht börsengehandelte Indexfonds (ETFs) den aktiv verwalteten Aktienfonds vor: ETFs sind einfach, billig, transparent und bequem. Letzteres ist besonders bei einem langfristigen Sparplan vorteilhaft.

Anleger können in Aktien-Indexfonds über Jahrzehnte einzahlen, ohne sich Gedanken darüber machen zu müssen, ob der Fonds gut oder schlecht verwaltet wird. Denn ETFs haben keine Manager, die Fehlentscheidungen treffen können. Diese Fonds entwickeln sich immer so wie der jeweilige Aktienindex, den sie kopieren – abzüglich der Verwaltungskosten, die meist einige Zehntel der Anlagesumme ausmachen. Auch die Funktionsweise von ETFs ist in unserem Ratgeber ausführlich beschrieben.

Langfristig anlegen im Sparplan

Mit einem Sparplan auf einen Aktien-Indexfonds kaufen Sie regelmäßig Fondsanteile. Sie werden in einem Wertpapierdepot aufbewahrt, das Sie bei fast jeder Bank eröffnen können. Da Aktienkurse zum Teil stark schwanken, schwankt auch der Wert von ETFs. Es ist also möglich, dass ein Aktien-Sparplan zwischenzeitlich ins Minus gerät. Wir raten Ihnen deswegen, nur Geld in einem solchen Sparplan anzulegen, das Sie die nächsten 10, besser 15 Jahre nicht benötigen. Denn auf lange Sicht wurden Verluste in der Vergangenheit immer wieder aufgeholt. Ein langer Atem ist bei einem solchen Sparplan also Pflicht.

Das Durchhaltevermögen der Sparer wurde in der Vergangenheit meistens mit ansehnlichen Renditen belohnt. Ein Sparplan auf einen börsengehandelten Indexfonds, der den Weltaktienindex MSCI World nachbildet, hätte in den vergangenen 15 Jahren bei einer monatlichen Sparrate von 100 Euro eine durchschnittliche Rendite von 7,4 Prozent erzielt, nach Abzug der Kaufkosten. Bei manchen Anbietern fallen keine Nebenkosten an, dann ist der Ertrag noch ein wenig höher. Geht man weiter zurück in die Vergangenheit, waren aber auch deutlich höhere und niedrigere Renditen möglich, wie die folgende Tabelle zeigt.

Beispiele: Rendite von Sparplänen über 15 Jahre (100 € im Monat)

Jahr Beginn Jahr Ende Endbetrag durchschnittliche Rendite pro Jahr
1969 1984 43.534 € 10,95 %
1974 1989 60.447 € 14,78 %
1979 1994 36.639 € 8,91 %
1984 1999 58.814 € 14,46 %
1989 2004 27.125 € 5,25 %
1994 2009 18.727 € 0,52 %
2000 2015 32.220 € 7.36 %

Quelle: MSCI, Finanztip-Berechnung auf MSCI World Net minus Verwaltungskosten (Stand: 24.2.2016)

Achtung

Manche Banken und Finanzvermittler rechnen für ihre Kunden Sparpläne schön. Sie behaupten zum Beispiel, über Sparpläne kämen Anleger günstiger an Fondsanteile oder Sparpläne würden immer besser abschneiden als Einmalanlagen. Finanztip hat die Werbeaussagen untersucht. Ergebnis: Sie sind nicht haltbar. Details lesen Sie in unserem Artikel zum Durchschnittskosten-Effekt.

Wann Sie zu sparen beginnen, ist nicht so wichtig

Einen Sparplan auf einen Aktien-Indexfonds können Sie unabhängig vom aktuellen Geschehen an den Börsen abschließen. Der Einstiegszeitpunkt ist nicht so wichtig, weil zu Beginn nur wenig Kapital in einem Sparplan steckt. Fallen zunächst die Kurse, ist das kein Grund zur Aufregung. Denn beim Sparplan kaufen Sie ja über einen langen Zeitraum verteilt Aktien ein. Falls der Kurs stark schwankt, kommen Sie also mal etwas teurer, mal etwas billiger zu Ihren Aktien.

Anders als der Einstiegs- hat der Ausstiegszeitpunkt großen Einfluss auf die Rendite eines Sparplans. Gegen Ende der Spardauer hat sich viel Kapital angesammelt, das mit den Kursen schwankt. Gehen die Börsen ausgerechnet dann in die Knie, kann das die Rendite mindern.

