KfW Förderung - Bauförderung und Kredit

Kredite und Zuschüsse von der staatlichen Förderbank

Das Wichtigste in Kürze

  • Die KfW ist eine öffentlich-rechtliche Förderbank. Sie vergibt im staatlichen Auftrag Kredite und Zuschüsse an Privatleute, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen.
  • Für Verbraucher sind vor allem die KfW-Bauförderung, die Förderung erneuerbarer Energien sowie die Programme zur Studien- und Ausbildungsförderung interessant.
  • Bei der Bauförderung vergibt die KfW Kredite für energieeffiziente oder altersgerecht umgebaute Wohnungen, bei der Studienförderung gibt es zinsgünstige Kredite zur Finanzierung eines Studiums.
  • Die KfW hat keine eigenen Filialen. Den Antrag stellen Kunden bei einem Vertriebspartner. Bei der KfW-Bauförderung sind das Banken, Sparkassen und Kreditvermittler, bei der Bildungsfinanzierung ebenfalls Banken sowie das Studentenwerk.

So gehen Sie vor

  • Informieren Sie sich beim Bau oder Kauf und allen Umbauten Ihrer Immobilie, ob die KfW das Vorhaben fördert.
  • Auch wenn Sie einen Kredit für ein Studium, die Ausbildung oder eine Existenzgründung benötigen, sollten Sie prüfen, ob eine KfW-Förderung infrage kommt.
  • Lassen Sie sich bei einer Baufinanzierung dann von einem guten Berater unterstützen und sprechen Sie die KfW-Förderung von sich aus an. Lassen Sie sich Vorteile und Nachteile erläutern.
  • Unsere Empfehlungen für ein gutes Finanzierungskonzept und günstige Konditionen sind Vermittler, um Ihr KfW-Darlehen zu beantragen und verschiedene Banken zu vergleichen. Unsere Empfehlungen sind Dr. Klein, Interhyp und Planethyp.

Bekannt ist die KfW vor allem für ihre private Bauförderung. Die 1948 per Gesetz als Kreditanstalt für Wiederaufbau gegründete staatliche Förderbank ist jedoch auch in anderen Bereichen aktiv. Als drittgrößte Bank in Deutschland (nach Bilanzsumme) unterstützt sie nicht nur Privatleute, sondern auch Unternehmen und öffentliche Einrichtungen beispielsweise beim Umweltschutz, bei Infrastruktur-Projekten und in der Entwicklungspolitik. Für Verbraucher interessant ist neben der Bauförderung vor allem die Förderung in den Bereichen erneuerbare Energien, Studium und Ausbildung sowie Existenzgründung. Wer in diesen Bereichen nach einer Finanzierung sucht, sollte sich über die jeweiligen Förderprogramme der KfW informieren.

KfW
Förderprogramme

  • staatliche Förderbank ohne eigene Filialen
  • Förderung beim Bauen, für erneuerbare Energien, Studium und Ausbildung sowie Existenzgründung
  • zinsgünstige Kredite und Kostenübernahme als Zuschuss möglich (je nach Programm)
  • Kreditvergabe und Antragstellung über Finanzierungspartner

Diese Vorhaben fördert die KfW

Die wichtigsten Förderbereiche für Privatleute sind:

Energieeffizientes Bauen und Umbauen - Die KfW fördert Bauprojekte, die den Energiebedarf und Energieverluste in Deutschland verringern. Zuschüsse und zinsgünstige Kredite gibt es also sowohl für neue Häuser und Wohnungen, die der Bauherr baut oder kauft, als auch für Bestandsimmobilien, die nach einem Umbau einen besseren energetischen Standard erreichen.

Weitere Informationen zu diesen Förderprogrammen finden Sie in unserem Artikel zum energieeffizienten Sanieren.

Erneuerbare Energien und Photovoltaik - Mit den Förderprogrammen in diesem Bereich unterstützt die KfW den Bau, Ausbau und den Kauf von Anlagen für erneuerbare Energien. Beispiele sind etwa Photovoltaik-Anlagen, Anlagen zur Stromgewinnung aus Wind- und Wasserkraft, Kraft-Wärmekopplungs-Anlagen oder Batteriespeicher.

Weitere Informationen zu den Förderprogrammen bei erneuerbaren Energien finden Sie in unserem Artikel zu Photovoltaik.

