Einbruchschutz (Kfw Förderung)

Mit KfW-Förderung sicherer wohnen

Das Wichtigste in Kürze

  • Wer seine Immobilie besser gegen Einbruch schützt, kann dafür einen zinsgünstigen Kredit oder Zuschuss von der staatlichen Förderbank KfW erhalten.
  • Voraussetzung für die KfW-Förderung ist, dass Sie sich genau an die Vorgaben der Bank halten. Für alle einbruchhemmenden Maßnahmen hat die KfW technische Mindestanforderungen festgelegt.
  • Beispiele für förderfähige Maßnahmen sind etwa der Einbau einbruchhemmender Haus- und Wohnungseingangstüren oder von Nachrüstsystemen für Fenster (wie Fensterschlösser und -griffe).
  • Für die Förderung des Einbruchschutzes hat die KfW kein eigenes Programm aufgelegt. Die Förderung läuft über die Programme KfW 455 (Altersgerecht Umbauen – Investitionszuschuss) oder KfW 159 (Altersgerecht Umbauen – Kredit).

So gehen Sie vor

  • Informieren Sie sich auf jeden Fall über die Förderprogramme der KfW, wenn Sie den Einbruchschutz Ihres Hauses oder Ihrer Wohnung verbessern wollen.
  • Falls ohnehin ein Umbau ansteht, sollten Sie erwägen, bei der Gelegenheit auch den Einbruchschutz zu verbessern. So können Sie mehrere Förderprogramme der KfW kombinieren.
  • Planen Sie zunächst auf dieser Grundlage ein Paket sinnvoller Maßnahmen zum Einbruchschutz.
  • Schalten Sie vor Beginn der Arbeiten einen Finanzierungspartner der KfW ein, wenn Sie einen KfW-Kredit beantragen möchten. Wir empfehlen den Gang zur Hausbank oder zu den Vermittlern Dr. Klein, Interhyp und Planethyp.
  • Einen Zuschuss für Maßnahmen zu Einbruchschutz können Sie dagegen direkt bei der KfW beantragen.

Ob eine Wohnung Ziel eines Einbruchs wird, hängt nicht nur vom Standort der Immobilie ab, sondern auch davon, wie leicht Einbrecher sich Zugang zur Wohnung verschaffen können. Fenster und Türen auszutauschen oder nachzurüsten, ist deshalb ein wirksames Mittel gegen Wohnungseinbrüche. Wer den Einbruchschutz seiner Wohnung verbessert, kann zinsgünstige Kredite und sogar Zuschüsse von der staatlichen Förderbank KfW erhalten. Wir empfehlen deshalb bei Investitionen in den Einbruchschutz einen Blick auf die Programme der KfW.

KfW
Förderprogramme zum Einbruchschutz

  • zinsgünstige Kredite und nicht rückzahlbare Zuschüsse
  • Förderung in den Programmen KfW 455 und KfW 159
  • maximale Darlehenshöhe beim Kredit 50.000 Euro
  • maximaler Zuschuss je Wohnung 1.500 Euro

So fördert die KfW den Einbruchschutz

Wer in einer Wohnung den Einbruchschutz verbessert oder umgebauten Wohnraum als Erster erwirbt, kann den Kredit KfW 159 beantragen. Je Wohnung finanziert die KfW Vorhaben zum Einbruchschutz bis zu 50.000 Euro.

Alternativ dazu übernimmt die KfW im Zuschuss-Programm KfW 455 einen Teil der Gesamtkosten. Den Zuschuss müssen Sie nicht zurückzahlen, er beträgt maximal 1.500 Euro und 10 Prozent der förderfähigen Kosten. Falls Sie den vollen Zuschuss beantragen möchten, müssen Sie also mindestens 15.000 Euro in einen verbesserten Einbruchschutz investieren.

Achtung: Im Jahr 2017 gibt es im KfW-Programm 455 nur noch die Zuschüsse für den verbesserten Einbruchschutz. Die Bundesmittel für Vorhaben zum Abbau von Barrieren sind bereits aufgebraucht.

