Kfz-Versicherung Fahranfänger

So sparen junge Fahrer bei der Autoversicherung

Das Wichtigste in Kürze

  • Fahranfänger und junge Fahrer zahlen die höchsten Versicherungsbeiträge.
  • Für Fahranfänger ist es am günstigsten, das Auto als Zweitwagen über die Eltern zu versichern.
  • Die Übernahme schadenfreier Jahre von Verwandten lohnt sich für junge Fahrer, die schon einige Jahre einen Führerschein besitzen. Auch von Motorrädern oder Rollern können sie Schadenfreiheitsklassen übernehmen.
  • Bei Telematik-Tarifen bekommen junge Autofahrer Rabatte auf Ihre Kfz-Versicherung, je nachdem wie sicher sie im Straßenverkehr unterwegs sind.
  • Wer mit 17 Jahren am Begleiteten Fahren teilnimmt, profitiert davon auch in den Folgejahren. Die Versicherungen gewähren für die zusätzliche Fahrerfahrung beim Beitrag einen Rabatt.
  • Die Versicherungsprämie für klassische Fahranfänger-Autos ist wegen der Typklasse häufig besonders teuer.

So gehen Sie vor

  • Wählen Sie möglichst ein Auto, das kein klassisches Fahranfänger-Auto ist.
  • Prüfen Sie, ob eine Versicherung über Ihre Eltern oder die Übernahme der Schadenfreiheitsklasse von Verwandten möglich und sinnvoll ist.
  • Lesen Sie unseren allgemeinen Ratgeber zu Kfz-Versicherungen.
  • Machen Sie immer zwei Vergleiche. Nutzen Sie dafür mindestens ein Vergleichsportal. Auch der Vergleich mit dem Preis eines Direktversicherers kann sinnvoll sein.
  • Wir empfehlen die Vergleichsportale Check24 und Verivox. Nicht ganz so gut, aber immer noch empfehlenswert ist autoversicherung.de.
  • Die günstigen Direktversicherer, die nicht auf den Portalen vertreten sind und bei denen sich der Vergleich auch lohnt, sind vor allem Hannoversche Direkt und Huk24.
  • Fragen Sie nach, ob Sie über den Hersteller des Autos eine günstigere Versicherung bekommen können.
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Endlich: Der Führerschein ist geschafft, und das erste eigene Auto steht vor der Tür. Dann der Schock, wenn der Blick auf den Beitrag für die Kfz-Versicherung fällt. Ganz schön teuer. Doch die Prämie muss gar nicht so hoch sein. Denn es gibt ein paar Tricks, mit denen Fahranfänger und junge Fahrer, die zum ersten Mal ein Auto versichern, ohne großen Aufwand Geld sparen können. 

Fahranfänger zahlen die höchsten Beiträge

Fahranfänger zahlen die höchsten Beiträge für die Kfz-Versicherung. Denn die Versicherungsprämie richtet sich nach dem individuellen Schadensrisiko – und das ist bei jungen Fahrern besonders hoch. Sie sind noch relativ unerfahren, schätzen Situationen im Straßenverkehr oft falsch ein und sind vergleichsweise häufig angetrunken unterwegs. Das sind keine Vorurteile, sondern statistische belegbare Tatsachen.

Junge Fahrer verunglücken mehr als doppelt so häufig im Straßenverkehr wie der Rest der Bevölkerung. Sind Fahranfänger auf das Auto der Eltern mitversichert, verdoppelt sich die Prämie in Durchschnitt, ergab eine Finanztip-Studie.

Was Sie über Schadenfreiheitsklassen wissen sollten

Um die Prämienhöhe zu berechnen, achten die Versicherer vor allem auf die Erfahrung der Fahrer und auf die Wahrscheinlichkeit, dass sie einen Unfall verursachen. Das wird in Form der sogenannten Schadenfreiheitsklassen (SF-Klassen) ausgedrückt. Das Prinzip ist einfach: Sie starten mit SF-Klasse 0 und steigen mit jedem unfallfreien Jahr eine Stufe auf. Bei Stufe 35 ist derzeit Schluss.

