Schadenregulierungsbeauftragter

So bekommen Sie bei Autounfällen im Ausland Hilfe

Das Wichtigste in Kürze

  • Wenn Sie in Europa Opfer eines Verkehrsunfalls werden, können Sie sich nach dem Urlaub an den Beauftragten der ausländischen Versicherung in Deutschland wenden.
  • Wer das ist, erfahren Sie durch einen Anruf beim Zentralruf der Autoversicherer.
  • Der Schadenregulierungsbeauftragte trägt alle nötigen Informationen für Ihren Fall zusammen.
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Alle europäischen Versicherungen haben in jedem Mitgliedsland der Europäischen Union Schadenregulierungsbeauftragte. Wenn Sie zum Beispiel in Spanien Opfer eines Verkehrsunfalls werden, können Sie sich nach dem Urlaub an den Beauftragten der spanischen Versicherung in Deutschland wenden.

Wer das ist, erfahren Sie durch einen Anruf beim Zentralruf der Autoversicherer. Sie erreichen ihn

  • aus Deutschland unter der kostenfreien Rufnummer 0800/25 026 00,
  • aus dem Ausland unter der kostenpflichtigen Rufnummer +49 40/300 330 300,
  • im Internet über dieses Formular.

Der Schadenregulierungsbeauftragte reguliert Ansprüche auf Ersatz von Personen- und Sachschäden, wenn

  • sich der Unfall in einem EU-Land ereignet hat, in dem der Geschädigte keinen Wohnsitz hat, und
  • der Schaden durch ein Auto verursacht wurde, das in einem EU-Mitgliedsstaat versichert ist.

Diese Aufgaben hat der Schadenregulierungsbeauftragte

Der Schadenregulierungsbeauftragte trägt im Zusammenhang mit Ansprüchen, die durch ein bei seinem Unternehmen versichertes Fahrzeug verursacht worden sind, alle zu deren Regulierung erforderlichen Informationen zusammen. Hat sich der Unfall in einem anderen Land als einem Mitgliedstaat der Europäischen Union oder des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) ereignet, gilt dies nur unter bestimmten Voraussetzungen.

In der EU und in nahezu allen Ländern der Welt ist eine Kfz-Haftpflichtversicherung Voraussetzung für die Zulassung eines Kraftfahrzeugs im öffentlichen Straßenverkehr. Die Deckungssummen sind im Ausland – jenseits von EU, EWR-Ländern und der Schweiz – in der Regel deutlich niedriger als in Deutschland. Um diesen Unterschied auszugleichen, gibt es zum Beispiel die sogenannte Mallorca-Police. Die Autoversicherungen in den EU-Staaten haben im Hinblick auf die Haftpflicht allgemeine Vorgaben zu erfüllen. Generell lässt sich die unzureichende Deckungssumme durch Höherversicherungen ausgleichen.

Mehr zur Kfz-Versicherung in unserem Ratgeber

Annika Krempel
von Finanztip,
Expertin für Versicherungen

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Anspruch an ausländische Versicherer

Bei Unfällen mit ausländischen Fahrzeugen in Deutschland vermittelt das Deutsche Büro Grüne Karte (DBGK) einen deutschen Haftpflichtversicherer, der die Schadensregulierung stellvertretend übernimmt. Das DBGK ist Ansprechpartner, wenn sich der Unfall in Deutschland unter Beteiligung eines ausländischen Kraftfahrzeugs ereignet hat. Das DBGK ist nicht zuständig bei einem Unfall, der sich im Ausland ereignet hat. War das gegnerische Fahrzeug in Deutschland zugelassen, könnte der Entschädigungsfonds der Verkehrsopferhilfe zuständig sein.

Das ist Gesetz

Alle ausländischen Versicherungen müssen in jedem EU-Staat einen Schadenregulierungsbeauftragten benennen. So können alle EU-Bürger jeweils in ihrem Land Ansprüche aus Verkehrsunfällen gegenüber einem EU-Ausländer geltend machen. Aufgrund einer EU-Richtlinie sind zur Regulierung von Schäden, die sich außerhalb des Wohnsitzstaates des Geschädigten, aber innerhalb der EU-Mitgliedsstaaten, EWR-Länder sowie der Schweiz ereignen, sogenannte Stellen zur Regulierung von Schäden in den betreffenden Ländern vom Versicherer zu schaffen.

Das hat für den Geschädigten den Vorteil, dass er in seinem Wohnsitzland den Schaden bei dem für seinen Staat zuständigen Vertreter, dem Schadenregulierungsbeauftragten des ausländischen Haftpflichtversicherers, anzeigen kann. Sofern der Geschädigte hier nicht weiterkommt, hilft die Entschädigungsstelle für Schäden aus Auslandsunfällen der Verkehrsopferhilfe.