Altersgerechtes Umbauen - Anders als der Name vermuten lässt, geht es bei dieser Förderung nicht allein darum, Hindernisse für ältere Menschen abzubauen, sondern grundsätzlich darum, Barrieren in Gebäuden und im Wohnumfeld zu verringern. Die KfW fördert also nicht nur einen altersgerechten Umbau des Badezimmers, sondern etwa auch Änderungen bei der Raumaufteilung oder den Bau eines barrierefreien Zugangs zu einer Wohnung. Ein weiterer Förderbereich ist der Einbruchschutz. Dort unterstützt die KfW zum Beispiel den Einbau einbruchhemmender Wohnungstüren und Fenster.

Weitere Informationen zu den Förderprogrammen in diesem Bereich finden Sie in unserem Artikel zum altersgerechten Umbau und zum KfW-Einbruchschutz.

Bildungsförderung - Wer studieren möchte oder eine Aus- oder Weiterbildung plant, benötigt ebenfalls häufig finanzielle Unterstützung. Die KfW fördert Investitionen in die Ausbildung und berufliche Fortbildung mit Programmen wie dem KfW-Studienkredit oder dem Bafög-Bankdarlehen.

Weitere Informationen zu den Förderprogrammen der KfW für Studium, Aus- und Fortbildung finden Sie in unserem Artikel zum KfW-Studienkredit.

Existenzgründung - Wer ein Unternehmen gründen möchte, kann für Investitionen wie den Kauf von Maschinen sowie für die Kosten des laufenden Betriebs oder für einen Unternehmenskauf einen Kredit von der KfW erhalten.

Weitere Informationen zum Gründerkredit und anderen Förderprogrammen zur Existenzgründung liefert die KfW auf ihrer Seite zum Gründen und Erweitern von Unternehmen.

Die Förderung gibt es als Kredit oder Zuschuss

Ihre Förderung vergibt die KfW als Kredit oder als Zuschuss. Bei den Krediten erhält der KfW-Kunde die Förderung nicht ausgezahlt, sondern kann sein Vorhaben zu besonders günstigen Konditionen finanzieren. Die Zinssätze der KfW-Kredite liegen zum Teil deutlich unter den Konditionen, die Banken und Sparkassen für ähnliche Darlehen verlangen.

Manchmal ist die Förderung nach bestimmten Förderzielen gestaffelt. So verbilligt sich beim energieeffizienten Bauen und Sanieren der Zinssatz umso mehr, je besser der energetische Standard ist, den das Haus oder die Wohnung nach der Sanierung erreicht.

Bei den Zuschüssen geht die KfW bei der Förderung noch einen Schritt weiter und beteiligt sich direkt an den Kosten des Vorhabens. Bei der energetischen Sanierung übernimmt die KfW zum Beispiel die Hälfte der Kosten für eine professionelle Baubegleitung.

In manchen Programmen kombiniert die KfW Kredit und Zuschuss. Wer etwa energieeffizient baut, kann nicht nur einen zinsgünstigen Kredit von der KfW erhalten, sondern darüber hinaus einen Tilgungszuschuss. Er muss also nicht das gesamte Darlehen zurückzahlen. Dadurch kann der KfW-Kredit geringer ausfallen, und die Laufzeit des Darlehens verkürzt sich.

Anträge laufen über Finanzierungspartner

Die KfW hat selbst kein eigenes Filialnetz. Damit sich Interessenten bundesweit über die Förderprogramme informieren und die Förderung beantragen können, arbeitet sie deshalb mit Finanzierungspartnern zusammen. Bei der Bauförderung und den Krediten zur Existenzgründung sind das Finanzierungsinstitute wie Banken, Sparkassen und Versicherungen, bei der Studienförderung Banken und das Studentenwerk.

Der Finanzierungspartner ist also die erste Anlaufstelle, wenn Sie sich für eine KfW-Förderung interessieren. Er erläutert Ihnen anhand der Merkblätter der KfW die Förderbedingungen und unterstützt Sie dann dabei, die Förderung zu beantragen. In der Regel leitet der Finanzierungspartner die KfW-Mittel direkt an den Antragsteller weiter und richtet für den KfW-Kredit bei sich ein Konto ein.