Wer nach einem Unfall die Versicherung in Anspruch nimmt, fällt wieder um einige Stufen zurück. Wie viele, lässt sich der Police entnehmen. Mit jeder höheren Stufe sinkt der Beitragssatz – um wie viel, das hängt vom Versicherer ab. Der Beitrag in den niedrigen Klassen fällt dabei stärker als später in den hohen Schadenfreiheitsklassen. Die folgende Tabelle zeigt den Verlauf der Beitragsprozentsätze bei der Huk-Coburg.

Fahranfänger in der Klasse 0 starten bei der Huk-Coburg mit einem Prozentsatz von 95. Schon in Schadenfreiheitsklasse 1 werden nur noch 60 Prozent Beitrag fällig. Mit dem Start in der SF-Klasse 0 zahlen Fahranfänger also deutlich mehr als ein durchschnittlicher Kfz-Versicherter. Als Führerschein-Neuling sollten Sie daher unbedingt versuchen, die Einstufung in die SF-Klasse 0 zu umgehen. Die beste Möglichkeit ist die Versicherung des Autos über die Eltern als Zweitwagen.

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Tipp 1: Das Auto als Zweitwagen der Eltern versichern

Am einfachsten und billigsten ist es, wenn Eltern ein Auto als Zweitwagen versichern und den Fahranfänger als Fahrer eintragen. Alternativ lässt sich das Auto auch über die Großeltern oder andere Verwandte versichern. Meist ist die Versicherung über die Eltern aber die günstigste Variante. Die Prämie für den Erstwagen der Eltern verteuert sich dadurch nicht.

Versicherungen stufen einen Zweitwagen mindestens in Schadenfreiheitsklasse ½ ein. Oft gewähren sie sogar eine noch höhere Klasse. Eine Autoversicherung über die Eltern hat noch weitere Vorteile: Diese haben in der Regel bessere versicherungstechnische Werte, weil sie etwa Immobilien besitzen oder einen bestimmten Beruf ausüben. Dafür gewähren die Anbieter in der Regel weitere Rabatte. So fällt die Prämie niedriger aus, als wenn der Fahranfänger sich selbst versichern würde.

Im folgenden Beispiel reduziert sich der Versicherungsbetrag für die Haftpflichtversicherung eines VW Polo für eine Fahranfängerin von 1.128 Euro beim günstigsten Versicherer auf 826 Euro – wenn sie ihr Auto als Zweitwagen über ihren Vater versichert hätte. Meist lassen sich mit dieser Variante mehrere Hundert Euro sparen.

selbst versichert Preis Versicherung über den Vater als Zweitwagen Preis
Huk24 Classic 1.128 € VHV Klassik-Garant 826 €
Huk-Coburg Classic 1.219 € Huk24 Classic 914 €
Feuersozietät Vario 1.284 € DEVK Komfort-Schutz 943 €

Annahme: VW Polo 1.2, Bj. 2008, PLZ: 72793, Versicherungsbeginn 1. Juli 2016, ausschließlich private Nutzung, Haftpflicht. Vater: Geburtsjahr 1966, Angestellter. Tochter: Geburtsjahr 1998, kein Begleitetes Fahren. Preise gerundet.
Quelle: Finanztip-Berechnung, Nafi-Auto (Stand: 13. Juli 2016)

Eltern müssen sich übrigens keine Sorgen machen, dass sich ihre SF-Klasse für den Erstwagen verschlechtert, wenn das Kind mit dem Zweitwagen einen Unfall baut. Die Rückstufung erfolgt in diesem Fall nur für den Zweitwagen.

Tipp 2: Familientarife nutzen

Nicht alle Eltern wollen das Auto ihres Kindes als Zweitwagen versichern. Ist das bei Ihnen der Fall, können Sie alternativ eine Familienversicherung nutzen. Viele Versicherer bieten jungen Fahrern die Möglichkeit, mit einer besseren Schadensklasse als 0 zu starten, wenn die Eltern ihr Auto beim selben Unternehmen versichert haben.

Bei dieser Variante versichern Sie sich selbst. Dies ist in aller Regel teurer als die Zweitwagenversicherung über Ihre Eltern. Sie können damit aber immer noch sparen.

Familientarife gibt es unter anderem bei den Versicherern HDI, Axa, DA Direkt, ADAC und R+V24. Sie stufen den Fahranfänger also mindestens in SF-Klasse ½ ein, wenn auch die Eltern ein Auto beim jeweiligen Unternehmen versichert haben. Andere Anbieter haben spezielle Spar-Tarife für Fahranfänger, wie beispielsweise die Aachen Münchener.

