Rentenfonds

Vorübergehend unattraktiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Rentenfonds investieren in festverzinsliche Wertpapiere wie Staats- und Unternehmensanleihen.
  • Fonds, die sich auf Anleihen solider Staaten konzentrieren, sind langfristig eine sichere Anlage.
  • Wertschwankungen sind bei Rentenfonds im Vergleich zu Aktienfonds deutlich geringer.
  • Rentenfonds eignen sich normalerweise als Grundbaustein für gemischte Anlageportfolios. Wegen der extrem niedrigen Zinsen erscheint ein Einstieg derzeit aber nicht attraktiv.
  • Außerdem müssen Anleger mit Verlusten rechnen, falls die Zinsen wieder steigen.
  • Im Moment sind die Renditeaussichten von Rentenfonds eher schlechter als die von Festgeld.

So gehen Sie vor

  • Fallende Zinsen führten bei Rentenfonds in den vergangenen Jahren zu hohen Erträgen.
  • Falls Sie bereits Rentenfonds besitzen, können Sie diese in den nächsten Monaten verkaufen, um Ihre Gewinne zu realisieren.
  • Den Erlös sollten Sie in Festgeld umschichten.
  • Damit Sie über einen Teil Ihres Geldes kurzfristig verfügen können, verteilen Sie es auf verschiedene Laufzeiten.
  • Wie Sie dabei genau vorgehen, lesen Sie in unserem Ratgeber zu Festgeld.
  • Tipp: Sollen wir Sie zum Thema Rentenfonds sowie zu weiteren Themen auf dem Laufenden halten? Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter!

    Bitte bestätigen Sie jetzt Ihre Anmeldung!

    Wir haben Ihnen eine E-Mail an Ihre Adresse gesendet.

    Schauen Sie gleich in Ihr E-Mail-Programm.

    Sie haben keine E-Mail erhalten? Kann es sein, dass die Nachricht im SPAM-Ordner Ihres E-Mail-Anbieters gelandet ist?
    Bitte schauen Sie auch dort einmal nach und fügen die Mail-Adresse von Finanztip.de Ihrem Adressbuch hinzu.

Es gibt eine Vielzahl von Produkten, die sich das Etikett „Rentenfonds“ angeheftet haben. Aber nicht überall, wo Rentenfonds draufsteht, ist auch Sicherheit drin. Die Unterschiede zwischen einzelnen Fonds sind zum Teil gewaltig. Gemeinsam ist allen nur, dass sie überwiegend oder ausschließlich in Anleihen investieren.

Anleihen sind festverzinsliche Wertpapiere, die Staaten, staatsnahe Institutionen wie die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), Banken und große Unternehmen herausgeben. Der Anleihe-Käufer gibt dem Herausgeber einen Kredit für einen festgelegten Zeitraum. Dafür erhält er einen festgelegten Zins und am Ende der Laufzeit sein Geld zurück – vorausgesetzt, der Schuldner geht nicht pleite. Staaten finanzieren ihre Haushaltsdefizite über Anleihen. Für Unternehmen sind sie eine Alternative zu Bankkrediten.

Eigentlich sollten sichere Rentenfonds in keinem Anlageportfolio fehlen. Jahrzehntelang stützten sich Anleger auf ihre stetige Wertentwicklung, die für Stabilität im Depot sorgte. Doch was lange als Gewissheit galt, ist heute fraglich. Die Zinsen für Staatsanleihen von Euroländern, in die sichere Rentenfonds investieren, sind so niedrig wie noch nie. Wer der Bundesregierung für zehn Jahre Geld leiht, erhält inzwischen weniger als 0,5 Prozent Rendite pro Jahr. Und wer Papiere mit Laufzeiten von bis zu knapp sechs Jahren kauft, zahlt sogar drauf: Sie sind mittlerweile negativ verzinst.

Vorerst trübe Aussichten für Rentenfonds

In den anderen Euroländern sieht es nicht viel besser aus. Auch dort fielen die Zinsen auf Tiefstände, die Fachleute kaum für möglich hielten. Bis Ende 2014 profitierten Rentenfonds von dieser Entwicklung. Denn wenn die Zinsen fallen, steigen die Kurse von Anleihen.

Warum das so ist, erklären wir in unserem Ratgeber zu Anleihen. Die Kursgewinne trieben die Renditen vieler Rentenfonds in den zweistelligen Bereich. In den vergangenen drei Jahren beispielsweise warfen Indexfonds, die den Markt für Euro-Staatsanleihen abbilden, im Schnitt mehr als 10 Prozent jährlich ab.

Seit den 1980er-Jahren profitierten Rentenfonds-Anleger von tendenziell sinkenden Zinsen. Doch nun sind hohe Kursgewinne mittelfristig kaum noch zu erwarten. In den Euroländern mit sehr guter Kreditwürdigkeit müssten die Renditen für Anleihen mit kurzer und mittlerer Laufzeit noch weiter in den negativen Bereich sinken und länger laufende Papiere unter die Null-Prozent-Marke rutschen.

Gleichzeitig müssten Investoren immer mehr Anleihen von hochverschuldeten Eurostaaten kaufen, insbesondere von Spanien und Italien, damit auch dort die Renditen weiter sinken beziehungsweise die Anleihe-Kurse weiter steigen. Allerdings bleibt selbst dort nicht mehr allzu viel Spielraum. Die Renditen für zehnjährige Papiere liegen bereits unter 1,5 Prozent.

Die Perspektiven für Rentenfonds sind demnach bescheiden. Beide Ertragsquellen, die feste Verzinsung der Anleihen und mögliche Kursgewinne, geben nicht mehr viel her. Kurzfristig sind zwar noch weitere Kursgewinne möglich, die die Erträge von Rentenfonds auf ein erträgliches Niveau heben könnten. Doch mittelfristig droht Ungemach: Entweder stagnieren die Zinsen auf einem sehr niedrigen Niveau und zum Teil im negativen Bereich. Oder sie steigen an, falls die Konjunktur im Euroraum wieder Tritt fassen sollte. Beide Entwicklungen wären für Rentenfonds-Anleger denkbar ungünstig. Im ersten Fall erwirtschaften sie mit ihren Fondsanteilen so gut wie keine Rendite. Im zweiten Fall machen sie sogar Verluste. Denn bei steigenden Zinsen sinken die Kurse von Anleihen. Mehr dazu lesen Sie weiter unten im Abschnitt „Risiken von Rentenfonds“.

