Mallorca-Police

Haftpflicht für den Mietwagen im Ausland

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Mallorca-Police erhöht die Haftpflicht-Versicherungssumme für einen Mietwagen im Ausland auf deutsches Niveau.
  • Viele Kfz-Versicherungen haben den Schutz bereits in der normalen Police eingeschlossen.
  • Besitzen Sie kein Auto, können Sie die Mallorca-Police separat abschließen.
  • In der EU wurden die gesetzlich vorgeschriebenen Versicherungssummen nach einer EU-Verordnung 2012 erhöht.
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Wenn Sie im Ausland einen Leihwagen mieten, richtet sich Ihr Versicherungsschutz dort grundsätzlich nach den Vorschriften des Urlaubslandes. Für die Kfz-Haftpflichtversicherung gelten in manchen Ländern sehr niedrige Deckungssummen, die besonders bei Personenschäden kaum ausreichen. Falls Sie einen Unfall verursachen und die versicherte Summe dafür nicht ausreicht, müssten Sie den Rest selbst bezahlen. Damit das nicht passiert, können Sie eine sogenannte Mallorca-Police abschließen. Das ist eine Zusatzversicherung für Mietwagen in bestimmten Regionen. Durch den Zusatz ist der Mietwagen entweder mit der gleichen Versicherungssumme wie das heimische Auto haftpflichtversichert oder zumindest mit der in Deutschland gesetzlich vorgeschriebenen Summe. Der offizielle Name ist „Versicherung für den Gebrauch fremder, versicherungspflichtiger Fahrzeuge“. Mit weltweiter Gültigkeit, zum Beispiel in den USA, heißt der Schutz „Traveller-Police“.

Versicherungssumme auf deutschem Niveau

Auch wenn der Name es nahelegt, ist diese Zusatzversicherung keinesfalls auf Mallorca oder Spanien beschränkt, sondern gilt im geografischen Europa. Also zum Beispiel auch im europäischen Teil der Türkei oder Russlands. Während in Deutschland eine Versicherungssumme von mindestens 7,5 Millionen Euro bei Personenschäden vorgeschrieben ist, liegt sie in manch einem Urlaubsland weit darunter. Gerade in Ländern außerhalb der EU sollten Sie auf die Höhe der Deckungssumme schauen. Achten Sie nicht nur auf die Bedingungen der Kasko-Versicherung, sondern unbedingt auch auf die Haftpflicht.

Auch in den USA ist diese meist sehr niedrig. Dagegen haben die Staaten der Europäischen Union ihre gesetzlich vorgeschriebenen Versicherungssummen nach einer EU-Verordnung erhöht. Darin sind mindestens 1 Million Euro pro Opfer oder insgesamt 5 Millionen für Personenschäden und 1 Millionen Euro für Sachschäden vorgeschrieben. Vor dem Urlaub sollten Sie daher prüfen, ob eine Zusatzversicherung erforderlich ist.

Ein Blick in die Versicherungsbedingungen des Mietwagenverleihers lohnt sich zusätzlich. Oft sind die Versicherungssummen im Vertrag höher angesetzt als das gesetzliche Mindestniveau.

Autobesitzer haben in ihrer eigenen Autohaftpflicht oft schon die Mallorca-Erweiterung drin, die auch den Mietwagen versichert. In einer Finanztip-Studie zeigt sich, dass nur in wenigen Basis-Tarifen der Schutz fehlt. Sollte das auch bei Ihrem Tarif der Fall sein, lohnt sich häufig ein Vergleich der Kfz-Versicherung. Möglicherweise bietet eine andere Gesellschaft einen günstigeren Tarif mit besseren Bedingungen an. Ohne eigenes Auto kommen Sie über einen Autoclub oder eine Versicherung an die Police.