Auszug aus § 12a des Pflichtversicherungsgesetzes (PflVG): „Wird durch den Gebrauch eines Kraftfahrzeugs oder eines Anhängers im Ausland ein Personen- oder Sachschaden verursacht, so kann derjenige, der seinen Wohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland hat und dem wegen dieser Schäden Ersatzansprüche gegen den Haftpflichtversicherer des schädigenden Fahrzeugs zustehen, diese (...) gegen die ‚Entschädigungsstelle für Schäden aus Auslandsunfällen‘ (Entschädigungsstelle) geltend machen, wenn das Versicherungsunternehmen oder sein Schadenregulierungsbeauftragter binnen drei Monaten nach der Geltendmachung des Entschädigungsanspruchs beim Versicherungsunternehmen des Fahrzeugs, durch dessen Nutzung der Unfall verursacht wurde, oder beim Schadenregulierungsbeauftragten keine mit Gründen versehene Antwort auf die im Schadenersatzantrag enthaltenen Darlegungen erteilt hat oder (...) wenn das Fahrzeug nicht oder das Versicherungsunternehmen nicht innerhalb von zwei Monaten nach dem Unfall ermittelt werden kann.“

Gemeint ist hiermit die Entschädigungsstelle der Verkehrsopferhilfe. Mehr Informationen zur EU-Richtlinie und ihrer Umsetzung finden Sie hier.

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Grüne Karte mitnehmen

Bei Verkehrsunfällen mit ausländischen Fahrzeugen oder im Ausland hilft der von dem jeweiligen Versicherer bestellte Schadensregulierungsbeauftragte weiter. So schreibt § 8 Abs. 2 PflVG vor, dass ein Schadenrepräsentant des Versicherers in EU-Mitgliedstaaten zu bestimmen ist. Die Versicherer sind also verpflichtet, einen in Deutschland ansässigen oder niedergelassenen Vertreter zu benennen. Damit wird erreicht, dass Ansprüche gegen den ausländischen Versicherer auch gegen seinen Vertreter, den Schadenrepräsentanten, im Inland geltend gemacht werden können. Der Versicherer oder sein Vertreter, der Schadenrepräsentant oder Schadenregulierungsbeauftragte, werden aufgrund des bestehenden Direktanspruchs des Verkehrsopfers so behandelt, als hätten sie selber den Schaden verursacht.

Ganz besonders wichtig ist diese Regelung in Fällen, in denen zwar das unfallverursachende Auto, nicht aber der Fahrer des Autos bekannt ist.

Für Fahrten ins Ausland empfehlen wir zum Nachweis einer gültigen Kfz-Haftpflichtversicherung die Grüne Versicherungskarte. Sie ist zwar in den EU-Staaten und vielen anderen Staaten nicht mehr zwingend vorgeschrieben, weil innerhalb der EU das sogenannte Kennzeichenabkommen gilt. Das Mitführen der Internationalen Versicherungskarte für Kraftverkehr – der eigentliche Name der Grünen Karte – kann aber bei einem Unfall die Schadensabwicklung erheblich erleichtern.

Ihr Weg zur günstigsten Autoversicherung

Um die günstigste Autoversicherung zu finden, sollten Sie sich nicht auf einen Anbieter allein verlassen. Unser großer Portaltest hat ergeben, dass Sie am besten mehrere Vergleiche kombinieren. Denn Vergleichsportale listen nicht alle Versicherungen. Und günstige Direktversicherer ziehen sich zunehmend von den Portalen zurück.

Vergleichen Sie am besten auf zweien der empfohlenen Portale: Verivox, Check24 oder autoversicherung.de. Zusätzlich können Sie auch bei der Hannoverschen Direkt oder bei der Huk24 Preise abfragen. Damit erhalten Sie in allen Fällen ein sehr gutes Ergebnis und können auch direkt eine Police abschließen. Wie Sie die Vergleichsportale richtig einstellen, erklären wir in unserem Ratgeber zum Wechsel der Kfz-Versicherung.

Check24
Vergleich Kfz-Versicherungen

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Verivox
Vergleich Kfz-Versicherungen

  • geringe durchschnittliche Abweichung im Test
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  • bietet nur Tarife mit erhöhter Deckungssumme an
  • deckt nicht den gesamten Markt ab
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Vergleich Kfz-Versicherungen

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autoversicherung.de

Die Hannoversche und Huk24 bieten sowohl günstige als auch gute Tarife an. Bei ihnen erfüllen alle Voreinstellungen des Tarifrechners die Finanztip-Mindestanforderungen an einen guten Tarif. Wer weniger Schutz will, muss dies aktiv anwählen.

Hannoversche Direkt
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Die Finanztip-Redaktion besteht aus einem Team von Experten, die völlig unabhängig für Sie recherchieren, damit Sie die beste Entscheidung treffen können. Die Experten arbeiten in den Teams Bank & Geldanlage, Versicherung & Vorsorge, Recht & Steuern sowie Energie/Reise/ Mobilität & Medien. Bei der Wahl der Zeitschrift „Wirtschaftsjournalist“ zur Wirtschaftsredaktion des Jahres belegte die Redaktion 2015 den zweiten Platz.