Festgeld statt Rentenfonds

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass sichere Rentenfonds über Jahrzehnte die bessere Wahl waren im Vergleich zu Festgeld. Die Rendite des Rentenindex Rex lag meistens deutlich über der von Festgeld, wie die folgende Grafik illustriert.

Dass sich dieser Trend auch in den nächsten Jahren fortsetzen wird, ist aber wenig wahrscheinlich. Früher waren schon allein Anleihen höher verzinst als Festgeld mit ähnlicher Laufzeit (Kursgewinne sind bei diesem Vergleich nicht berücksichtigt). Das hat sich 2008 im Zuge der Finanzkrise geändert. Anleger misstrauten Banken und stürzten sich auf sichere Staatsanleihen von Ländern mit bester Kreditwürdigkeit. Das drückte deren Verzinsung unter die von Festgeld (siehe folgende Grafik). In der Folge gingen auch die erwarteten Renditen von Rentenfonds zurück. Sie sind bei Renten-Indexfonds, die den gesamten Markt für Euro-Staatsanleihen abbilden, vielfach unter 1 Prozent gesunken. Zieht man die Verwaltungskosten von rund 0,15 Prozent ab, sieht es noch schlechter aus.

Gute Festgeldanlagen mit einer Laufzeit von drei Jahren werfen dagegen immerhin noch mehr als 1,5 Prozent Rendite im Jahr ab. Das können sichere Euro-Rentenfonds nur dann überbieten, falls die Zinsen noch weiter sinken und die Kurse der im Fonds enthaltenen Anleihen steigen. Weil das eine Wette mit ungewissem Ausgang und das Kurspotenzial wegen des extrem niedrigen Zinsniveaus sehr begrenzt ist, empfehlen wir derzeit Festgeld statt Rentenfonds.

Festgeld hat allerdings zwei Nachteile: Anders als bei Rentenfonds, die jederzeit verkauft werden können, kommen Anleger während der Laufzeit nicht an ihr Geld heran. Und wer sich für mehrere Jahre bindet, profitiert nicht von möglichen Zinserhöhungen. Beide Probleme können Sie jedoch einfach umgehen. Wie das funktioniert, lesen Sie in unserem Ratgeber zu Festgeld.

Tipp

Wer bereits vor längerer Zeit in Rentenfonds investiert hat, kann in den nächsten Monaten über einen Verkauf nachdenken und Gewinne realisieren.

Rentenfonds-Entwicklung in der Vergangenheit

Auch wenn Rentenfonds wegen der historisch niedrigen Zinsen derzeit nicht die erste Wahl sind, heißt das nicht, dass es sich um grundsätzlich schlechte Produkte handelt. Wenn sich die Anleihe-Märkte wieder normalisieren, werden sie weiterhin eine geeignete Anlage sein. Denn in der Vergangenheit haben sich Rentenfonds, die in sichere Anleihen investieren, auf lange Sicht bewährt. Über Zeiträume von 10 bis 30 Jahren warfen sie im Schnitt etwa 5,5 Prozent Rendite pro Jahr ab. Dabei waren die Schwankungen gering. Es gab einige wenige Verlustphasen, die in der Regel nur Monate dauerten. Die Kurse gaben etwa zwischen 4 und 8 Prozent nach und erholten sich wieder schnell.

Zum Vergleich: Aktienfonds verloren in der Vergangenheit wiederholt mehr als 50 Prozent an Wert, beispielsweise zwischen 2000 und 2003. Wer im Jahr 2000 auf den Weltaktienmarkt gesetzt hatte, musste 13 Jahre lang warten, bis der Rückschlag wieder ausgebügelt war.

Nahezu unerschütterlich wie eine Eiche zeigten sich Rentenfonds, die deutsche Staatsanleihen enthalten. Der Rentenindex Rex schloss seit 1968 in nur 3 von 46 Jahren mit einem Verlust ab: 1994 mit minus 2,5 Prozent, 1999 mit minus 2 Prozent und 2013 mit minus 0,5 Prozent. Die Jahresbilanz des Dax fiel dagegen im selben Zeitraum in 13 Fällen negativ aus. Am größten war der Verlust 2002 mit minus 44 Prozent.

Die hohe Sicherheit hat natürlich auch ihren Preis: Im Vergleich zu deutschen Aktien fiel die Rendite des Rex deutlich geringer aus, wie der Vergleich in nachstehender Grafik zeigt.

Rentenfonds als stabiles Fundament im Portfolio

Wegen ihrer vergleichsweise stabilen Wertentwicklung waren Rentenfonds, die auf sichere Anleihen setzten, ein wichtiger Grundbaustein für langfristig ausgerichtete Wertpapier-Portfolios von privaten Anlegern. Schon mit kleinen Anlagesummen ließ sich aus einem Renten-Indexfonds und einem international ausgerichteten Aktien-Indexfonds ein einfaches Depot zusammenstellen. Der Aktienfonds sollte die Rendite bringen und der Rentenfonds die Wertschwankungen glätten. In der Vergangenheit funktionierte das recht gut, wie sich an der folgenden Grafik ablesen lässt. Denn nicht selten entwickelten sich Rentenfonds positiv, während die Aktienkurse fielen.

Anleger, die in einer Hochphase nur auf Aktien setzten, machten zwischenzeitlich höhere Verluste als Investoren, die ihr Geld auf Aktien- und Rentenfonds verteilten. Auch waren solche gemischten Portfolios schneller wieder im Plus. Insgesamt war dafür aber auch die Rendite niedriger.