Diese Familientarife können Sie nicht bei Vergleichsrechnern wie Check24 berechnen lassen. Sie müssen direkt beim Versicherer Ihrer Eltern anfragen.

Tipp 3: Am Begleiteten Fahren teilnehmen

Gut die Hälfte aller Fahrschüler machte 2015 laut Kraftfahrbundesamt den Lappen bereits mit 17 Jahren. Diese Fahranfänger, die am Begleiteten Fahren teilnehmen, verursachen statistisch gesehen weniger Unfälle – schließlich sitzen die Eltern auf dem Beifahrersitz und passen auf. In einer Stichprobe haben wir die Prämie für eine Kfz-Versicherung für drei verschiedene Szenarien durchgerechnet: der Fahranfänger benutzt im ersten Fall das Auto der Eltern, im zweiten einen Zweitwagen der Eltern und im dritten Fall ein eigenes Auto.

So kostet die Versicherung in der Stichprobe für das erste Jahr nach dem Führerschein beim Begleiteten Fahren im Schnitt 31 Prozent weniger als nach dem Erwerb der Fahrerlaubnis mit 18 Jahren. Besonders hoch ist die Ersparnis, wenn der Führerschein-Neuling auf ein Auto der Eltern angemeldet wird. Dann spart die Familie sogar gut 38 Prozent gegenüber dem Führerschein mit 18 Jahren.

Ersparnis durch ein Jahr Begleitetes Fahren

Fahranfänger fährt das…       Fahranfänger mit 17 im Vergleich zu Fahranfänger mit 18 18-Jähriger mit einem Jahr Fahrpraxis im Vergleich zu Führerschein mit 18 20-Jähriger mit vier Jahren Fahrpraxis im Vergleich zu drei Jahren Fahrpraxis
Auto der Eltern       -38 % -10 % -6 %
Zweitwagen der Eltern       -37 % -12 % -5 %
eigene Auto       -18 % -20 % -10 %
gesamt       -31 % -14 % -7 %

Quelle: Finanztip-Berechnung (Stand: Juli 2016)

Auch in den folgenden Jahren schlägt sich unserer Untersuchung zufolge das zusätzliche Jahr Fahrpraxis in günstigeren Prämien nieder. Darf der 18-Jährige nach einem Jahr ohne Begleitung der Eltern fahren, kostet die Kfz-Versicherung im Schnitt 14 Prozent weniger, als wenn der 18-Jährige ohne Fahrpraxis loslegen würde.

Besonders beim eigenen Auto spart der 18-Jährige durch Erfahrung. 20 Prozent Rabatt gewähren Anbieter im Schnitt. Wer den Wagen nur mit einer Haftpflicht absichert, spart in der Finanztip-Stichprobe sogar knapp ein Viertel der Prämie. Wer sich schon früh selbst ein Auto anschaffen möchte, sollte mit 17 Jahren noch den Wagen der Eltern benutzen und sich erst danach ein eigenes Auto zulegen. Nach den Finanztip-Berechnungen zahlt sich der Führerschein mit 17 dann aus, obwohl ein Jahr früher Kosten für die Versicherung anfallen. Mehr zu unserem Vorgehen bei der Stichprobe erfahren Sie am Ende dieses Textes.

Tipp 4: SF-Klassen aus dem Vertrag der Eltern mitnehmen

Wer sich nach einigen Jahren Fahrpraxis selbst versichern möchte, kann die schon erworbenen SF-Klassen aus dem Zweitwagenvertrag der Eltern übernehmen. Er startet dann nicht mit SF-Klasse 0.

Geben Sie beim Abschluss der neuen Versicherung an, dass Sie den Schadenfreiheitsrabatt Ihrer Eltern übernehmen wollen. Der versicherte Elternteil muss dieser Übernahme schriftlich zustimmen. Sie starten dann bei der neuen Versicherung mit den schadenfreien Jahren aus dem Zweitwagenvertrag. Dabei können Sie auch zu einem neuen Versicherer wechseln und müssen nicht beim vorherigen Versicherungsunternehmen bleiben.