Deshalb kann es vorteilhaft sein, die Fondsanteile länger zu behalten als geplant und auf eine Kurserholung zu hoffen, oder schon vorher auszusteigen, wenn das Sparziel erreicht ist. Eine andere Möglichkeit besteht darin, Fondsanteile in den letzten Jahren der geplanten Laufzeit nach und nach in sichere Anlagen umzuschichten. Auf diese Weise sichern Sie Gewinne. Mehr Information dazu erhalten Sie in unserem Ratgeber Richtig umschichten.

Direktbanken bieten günstige ETF-Sparpläne

Die günstigsten Angebote für ETF-Sparpläne bekommen Sie bei Direktbanken im Internet. Bei vielen Sparplänen entfallen sogar sämtliche Kosten für den Kauf der Anteile. Jedoch bekommen Sie bei Onlinebanken in der Regel keine Beratung, welcher ETF-Sparplan für Sie geeignet ist. Wenn Sie sich bei der Auswahl des passenden Fonds nicht sicher sind, können Sie einen Honorarberater aufsuchen. Im Unterschied zu Bankberatern, die meist nur auf den Verkauf teurer hauseigener Produkte aus sind, geben Ihnen Honorarberater unabhängige Empfehlungen.

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Diese Indizes sind für einen Sparplan geeignet

Wichtig bei der Anlage in Indexfonds ist es, das Risiko möglichst gut zu verteilen. Das bedeutet jedoch nicht, dass Sie mehrere Sparpläne abschließen müssen. Als Fundament für Ihre Aktienanlage genügt ein Indexfonds auf einen international orientierten Index. Wir empfehlen Ihnen Indexfonds auf den MSCI World. Dieser setzt sich aus 1.600 Einzelunternehmen aus 23 Ländern zusammen. Fast 60 Prozent der Unternehmen stammen aus den USA. Es handelt sich vor allem um große Konzerne wie Apple oder Exxon Mobil, sogenannte Standardwerte, die global tätig sind. Eine Übersicht über die Indexverteilung nach Ländern und Branchen finden Sie in unserem Detailartikel zum MSCI World

In der folgenden Tabelle haben wir noch weitere Indizes zusammengestellt, die sich für einen ETF-Sparplan eignen. Wir empfehlen Einsteigern Indizes, die große Unternehmen aus mehreren Ländern und verschiedenen Branchen enthalten. Einzelne Länderindizes wie der Deutsche Aktienindex (Dax) eignen sich nicht als Grundbaustein für ein Depot. 

Indizes für ETF-Sparpläne

Index-Name   Region   Firmen überwiegend aus...   Unternehmensgröße   Währungsrisiko
MSCI World   weltweit   USA, Japan   große und mittlere Unternehmen   ja
Stoxx Europe 600   Europa   Großbritannien, Schweiz   große, mittlere und kleine Unternehmen   ja
MSCI EMU   Euroraum   Frankreich, Deutschland   große und mittlere Unternehmen   nein

Quellen: MSCI, Stoxx (Stand: 10. September 2015)

Beachten Sie, dass der Wert von Indizes, die ein internationales Aktienspektrum abdecken, auch von Währungsschwankungen abhängt. Diese sind meist deutlich kleiner als die Schwankungen der Aktien, können aber zusätzliche Rendite oder Verluste einbringen. Unterm Strich ist diese Art der Anlage auch in fremden Währungen jedoch kein Nachteil. 

Die günstigsten Banken und MSCI-World-Sparpläne

Für beliebte Indizes wie den MSCI World gibt es Indexfonds von mehreren Anbietern. Sie unterscheiden sich kaum in der Wertentwicklung. Die Gebühren, die die Fondsgesellschaften für die Verwaltung der Fonds berechnen, bewegen sich je nach ETF zwischen 0,1 bis 0,75 Prozent des Fondsvermögens pro Jahr. ETFs sind damit deutlich günstiger als aktiv gemanagte Fonds. Die besten für einen Sparplan geeigneten Produkte haben wir herausgefiltert

  • Amundi ETF MSCI World UCITS ETF (ISIN FR0010756098)
  • Comstage ETF MSCI World TRN UCITS ETF (ISIN LU0392494562)
  • DB X-Trackers MSCI World Index UCITS ETF (ISIN LU0274208692)
  • iShares Core MSCI World UCITS ETF (ISIN IE00B4L5Y983)

Die ISIN ist die Wertpapier-Identifikationsnummer. Sie dient dazu, Indexfonds und andere Wertpapiere ohne Verwechslungsgefahr auszuwählen und zu kaufen. Manchmal finden Sie auch die WKN, die Wertpapier-Kennnummer, die demselben Zweck dient.