Gesetzliche Mindestdeckungssummen

Land Personenschäden in Euro Sachschäden in Euro insgesamt Mallorce-Police sinnvoll
Albanien 140.000 pro Person, insgesamt 360.000 71.000 pro Unfall   ja
Andorra     50 Mio.  
Belgien unbegrenzt 100 Mio. pro Unfall    
Bulgarien 1,0 Mio pro Person, insgesamt 5.1 Mio. 1,0 Mio. pro Unfall   ja
Bosnien Herzegovina 0,5 Mio. insgesamt 180.000 pro Unfall   ja
Dänemark 15,3 Mio. insgesamt 3,1 Mio. pro Unfall    
Deutschland 7,5 Mio insgesamt 1,12 Mio. pro Unfall    
Estland 5,6 Mio. insgesamt 1,2 Mio. pro Unfall    
Finnland unbegrenzt 3,3 Mio. pro Unfall    
Frankreich unbegrenzt 1,12 Mio. pro Unfall    
Griechenland 1 Mio. pro Person 1 Mio. pro Unfall   ja
Iran 72.500 pro Person 1.800 pro Unfall   ja
Irland unbegrenzt 1,12 pro Unfall    
Island 6,6 Mio. pro Unfall 960.000 pro Unfall    
Israel unbegrenzt keine gesetzlich vorgeschriebene Versicherung    
Italien 5 Mio. pro Unfall 1 Mio. pro Unfall    
Kroatien 5,6 Mio. pro Unfall 1,12 Mio. pro Unfall    
Lettland 5 Mio. pro Unfall 1 Mio. pro Unfall    
Liechtenstein 5,6 Mio. pro Unfall 1,12 Mio. pro Unfall    
Litauen 5 Mio. pro Unfall 1 Mio. pro Unfall    
Luxemburg unbegrenzt unbegrenzt    
Malta 2,5 Mio. pro Unfall 500.000 pro Unfall   ja
Marokko     930.000 pro Unfall ja
Mazedonien 675.000 pro Unfall 338.000 pro Unfall   ja
Moldawien 52.000 pro Person, 260.000 insgesamt 51.900 pro Unfall   ja
Montenegro 250.000 pro Unfall 100.000 pro Unfall   ja
Niederlande 5,6 Mio. pro Unfall 1,12 Mio. pro Unfall    
Norwegen unbegrenzt 1,2 Mio. pro Unfall    
Polen 5 Mio. pro Unfall 1 Mio. pro Unfall    
Portugal 5 Mio. pro Unfall 1 Mio. pro Unfall    
Rumänien 5 Mio. pro Unfall 1 Mio. pro Unfall    
Russland 8.000 pro Person 6.500 pro Beteiligtem   ja
Schweden     32 Mio. pro Unfall  
Serbien 1 Mio. pro Unfall 200.000 pro Unfall   ja
Slowakei 5 Mio. pro Unfall 1 Mio. pro Unfall    
Slowenien 5 Mio. pro Unfall 1 Mio. pro Unfall    
Österreich 5,8 Mio. pro Schadensfall 1,2 Mio. pro Unfall    
Schweiz     4,8 Mio. pro Unfall ja
Spanien 70 Mio. insgesamt 15 Mio. pro Unfall    
Tschechien 1,3 Mio. pro Person 1,3 Mio. pro Unfall   ja
Türkei 100.000 pro Person, 515.000 pro Unfall 10.300 pro Beteiligtem, 20.600 pro Unfall   ja
Tunesien unbegrenzt unbegrenzt    
Ungarn 5,3 Mio. pro Unfall 1,7 Mio. pro Unfall    
Ukraine 4.000 pro Person, insgesamt unbegrenzt 2.000 pro Beteiligtem, insgesamt unbegrenzt   ja
Vereinigtes Königreich unbegrenzt 1,36 Mio. pro Unfall    
Weißrussland 10.000 pro Person 10.000 pro Beteiligtem   ja
Zypern 33,54 Mio. insgesamt 1,12 Mio. pro Unfall    

Quelle: Council of Bureaux, (Stand: 2. April 2015). Beträge sind in Euro, teilweise gerundet. Umrechnungskurse der Nationalbanken.

Mehr zur Kfz-Versicherung in unserem Ratgeber

Annika Krempel
von Finanztip,
Expertin für Versicherungen

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Empfohlene Vergleichsportale und Anbieter:

Grüne Karte auf Auslandsreisen mitnehmen

In den meisten europäischen Ländern ist die Grüne Karte zum Nachweis der Kfz-Haftpflichtversicherung nicht mehr erforderlich. Trotzdem sollten Sie die Grüne Karte mitführen: In einigen Ländern besteht die Polizei nach einem Unfall noch immer auf den Nachweis. Das gilt insbesondere in Italien und den neuen EU-Staaten. Prüfen Sie vor Reisebeginn, ob Ihre Grüne Karte noch gilt. Sie muss unterschrieben sein, damit sie gültig ist.

Fallstricke gibt es bei der Anmietung eines Autos im Urlaub viele. In unserem Ratgeber Mietwagen lesen Sie, wie Sie sie umgehen.

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Community
Die letzten Beiträge zu dieser Diskussion:
Verstanden. Vielen Dank.
4. Oktober 2016 zum Beitrag
Der November ist aber nur wichtig, wenn der Autobesitzer seine Versicherung wechseln will. Kommt es zu einem Besitzerwechsel (idR durch Verkauf) dann endet die Versicherung automatisch. WEnn du also ...
30. September 2016 zum Beitrag
Vielen Dank, trumpet.
November-Hinweis, ganz einfach dahingehend, da ich ein Kind der Werbung bin und Ende November hier der Stichtag für einen Wechsel der Versicherung ist. Ich hab es bisher ...
28. September 2016 zum Beitrag
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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Annika Krempel

Finanztip-Expertin für Versicherungen

Annika Krempel ist Redakteurin im Team Versicherung und Vorsorge. Nach ihrem Diplom in Politikwissenschaften absolvierte sie ein Volontariat für Wirtschafts- und Verbraucherjournalisten. Sie sammelte unter anderem Erfahrungen in den Redaktionen von ZDF WISO, RBB Inforadio sowie der Stiftung Warentest. Die verbraucherpolitische Arbeit lernte sie beim Verbraucherzentrale Bundesverband kennen.