ETF-Sparplan

Mit Aktien-Indexfonds langfristig Vermögen aufbauen

Das Wichtigste in Kürze

  • Mit Sparplänen legen Sie regelmäßig Geld zurück.
  • Sparpläne auf Aktienfonds bieten über einen Zeitraum von 10 bis 15 Jahren besonders gute Renditeaussichten. Sie eignen sich sehr gut als zentraler Baustein für den langfristigen Vermögensaufbau.
  • Sie sind damit flexibel. Spardauer und -betrag sowie die Zahlungsintervalle können Sie frei anpassen.
  • Wir empfehlen Sparpläne auf börsengehandelte Aktien-Indexfonds (ETFs). Sie sind bequem, preisgünstig und transparent.
  • Wir favorisieren Indexfonds-Sparpläne auf den Weltaktienindex MSCI World. Alternativ kommen breit gestreute europäische Indizes infrage.

So gehen Sie vor

  • Für einen Sparplan auf einen Aktien-Indexfonds benötigen Sie ein Wertpapierdepot.
  • Viele Onlinebanken verlangen nichts für die Depotführung.
  • Wollen Sie mit ETFs ansparen, sollte auch der monatliche Ankauf der Fondsanteile möglichst günstig sein.
  • Für ETF-Sparpläne auf den Index MSCI World oder europäische Indizes empfehlen wir die kostenlosen Angebote von Flatex, Consorsbank, Maxblue (Deutsche Bank), Onvista Bank und Comdirect.
  • Sollten Sie spezielle Indexfonds kaufen wollen, schauen Sie nach, wie viel sie bei den jeweiligen Depots kosten. Vor allem Flatex hebt sich mit rund 750 ETF-Sparplänen (knapp 370 davon kostenlos) deutlich ab.
  • Tipp: Sollen wir Sie zu aktuellen ETF-Empfehlungen sowie zu weiteren Themen auf dem Laufenden halten? Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter!

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Wer Geld anlegen will, muss nicht immer die große Summe auf der hohen Kante haben. Auch wer jeden Monat kleine Beträge anspart, kann über die Jahre Vermögen aufbauen. Eine gute Möglichkeit hierfür ist ein Sparplan, der möglichst günstig in Aktien-Indexfonds (ETFs) investiert. Um in einen Sparplan anzulegen, brauchen Sie zunächst ein Wertpapierdepot.

Wichtig zu wissen ist, wie Fondssparen genau funktioniert, warum ETFs für den Sparplan die beste Wahl sind und wo es kostenlose ETF-Sparpläne gibt.

So funktioniert ein Sparplan

In einen Sparplan können Anleger bei den meisten Banken bereits ab 50 Euro, bei manchen Banken auch ab 25 Euro im Monat einzahlen. Ein Sparplan ist äußerst flexibel: Wer die Raten einmal nicht bedienen kann, oder plötzlich mehr Geld zur Verfügung hat, kann die Zahlungen aussetzen oder erhöhen. Die Wertpapiere im Sparplan lassen sich außerdem jederzeit verkaufen.

Ein Fondssparplan kauft jeden Monat Anteile an einem Investmentfonds in Höhe der vom Kunden festgelegten Rate. Somit investiert der Sparer in eine Vielzahl von Wertpapieren und verteilt das Risiko: Fällt ein Wertpapier aus oder macht Verluste, ist das kein Drama, solange die anderen gut laufen. Wichtig: Um einen Sparplan zu eröffnen, brauchen Sie zunächst ein Wertpapierdepot, das Sie bei fast jeder Bank eröffnen können. 

Aktien-Indexfonds gehören zum Vermögensaufbau dazu

Warum Aktienfonds in jedes Anlagedepot gehören, wenn es um den langfristigen Vermögensaufbau geht, erläutern wir ausführlich in unserem Ratgeber zu Aktien-Indexfonds. Finanztip zieht börsengehandelte Indexfonds (ETFs) den aktiv verwalteten Aktienfonds vor: ETFs sind einfach, billig, transparent und bequem. Letzteres ist besonders beim langfristigen Fondssparen vorteilhaft.

Anleger können in Aktien-Indexfonds über Jahrzehnte einzahlen, ohne sich Gedanken darüber machen zu müssen, ob der Fonds gut oder schlecht verwaltet wird. Denn ETFs haben keine Manager, die Fehlentscheidungen treffen können. Diese Fonds entwickeln sich immer so wie der jeweilige Aktienindex, den sie kopieren – abzüglich der Verwaltungskosten, die meist einige Zehntel Prozent der Anlagesumme ausmachen. Auch die Funktionsweise von ETFs ist in unserem Ratgeber ausführlich beschrieben.