Klären Sie unbedingt vorher mit dem Versicherer der Eltern, unter welchen Voraussetzungen eine Übertragung möglich ist. Viele sind in dieser Hinsicht unkompliziert. Einige Anbieter erlauben aber nicht immer die Abgabe von Schadenfreiheitsklassen.

Tipp 5: SF-Klassen von Verwandten übernehmen

SF-Klassen können Sie in der Regel auch von Verwandten und Lebenspartnern übernehmen. Diese Variante lohnt sich vor allem für Fahrer, die schon etliche Jahre einen Führerschein haben, aber noch nie eine eigene Autoversicherung besaßen. Fragen Sie bei Ihren Verwandten nach, ob sie in letzter Zeit ein Fahrzeug abgemeldet haben oder es planen. Besonders lohnt sich das, wenn die Großeltern nicht mehr Auto fahren können oder wollen und Ihnen ihren hohen Rabatt abtreten können. Nicht alle, aber viele Versicherer gewähren diesen Übertrag.

Bei der Übernahme eines Schadenfreiheitsrabatts verliert der alte Versicherungsnehmer alle seine SF-Klassen in diesem Vertrag. Das lohnt sich also nur, wenn ein Vertrag nicht mehr benötigt wird. Wenn sich zum Beispiel eine 83-jährige Fahrerin aus Ihrer Verwandtschaft entschließt, zukünftig aufs Autofahren zu verzichten, könnten Sie das für sich nutzen und die schadenfreien Jahre der Verwandten übernehmen. Es können nur so viele schadenfreie Jahre übertragen werden, wie der Empfänger bereits den Führerschein besitzt.

Beispiel

Ein 25-jähriger Fahrer, der mit 18 Jahren den Führerschein gemacht hat, kann maximal sieben SF-Klassen übernehmen. Im Alter von 21 Jahren erwarb er sein erstes Auto und versicherte es als Zweitwagen über seine Eltern. Aus diesem Vertrag kann er also vier schadenfreie Jahre übernehmen.

Falls gleichzeitig aber die Möglichkeit besteht, mehr als vier SF-Klassen aus dem Vertrag eines Verwandten zu übernehmen, ist diese Variante günstiger für ihn.

Das Beispiel zeigt: Sie können nur so viele Klassen übernehmen, wie Sie selbst erreicht hätten, wenn Sie direkt nach Bestehen der Führerscheinprüfung ein Auto selbst versichert hätten. Die SF-Klassen können Sie meist noch sechs bis zwölf Monate nach der Abmeldung einer Kfz-Versicherung übernehmen. Prüfen Sie deswegen auch, ob in Ihrer Verwandtschaft vor einiger Zeit Fahrzeuge abgemeldet wurden.

Tipp 6: SF-Klassen von Rollern und Motorrädern nutzen

Sie können nicht nur die SF-Klassen von einem Auto auf das andere übertragen, sondern auch von Motorrädern und Rollern auf ein Auto. Dabei muss es sich mindestens um einen Roller ab 50 Kubikzentimeter handeln. Vielleicht hatten sogar die Eltern vor einigen Jahren ein Motorrad oder Ähnliches versichert, so dass Sie nun den Rabatt übernehmen können.

Übernahme der SF-Klasse möglich Übernahme der SF-Klassen nicht möglich
Leichtkrafträder (50 – 125 ccm), Krafträder, Pkw, Campingfahrzeuge Kleinkrafträder (bis 50 ccm)

Achtung: Wenn Sie den Schadenfreiheitsrabatt von Ihrem eigenen Motorrad übertragen, geht die Einstufung dort verloren und Sie beginnen wieder mit der SF-Klasse 0. Rechnen Sie das trotzdem durch und vergleichen Sie beide Möglichkeiten.

Tipp 7: Telematik-Tarife berücksichtigen sicheres Fahren

Mit Telematik-Tarifen bieten Autoversicherer Rabatte für einen sicheren Fahrstil. Eine App auf dem Smartphone oder eine Telematik-Box wertet beispielsweise Beschleunigung, Bremsverhalten und Geschwindigkeit aus. Bei perfekter Fahrweise können Fahranfänger theoretisch so bis zu 40 Prozent sparen – je nach Anbieter. Doch die maximalen Rabatte erreicht selbst ein erfahrener Autofahrer kaum. Auch weil oft schwer beeinflussbare Faktoren mit in den Punktestand einfließen, wie Fahrten in größeren Städten.

