Teilkasko oder Vollkasko

Unterschiede der Kasko-Tarife in der Kfz-Versicherung

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Vollkaskoversicherung eignet sich hauptsächlich für Neuwagen bis zu einem Alter von maximal fünf Jahren.
  • Die Teilkasko kommt nicht auf für Schäden, die der Fahrzeughalter selbst verschuldet hat, und auch nicht für Vandalismus. Außerdem ersetzt sie in der Regel nur den Zeitwert des Autos.
  • Einen Schadenfreiheitsrabatt gibt es nur beim Vollkaskoschutz.

So gehen Sie vor

  • Überlegen Sie, ob Sie für Ihr Auto eine Teil- oder Vollkaskoversicherung brauchen.
  • Machen Sie immer zwei Vergleiche. Nutzen Sie dafür mindestens ein Vergleichsportal. Auch der Vergleich mit dem Preis eines Direktversicherers kann sinnvoll sein.
  • Wir empfehlen die Vergleichsportale Check24 und Verivox. Nicht ganz so gut, aber immer noch empfehlenswert ist autoversicherung.de.
  • Die günstigen Direktversicherer, die nicht auf den Portalen vertreten sind und bei denen sich der Vergleich auch lohnt, sind vor allem Hannoversche Direkt und Huk24.
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Wer sich ein Auto zulegt, möchte das am liebsten in Watte packen und rundum absichern. Dazu gehört für viele auch der Abschluss einer Kasko-Versicherung, die Schäden am eigenen Wagen bezahlt. Ob Vollkasko- oder Teilkasko sinnvoll ist, hängt vor allem vom Alter und Wert des Fahrzeugs ab. Manchmal reicht auch der Abschluss einer Kfz-Haftpflichtversicherung.

Das ist versichert

Der Teilkaskoschutz versichert in der Regel:

  • Brand und Explosion (zum Beispiel Kabelbrand);
  • Entwendung (Diebstahl einschließlich Diebstahl von Autoteilen sowie unbefugter Gebrauch), Raub und Unterschlagung;
  • Unwetterschäden (zum Beispiel Sturm ab Windstärke 8, Hagel, Blitzschlag, Überschwemmung);
  • Haarwildschäden (etwa durch Rehe oder Wildschweine) und Zusammenstoß mit anderen Tieren;
  • Marderschäden (meist sind nur kleine Kabelschäden versichert);
  • Kurzschlussschäden an der Verkabelung sowie
  • Glasbruch.

Nicht abgedeckt sind in der Teilkasko insbesondere Unfälle, die der Halter selbst verschuldet hat, und Schäden durch Vandalismus.

Die Vollkasko ersetzt dagegen alle Schäden am eigenen Fahrzeug. Das sind also die Schäden, die auch die Teilkasko versichert, und darüber hinaus Unfallschäden am eigenen Auto und Vandalismus.

Als Faustregel gilt: Eine Vollkaskoversicherung lohnt sich für Neuwagen während der ersten drei bis fünf Jahre. Prüfen Sie aber am besten genau, ob der bestehende Schadenfreiheitsrabatt nicht doch dafür spricht, die Vollkaskoversicherung weiterzuführen. Denn in der Teilkasko gibt es keinen Schadenfreiheitsrabatt. Finanzieren Sie ein Auto über Leasing oder einen Kredit, sollten Sie in der Regel eine Vollkaskoversicherung abschließen.

Vollkasko oder Teilkasko – wann lohnt welche?

In den Versicherungsbedingungen für Teilkasko ist in der Regel festgelegt, dass bei einem Schaden nur der Zeitwert ersetzt wird. Der ist umso niedriger je älter das Auto und je schlechter der Zustand. Eine Teilkaskopolice empfiehlt sich daher für sehr alte Autos nicht. Sinnvoll ist sie aber meist bei Fahrzeugen, für die sich eine Vollkaskoversicherung nicht mehr lohnt, weil ihr Wert zu gering ist. Als Daumenregel gilt: Neuwagen bis fünf Jahre brauchen eine Vollkasko, danach ist die Absicherung mit einer Teilkasko sinnvoll. Ist das Auto nur noch wenig wert, genügt eine Haftpflichtversicherung.

Die Prämienunterschiede zur Vollkaskoversicherung sind aber häufig kleiner, als viele Fahrer vermuten. Vergleichen Sie die Tarife deshalb unbedingt auf mehr als einem Vergleichsportal im Internet und nutzen Sie dazu die Tipps aus unserem Ratgeber Autoversicherung.

Wenn Sie eine Kaskoversicherung abschließen, sollten Sie prüfen, ob Marderbisse mitversichert sind. Manche Anbieter übernehmen Schäden an Schläuchen, Bremsleitungen und der Verkabelung nur teilweise. Andere Tarife ersetzen alle Schäden durch Marderbisse in Gänze, einschließlich der Folgeschäden. Wenn Sie Schäden durch Tiere aller Art versichern möchten, benötigen Sie eine Teilkaskoversicherung mit erweiterter Wildschadenklausel. Diese Erweiterung ist vor allem dann sinnvoll, wenn Sie in einer ländlichen Region leben. Wieviel der Zusatzschutz kostet, haben wir in einer Studie errechnet.