Onlinebanken sind günstiger
Wir haben im November 2016 überprüft, welche Onlinebanken mindestens einen der von uns empfohlenen ETFs auf den MSCI World, Stoxx Europe 600 und MSCI EMU als Sparplan kostenlos anbieten. Kostenlos bedeutet, dass die Bank bis auf Weiteres nichts für den Ankauf und die Verwahrung der ETF-Anteile berechnet. Das Ergebnis ist in der nachfolgenden Tabelle zusammengefasst.

Banken mit kostenlosem Sparplan auf empfohlene MSCI-World-ETFs

Anbieter kostenlose Sparpläne kostenloser MSCI World kostenloser Stoxx Europe 600 kostenloser MSCI EMU
Flatex 357 ja ja ja
Consorsbank 140 ja ja ja
Maxblue 107 ja ja ja
Onvista Bank 85 ja ja -
Comdirect 45 ja ja ja

Quellen: Anbieter (Stand: 21. November 2016)

Bei allen Anbietern können Sie kostenlos in den MSCI-World-ETF von Comstage (ISIN LU0392494562/WKN ETF110) ansparen. Bei Flatex, Comdirect und Onvista Bank gibt es außerdem kostenlos den MSCI-World-ETF von iShares (ISIN IE00B4L5Y983/ WKN A0RPWH). Bei Maxblue erhalten Sie den hauseigenen MSCI-World-ETF von DB X Trackers (ISIN LU0274208692/WKN DBX1MW) umsonst im Sparplan. Den Amundi-ETF hat keiner der Empfehlungen im Programm.

Comstage-ETFs auf den Stoxx Europe 600 bekommen Sie kostenlos bei allen empfohlenen Depotanbietern. Zusätzlich gibt es den entsprechenden iShares-ETF (DE0002635307/WKN 263530) bei Flatex und Onvista Bank kostenlos. Das Angebot von DB X Trackers (ISIN LU0328475792/WKN DBX1A7) gibt es bei Maxblue umsonst.

ETFs auf den MSCI EMU haben Flatex, Consorsbank und Maxblue kostenlos im Angebot. Flatex und Consorsbank bieten den Comstage (ISIN LU0392494729/WKN ETF112) ohne Provision an. Flatex hat zusätzlich den iShares (ISIN IE00B53QG562/WKN A0YEDX) kostenlos im Programm für den Sparplan. Maxblue bietet den DB X Trackers (ISIN LU0846194776/WKN DBX0GJ) umsonst im Sparplan an. 

Flatex
Depotbank mit sehr großem Angebot an ETF-Sparplänen

  • kostenlose ETF-Sparpläne auf MSCI World, Stoxx Europe 600 und MSCI EMU
  • sehr großes Angebot mit 578 Sparplänen
  • 357 Sparpläne von Comstage und iShares kostenlos

Consorsbank
Depotbank mit großem Angebot an ETF-Sparplänen

  • kostenlose ETF-Sparpläne auf MSCI World und Stoxx Europe 600
  • großes Angebot mit 294 Sparplänen
  • 140 Sparpläne von Comstage und Lyxor kostenlos
  • Rabattaktion gilt mindestens bis Januar 2019 für Comstage

Maxblue
Online-Depot der Deutschen Bank mit großem Angebot an ETF-Sparplänen

  • kostenlose ETF-Sparpläne auf MSCI World, Stoxx Europe 600 und MSCI EMU
  • großes Angebot mit 130 Sparplänen
  • 107 Sparpläne von Comstage und DB X Trackers kostenlos

Onvista Bank
Depotbank mit kostenlosen ETF-Sparplänen

  • ETF-Sparpläne auf den MSCI World und Stoxx Europe 600 kostenlos
  • Mit 85 Sparplänen gutes Angebot
  • Alle Sparpläne kostenlos

Comdirect
Depotbank mit großem Angebot an ETF-Sparplänen

  • kostenlose ETF-Sparpläne auf MSCI World und Stoxx Europe 600
  • großes Angebot mit 243 Sparplänen
  • 45 Sparpläne von Comstage und iShares kostenlos
  • Rabattaktion gilt mindestens bis 15. Januar 2019 für Comstage
  • Depot dauerhaft kostenlos mit Sparplan oder kostenlosem Girokonto