Trotzdem kann der Telematik-Rabatt den Nachteil der fehlenden Schadensfreiheitsklasse bei jungen Fahrern zumindest abfedern. Achten Sie daher bei der Suche nach einer günstigen Autoversicherung auch darauf, ob Sie den Tarif mit Telematik kombinieren können. Wie Sie dabei vorgehen erfahren Sie im Ratgeber Telematik.

Sie sollten sich aber bewusst sein, dass Sie mit Telematik eine Vielzahl Ihrer Fahrdaten an die Versicherung weitergeben. Diese wertet die Daten jedoch anonymisiert aus.

Tipp 8: Kein typisches Fahranfängerauto wählen

Wählen Sie kein typisches Fahranfängerauto. Solche Modelle sind häufiger in Unfälle verwickelt, und deshalb verlangen die Versicherer höhere Prämien dafür. Autos werden in verschiedene Typklassen eingestuft. Sie reichen in der Haftpflichtversicherung von 10 bis 25. Je höher die Typklasse, desto höher das Schadensrisiko und desto höher die Versicherungsprämie. Dabei hängt die Typklasse eines Modells von vielen Faktoren ab, zum Beispiel vom jeweiligen Baujahr und der Motorisierung.

Prüfen Sie vor einem Autokauf auf autoampel.de oder auf den Seiten des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtchaft (GDV) die jeweilige Typklasse Ihres Autos und vergleichen Sie diese mit ähnlichen Fahrzeugen. Achten Sie besonders auf die genaue Typbezeichnung Ihres Autos, denn es unterscheiden sich beispielsweise die Typklassen eines Golf IV um bis zu vier Stufen, je nach PS-Zahl und Baujahr.

Tipp 9: Keine Kaskoversicherung für sehr alte Autos

Eine Haftpflichtversicherung ist für jedes Auto in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben. Kaskoversicherungen hingegen sind freiwillig. Der Abschluss einer Vollkaskoversicherung hat bei älteren Autos mit geringem Restwert keinen Sinn. Sie lohnt sich meist nur, wenn das Auto jünger als fünf Jahre ist. Beim Abschluss einer Teilkaskoversicherung sollten Sie vor allem drei Faktoren beachten: den Restwert Ihres Autos, den Preis der Teilkaskoversicherung und die Frage, ob Sie in finanzielle Schwierigkeiten kommen, falls Sie das Auto nach einem Unfall nicht mehr nutzen können.

Vergleichen Sie Angebote mit und ohne Teilkaskoversicherung. Und wägen Sie ab, ob die zusätzlichen Kosten in einem vertretbaren Verhältnis zum Restwert Ihres Autos stehen. Beachten Sie dabei auch, dass eine Teilkaskoversicherung in der Regel nur für folgende Schadensfälle aufkommt:

  • Diebstahl,
  • Brand, Explosion,
  • Sturm, Hagel, Überschwemmung,
  • Zusammenstöße mit Haarwild.

Ihr Weg zur günstigsten Autoversicherung

Um die günstigste Autoversicherung zu finden, sollten Sie sich nicht auf einen Anbieter allein verlassen. Unser großer Portaltest hat ergeben, dass Sie am besten mehrere Vergleiche kombinieren. Denn Vergleichsportale listen nicht alle Versicherungen. Und günstige Direktversicherer ziehen sich zunehmend von den Portalen zurück.

Vergleichen Sie am besten auf zweien der empfohlenen Portale: Verivox, Check24 oder autoversicherung.de. Zusätzlich können Sie auch bei der Hannoverschen Direkt oder bei der Huk24 Preise abfragen. Damit erhalten Sie in allen Fällen ein sehr gutes Ergebnis und können auch direkt eine Police abschließen. Wie Sie die Vergleichsportale richtig einstellen, erklären wir in unserem Ratgeber zum Wechsel der Kfz-Versicherung.