2008 etwa, als sich nach der Pleite der amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers der Kursverfall an den Börsen beschleunigte, warfen Renten-Indexfonds auf europäische Staatsanleihen hohe Renditen von rund 9 Prozent ab. Umgekehrt war 2013 ein schwaches Jahr für europäische Rentenfonds. Dafür legten Aktien kräftig zu. Auf diese Weise ergänzen sich beide Anlageformen in einem Portfolio und verstetigen die Erträge. Das funktioniert allerdings nicht immer: 2011 zum Beispiel, als die Staatsschuldenkrise in der Eurozone ausbrach, gerieten Renten- und Aktienfonds gleichzeitig unter Druck.

Derzeit empfehlen wir, Tages- und Festgeld als sicheren Baustein statt Rentenfonds in Anlage-Portfolios einzusetzen. Wie Sie am besten vorgehen, lesen Sie im Ratgeber Geldanlage.  

  • Tipp: Sollen wir Sie zum Thema Rentenfonds sowie zu weiteren Themen auf dem Laufenden halten? Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter!

    Bitte bestätigen Sie jetzt Ihre Anmeldung!

    Wir haben Ihnen eine E-Mail an Ihre Adresse gesendet.

    Schauen Sie gleich in Ihr E-Mail-Programm.

    Sie haben keine E-Mail erhalten? Kann es sein, dass die Nachricht im SPAM-Ordner Ihres E-Mail-Anbieters gelandet ist?
    Bitte schauen Sie auch dort einmal nach und fügen die Mail-Adresse von Finanztip.de Ihrem Adressbuch hinzu.

Was Rentenfonds unterscheidet

Die Investment-Industrie unterteilt Anleihen nach verschiedenen Kriterien, an denen sich Rentenfonds orientieren.

Herausgeber (Emittent) - Es gibt Fonds, die ausschließlich in Staats- oder Unternehmensanleihen investieren. Manche konzentrieren sich auf Bankanleihen, die wiederum vorwiegend mit Immobilienkrediten besichert sind. Solche Anleihen nennen sich in Deutschland Pfandbriefe. Letztere werden am Kapitalmarkt als fast so sicher wie Anleihen von Staaten mit hoher Kreditwürdigkeit eingestuft. Das ist an den nur geringfügig höheren Zinsen im Vergleich zu solchen Staatsanleihen ablesbar.

Bonität - Viele Rentenfonds kaufen ausschließlich Anleihen von Emittenten mit guter Kreditwürdigkeit. Letztere ist am sogenannten Rating ablesbar. Es wird von spezialisierten Agenturen vergeben. Emittenten, die über Bonitätsnoten von „durchschnittlich“ bis „ausgezeichnet“ verfügen, dürfen sich mit dem Gütesiegel „Investment Grade“ schmücken. Anleihen ohne dieses Prädikat gelten als Ramsch. Sie werden auch als „Junkbonds“ oder „High-Yield-Anleihen“ (Hochzins-Anleihen) bezeichnet, weil sie wegen der größeren Ausfallwahrscheinlichkeit in der Regel höhere Renditen abwerfen als Investment-Grade-Anleihen. Meistens handelt es sich bei Hochzinsanleihen um Papiere von Unternehmen, die stark verschuldet sind. Aber auch manche Staatsanleihen werden als Ramsch eingestuft, derzeit etwa die von Venezuela.

Region - Eine Vielzahl von Rentenfonds legt nur in bestimmten Ländern oder Regionen an, etwa in Deutschland, dem Euroraum oder ausschließlich in Schwellenländern.

Laufzeit - Anleihen gibt es mit vielen unterschiedlichen Laufzeiten ab einem Jahr aufwärts. Schuldtitel mit kürzeren Laufzeiten gelten als sogenannte Geldmarktpapiere. Je länger die Laufzeit, desto höher ist in der Regel die Rendite. Schließlich verzichten Anleger länger auf ihr Geld, wenn sie das Papier bis zur Fälligkeit halten. Zudem steigt die Ausfallgefahr mit zunehmender Laufzeit. Viele Fonds konzentrieren sich auf bestimmte Laufzeiten. Sie enthalten beispielsweise nur Anleihen, die in drei bis fünf Jahren fällig werden.

Rentenfonds-Kennzahlen richtig interpretieren

Anbieter von Renten-Indexfonds veröffentlichen meistens einige Kennzahlen, die helfen, Chancen und Risiken einzuschätzen. Die wichtigsten sind:

Effektivverzinsung (Endfälligkeitsrendite) - Sie gibt die durchschnittliche Rendite der im Fonds enthaltenen Anleihen an, wenn sie bis zu ihrer Fälligkeit gehalten werden. Diese Kennzahl wird manchmal auch Rückzahlungsrendite genannt. Für Anleger ist sie aber nur eine Orientierung, weil Fonds die Anleihen meistens nicht bis zu ihrem Laufzeitende behalten. Die Effektivverzinsung spiegelt das aktuelle Zinsniveau in dem jeweiligen Markt wider, in dem der Fonds investiert.

Laufende Rendite - Sie errechnet sich aus dem Verhältnis von Zinskupon und Kurs einer Anleihe. Zinskupon nennen Anleger die feste Zinszahlung, die sie meist jährlich für eine Anleihe erhalten. Bei einem Fonds wird die laufende Rendite aus den gewichteten Durchschnitten der Zinskupons und der Kurse berechnet. Bei Fonds, die ihre Zinseinnahmen ausschütten, ist sie ein Indiz für den zu erwartenden Auszahlungsbetrag in der jeweiligen Zahlungsperiode. Anders als die Effektivverzinsung bezieht sich die laufende Rendite immer nur auf ein Jahr.

Modifizierte Duration - Diese Kennzahl gibt an, um wie viel Prozent der Wert eines Fonds steigt oder fällt, wenn sich das Marktzinsniveau um 1 Prozent verändert. Angenommen, in der Eurozone steigt der Zins um 1 Prozent. Dann fällt der Wert eines Fonds mit einer „modifizierten Duration von sieben“ um 7 Prozent. Umgekehrt würde der Fondswert um 7 Prozent steigen, falls die Zinsen um 1 Prozent sinken. An der modifizierten Duration lassen sich also Chancen und Risiken von Zinsänderungen ablesen. Je kürzer die durchschnittliche Laufzeit der Anleihen in einem Fonds, desto niedriger ist die modifizierte Duration – und umgekehrt.