Langfristig anlegen im Sparplan

Mit einem Sparplan auf einen Aktien-Indexfonds kaufen Sie regelmäßig Fondsanteile. Da Aktienkurse zum Teil stark schwanken, schwankt auch der Wert von ETFs. Es ist also möglich, dass ein Aktien-Sparplan zwischenzeitlich ins Minus gerät. Wir raten Ihnen deswegen, nur Geld in einem solchen Sparplan anzulegen, das Sie die nächsten 10, besser 15 Jahre nicht benötigen. Denn auf lange Sicht wurden Verluste in der Vergangenheit immer wieder aufgeholt. Ein langer Atem ist beim Fondssparen also Pflicht.

Das Durchhaltevermögen der Sparer wurde in der Vergangenheit meistens mit ansehnlichen Renditen belohnt. Ein Sparplan auf einen börsengehandelten Indexfonds, der den Weltaktienindex MSCI World nachbildet, hätte in den vergangenen 15 Jahren bei einer monatlichen Sparrate von 100 Euro eine durchschnittliche Rendite von 7,4 Prozent erzielt, nach Abzug der Kaufkosten. Bei manchen Anbietern fallen keine Nebenkosten an, dann ist der Ertrag noch ein wenig höher. Geht man weiter zurück in die Vergangenheit, waren aber auch deutlich höhere und niedrigere Renditen möglich, wie die folgende Tabelle zeigt.

Beispiele: Rendite von Sparplänen über 15 Jahre (100 € im Monat)

Jahr Beginn Jahr Ende Endbetrag durchschnittliche Rendite pro Jahr
1969 1984 43.534 € 10,95 %
1974 1989 60.447 € 14,78 %
1979 1994 36.639 € 8,91 %
1984 1999 58.814 € 14,46 %
1989 2004 27.125 € 5,25 %
1994 2009 18.727 € 0,52 %
2000 2015 32.220 € 7.36 %

Quelle: MSCI, Finanztip-Berechnung auf MSCI World Net minus Verwaltungskosten (Stand: 24.2.2016)

Wann Sie zu sparen beginnen, ist nicht so wichtig

Achtung

Schön gerechnet

Manche Banken und Finanzvermittler rechnen für ihre Kunden Sparpläne schön. Sie behaupten zum Beispiel, über Sparpläne kämen Anleger günstiger an Fondsanteile oder Sparpläne würden immer besser abschneiden als Einmalanlagen. Finanztip hat die Werbeaussagen untersucht. Ergebnis: Sie sind nicht haltbar. Details lesen Sie in unserem Artikel zum Durchschnittskosten-Effekt.

Einen Sparplan auf einen Aktien-Indexfonds können Sie unabhängig vom aktuellen Geschehen an den Börsen abschließen. Der Einstiegszeitpunkt ist nicht so wichtig, weil zu Beginn nur wenig Kapital in einem Sparplan steckt. Fallen zunächst die Kurse, ist das kein Grund zur Aufregung. Denn beim Sparplan kaufen Sie ja über einen langen Zeitraum verteilt Aktien ein. Falls der Kurs stark schwankt, kommen Sie also mal etwas teurer, mal etwas billiger zu Ihren Aktien.

Anders als der Einstiegs- hat der Ausstiegszeitpunkt großen Einfluss auf die Rendite eines Sparplans. Gegen Ende der Spardauer hat sich viel Kapital angesammelt, das mit den Kursen schwankt. Gehen die Börsen ausgerechnet dann in die Knie, kann das die Rendite mindern. Deshalb kann es vorteilhaft sein, die Fondsanteile länger zu behalten als geplant und auf eine Kurserholung zu hoffen, oder schon vorher auszusteigen, wenn das Sparziel erreicht ist.

Eine andere Möglichkeit besteht darin, Fondsanteile in den letzten Jahren der geplanten Laufzeit nach und nach in sichere Anlagen umzuschichten. Auf diese Weise sichern Sie Gewinne. Mehr Information dazu erhalten Sie in unserem Ratgeber Richtig umschichten.