Check24
Vergleich Kfz-Versicherungen

  • geringe durchschnittliche Abweichung im Test
  • laut eigener Angabe 61 Versicherer im Angebot
  • Abschlussmöglichkeit direkt auf Portal
  • deckt nicht den gesamten Markt ab
  • ganz oben angezeigtes Ergebnis ist „Maklerempfehlung“

Verivox
Vergleich Kfz-Versicherungen

  • geringe durchschnittliche Abweichung im Test
  • laut eigener Angabe 54 Versicherer im Angebot
  • Abschluss direkt auf dem Portal möglich
  • bietet nur Tarife mit erhöhter Deckungssumme an
  • deckt nicht den gesamten Markt ab
  • oberster angezeigter Tarif ist Werbung

autoversicherung.de
Vergleich Kfz-Versicherungen

  • Abschlussmöglichkeit direkt beim Anbieter
  • aufwendige Dateneingabe
  • keine Support-Hotline
  • hohe maximale Abweichung im Test
  • laut eigener Angabe 24 Versicherer im Angebot
autoversicherung.de

Die Hannoversche und Huk24 bieten sowohl günstige als auch gute Tarife an. Bei ihnen erfüllen alle Voreinstellungen des Tarifrechners die Finanztip-Mindestanforderungen an einen guten Tarif. Wer weniger Schutz will, muss dies aktiv anwählen.

Hannoversche Direkt
Kfz-Versicherung

  • günstige Tarife
  • Abschlussmöglichkeit direkt beim Anbieter
  • einfache Preisabfrage
  • alle Voreinstellungen erfüllen die Finanztip-Mindestanforderungen
  • nicht mehr auf den empfohlenen Vergleichsportalen vertreten
  • zusätzlicher Vergleich auf Vergleichsportal sinnvoll
Hannoversche Direkt

Huk24
Kfz-Versicherung

  • günstige Tarife
  • Abschlussmöglichkeit direkt beim Anbieter
  • einfache Preisabfrage
  • alle Voreinstellungen erfüllen die Finanztip-Mindestanforderungen
  • nicht mehr auf Vergleichsportalen vertreten
  • zusätzlicher Vergleich auf Vergleichsportal sinnvoll
  • keine Support-Hotline

Sie können mit den Portalen nicht gleichzeitig Angebote für mehrere Fahrzeuge abrufen. Falls Sie also die Beiträge für mehrere Autos berechnen wollen, um eine Familienversicherung abzuschließen, müssen Sie sich die Angebote individuell von Ihrem Versicherer einholen.

So haben wir gerechnet

Für unsere Stichprobe „Führerschein mit 17“ im Juli 2016 haben wir Preise für neun verschiedene Fahrerprofile erhoben. Drei waren auf das Auto der Eltern versichert, drei versicherten einen Zweitwagen über die Eltern und drei Fahrer versicherten ein eigenes Auto. Für alle Profile haben wir auf dem Portal Nafi-Auto Preise abgefragt. Dabei haben wir das Alter variiert und Preise für Fahrer im Alter zwischen 17 und 21 Jahren ermittelt – jeweils mit der Option Führerschein mit 17 oder Führerschein mit 18 Jahren.

Anhand der zehn günstigsten Ergebnisse pro Abfrage haben wir Durchschnittswerte und Abweichungen errechnet. Die obige Tabelle ist ein Auszug aus den Ergebnissen.

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Annika Krempel

Finanztip-Expertin für Versicherungen

Annika Krempel ist Redakteurin im Team Versicherung und Vorsorge. Nach ihrem Diplom in Politikwissenschaften absolvierte sie ein Volontariat für Wirtschafts- und Verbraucherjournalisten. Sie sammelte unter anderem Erfahrungen in den Redaktionen von ZDF WISO, RBB Inforadio sowie der Stiftung Warentest. Die verbraucherpolitische Arbeit lernte sie beim Verbraucherzentrale Bundesverband kennen.

Finanztip-Redaktion

Die Experten für Verbraucherfinanzen

Die Finanztip-Redaktion besteht aus einem Team von Experten, die völlig unabhängig für Sie recherchieren, damit Sie die beste Entscheidung treffen können. Die Experten arbeiten in den Teams Bank & Geldanlage, Versicherung & Vorsorge, Recht & Steuern sowie Energie/Reise/ Mobilität & Medien. Bei der Wahl der Zeitschrift „Wirtschaftsjournalist“ zur Wirtschaftsredaktion des Jahres belegte die Redaktion 2015 den zweiten Platz.