Risiken von Rentenfonds

Aus diesen Zusammenhängen wird deutlich, dass Rentenfonds-Anleger von fallenden Zinsen profitieren, bei steigenden Zinsen aber mit Verlusten rechnen müssen. Denn klettern die Zinsen nach oben, rutschen die Anleihe-Kurse nach unten. Warum das so ist, lesen Sie in unserem Ratgeber zu Anleihen.

Das Zinsniveau selbst wird von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst. Zu den wichtigsten zählen die Geldpolitik der Notenbanken, die Inflation und das Wirtschaftswachstum. Hohes Wirtschaftswachstum etwa sorgt für steigende Nachfrage nach Geld. Das wiederum treibt die Zinsen nach oben, ebenso wie eine anziehende Inflation. Erwarten Anleger steigende Konsumentenpreise, verlangen sie in der Regel als Ausgleich höhere Zinsen.

Doch auch Krisen und Kapitalströme beeinflussen den Zins. Als während der Staatsschuldenkrise in Europa Investoren das Vertrauen in Länder wie Griechenland, Portugal und Irland verloren, stieg das Zinsniveau in diesen Ländern schlagartig an, weil immer weniger Anleger bereit waren, diesen Staaten Geld zu leihen. Umgekehrt floss viel Kapital, das aus den Schuldenländern abgezogen wurde, ins sichere Deutschland. Das führte dazu, dass hierzulande die Renditen für Staatsanleihen auf Rekordtiefs fielen.

Kreditwürdigkeit beeinflusst Anleihe-Kurse

Die nach wie vor nicht ausgestandene Eurokrise lenkt den Blick auf die Kreditwürdigkeit von Schuldnern, deren Veränderung ebenfalls zu Gewinnen und Verlusten bei Rentenfonds führen kann. Wer schon einmal einen Kredit aufgenommen hat, weiß, dass der Zinssatz, den die Bank verlangt, von der jeweiligen Bonität des Kreditnehmers abhängt. Ein leitender Beamter mit unkündbarem Job und hohem Einkommen muss in der Regel nur einen niedrigen Zins bezahlen. Ein Selbstständiger mit schwankendem Einkommen dagegen einen hohen, falls er überhaupt ein Darlehen bekommt.

Bei Staaten und Unternehmen funktioniert das nicht anders. Diejenigen mit der höchsten Wirtschaftskraft und den niedrigsten Schulden müssen die geringsten Zinsen bezahlen, weil bei ihnen kaum jemand an der Rückzahlung der Darlehen zweifelt. Die Bonität ist aber nicht in Stein gemeißelt. Sie kann sich ändern. Beispielsweise haben viele Schwellenländer in den vergangenen Jahren ihre Kreditwürdigkeit verbessert. Das führte zu günstigeren Kreditkonditionen und steigenden Anleihe-Kursen. Verschlechtert sich aber die Bonität wie im Falle Griechenlands während der Eurokrise, fährt der Zug in die entgegengesetzte Richtung. In Griechenland trat letztlich der denkbar schlechteste Fall für Anleihe- und Rentenfonds-Anleger ein: Der Staat konnte seine Schuld nicht mehr begleichen, und die Gläubiger mussten auf einen Teil ihres Geldes verzichten.

Verzerrung: Schulden auf Rekordhoch und Zinsen auf Rekordtief

Die weltweite Finanzkrise und die daraus resultierende Staatsschuldenkrise in Europa hinterließen deutliche Spuren in den Portfolios von Rentenfonds. Beispielsweise haben sich die Bonitätsnoten bei Fonds, die in Euro-Staatsanleihen investieren, im Durchschnitt deutlich verschlechtert. Während die Verschuldung in den Euroländern so hoch ist wie noch nie und weiter steigt, sind die Zinsen in vielen Ländern auf historische Tiefstände gesunken, anders als die Marktgesetze nahelegen. Ursache für diese Marktverzerrung ist die extrem expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB), die die Kapitalmärkte mit billigem Geld flutete und 2012 ankündigte, alles ihr Mögliche zu tun, um den Euro zu retten.

Investoren interpretierten das als eine Art Gratisversicherung und kauften immer mehr Staatsanleihen von angeschlagenen Staaten wie Spanien. Wegen der hohen Nachfrage stiegen die Anleihe-Kurse und die Zinsen sanken. Und das Ende der Fahnenstange ist möglicherweise noch nicht erreicht. Denn im Januar 2015 griff die Europäische Zentralbank (EZB) erneut in den Markt ein und kündigte an, sie wolle im großen Stil Staatsanleihen von Euroländern kaufen. Das könnte das Zinsniveau im Euroraum noch weiter drücken und noch mehr Geld in Umlauf bringen.

Ziel der EZB ist, die derzeit sehr niedrige Inflation wieder anzuheben und die Wirtschaft in den Schuldenländern zu stimulieren. Wie das Ankaufprogramm der EZB aber tatsächlich wirkt, kann niemand mit Sicherheit vorhersagen.

Anlagestrategien bei Niedrigzinsen

Wenn die Zinsen niedrig sind, bevorzugen Anleger normalerweise Rentenfonds, die in Anleihen mit kurzer Laufzeit investieren, weil dort das Verlustrisiko bei steigenden Zinsen geringer ist. Denn auch das Zinsniveau durchläuft wie die Konjunktur Zyklen, in denen die Zinsen fallen und dann wieder nach oben klettern. Doch im aktuellen Zinszyklus werfen Anleihen mit kurzen Laufzeiten so gut wie gar keine Rendite mehr ab. Bei Bundesanleihen mit Laufzeiten bis zu knapp sechs Jahren ist die Rendite sogar negativ. Anleger bezahlen dem Bund Geld dafür, dass sie ihm Geld leihen dürfen. Mehr zum Thema Negativzins erfahren Sie hier.