Die günstigsten Banken für spezielle Indexfonds

Als Fundament für ein gemischtes Portfolio empfehlen wir börsengehandelte Indexfonds auf den MSCI World. Viele Anleger versuchen zusätzlich durch gezielte Investments in ETFs auf weitere Indizes eine höhere Rendite zu erzielen. Für diese Kunden ist es vor allem wichtig, dass die Depotbanken ein breites Angebot an kostenlosen Sparplänen bieten und dass die Kosten für die übrigen Sparpläne niedrig sind. Eine Übersicht bietet folgende Tabelle:

Angebot und Konditionen der Onlinebanken im Überblick

Anbieter Anzahl ETF-Sparpläne (davon kostenlos) Im kostenpflichtigen Sparplan kosten 100 € Rate Im kostenpflichtigen Sparplan kosten 200 € Rate Im kostenpflichtigen Sparplan kosten 300 € Rate
Flatex 567 (357) 0,90 € 0,90 € 0,90 €
Consorsbank 294 (140) 1,50 € 3 € 4,50 €
Comdirect 243 (45) 1,50 € 3 € 4,50 €
Maxblue 130 (107) 2,90 € 3,30 € 3,70 €
Onvista Bank 85 (85) - - -

Quellen: Anbieter (Stand: 21. November 2016)

Mit insgesamt 567 ETF-Sparplänen hat Flatex im November 2016 mit Abstand das größte Angebot. Auch bei den kostenlosen ETFs liegt Flatex vorn: 357 ETFs von Comstage und iShares sind im Ankauf kostenlos, für alle anderen berechnet Flatex einen Festpreis von 90 Cent pro Order. Diese Kosten würden die Rendite eines Sparplans, in den über zehn Jahre monatlich 100 Euro fließen, um etwa 0,17 Prozentpunkte pro Jahr verringern.

Mit mehr als 290 beziehungsweise 243 ETFs bieten auch die Consorsbank und Comdirect ein großes Angebot an ETF-fähigen Sparplänen. 140 beziehungsweise 45 sind davon kostenlos. Für die regulären Sparpläne berechnen beide Onlinebanken jeweils 1,5 Prozent des Ordervolumens an Gebühren. Wer zehn Jahre lang 100 Euro anspart, muss so auf jährlich 0,3 Prozent Rendite verzichten. Das ist mehr als bei Flatex. Wir empfehlen die Comdirect und die Consorsbank als Alternative für Sparer mit Sparraten bis 200 Euro – dabei fallen die Kostenunterschiede noch nicht so ins Gewicht.

Maxblue, der Onlinebroker der Deutschen Bank, hat mit 130 sparplanfähigen ETFs, von denen 107 kostenlos sind, auch noch ein großes Angebot. Interessant ist Maxblue für solche Sparer, die gern kostenlos mit DB X Trackers ETFs ansparen möchten. Manch einer mag bei der DAB Bank einen kostenlosen Sparplan mit DB X Trackers ETFs geführt haben. Nach der Verschmelzung mit der Consorsbank ist dies jedoch nicht mehr möglich. Die Onvista Bank hat im November 2016 85 Sparpläne kostenlos im Programm.

Alle anderen getesteten Onlinebanken führen entweder keine kostenlosen ETF-Sparpläne oder haben Zusatzbedingungen, die die Flexibilität des Sparplans einschränken. Details dazu finden Sie im folgenden Abschnitt „So haben wir getestet“.

So haben wir getestet

Vergleich ETF-Sparpläne 2016
Im Februar 2016 haben wir Anbieter für ETF-Sparpläne untersucht, die auf Vergleichs- oder Informationsportalen gelistet sind oder unter den ersten 20 Einträgen bei einer Google-Suche zu den Begriffen „ETF Sparplan“, „ETF Sparplan Vergleich“, „Depot Sparplan“ und „Wertpapierdepot Sparplan“ erscheinen. So haben wir insgesamt 13 Anbieter ermittelt: 12 Onlinebroker und das Onlinedepot samt Sparplan der Commerzbank. Bei allen Anbietern können Sie direkt im Internet Ihren ETF-Sparplan eröffnen. Im November 2016 haben wir die Konditionen dieser 13 Anbieter erneut überprüft.