Direktbanken bieten günstige ETF-Sparpläne

Die günstigsten Angebote für ETF-Sparpläne bekommen Sie bei Direktbanken im Internet. Bei vielen Sparplänen entfallen sogar sämtliche Kosten für den Kauf der Anteile. Jedoch bekommen Sie bei Onlinebanken in der Regel keine Beratung, welcher ETF-Sparplan für Sie geeignet ist. Wenn Sie sich bei der Auswahl des passenden Fonds nicht sicher sind, können Sie einen Honorarberater aufsuchen. Im Unterschied zu Bankberatern, die meist nur auf den Verkauf teurer hauseigener Produkte aus sind, geben Ihnen Honorarberater unabhängige Empfehlungen.

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Diese Indizes sind für einen Sparplan geeignet

Wichtig bei der Anlage in Indexfonds ist es, das Risiko möglichst gut zu verteilen. Das bedeutet jedoch nicht, dass Sie mehrere Sparpläne abschließen müssen. Als Fundament für Ihre Aktienanlage genügt ein Indexfonds auf einen international orientierten Index. Wir empfehlen Ihnen Indexfonds auf den MSCI World. Dieser setzt sich aus 1.600 Einzelunternehmen aus 23 Ländern zusammen. Gut 60 Prozent der Unternehmen stammen aus den USA. Es handelt sich vor allem um große Konzerne wie Apple oder Exxon Mobil, sogenannte Standardwerte, die global tätig sind. Eine Übersicht über die Indexverteilung nach Ländern und Branchen finden Sie in unserem Detailartikel zum MSCI World

In der folgenden Tabelle haben wir noch weitere Indizes zusammengestellt, die sich fürs Fondssparen mit ETFs eignen. Wir empfehlen Einsteigern Indizes, die große Unternehmen aus mehreren Ländern und verschiedenen Branchen enthalten. Einzelne Länderindizes wie der Deutsche Aktienindex (Dax) eignen sich nicht als Grundbaustein für ein Depot. 

Indizes für ETF-Sparpläne

Index-Name   Region   Firmen überwiegend aus...   Unternehmensgröße   Währungsrisiko
MSCI World   weltweit   USA, Japan   große und mittlere Unternehmen   ja
Stoxx Europe 600   Europa   Großbritannien, Schweiz   große, mittlere und kleine Unternehmen   ja
MSCI Europe   Europa   Großbritannien, Schweiz   große und mittlere Unternehmen   ja
MSCI EMU   Euroraum   Frankreich, Deutschland   große und mittlere Unternehmen   nein

Quellen: MSCI, Stoxx (Stand: 7. Februar 2017)

Beachten Sie, dass der Wert von Indizes, die ein internationales Aktienspektrum abdecken, auch von Währungsschwankungen abhängt. Diese sind meist deutlich kleiner als die Schwankungen der Aktien, können aber zusätzliche Rendite oder Verluste einbringen. Unterm Strich ist diese Art der Anlage auch in fremden Währungen jedoch kein Nachteil. 

Die günstigsten Banken und Sparpläne für empfohlene ETFs

Für den Weltaktienindex MSCI World oder gängige europäische Indizes gibt es Indexfonds von mehreren Anbietern. Sie unterscheiden sich kaum in der Wertentwicklung. Die Gebühren, die die Fondsgesellschaften für die Verwaltung der Fonds berechnen, bewegen sich je nach ETF zwischen 0,2 und 0,5 Prozent des Fondsvermögens pro Jahr. ETFs sind damit deutlich günstiger als aktiv gemanagte Fonds.

Für den Vermögensaufbau im Sparplan gut geeignet sind ETFs, die Dividenden wiederanlegen (thesaurieren) und damit einen Zinseszinseffekt erzielen. Für den MSCI World sind mögliche ETFs die folgenden:


Die ISIN ist die Wertpapier-Identifikationsnummer. Sie dient dazu, Indexfonds und andere Wertpapiere ohne Verwechslungsgefahr auszuwählen und zu kaufen. Manchmal finden Sie auch die WKN, die Wertpapier-Kennnummer, die demselben Zweck dient.

Onlinebanken sind günstiger
Wir haben im Juni 2017 erneut überprüft, welche Onlinebanken mindestens einen der von uns empfohlenen thesaurierenden ETFs auf den MSCI World, Stoxx Europe 600, MSCI Europe und MSCI EMU als Sparplan kostenlos anbieten. Kostenlos bedeutet, dass die Bank bis auf Weiteres nichts für den Ankauf und die Verwahrung der ETF-Anteile berechnet. Das Ergebnis ist in der nachfolgenden Tabelle zusammengefasst.