Die Strategie, in Rentenfonds mit kurzlaufenden Anleihen zu investieren, ist deshalb in dieser Marktphase nicht mehr attraktiv. Doch selbst bei Fonds mit langlaufenden Anleihen ist die Effektivverzinsung alles andere als einladend, zumal das Verlustrisiko beträchtlich ist. Renten-Indexfonds, die nur Anleihen mit Laufzeiten zwischen 10 und 15 Jahren enthalten, bieten derzeit eine Effektivverzinsung von gut 1,2 Prozent (modifizierte Duration: 9,8). Natürlich kann das Anlageergebnis kurzfristig besser ausfallen, wenn die Zinsen beispielsweise wegen der Marktintervention der EZB noch weiter fallen. Aber das ist eine Wette mit ungewissem Ausgang.

Wer auf Nummer sicher gehen will, ist deshalb derzeit mit Festgeld besser beraten. Anders als bei Rentenfonds steht die Rendite bei Abschluss fest. Auch Verluste sind ausgeschlossen. Wie Sie mit Festgeld anlegen und dabei dennoch an Teile Ihres Geldes heran können, lesen Sie in unserem Festgeld-Ratgeber.

Breit gestreute Rentenfonds

Wer dennoch Rentenfonds kaufen möchten, sollte Produkte wählen, die nicht nur kurz- oder langlaufende Anleihen enthalten, sondern das gesamte Laufzeitenspektrum abdecken. Die Wertentwicklung solcher Fonds liegt stets im Mittelfeld, unabhängig davon, wie sich die Zinsen entwickeln.

Als Portfolio-Baustein für Privatanleger eignen sich normalerweise Rentenfonds, die ausschließlich oder vorwiegend in sichere Staatsanleihen investieren. Zwar mögen die Finanzen vieler Unternehmen heute solider erscheinen als die mancher Staaten. Doch Anleihen von Unternehmen geraten häufig gerade dann unter Druck, wenn auch deren Aktienkurs im Sinkflug ist. Deswegen ergänzen sich Aktien und Unternehmensanleihen in einem Portfolio weniger gut als Aktien und Staatsanleihen.

Anleger sollten zudem Fonds wählen, die nur Anleihen kaufen, die in Euro herausgegeben wurden. Neben den Eurostaaten nehmen auch andere Länder Geld auf Eurobasis am Kapitalmarkt auf. Bei Papieren in Fremdwährungen sollte das Wechselkurs-Risiko abgesichert sein. Denn Wechselkurse schwanken meistens deutlich stärker als die Notierungen von Anleihen. Wird der Wechselkurs nicht abgesichert, steigt das Verlustrisiko erheblich – allerdings erhöhen sich auch die Gewinnchancen. Aus einer langfristig sicheren Anlage wird eine riskante. Und das ist bei einem Rentenfonds, der Stabilität ins Depot bringen soll, nicht gewollt.

  • Tipp: Sollen wir Sie zum Thema Rentenfonds sowie zu weiteren Themen auf dem Laufenden halten? Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter!

    Bitte bestätigen Sie jetzt Ihre Anmeldung!

    Wir haben Ihnen eine E-Mail an Ihre Adresse gesendet.

    Schauen Sie gleich in Ihr E-Mail-Programm.

    Sie haben keine E-Mail erhalten? Kann es sein, dass die Nachricht im SPAM-Ordner Ihres E-Mail-Anbieters gelandet ist?
    Bitte schauen Sie auch dort einmal nach und fügen die Mail-Adresse von Finanztip.de Ihrem Adressbuch hinzu.

Rentenfonds mit und ohne Manager

Wie bei Aktienfonds haben Anleger auch bei Rentenfonds die Wahl zwischen börsengehandelten Indexfonds ohne Manager und Fonds, bei denen ein Manager die Anleihen auswählt. Indexfonds, die auch Exchange Traded Funds oder kurz ETF genannt werden, bilden die Wertentwicklung von Indizes nach. Wer in einen Indexfonds investiert, schneidet immer genauso ab wie der jeweilige Marktindex, abzüglich der Verwaltungskosten.

Mit einem aktiv gemanagten Fonds haben Anleger dagegen die Chance, eine höhere Rendite zu erzielen als im Marktdurchschnitt. Dafür besteht aber auch das Risiko, am Ende schlechter dazustehen. Und diese Gefahr ist beträchtlich, wie eine Studie des Instituts für Vermögensaufbau (IVA) im Auftrag der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz nahelegt. Danach gelang es weniger als 10 Prozent der Manager, die ausschließlich in Euro-Anleihen investieren, langfristig höhere Renditen zu erwirtschaften als im Marktdurchschnitt. In der Kategorie internationale Rentenfonds schafften es immerhin knapp 25 Prozent über einen Zeitraum von zehn Jahren. Die Wahrscheinlichkeit, einen guten Fonds zu erwischen, ist demnach ziemlich gering.

Einfach, preiswert, transparent: Renten-ETF

Dass internationale Fonds im Vergleich mit dem Marktdurchschnitt etwa besser abschneiden als solche, die auf Euro-Anleihen beschränkt sind, erklärt das IVA mit der größeren Wertpapier-Auswahl, die global agierende Manager haben. Tatsächlich ist der Spielraum von aktiv gemanagten Fonds, die ausschließlich Euro-Staatsanleihen kaufen, beschränkter. Es gibt nur wenige Möglichkeiten, sich vom Vergleichsindex abzusetzen. Die kleine Zahl der gemanagten Rentenfonds mit Euro-Staatsanleihen, die sich in den vergangenen Jahren besser entwickelten als der Markt, mischte riskantere Papiere wie Unternehmens- und Hochzins-Anleihen oder Aktien und andere Wertpapiere mit hohen Gewinn- und Verlustchancen bei. Anleger wissen bei diesen Fonds demnach nie ganz genau, welche Risiken sie gerade eingehen. Bei einem Renten-Indexfonds ist dagegen immer transparent, welche Papiere der Fonds gerade enthält. Zwar tauschen sie regelmäßig Anleihen aus, die nicht mehr die Anlagekriterien erfüllen. Manche Indexanbieter wie MTS kündigen solche Transaktionen aber im Vorfeld an.