In die engere Auswahl kamen wie schon im Februar zehn Anbieter, die eine kostenlose Depotführung anbieten. Die Comdirect-Töchter Ebase und Cominvest bleiben trotz umfangreicher ETF-Auswahl außen vor. Für sein Investmentdepot verlangt Ebase pro Jahr 12 Euro, Kunden können es nur mit Hilfe eines Vermittlers eröffnen. Bei Finvesto, der Nachfolgerin von Cominvest, kostet das Wertpapierdepot für alle volljährigen Kunden pro Jahr 30 Euro.

Anschließend haben wir die Kosten verglichen, die für die regelmäßigen Investments in ETFs anfallen. Manche Anbieter wie die Commerzbank, ING-Diba, Wüstenrot oder 1822direkt bieten keine kostenlosen ETF-Sparpläne an. Bei S-Broker gibt es zwar kostenlose ETFs auf den MSCI World. Wer jedoch seinen Sparplan aussetzt, zahlt dort monatlich 2,95 Euro an Gebühren. Bei den verbleibenden Anbietern Flatex, Comdirect, Consorsbank, Maxblue und Onvista Bank gibt es eine bestimmte Anzahl an sparplanfähigen ETFs umsonst, darunter auch auf den von uns empfohlenen MSCI World.

Unsere Empfehlung richtet sich erstens danach, ob Kunden ETFs auf breit gestreute Indizes kostenlos für ihren Sparplan verwenden können. Zweitens haben wir ausgewertet, wie viele ETFs insgesamt zur Auswahl stehen und wie viel den Kunden ein gemischtes Portfolio mit kostenpflichten ETFs kosten würde.

Die Tabelle liefert einen Überblick über alle im Test berücksichtigten Depot-Anbieter für den ETF-Sparplan.

Getestete Depots im Vergleich

    Anzahl kostenlose sparplanfähige ETFs   Gesamtzahl sparplanfähige ETFs   Anmerkung
Flatex   357   578    
Consorsbank   140   294    
Maxblue   107   130    
Onvista Bank   85   85    
Comdirect   45   243    
             
1822direkt   0   104   keine kostenlosen ETFs, bzw. nur befristete kostenlose Aktion
Commerzbank (Direkt Depot)   0   k.A.   keine kostenlosen ETFs, bzw. nur befristete kostenlose Aktion
ING-Diba   0   55   keine kostenlosen ETFs
Wüstenrot direkt   0   392   keine kostenlosen ETFs
S-broker   138   548   2,95 Euro Gebühren bei Aussetzung des Sparplans
Ebase   0   389   12 Euro Depotführungsentgelt, keine kostenlosen ETFs
Finvesto   0   ca. 340   30 Euro Depotsführungsentgelt; keine kostenlosen ETFs, bzw. nur befristete kostenlose Aktion

Quelle: Anbieter (Stand: 21. November 2016)

Community
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11. Juli 2016 zum Beitrag
Wer sich für ETF s interessiert: ARERO Der Weltfond, keine Kauf/Verkaufkosten, flexibel online,Sparplan möglich , sehr geringe Kosten,sehr umfangreiche Infos, wissenschaftl. begründete ...
10. Juli 2016 zum Beitrag
Also zu ETFs lese ich gerne von Holder Grethe. Er erklärt sehr gut und räumt vor allem mit den vielen Argumenten für Immobilien auf, die absurd sind. Dabei ist er immer sehr sachlich und ...
12. Juni 2016 zum Beitrag
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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Sara Zinnecker

Finanztip-Expertin für Bankprodukte

Sara Zinnecker ist Redakteurin im Team Bank & Geldanlage. Nach ihrem Volontariat an der Georg von Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten schrieb sie beim Handelsblatt über Geldanlage und Altersvorsorge. Zuvor studierte Sara Zinnecker in Nürnberg, Italien und Portugal internationale Volkswirtschaftslehre mit Diplom-Abschluss, arbeitete bei Lokalzeitungen sowie der Süddeutschen Zeitung.

Dr. Manuel Kayl

ehemaliger Finanztip-Redakteur (bis August 2016)

Manuel Kayl war bei Finanztip für Geldanlagethemen zuständig. Der promovierte Physiker arbeitete als Anlagestratege und Risikomanager bei der niederländischen Versicherung a.s.r., nachdem er am Genfer Forschungszentrum Cern sowie am Nikhef und der Universität Amsterdam forschte. Er hat am 31. August 2016 Finanztip verlassen.