Banken mit kostenlosem Sparplan auf empfohlene ETFs

Anbieter kostenlose Sparpläne MSCI World Stoxx Europe 600 MSCI Europe MSCI EMU
Flatex 367 Comstage (LU0392494562) Comstage (LU0378434582) - -
    db x-trackers (LU0274208692) db x-trackers (LU0328475792) db x-trackers (LU0274209237) -
          Lyxor (FR0007085501, ausschüttend)
Consorsbank 140 Comstage (LU0392494562) Comstage (LU0378434582) - -
Maxblue 107 Comstage (LU0392494562) Comstage (LU0378434582) - -
    db x-trackers (LU0274208692) db x-trackers (LU0328475792) db x-trackers (LU0274209237)  
Comdirect 90 Comstage (LU0392494562) Comstage (LU0378434582) - -
Onvista Bank 85 Comstage (LU0392494562) Comstage (LU0378434582) - -
    iShares (IE00B4L5Y983)      

Quellen: Anbieter (Stand: 4. Juli 2017)

Bei allen Anbietern können Sie kostenlos in den MSCI-World-ETF von Comstage (ISIN LU0392494562) ansparen. Bei  Flatex und Maxblue erhalten Sie den MSCI-World-ETF von db x-trackers (LU0274208692) umsonst im Sparplan. Seit Juni nur noch bei der Onvista Bank kostenlos gibt es den MSCI-World-ETF von iShares (ISIN IE00B4L5Y983). Den Amundi-ETF hat keiner der Empfehlungen im Programm.

Einen Comstage-ETF (ISIN LU0378434582) auf den Stoxx Europe 600 bekommen Sie kostenlos bei allen empfohlenen Depotanbietern. Den ETF von db x-trackers (ISIN LU0328475792) gibt es bei Flatex und Maxblue ohne Kaufgebühren.

Auch beim MSCI Europe zahlen Sie bei Flatex und Maxblue für den ETF von db x-trackers (ISIN LU0274209237) im Sparplan nichts extra. Den kostenlosen Lyxor ETF auf den MSCI EMU bekommen Sparer im Juli 2017 bei Flatex (ISIN FR0007085501). Dieser ETFs ist abweichend zu den übrigen genannten ETFs ausschüttend. 

Flatex
Depotbank mit sehr großem Angebot an ETF-Sparplänen

  • kostenlose ETF-Sparpläne auf MSCI World, Stoxx Europe 600, MSCI Europe und MSCI EMU
  • sehr großes Angebot mit rund 750 Sparplänen
  • knapp 370 Sparpläne mit ETFs von Comstage, db x-trackers und Lyxor kostenlos

Consorsbank
Depotbank mit großem Angebot an ETF-Sparplänen

  • kostenlose ETF-Sparpläne auf MSCI World und Stoxx Europe 600
  • großes Angebot mit 294 Sparplänen
  • 140 Sparpläne von Comstage und Lyxor kostenlos
  • Rabattaktion gilt mindestens bis Januar 2019 für Comstage

Maxblue
Online-Depot der Deutschen Bank mit großem Angebot an ETF-Sparplänen

  • kostenlose ETF-Sparpläne auf MSCI World, Stoxx Europe 600 und MSCI Europe
  • großes Angebot mit 130 Sparplänen
  • 107 Sparpläne von Comstage und db x-trackers kostenlos

Comdirect
Depotbank mit großem Angebot an ETF-Sparplänen

  • kostenlose ETF-Sparpläne auf MSCI World und Stoxx Europe 600
  • großes Angebot mit gut 270 Sparplänen
  • 90 Sparpläne von Comstage und Lyxor kostenlos
  • Rabattaktion gilt mindestens bis 15. Januar 2019 für Comstage
  • Depot dauerhaft kostenlos mit Sparplan oder kostenlosem Girokonto

Onvista Bank
Depotbank mit kostenlosen ETF-Sparplänen

  • ETF-Sparpläne auf den MSCI World und Stoxx Europe 600 kostenlos
  • Mit 85 Sparplänen gutes Angebot
  • Alle Sparpläne kostenlos

Die günstigsten Banken für spezielle Indexfonds

Als Fundament für ein gemischtes Portfolio empfehlen wir börsengehandelte Indexfonds auf den MSCI World. Viele Anleger versuchen zusätzlich durch gezielte Investments in ETFs auf weitere Indizes eine höhere Rendite zu erzielen. Für diese Kunden ist es vor allem wichtig, dass die Depotbanken ein breites Angebot an kostenlosen Sparplänen bieten und dass die Kosten für die übrigen Sparpläne niedrig sind. Eine Übersicht bietet folgende Tabelle:

Angebot und Konditionen der Onlinebanken im Überblick

Anbieter Anzahl ETF-Sparpläne (davon kostenlos) Im kostenpflichtigen Sparplan kosten 100 € Rate Im kostenpflichtigen Sparplan kosten 200 € Rate Im kostenpflichtigen Sparplan kosten 300 € Rate
Flatex 757 (367) 0,90 € 0,90 € 0,90 €
Consorsbank 294 (140) 1,50 € 3 € 4,50 €
Comdirect 274 (90) 1,50 € 3 € 4,50 €
Maxblue 130 (107) 2,90 € 3,30 € 3,70 €
Onvista Bank 85 (85) - - -

Quellen: Anbieter (Stand: 4. Juli 2017)

Mit mehr als 750 ETF-Sparplänen hat Flatex im Juli 2017 mit Abstand das größte Angebot. Auch bei den kostenlosen ETFs liegt Flatex vorn: Knapp 370 ETFs von Comstage, db x-trackers und Lyxor kosten beim Ankauf nichts. Für alle anderen berechnet Flatex einen Festpreis von 90 Cent pro Order. Die ETFs von iShares sind ab 1. Juni 2017 kostenpflichtig. Diese Kosten würden die Rendite eines Sparplans, in den über zehn Jahre monatlich 100 Euro fließen, um etwa 0,17 Prozentpunkte pro Jahr verringern.

Mit mehr als 290 beziehungsweise 270 ETFs bieten auch die Consorsbank und Comdirect ein großes Angebot an ETF-fähigen Sparplänen. 140 beziehungsweise 90 von den Anbietern Comstage und Lyxor sind davon kostenlos. Für die regulären Sparpläne berechnen beide Onlinebanken jeweils 1,5 Prozent des Ordervolumens an Gebühren. Wer zehn Jahre lang 100 Euro anspart, muss so auf jährlich 0,3 Prozent Rendite verzichten. Das ist mehr als bei Flatex. Wir empfehlen die Comdirect und die Consorsbank als Alternative für Sparer mit Sparraten bis 200 Euro – dabei fallen die Kostenunterschiede noch nicht so ins Gewicht.

Maxblue, der Onlinebroker der Deutschen Bank, hat mit 130 sparplanfähigen ETFs, von denen 107 kostenlos sind, auch noch ein großes Angebot. Interessant ist Maxblue neben Flatex für solche Sparer, die gern kostenlos mit db x-trackers ETFs ansparen möchten. Manch einer mag bei der DAB Bank einen kostenlosen Sparplan mit db x-trackers ETFs geführt haben. Nach der Verschmelzung mit der Consorsbank ist dies jedoch nicht mehr möglich. Die Onvista Bank hat im Juli 2017 85 Sparpläne kostenlos im Programm.

Alle anderen getesteten Onlinebanken führen entweder keine kostenlosen ETF-Sparpläne oder haben Zusatzbedingungen, die die Flexibilität des Sparplans einschränken. Details dazu finden Sie im folgenden Abschnitt „So haben wir getestet“.

Achtung

Flatex bietet mit Abstand das größte Angebot an kostenlosen ETFs für den Sparplan. Allerdings ergibt sich der Ankaufskurs, zu dem Sparer den ETF-Anteil ins Depot kaufen, nach anderen Kriterien als bei den übrigen Sparplan-Anbietern. Denn statt über die Börse bezieht Flatex die ETF-Anteile über einen Vermittler direkt von der jeweiligen Kapitalanlagegesellschaft (ETF-Anbieter).

Durch dieses Vorgehen entstehen sogenannte Abwicklungsfremdkosten (Additional Trading Costs, ATC), die auf den Kaufpreis des ETF-Anteils aufgeschlagen werden. Die ATC sind umso höher, je exotischer der ETF ist, den Sparer für den Sparplan wählen. Unter den Zusatzinformationen für jeden Sparplan-ETF sind die ATC stets aufgelistet. Ob der Kurs, zu dem Anleger ETF-Anteile bei Flatex beziehen systematisch über oder unter dem Kurs liegt, den andere Anbieter an der Börse bekommen, ist nicht bekannt. 

Eine Diskussion hierzu finden Sie auch in unserer Community.