Kostenvergleich: Indexfonds versus aktiv gemanagte Fonds

Doch nicht nur wegen ihrer hohen Transparenz bieten sich Renten-Indexfonds als Grundbaustein für ein Portfolio an. Sie sind auch im Vergleich zu aktiv gemanagten Fonds deutlich günstiger, weswegen sie häufig höhere Renditen abwerfen. Die Verwaltungskosten von Renten-Indexfonds liegen oft unter 0,2 Prozent pro Jahr. Fonds mit Manager verlangen dagegen jährlich 0,5 bis 1 Prozent. Auch ihre Anschaffungskosten sind höher, falls Anleger nicht gerade von Rabattaktionen profitieren: Im Normalfall verlangen die Fondsgesellschaften einen sogenannten Ausgabeaufschlag in Höhe von 2,5 bis 3 Prozent. Das macht sich besonders in Zeiten sehr niedriger Zinsen bemerkbar: Da kann es dann länger als ein Jahr dauern, bis die Anschaffungskosten wieder reingeholt sind und das Verlustrisiko steigt.

Bei Indexfonds dagegen gibt es keinen Ausgabeaufschlag. Allerdings fallen Transaktionskosten beim Kauf über eine Börse oder im Direkthandel an. Anleger bezahlen die Differenz zwischen An- und Verkaufspreis (Spread) des Fonds je nach ETF zwischen 0,05 und rund 0,3 Prozent. Hinzu kommen die Provision von meist um die zehn Euro, die die Depotbank für die Platzierung der Börsenorder verlangt, sowie möglicherweise ein Entgelt für die Nutzung des Börsenplatzes und eine Maklercourtage. Wie Sie günstig einen Indexfonds erwerben, lesen Sie im Ratgeber zum Wertpapierhandel.  

Renten-Indexfonds für Einsteiger

Für Privatanleger kommen normalerweise vor allem Fonds auf Indizes in Frage, die viele Anleihen enthalten und den gesamten Markt für Euro-Staatsanleihen repräsentieren. Die führenden Anbieter solche Rentenindizes in Europa sind Barclays, Markit und MTS. An ihren marktbreiten Indizes, die in der unten stehenden Tabelle zusammengefasst sind, messen Fondsgesellschaften und Ratingagenturen den Erfolg von aktiv gemanagten Fonds, die mit speziellen Anlagestrategien versuchen, besser abzuschneiden als der Marktdurchschnitt.

Anders als Aktienindizes wie der Dax werden Rentenindizes von den Medien kaum beachtet. Selbst Finanzdaten-Websites wie Onvista.de veröffentlichen sie nicht. Professionelle Anleger verfolgen ihre Entwicklung über spezielle Datenanbieter, die sich ihre Dienste üppig entlohnen lassen. Privatanleger müssen sich deshalb direkt auf den Webseiten der Anbieter informieren. Das ist umständlich und klappt nicht immer: Auf der Homepage von Markit sind keine Indexdaten zu finden. Am einfachsten ist es, über einen entsprechenden Indexfonds die Entwicklung des Euro-Staatsanleihen-Marktes zu verfolgen.

Indizes mit Euro-Staatsanleihen

Die in der Tabelle aufgeführten Indizes von MTS und Barclays dürfen nur Euro-Staatsanleihen mit guter Bonität, also mit Investment-Grade-Rating, enthalten. Griechenland und Portugal, die nur noch Ramsch-Status besitzen, sind nicht vertreten. Auch der Markit-iBoxx-Euro-Sovereigns-Eurozone-Index setzt der Deutschen Bank zufolge derzeit nur auf Euro-Staatsanleihen mit Investment-Grade-Rating.

Einige Indizes orientieren sich bei der Gewichtung der Länder an dem Volumen ihrer ausstehenden Anleihen. Das bedeutet: Je höher die Schulden, desto stärker ist ein Land im Index vertreten. Grundsätzlich aber sagt die absolute Schuldenhöhe nichts über die Kreditwürdigkeit eines Landes aus. Die Verbindlichkeiten müssen an der Wirtschaftskraft gemessen werden.

Index   Anleihen & Rating   Länder & Gewichtung   Anzahl der Anleihen   Modifizierte Duration
Barclays Euro Treasury Index   Anleihen von Euro-Staaten mit Laufzeiten ab 1 Jahr (Mindestvolumen: 300 Mio. €) und Investment- Grade-Rating   Insgesamt 14 Staaten, Gewichtung: Italien (24 %), Frankreich (23 %), , Deutschland (19 %), Spanien (13 %)   290   7
EuroMTS Investment Grade Broad All Maturities   Anleihen von Euro-Staaten mit Laufzeiten ab 1 Jahr (Mindestvolumen: 2 Mrd. €) und Investment-Grade-Rating   Insgesamt 9 Staaten, Gewichtung: Frankreich (24 %), Italien (24 %), Deutschland (19 %), Spanien (13 %)   131   6,9
Markit iBoxx Euro Sovereigns Eurozone   Anleihen von Eurostaaten mit Laufzeiten ab 1 Jahr. Derzeit keine Titel ohne Investment-Grade-Rating.   Insgesamt 14 Staaten, Gewichtung: Italien (24 %), Frankreich (23 %), Deutschland (20 %), Spanien (12 %)   310   6,9
Markit iBoxx Euro Liquid Sovereigns Diversified Overall TR Index   Die meistgehandelten Anleihen von Euro-Staaten mit Laufzeiten ab 1,5 Jahren. Enthält gut 4 % portugiesische Anleihen.   Frankreich (20 %) Italien (16 %), Spanien (14 %), Deutschland (13 %), Belgien (10 %)   43   6,1

Quellen: Indexanbieter, Fondsgesellschaften, Stand: 31. Dezember 2014

 

Index mit Euro-Staats- und Unternehmensanleihen

Anleger, die neben Euro-Staatsanleihen auch auf Unternehmensanleihen und Pfandbriefe mit guter Bonität setzen wollen, können sich für den Barclays Capital Euro Aggregate Bond entscheiden. Auch dieser Index eignet sich als Grundbaustein für ein Depot. Die Unternehmensanleihen und Pfandbriefe bringen normalerweise etwas mehr Rendite bei einem leicht erhöhten Risiko. Doch in der zurückliegenden Niedrigzinsperiode war das kein Vorteil. Weil besonders Anleihen von erstklassigen Schuldnern wie Deutschland gefragt waren, blieb die Wertentwicklung des Index in den vergangenen drei Jahren hinter den Indizes zurück, die ausschließlich Staatsanleihen enthalten.