Die KfW fördert sowohl den Austausch alter Bauelemente durch neuere mit besserem Einbruchschutz als auch den Einbau von Nachrüstsystemen. Zu den Einzelmaßnahmen zum Einbruchschutz gehören beispielsweise:

  • der Einbau einbruchhemmender Haus- und Wohnungseingangstüren,
  • der Einbau von Nachrüstsystemen für Haus- und Wohnungseingangstüren,
  • der Einbau von Nachrüstsystemen für Fenster, Balkon- und Terrassentüren sowie einbruchhemmender Gitter und Rollläden,
  • der Einbau von Einbruch- und Überfallmeldeanlagen wie Kamerasysteme und intelligente Türschlösser,
  • der Einbau von Assistenzsystemen wie Gegensprechanlagen, Bewegungsmelder und Notrufsystemen.

Details des Zuschuss- und des Kredit-Programms zum Einbruchschutz hat die Förderbank jeweils in eigenen Merkblättern (für Zuschuss und für Kredit) zusammengefasst. Die genauen technischen Anforderungen erläutert die KfW in eigenen Anlagen zum jeweiligen Merkblatt (für KfW-Einbruchschutz Zuschuss und für KfW-Einbruchschutz Kredit).

Die KfW unterstützt mit diesen Programmen nur Privatleute, unabhängig von deren Alter. Die Antragsteller müssen entweder Eigentümer eines Ein- oder Zweifamilienhauses (mit höchstens zwei Wohneinheiten) sein oder eine umgebaute Immobilie kaufen. Aber auch Wohnungseigentümergemeinschaften und Mieter können die Hilfen in Anspruch nehmen.

Bei KfW 455 gibt es 10 Prozent als Zuschuss

Die KfW übernimmt bei den Vorhaben im Rahmen des Programms 455 nur einen kleineren Teil der Kosten. Beim Einbruchschutz sind es 10 Prozent der förderfähigen Kosten bis maximal 1.500 Euro. Für den Einbau neuer Fenster oder Türen beispielsweise müssen Sie also 15.000 Euro ausgeben, um die maximale Förderung zu erhalten. Die Untergrenze für die förderfähigen Kosten liegt bei 500 Euro. In diesem Fall beträgt der Zuschuss also 50 Euro.

Den Zuschuss vergibt die KfW direkt

Den Zuschuss für die Maßnahmen zum Einbruchschutz können Sie direkt bei der KfW beantragen. Die Förderbank hat für diesen und andere Zuschüsse ein eigenes Zuschussportal eingerichtet. Wichtig ist, dass Sie erst mit den Arbeiten beginnen oder den Kaufvertrag unterschreiben, wenn Sie den Antrag bereits gestellt haben.

Liegt der Antrag bei der KfW vor, erhalten Sie entweder eine Sofort-Zusage oder eine Eingangsbestätigung, auf die dann zeitnah die Vertragsunterlagen folgen. Erst danach sollten Sie mit dem Vorhaben beginnen. Nach Abschluss der Arbeiten können Sie dann die Rechnung hochladen und die Auszahlung beantragen. Läuft alles nach Plan, so erhalten Sie den Zuschuss von der KfW so rechtzeitig, dass Sie damit auch gleich einen Teil der Handwerkerrechnung bezahlen können. Sie sollten aber in jedem Fall in der Lage sein, auch diesen Teil der Rechnung aus eigener Tasche zu bezahlen, falls sich die Auszahlung der KfW verzögert.

Ein Zuschuss ist für also für diejenigen Bauherren eine gute Lösung, die bereits Rücklagen für Modernisierungen und Umbauten angespart haben. Wer nicht auf Erspartes zurückgreifen kann oder möchte, sollte dagegen die Kredit-Variante wählen.

Mit KfW 159 zum Kredit für den Einbruchschutz

Den KfW-Kredit für Maßnahmen zum Einbruchschutz kann jeder Investor von förderfähigen Maßnahmen beantragen, also nicht nur Privatleute, sondern etwa auch Wohnungseigentümergemeinschaften, Wohnungsgenossenschaften und Körperschaften. Je Wohnung können bis zu 50.000 Euro beantragt werden. Das Programm KfW 159 (Kredit) lässt sich allerdings nicht mit Programm KfW 455 (Zuschuss) kombinieren.

Die folgende Tabelle zeigt die aktuellen Zinskonditionen für das Kredit-Programm KfW 159. Dabei handelt es sich um Annuitätendarlehen, also ein Darlehen, das Sie regelmäßig mit einer festen Rate aus Zins und Tilgung zurückzahlen. Ausnahme ist das Programm mit 10 Jahren tilgungsfreier Anlaufzeit. Hier zahlen Sie mit der Rate nur Zinsen und leisten keine Tilgung.