Bei der Bauförderung ist der KfW-Kredit also meist nur eines von mehreren Teildarlehen, mit denen der Bauherr sein Vorhaben finanziert. Der KfW-Kredit hat dann eine eigene Kontonummer und läuft zu anderen Bedingungen, unterscheidet sich aber ansonsten nicht von einem normalen Bankkredit bei der durchleitenden Bank, Sparkasse oder finanzierenden Versicherung. Lediglich beim Studienkredit läuft die Kontoführung direkt über die Website der KfW.

Experten helfen bei der Planung

Auch wenn die KfW für jedes Förderprogramm umfangreiche Merkblätter mit den Förderbedingungen herausgibt, reicht bei vielen Programmen die Hilfe der Finanzierungspartner nicht aus. Wenn es etwa um den Bau oder Kauf eines KfW-Effizienzhauses geht, ist komplexes Fachwissen erforderlich, um beurteilen zu können, ob der Bau später den vorgegebenen energetischen Standard erreicht. Deshalb fordert die KfW etwa beim Förderprogramm zum energieeffizienten Bauen, dass der Bauherr sein Projekt gemeinsam mit einem Energieeffizienz-Experten plant. Gleichzeitig übernimmt sie mit einem eigenen Programm die Hälfte der Kosten für die Arbeit des Experten.

Bei vielen anderen Förderprogramm ist die Einbeziehung eines Experten keine Voraussetzung für die Förderung, ergibt sich aber aus dem Vorhaben: Wer etwa überlegt, die alte Heizung gegen eine neue auszutauschen, wendet sich üblicherweise an ein Unternehmen aus dem Heizungsbau. Auch diese Fachbetriebe sind in der Regel gut informiert über die Fördermöglichkeiten der KfW und weisen ihre Kunden auf diesen Finanzierungsweg hin.

Förderanträge immer vor Projektbeginn stellen

Ob eine Förderung durch die KfW möglich und sinnvoll ist, sollten Sie als Bauherr oder Existenzgründer prüfen, sobald Sie die ersten Ideen für Ihr Projekt haben. Voraussetzung für eine KfW-Förderung ist nämlich fast immer, dass Sie den Förderantrag stellen, bevor Sie mit dem Vorhaben beginnen.

Was die KfW als Beginn des Vorhabens sieht, unterscheidet sich von Programm zu Programm. Bei der Bauförderung ist damit der Baubeginn gemeint, beim Kauf einer Immobilie der Abschluss des Kaufvertrags. Planungs- und Beratungsleistungen dürfen dagegen vor der Antragsstellung liegen, manchmal müssen sie das sogar (etwa wenn Sie einen Sachverständigen einbeziehen müssen).

Wer direkt nach Antragstellung mit den Baumaßnahmen beginnt, geht allerdings ein gewisses Risiko ein, denn zu diesem Zeitpunkt hat die KfW die Förderung ja noch nicht zugesagt. Wollen Sie ganz sicher sein, dass der KfW-Kredit oder Zuschuss auch wirklich kommt, sollten Sie deshalb erst einmal die Zusage der KfW abwarten.

Förderbedingungen unterscheiden sich von Programm zu Programm

Wie viel die KfW zu einem Projekt beisteuert und wie die weiteren Bedingungen für den Kredit oder den Zuschuss aussehen, hat die KfW in den Förderbedingungen für jedes einzelne Programm festgelegt. Bei der Bauförderung sind die Kreditbeträge in der Regel auf 30.000 Euro, 50.000 Euro oder 100.000 Euro gedeckelt. Die Tilgungszuschüsse sind jeweils darauf abgestimmt, also zum Beispiel 5 Prozent der Darlehenssumme bei einer maximalen Kredithöhe von 100.000 Euro. In diesem Fall kann der Antragsteller also bis zu 5.000 Euro pro Wohneinheit erhalten.

Für die Laufzeit, die Zahl der tilgungsfreien Anlaufjahre und die Zinsbindung gibt es jeweils mehrere Kombinationen, aus denen der Antragsteller das passende Angebot auswählen kann. Bei einigen Programmen kann der Kunde alternativ ein endfälliges Darlehen beantragen. Er zahlt dann während der Laufzeit nur die Zinsen für den Kredit, tilgt ihn aber nicht. Dies kann sinnvoll sein, wenn jemand bereits einen anderen Sparvertrag hat, bei dem er zuverlässig und mit besserer Rendite die benötigten Mittel anspart. Welche Konditionen für die jeweiligen Programme gelten, zeigt die KfW in ihrer Konditionenübersicht für Endkreditnehmer.