So haben wir getestet

Vergleich ETF-Sparpläne 2016
Im Februar 2016 haben wir Anbieter für ETF-Sparpläne untersucht, die auf Vergleichs- oder Informationsportalen gelistet sind oder unter den ersten 20 Einträgen bei einer Google-Suche zu den Begriffen „ETF Sparplan“, „ETF Sparplan Vergleich“, „Depot Sparplan“ und „Wertpapierdepot Sparplan“ erscheinen. So haben wir insgesamt 13 Anbieter ermittelt: 12 Onlinebroker und das Onlinedepot samt Sparplan der Commerzbank. Bei allen Anbietern können Sie direkt im Internet Ihren ETF-Sparplan eröffnen. Im Juni 2017 haben wir die Konditionen dieser 13 Anbieter erneut überprüft.

In die engere Auswahl kamen wie schon im Februar zehn Anbieter, die eine kostenlose Depotführung anbieten. Die Comdirect-Töchter Ebase und Cominvest bleiben trotz umfangreicher ETF-Auswahl außen vor. Für sein Investmentdepot verlangt Ebase pro Jahr 12 Euro, Kunden können es nur mit Hilfe eines Vermittlers eröffnen. Bei Finvesto, der Nachfolgerin von Cominvest, kostet das Wertpapierdepot für alle volljährigen Kunden pro Jahr 30 Euro.

Anschließend haben wir die Kosten verglichen, die für die regelmäßigen Investments in ETFs anfallen. Manche Anbieter wie die Commerzbank, ING-Diba, Wüstenrot oder 1822direkt bieten keine kostenlosen ETF-Sparpläne an. Bei S-Broker gibt es zwar kostenlose ETFs auf den MSCI World. Wer jedoch seinen Sparplan aussetzt, zahlt dort monatlich 2,95 Euro an Gebühren. Bei den verbleibenden Anbietern Flatex, Comdirect, Consorsbank, Maxblue und Onvista Bank gibt es eine bestimmte Anzahl an sparplanfähigen ETFs umsonst, darunter auf den von uns empfohlenen MSCI World und verschiedene europäische Indizes. 

Unsere Empfehlung richtet sich erstens danach, ob Kunden ETFs auf breit gestreute Indizes kostenlos für ihren Sparplan verwenden können. Zweitens haben wir ausgewertet, wie viele ETFs insgesamt zur Auswahl stehen und wie viel den Kunden ein gemischtes Portfolio mit kostenpflichtigen ETFs kosten würde.

Die Tabelle liefert einen Überblick über alle im Test berücksichtigten Depot-Anbieter für den ETF-Sparplan.

Getestete Depots im Vergleich

    Anzahl kostenlose sparplanfähige ETFs   Gesamtzahl sparplanfähige ETFs   Anmerkung
Flatex   367   757    
Consorsbank   140   294    
Maxblue   107   130    
Comdirect   90   274    
Onvista Bank   85   85    
             
1822direkt   0   280   keine kostenlosen ETFs, bzw. nur befristete kostenlose Aktion
Commerzbank (Direkt Depot)   0   k.A.   keine kostenlosen ETFs
ING-Diba   0   55   keine kostenlosen ETFs
Wüstenrot direkt   0   über 300   keine kostenlosen ETFs
S-broker   138   540   2,95 Euro Gebühren bei Aussetzung des Sparplans
Ebase   0   knapp 400   12 Euro Depotführungsentgelt, keine kostenlosen ETFs
Finvesto   0   ca. 340   30 Euro Depotsführungsentgelt; keine kostenlosen ETFs, bzw. nur befristete kostenlose Aktion

Quelle: Anbieter (Stand: 4. Juli 2017)

Mehr dazu im Ratgeber Wertpapierdepot

Sara Zinnecker
von Finanztip,
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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Sara Zinnecker

Finanztip-Expertin für Bankprodukte

Sara Zinnecker ist Redakteurin im Team Bank & Geldanlage. Nach ihrem Volontariat an der Georg von Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten schrieb sie beim Handelsblatt über Geldanlage und Altersvorsorge. Zuvor studierte Sara Zinnecker in Nürnberg, Italien und Portugal internationale Volkswirtschaftslehre mit Diplom-Abschluss, arbeitete bei Lokalzeitungen sowie der Süddeutschen Zeitung.

Dr. Manuel Kayl

ehemaliger Finanztip-Redakteur (bis August 2016)

Manuel Kayl war bei Finanztip für Geldanlagethemen zuständig. Der promovierte Physiker arbeitete als Anlagestratege und Risikomanager bei der niederländischen Versicherung a.s.r., nachdem er am Genfer Forschungszentrum Cern sowie am Nikhef und der Universität Amsterdam forschte. Er hat am 31. August 2016 Finanztip verlassen.