Index   Anleihen & Rating   Länder & Gewichtung   Anzahl der Anleihen   Modifizierte Duration
Barclays Capital Euro Aggregate Bond   Enthält Staatsanleihen (rund 60 %), Pfandbriefe und Unternehmensanleihen verschiedener Laufzeiten mit Investment-Grade-Rating.   Frankreich (21 %), Deutschland (19 %), Italien (16 %), Spanien (11 %)   2195   6,1

Quellen: Indexanbieter, Fondsgesellschaften, Stand: 31. Dezember 2014

 

Index für Euro-Skeptiker

Wer dem Euro skeptisch gegenüber steht, ist mit dem Global-Investment-Grade-Government-EUR- Hedged-Index der Deutschen Bank gut beraten. Er besteht aus internationalen Staatsanleihen, deren Währungen gegen Wechselkursschwankungen abgesichert werden. Die Absicherung kostet allerdings Geld. Das drückt die Rendite. Das größte Gewicht haben amerikanische und japanische Staatsanleihen.

Index   Anleihen & Rating   Länder & Gewichtung   Anzahl der Anleihen   Modifizierte Duration
Deutsche Bank Global Investment Grade Government EUR Hedged Index   Staatsanleihen mit verschiedenen Laufzeiten von IndustrieIändern mit Investment-Grade-Rating. Währungsrisiken sind weitgehend abgesichert.   21 Industrieländer weltweit. Gewichtung: USA (36 %), Japan (24 %), Großbritannien (8 %), Italien (7 %)   913   k. A.

Quellen: Indexanbieter, Fondsgesellschaften, Stand: 31. Dezember 2014

ETF auf die ausgewählten Rentenindizes

Auf die ausgewählten Indizes bieten verschiedene Fondsgesellschaften Indexfonds an. Sie sind in der folgenden Tabelle zusammengefasst. Anders als bei Aktienindizes gibt es bei Rentenindizes oft nur eine Gesellschaft, die einen ETF auf den jeweiligen Index anbietet. Bei manchen Indizes konkurrieren auch zwei Anbieter am Markt. In diesen Fällen empfehlen wir den Fonds, der das meiste Kapital enthält. Denn Fonds mit einem geringen Volumen werden in der Regel nicht so oft an der Börse gehandelt. Zudem besteht die Gefahr, dass sie wegen geringer Wirtschaftlichkeit irgendwann vom Markt genommen werden.

Wenn zwei ETF für einen Index verfügbar sind, die sich in ihrer Konstruktion unterscheiden, haben wir beide Fonds aufgeführt. Das können Sie in der Spalte „Indexreplikation“ ablesen: Fonds, die tatsächlich die im Index enthalten Anleihen kaufen, bezeichnet die Finanzindustrie als „physisch“.

ETF, die die Wertentwicklung über Finanzgeschäfte mit Dritten nachbilden, tragen das Etikett „synthetisch“. Wie synthetische Indexfonds genau funktionierten, lesen Sie in unserem Ratgeber zu Aktien-Indexfonds. Beide Konstruktions-Varianten haben Vor- und Nachteile; unterm Strich sind sie aus heutiger Sicht aber gleichwertig. Der Amundi und der Lyxor ETF bilden jeweils denselben Index nach. Diese Fonds unterscheiden sich nur in ihrer Konstruktion und bei den Verwaltungskosten.

Anleger, die vom Zinseszinseffekt profitieren wollen, entscheiden sich für Renten-Indexfonds, die die Zinserträge automatisch wiederanlegen. Wer dagegen laufende Auszahlungen benötigt, liegt mit einem Fonds richtig, der die Zinsen ausschüttet.   

Indexfonds   Wertpapiernummer (ISIN)   Index   Verwaltungskosten pro Jahr in %   Ertragsverwendung / Indexreplikation   Spread* in %
iShares Core Euro Government Bond UCITS ETF   DE000A0YBRZ7   Barclays Euro Treasury Index   0,2   Ausschüttung / physisch   0,06
Amundi ETF Govt Bd EuroMTS Broad Investment Grade UCITS ETF   FR0010754192   EuroMTS Investment Grade Broad All Maturities   0,14   Wiederanlage / synthetisch   0,05
LYXOR UCITS ETF EuroMTS All Maturity Investment Grade   FR0010028860   EuroMTS Investment Grade Broad All Maturities   0,17   Wiederanlage / physisch   0,05
db x-trackers iBoxx Sovereigns Eurozone UCITS ETF 1C   LU0290355717   Markit iBoxx Euro Sovereigns Eurozone   0,15   Wiederanlage / synthetisch   0,08
ComStage iBoxx EUR Liq. Sov. Diversified Overall TR UCITS ETF   LU0444605645   Markit iBoxx Euro Liquid Sovereigns Diversified Overall TR Index   0,12   Wiederanlage / synthetisch   0,05
                     
iShares Euro Aggregate Bond UCITS ETF   DE000A0RM447   Barclays Capital Euro Aggregate Bond   0,25   Ausschüttung / physisch   0,31
                     
db x-trackers II Global Sovereign UCITS ETF   LU0378818131   Deutsche Bank Global Investment Grade Government EUR Hedged Index   0,25   Wiederanlage / synthetisch   0,19

Quellen: Ambieter (Stand: 31. Dezember 2014), *Börse Frankfurt, 06.01.2015, 11:38 Uhr

Rentenfonds-Renditen in den vergangenen fünf Jahren

In den zurückliegenden fünf Jahren haben sich die ausgewählten Fonds ähnlich entwickelt, wobei der iShares Core Euro Government Bond UCITS ETF über ein und fünf Jahre den Spitzenplatz einnimmt. Schlusslicht ist der db x-trackers II Global Sovereign UCITS ETF. Er blieb deutlich hinter der Konkurrenz zurück. Das dürfte zum Teil auf die Kosten für die Absicherung der Wechselkursrisiken zurückzuführen sein und auf das sehr niedrige Zinsniveau in Japan.

