Kfz-Schutzbrief

Pannendienst und Abschleppservice für Autofahrer

Das Wichtigste in Kürze

  • Pannenhilfe und Abschleppdienst gibt es in Deutschland und in Europa mit einem Schutzbrief oder einer Mitgliedschaft in einem Automobilklub.
  • Schutzbrief und Autoklub bieten ähnliche Leistungen, unterscheiden sich jedoch im Detail sowie preislich.
  • Schutzbriefe lassen sich zusammen mit der Kfz-Versicherung abschließen.
  • Prüfen Sie selbst, welche Leistungen Sie benötigen.

Die „silberne Flotte“ der Kfz-Versicherungen leistete 2014 fast 900.000 Mal Hilfe: Beim Abschleppen, bei Pannen oder beim Bergen von Autos, die von der Straße abgekommen waren. Die „silberne Flotte“ sind die Pannenhelferautos der Versicherer und damit das Gegenstück der „gelben Engel“ des ADAC. Denn nicht nur Automobilklubs bieten Pannenservice an, sondern auch Auto-Versicherer über einen Schutzbrief.

Was Schutzbriefe kosten

Fast 27 Millionen Autofahrer besitzen einen Schutzbrief, abgeschlossen zusammen mit ihrer Kfz-Haftpflicht oder Kasko-Versicherung. Beim Vertragsabschluss bieten die meisten Kfz-Versicherungen den Schutzbrief automatisch mit an – für überschaubare Summen. In einer Finanztip-Studie fanden wir heraus, dass der Schutz durchschnittlich 13 Euro im Jahr kostet. Allerdings sind die Abweichungen nach oben und unten teilweise erheblich und hängen vom gewählten Tarif und vom Auto ab.

Doch auch bei einem fremden Versicherer kann man mitunter einen Schutzbrief abschließen, falls dieser zum Beispiel bessere Konditionen hat als der des eigenen Anbieters. Versicherungen, die das anbieten, lassen sich den Schutz allerdings teurer bezahlen als von den eigenen Kunden.

Tipp

Automatische Unfallmeldung

Ab 2018 müssen alle neuen Autos E-Call besitzen, das bei einem Unfall automatisch den Notruf benachrichtigt. Ältere Autos können mit einem Unfallmeldestecker nachgerüstet werden.

Pannendienst, Abschleppen und mehr

Der Wagen springt nicht an, auf der Autobahn qualmt plötzlich der Motor oder im Urlaub auf Korsika waren die Serpentinen zu viel für die Bremsen. Das alles sind Fälle für die „silberne Flotte“ oder andere Pannendienste der Versicherungen. Im Ausland übernehmen Partnerdienste die Arbeit. Die meisten Kfz-Schutzbriefe gelten in Europa sowie in Regionen, die zum Geltungsbereich der Europäischen Union zählen. Der Schutz gilt für das versicherte Auto, unabhängig vom Fahrer.

Die genauen Leistungen und Erstattungshöhen unterscheiden sich je nach Versicherung. Folgende Leistungen umfassen Schutzbriefe in der Regel:

Pannendienst, Abschleppen, Bergen - Kann das Auto nach einer Panne schnell wieder fahrtüchtig gemacht werden, übernimmt der Pannendienst die Reparatur. Die Kosten dafür und für kleinere Ersatzteile zahlen die Versicherungen. Meist ist die Erstattung begrenzt auf 150 bis 300 Euro. Sofern der Wagen nicht vor Ort repariert werden kann, wird er abgeschleppt. Auch diese Kosten sind im Schutzbrief mit 150 bis 300 Euro versichert. Häufig gibt es nur ein gemeinsames Budget für Pannendienst und Abschleppen. Kosten für eine Bergung werden in der Regel vollständig erstattet.

Ab 50 Kilometer Entfernung vom Wohnort, falls das Auto nicht sofort repariert werden kann oder gestohlen wurde:

Weiter- und Rückfahrt -  Fahrtkosten entweder zurück zum Wohnort oder zum eigentlichen Ziel der Fahrt werden erstattet. Für Entfernungen bis 1.200 Kilometer tragen Versicherungen meist die Kosten einer Reise 2. Klasse mit der Bahn. Bei größeren Entfernungen zahlen manche auch die Kosten für einen Flug. Auch Taxigebühren werden erstattet.

Übernachtung - Versicherungen organisieren eine Unterkunft und zahlen bis zu drei Übernachtungen. Meist liegt die Erstattung zwischen 50 und 100 Euro pro Person je Nacht.

Mietwagen - Wer nicht am Unfallort übernachtet oder keine Weiterfahrt in Anspruch genommen hat, kann sich stattdessen einen Mietwagen nehmen. Im Schutzbrief sind meist bis zu sieben Tage versichert. Die Erstattung beträgt 50 bis 70 Euro pro Tag. Bei Reisen im Ausland gelten oft höhere Grenzen.

Im Ausland übernehmen Versicherungen außerdem die Kosten, falls Ersatzteile zur Reparatur nachgeschickt werden, wenn das Auto verschrottet oder verzollt werden muss oder der Wagen zurück an den Wohnort transportiert wird.  

Durch einen Schutzbrief sind außerdem oft Kosten versichert, die durch eine Erkrankung auf der Reise entstehen. Es geht dabei um den Krankenrücktransport, die Rückholung von Kindern oder die Übernahme von Bestattungskosten im Ausland. Doch diese Leistungen sind meist begrenzt. So zahlen viele Versicherungen einen Krankenrücktransport nur, sofern dieser medizinisch notwendig ist – also nur in wenigen Ausnahmefällen. Wer ins Ausland fährt, sollte eine Auslandsreisekrankenversicherung besitzen. Damit ist er in solchen Fällen besser abgesichert.