Zinskonditionen von KfW 159 - Einbruchschutz

Laufzeit in Jahren tilgungsfreie Anlaufzeit in Jahren     Zinsbindung in Jahren     Sollzins pro Jahr in Prozent     Effektivzins pro Jahr in Prozent
10 10     10     1,20     1,21
10 2     5     0,75     0,75
10 2     10     0,75     0,75
20 3     10     1,10     1,10
30 5     5     0,75     0,75
30 5     10     1,15     1,16

Quelle: KfW (Stand: 8. September 2017)

Grundregeln wie beim altersgerechten Umbau

Da die KfW die Maßnahmen zum Einbruchschutz im Rahmen des Programms Altersgerecht umbauen (Kredit) fördert, gelten die Grundregeln dieses Programms. Das heißt: Es gibt eine tilgungsfreie Anlaufzeit, während der Sie nur Zinsen zahlen. Welche Kombinationen möglich sind, zeigt die obige Tabelle.

Ist die Anlaufzeit tilgungsfrei, sind Kreditnehmer also etwas flexibler in der ersten Phase des Kredits, weil die Raten ohne den Tilgungsanteil geringer ausfallen. Wir raten jedoch, einen so kurzen Zeitraum wie möglich tilgungsfrei zu halten. Je später Sie mit der Tilgung beginnen, umso mehr Zinsen zahlen Sie bis zur letzten Rate.

Bei der Zinsbindung bietet die KfW fünf oder zehn Jahre an. Die Zinssätze für die kürzere Zinsbindung liegen unter denen für zehn Jahre. Eine kurze Zinsbindung kann allerdings dazu führen, dass Sie bei der Anschlussfinanzierung in wenigen Jahren deutlich schlechtere Konditionen erhalten, denn die Zinsen können bis dahin deutlich steigen. Das Prolongationsangebot für diese zweite Zinsphase macht die KfW über den Finanzierungspartner.

Da die Laufzeit des KfW-Kredits mit bis zu 30 Jahren deutlich länger ist als die Zinsbindung, empfiehlt es sich also, längere Zinsbindungen zu wählen.

Eine Möglichkeit zur kostenlosen Sondertilgung bietet das Programm zum Einbruchschutz und altersgerechten Umbau nicht. Wer das Darlehen vorzeitig ganz oder teilweise zurückzahlen möchte, sollte bis zum Ende der Zinsbindung warten. Lösen Sie den Kredit innerhalb der Festzinsphase ab, fällt eine Vorfälligkeitsentschädigung an.

Antragstellung und Nachweise laufen über Vermittler

Den Kredit für Vorhaben zum Einbruchschutz können Sie nicht direkt bei der KfW stellen. Denn die Förderbank vergibt ihre Kredite nur über Finanzierungspartner. Das kann Ihre Hausbank oder Sparkasse sein, aber auch ein Vermittler von Baukrediten. Wir empfehlen Ihnen bei Vermittlern den Gang zu Dr. Klein*, Interhyp und Planethyp. Allerdings kann es dort, wie auch bei der Hausbank, schwierig werden, einen Kredit für Beträge unterhalb von 50.000 Euro zu erhalten. Ansonsten gelten gerade für größere Umbauten dieselben Grundsätze der Baufinanzierung wie beim Bau oder Kauf einer Immobilie.

Nach Abschluss der Arbeiten müssen Sie nachweisen, dass Sie die technischen Vorgaben umgesetzt und eingehalten haben. Dazu gibt es von der KfW eine eigene Fachunternehmerbestätigung für Maßnahmen zum Einbruchschutz.

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Artikel verfasst von

Dirk Eilinghoff

Finanztip-Experte für Bankprodukte

Als Teamleiter Bankprodukte ist Dirk Eilinghoff bei Finanztip für die Themen Geldanlage und Altersvorsorge zuständig. Erfahrungen in diesem Bereich bringt er mit aus seiner Arbeit als selbstständiger Finanz- und Honorarberater. In früheren Jahren leitete der studierte Historiker und Diplom-Kaufmann gemeinnützige Projekte bei der Bertelsmann Stiftung und der Körber-Stiftung.