Anleger sollten sich von den insgesamt üppigen Renditen der vergangenen drei Jahre aber nicht blenden lassen. Sie lagen weit über dem langfristigen Durchschnitt. Auf lange Sicht waren in der Vergangenheit rund 5 Prozent pro Jahr realistisch. Doch selbst solche Renditen sind wegen der Geldpolitik der EZB mittelfristig kaum noch zu erwarten. Zudem müssen Anleger mit Verlusten rechnen, sollten die Zinsen wieder anziehen.

        Wertentwicklung   pro Jahr in %
Indexfonds   Wertpapiernummer (ISIN)   1 Jahr   3 Jahre   5 Jahre
db x-trackers iBoxx Sovereigns Eurozone UCITS ETF 1C   LU0290355717   12,9   8,5   5,9
ComStage iBoxx EUR Liq. Sov. Div. Overall TR UCITS ETF   LU0444605645   11,9   8,4   5,6
Amundi ETF Govt Bd EuroMTS Broad Inv. Grade UCITS ETF   FR0010754192   12,7   8,7   5,7
LYXOR UCITS ETF EuroMTS Global Investment Grade   FR0010028860   13,2   8,7   5,4
iShares Core Euro Government Bond UCITS ETF   DE000A0YBRZ7   12,9   9   6,2
iShares Euro Aggregate Bond UCITS ETF   DE000A0RM447   10,9   7,8   5,7
db x-trackers II Global Sovereign UCITS ETF   LU0378818131   8,0   11,3   4,1

Quelle: Extra-Funds, Stand: 29. Januar 2015

Fondskauf und Wertpapierdepot

Einen Fonds kann man nicht einfach an der nächsten Ecke kaufen und mit nach Hause nehmen. Fondsanteile werden in Wertpapierdepots verwahrt, die Banken anbieten. Ohne ein solches Depot können Sie keine Anteile kaufen. Wenn Sie noch kein Depot haben, können Sie eines bei Ihrer Hausbank oder bei einer Onlinebank eröffnen. Letzteres ist erheblich günstiger. Die preiswertesten Anbieter finden Sie nachfolgend und in unserem aktuellen Wertpapierdepot-Test. Wie Sie selbstständig und zu fairen Preisen Fonds über eine Onlinebank an der Börse oder im Direkthandel kaufen, lesen Sie in unserem Ratgeber zum Wertpapierhandel.  

Mehr dazu im Ratgeber Wertpapierdepot

Sara Zinnecker
von Finanztip,
Expertin für Geldanlage

Wertpapiere günstig handeln

  • Hohe Orderkosten schmälern die Rendite.
  • Onlinebanken haben günstige Angebote.
  • Nutzen Sie den Direkthandel.

» Zum Ratgeber

Unsere Anbieter-Empfehlung:

Community
Die letzten Beiträge zu dieser Diskussion:
Aus der Substanz bezahlen hört sich für einen ETF zumindest interessant an …
Nun gut, die Entwicklung des ETFs lässt sich nur bedingt mitdem (Kurs-, Rendite-)Verlauf einer Staatsanleihe bis ...
29. März 2016 zum Beitrag
[quote='SchnelleZ','http://www.finanztip.de/community/thema/1214-rentenfonds-in-2015?postID=28743#post28743']Deka iBoxx EUR Liquid Sovereign Diversified 10+ UCITS ETF (DE000ETFL169)
[/quote]Danke ...
21. März 2016 zum Beitrag
Mit dem Diskussionsbeitrag vom 18.03.2016 sollte ein geben werden, dass es bei der Anlage in Rentenindizes (EURO-Staatsanleihen mit mindestens Investment Grade) durchaus Fälle gibt, bei denen ...
20. März 2016 zum Beitrag
Gesamte Diskussion anzeigen - Anmelden oder registrieren, um an der Diskussion teilzunehmen.

Sollen wir Sie
zum Thema Rentenfonds
sowie zu weiteren Themen auf dem Laufenden halten?

Einmal pro Woche die wichtigsten Verbraucher-Tipps - kostenlos und werbefrei direkt in Ihr Postfach.

  • Wertvolle Spartipps für Ihr Geld
  • Urteile, die Sie kennen sollten
  • Updates zu unseren beliebten Rechnern und Musterschreiben
  • Unverbindlich und jederzeit kündbar


Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

Vielen Dank für Ihre Anmeldung

Bitte bestätigen Sie Ihre E-Mail-Adresse

  1. Schauen Sie gleich in Ihrem Postfach nach.
  2. Öffnen Sie die Mail von Finanztip Newsletter.
  3. Klicken Sie auf den Bestätigungslink.

Schauen Sie bitte auch im Spam-Ordner nach.

Finanztip Newsletter

  • Jede Woche die besten Tipps
  • Absolut kostenlos
  • 100% werbefrei

Artikel verfasst von

Markus Neumann

ehemaliger Finanztip-Redakteur (bis Oktober 2015)

Markus Neumann schrieb für Finanztip über alle Aspekte der Geldanlage. Der erfahrene Finanzjournalist verfasste bereits zahlreiche Publikationen zum Thema Geldanlage, die im Berliner Fuchsbriefe-Verlag und bei der Stiftung Warentest erschienen sind. Neumann volontierte beim Heinrich Bauer Verlag in Hamburg. Im Anschluss arbeitete er viele Jahre als Redakteur und Reporter.

Finanztip-Redaktion

Die Experten für Verbraucherfinanzen

Die Finanztip-Redaktion besteht aus einem Team von Experten, die völlig unabhängig für Sie recherchieren, damit Sie die beste Entscheidung treffen können. Die Experten arbeiten in den Teams Bank & Geldanlage, Versicherung & Vorsorge, Recht & Steuern sowie Energie/Reise/ Mobilität & Medien. Bei der Wahl der Zeitschrift „Wirtschaftsjournalist“ zur Wirtschaftsredaktion des Jahres belegte die Redaktion 2015 den zweiten Platz.