Das beeinflusst den Beitrag

Wie hoch die Prämie ausfällt, hängt in der Kaskoversicherung stark davon ab, in welche Typklasse das Fahrzeug eingestuft ist. So müssen Sie für einen BMW 3er deutlich höhere Beiträge zahlen als für einen Audi A4 mit vergleichbarer Motorisierung, obwohl beide Modelle zur Mittelklasse zählen. Wenn eine Typklasse für ein Modell bestimmt wird, fließen Statistiken beispielsweise dazu ein, wie oft das jeweilige Modell gestohlen wird. Daneben spielt auch die Region eine Rolle, in der der Halter gemeldet ist – oder schlicht seine Postleitzahl. Denn je nach Region treten beispielsweise Unwetter oder Vandalismus häufiger oder seltener auf. Diese Statistiken werden mit der Regionalklasse berücksichtigt.

Während eine Teilkaskoversicherung keinen Schadenfreiheitsrabatt gewährt, können Sie in der Vollkaskoversicherung Schadenfreiheitsklassen sammeln. Dadurch sinkt die Prämie mit den unfallfreien Jahren.

Indem Sie eine Selbstbeteiligung vereinbaren, ist der Versicherungsschutz einer Kasko zu niedrigeren Prämien erhältlich. In der Teilkasko ist eine Selbstbeteiligung von 150 Euro sinnvoll, in der Vollkasko von 300 Euro. Zwar können Sie Ihren Beitrag mit einer noch höheren Selbstbeteiligung weiter senken, aber in der Regel reduziert er sich dann nur noch geringfügig. Vergleichen Sie aber durchaus auch den Preis für höhere Selbstbeteiligungen, falls Sie sich diese leisten können.

Günstiger wird die Autoversicherung außerdem, wenn der Fahrer gewisse Merkmale besitzt, die für die Versicherung das Risiko eines Schadens senken. So erschwert eine Garage zum Beispiel den Diebstahl und verhindert Hagelschäden.

Ihr Weg zur günstigsten Autoversicherung

Um die günstigste Autoversicherung zu finden, sollten Sie sich nicht auf einen Anbieter allein verlassen. Unser großer Portaltest hat ergeben, dass Sie am besten mehrere Vergleiche kombinieren. Denn Vergleichsportale listen nicht alle Versicherungen. Und günstige Direktversicherer ziehen sich zunehmend von den Portalen zurück.

Vergleichen Sie am besten auf zweien der empfohlenen Portale: Verivox, Check24 oder autoversicherung.de. Zusätzlich können Sie auch bei der Hannoverschen Direkt oder bei der Huk24 Preise abfragen. Damit erhalten Sie in allen Fällen ein sehr gutes Ergebnis und können auch direkt eine Police abschließen. Wie Sie die Vergleichsportale richtig einstellen, erklären wir in unserem Ratgeber zum Wechsel der Kfz-Versicherung.

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Check24
Vergleich Kfz-Versicherungen

  • geringe durchschnittliche Abweichung im Test
  • laut eigener Angabe 61 Versicherer im Angebot
  • Abschlussmöglichkeit direkt auf Portal
  • deckt nicht den gesamten Markt ab
  • ganz oben angezeigtes Ergebnis ist „Maklerempfehlung“

Verivox
Vergleich Kfz-Versicherungen

  • geringe durchschnittliche Abweichung im Test
  • laut eigener Angabe 54 Versicherer im Angebot
  • Abschluss direkt auf dem Portal möglich
  • bietet nur Tarife mit erhöhter Deckungssumme an
  • deckt nicht den gesamten Markt ab
  • oberster angezeigter Tarif ist Werbung

autoversicherung.de
Vergleich Kfz-Versicherungen

  • Abschlussmöglichkeit direkt beim Anbieter
  • aufwendige Dateneingabe
  • keine Support-Hotline
  • hohe maximale Abweichung im Test
  • laut eigener Angabe 24 Versicherer im Angebot
autoversicherung.de

Die Hannoversche und Huk24 bieten sowohl günstige als auch gute Tarife an. Bei ihnen erfüllen alle Voreinstellungen des Tarifrechners die Finanztip-Mindestanforderungen an einen guten Tarif. Wer weniger Schutz will, muss dies aktiv anwählen.

Hannoversche Direkt
Kfz-Versicherung

  • günstige Tarife
  • Abschlussmöglichkeit direkt beim Anbieter
  • einfache Preisabfrage
  • alle Voreinstellungen erfüllen die Finanztip-Mindestanforderungen
  • nicht mehr auf den empfohlenen Vergleichsportalen vertreten
  • zusätzlicher Vergleich auf Vergleichsportal sinnvoll
Hannoversche Direkt

Huk24
Kfz-Versicherung

  • günstige Tarife
  • Abschlussmöglichkeit direkt beim Anbieter
  • einfache Preisabfrage
  • alle Voreinstellungen erfüllen die Finanztip-Mindestanforderungen
  • nicht mehr auf Vergleichsportalen vertreten
  • zusätzlicher Vergleich auf Vergleichsportal sinnvoll
  • keine Support-Hotline

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Annika Krempel

Finanztip-Expertin für Versicherungen

Annika Krempel ist Redakteurin im Team Versicherung und Vorsorge. Nach ihrem Diplom in Politikwissenschaften absolvierte sie ein Volontariat für Wirtschafts- und Verbraucherjournalisten. Sie sammelte unter anderem Erfahrungen in den Redaktionen von ZDF WISO, RBB Inforadio sowie der Stiftung Warentest. Die verbraucherpolitische Arbeit lernte sie beim Verbraucherzentrale Bundesverband kennen.