Mehr dazu im Ratgeber Auslandsreisekrankenversicherung

Annika Krempel
von Finanztip,
Expertin für Versicherungen

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Von uns empfohlene Tarife:

In Kürze: Der Automobilklub

Ob ADAC, Bruderhilfe oder Verkehrsclub Deutschland – die meisten Automobilklubs sind teurer als ein Schutzbrief der eigenen Kfz-Versicherung. Eine Jahresmitgliedschaft kostet zwischen 24 und 85 Euro pro Jahr. Dafür leisten die Klubs oft auch mehr. So sind die Erstattungsgrenzen höher bei Pannendienst oder Abschleppservice. Zusätzlich bringt die Mitgliedschaft weitere Vorteile: etwa günstigere Reisen, kostenlose Straßenkarten, Rabatte bei Autovermietungen und Vereinsmagazine.

Beispiel: Schutzbrief (Huk24) im Vergleich zur ADAC-Mitgliedschaft

    Schutzbrief   ADAC   ADAC Plus
Preis / Jahr   8 €   49 €   84 €
Geltungsbereich der Pannen- und Unfallhilfe   Europa und Mittelmeerstaaten   Deutschland   Europa und Mittelmeerstaaten
             
maximale Kostenübernahme:            
Pannenhilfe   150 €   300 €   300 €
Abschleppen   200 €   300 €   300 €
Übernachtung   100 € pro Person und Nacht   0 €   85 € pro Person und Nacht
Mietwagen   80 € am Tag   0 €   52 € am Tag

Quelle: Huk24, ADAC (Stand: 27. Januar 2017)

Die Automobilklubs haben unterschiedliche Preismodelle. Die Basis-Variante ermöglicht Pannenhilfe oft nur in Deutschland, teurere Mitgliedschaften helfen meist in ganz Europa.

Im Gegensatz zu den Kfz-Schutzbriefen der Versicherer gilt die Mitgliedschaft in einem Autoklub meist nicht nur für einen einzigen Wagen, sondern erstreckt sich auf alle Fahrzeuge und Familienmitglieder.

Tipp

Fahrrad-Schutzbrief

Für Fahrräder gibt es spezielle Schutzbriefe mit Pannenhilfe. Die lohnen sich vor allem für Fahrradreisende und Pendler.

Schutzbrief oder Automobilklub?

Wer sich gerade einen Neuwagen angeschafft hat, braucht sich über Pannenhilfe vorerst keine Gedanken zu machen. Die Mobilitätsgarantie des Herstellers sollte viele Fälle abdecken, in denen der Wagen liegenbleibt. Normalerweise sind Pannenhilfe, Abschleppdienst und Mietwagen enthalten. Die Garantie läuft oft bis zu drei Jahre – in Ausnahmefällen sogar länger. Eine Auslandsreisekrankenversicherung komplettiert den Schutz im Ausland.

Wer keinen Neuwagen besitzt, sollte abwägen. Grundsätzlich sind Pannenhilfe oder Abschleppen nicht so teuer, wenn Autofahrer selbst ein Unternehmen beauftragen. So kostet Abschleppen laut Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) zwischen 135 und 300 Euro – je nach Auto und Zeitaufwand. Allerdings gibt es nicht überall mobiles Internet, die nächste Notrufsäule ist weit entfernt und im Ausland kann die Sprache eine Hürde sein. Dann sind Schutzbrief oder Automobilklub bequemere Lösungen. Mit einem Anruf bei der Nummer der Notruf-Hotline lässt sich schnell Hilfe holen.

Wer ein einziges Auto besitzt und keine der zusätzlichen Leistungen eines Automobilklubs benötigt, ist mit dem Kfz-Schutzbrief im Normalfall gut bedient. Auch bei Reisen in Europa hilft der Schutzbrief weiter, den Sie zusammen mit der Kfz-Versicherung abschließen. Achten Sie aber beim Abschluss auf die Versicherungsbedingungen sowohl der Autopolice als auch des Schutzbriefs.

Mehr zur Kfz-Versicherung in unserem Ratgeber

Annika Krempel
von Finanztip,
Expertin für Versicherungen

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Empfohlene Vergleichsportale und Anbieter:

Mehrere Fahrzeuge lassen sich dagegen oft mit einer Mitgliedschaft im Automobilklub absichern. Außerdem gibt es zusätzliche Leistungen, die Kfz-Schutzbriefe nicht bieten. Im Einzelfall müssen Sie durchrechnen, welche Variante sich für Sie mehr lohnt. Manche Anbieter von Schutzbriefen nehmen außerdem keine älteren Autos an. Dann bleibt nur der Weg zu einem Automobilklub.

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Artikel verfasst von

Annika Krempel

Finanztip-Expertin für Versicherungen

Annika Krempel ist Redakteurin im Team Versicherung und Vorsorge. Nach ihrem Diplom in Politikwissenschaften absolvierte sie ein Volontariat für Wirtschafts- und Verbraucherjournalisten. Sie sammelte unter anderem Erfahrungen in den Redaktionen von ZDF WISO, RBB Inforadio sowie der Stiftung Warentest. Die verbraucherpolitische Arbeit lernte sie beim Verbraucherzentrale Bundesverband kennen.