Die KfW ist meist großzügig bei Sondertilgungen

Bei vielen Programmen ist die KfW großzügiger als Banken oder Sparkassen, wenn es um Sondertilgungen geht. Während die meisten Banken Sondertilgungen auf eine einmalige jährliche Zahlung von 5 oder 10 Prozent des Kreditbetrags begrenzen, erlaubt die KfW etwa beim energieeffizienten Bauen, dass Sie den Kreditbetrag kostenfrei vollständig oder mit Teilzahlungen ab 1.000 Euro tilgen. Auch beim Studienkredit erlaubt die KfW außerplanmäßige Rückzahlungen.

Ähnlich großzügig wie bei der Sondertilgung ist die KfW bei den Bereitstellungszinsen. Während manche Geschäftsbanken bereits drei Monate nach Abschluss des Darlehensvertrags Zinsen für die Bereitstellung der Mittel verlangen, können Sie sich bei der KfW in der Bauförderung zwölf Monate Zeit lassen, bis Sie den Kredit abrufen und Zinsen zahlen müssen.

Kombination mit anderen Förderprogrammen grundsätzlich möglich

Bei der Bauförderung kommen für eine KfW-Förderung meist verschiedene Programme infrage. In den meisten Fällen ist eine Kombination mehrerer Programme problemlos möglich, allerdings nicht immer. So kann etwa die Kombination der Kredit- und der Zuschussvariante eines Programms ausgeschlossen sein. Welche Kombinationen genau möglich sind, beschreibt die KfW im jeweiligen Merkblatt zu einem Programm.

Diese Grundregeln gelten auch für die Kombination mit anderen öffentlichen Fördermitteln. Die KfW legt aber fest, dass die Gesamtförderung nicht höher ausfallen darf als die förderfähigen Kosten.

Fazit: Vor- und Nachteile gut abwägen

Wenn Sie alle Informationen zusammen haben, sollten Sie Ihr Vorhaben insgesamt noch einmal betrachten und die wirtschaftlichen Vor- und Nachteile gut abwägen. Die Tatsache, dass die KfW ein Vorhaben fördert, heißt nicht, dass dieses Projekt wirtschaftlich sinnvoll ist. Ob sich etwa die Anschaffung einer Photovoltaik-Anlage lohnt, hängt entscheidend von den Gesamtkosten der Anlage ab. Eine teure Anlage wird durch die KfW-Förderung nicht günstiger, die KfW trägt dann lediglich einen Teil der (überteuerten) Kosten. Gleiches gilt beispielsweise für den Einbau einer neuen Heizungsanlage. Es kann sinnvoll sein, die alte Heizung für überschaubares Geld zu reparieren, statt gleich eine neue Anlage zu kaufen.

Selbst wenn Sie sich für Ihr Vorhaben entscheiden, sollten Sie Alternativen zur KfW-Förderung prüfen. Bei vielen Programmen ist die KfW-Förderung vorteilhaft. In manchen Bereichen wie der Existenzgründung ist sie sogar häufig die einzige Möglichkeit, eine Finanzierung zu erhalten. Allerdings gibt es auch KfW-Programme wie das Standard-Programm zu Wohneigentum, bei dem die Zinssätze der KfW nicht wesentlich unter den günstigsten Bankdarlehen liegen. In diesen Fällen kann es insgesamt sinnvoller sein, auf die KfW-Förderung zu verzichten.

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Artikel verfasst von

Dirk Eilinghoff

Finanztip-Experte für Bankprodukte

Als Teamleiter Bankprodukte ist Dirk Eilinghoff bei Finanztip für die Themen Geldanlage und Altersvorsorge zuständig. Erfahrungen in diesem Bereich bringt er mit aus seiner Arbeit als selbstständiger Finanz- und Honorarberater. In früheren Jahren leitete der studierte Historiker und Diplom-Kaufmann gemeinnützige Projekte bei der Bertelsmann Stiftung und der Körber-Stiftung.