Teilkaskoversicherung

Wann sich die Versicherung fürs eigene Auto lohnt

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Teilkaskoversicherung deckt Schäden am eigenen Auto ab, die beispielsweise durch Sturm, Wild, Steinschlag oder Diebstahl verursacht werden.
  • Sie ist im Gegensatz zur Haftpflichtversicherung optional und wird meistens bei mittelalten Autos gewählt, bei denen sich keine Vollkaskoversicherung mehr lohnt.
  • Bestimmte Erweiterungen wie „grobe Fahrlässigkeit“ oder „erweiterte Wildschäden“ sind sinnvoll.
  • Wer lange schadenfrei geblieben ist, für den ist eine Vollkasko kaum teurer als eine Teilkasko. Manchmal ist sie sogar günstiger.

So gehen Sie vor

  • Überlegen Sie, ob für Ihr Auto eine Teilkasko sinnvoll ist. Bei Neuwagen lohnt oft die Vollkasko, für ältere Autos reicht die Haftpflichtversicherung.
  • Machen Sie immer zwei Vergleiche. Nutzen Sie dafür mindestens ein Vergleichsportal. Auch der Vergleich mit dem Preis eines Direktversicherers kann sinnvoll sein.
  • Wir empfehlen die Vergleichsportale Check24 und Verivox. Nicht ganz so gut, aber immer noch empfehlenswert ist autoversicherung.de.
  • Die günstigen Direktversicherer, die nicht auf den Portalen vertreten sind und bei denen sich der Vergleich auch lohnt, sind vor allem Hannoversche Direkt und Huk24.
  • Unser Tipp: Bleiben Sie zu Kfz-Versicherung immer auf dem Laufenden - mit unserem kostenlosen Newsletter!

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Für viele Menschen gehört das Auto zu den teuersten Anschaffungen im Leben. Sie wollen es daher bestmöglich vor Schäden sichern. Dazu gehört der Schutz durch eine Kaskoversicherung, der umfassender ist als der der Teilkasko. Die Teilkaskopolice deckt nur bestimmte Schäden ab, die der Besitzer nicht selbst verursacht hat. Das sind:

  • Brand und Explosion (zum Beispiel Kabelbrand),
  • Diebstahl (einschließlich Demontage von Autoteilen sowie unbefugter Gebrauch), Raub und Unterschlagung,
  • Unwetterschäden (Sturm ab Windstärke 8, Hagel, Blitzschlag, Überschwemmung),
  • Zusammenstoß mit Haarwild (hauptsächlich Rehe und Wildschweine, aber nicht Kühe, Vögel, Hunde oder Katzen),
  • Marderschäden (meist nur kleine Kabelschäden),
  • Glasbruch (etwa durch Steinschlag),
  • Schäden durch Kurzschluss an der Verkabelung.

Diese Erweiterungen der Teilkasko sind sinnvoll und günstig

Wer einige Klauseln im Vertrag zusätzlich vereinbart, kann den Schutz der Teilkaskoversicherung erheblich verbessern. Sinnvoll sind:

„Verzicht auf Einrede der groben Fahrlässigkeit“: So zahlt die Versicherung auch für Schäden am eigenen Auto, die durch grobe Fahrlässigkeit entstanden sind. Dann sind Sie auch versichert, wenn Sie beispielsweise zu schnell gefahren sind. In einer Finanztip-Stichprobe fanden wir heraus, dass die meisten Tarife den Schutz bereits einschließen. Die Klausel kostet daher nichts oder nur wenig mehr.

„Marderbisse mit Folgeschäden“: Damit sind Schäden versichert, die ein Marder verursacht. Zusätzlich sind auch Defekte abgesichert, die als Folge der Marderbisse entstehen. Oft ist die Erstattung auf etwa 3.000 Euro begrenzt. Unsere Stichprobe hat gezeigt, dass die meisten Tarife den Schutz gegen Marderschäden bereits kostenlos anbieten. Gab es einen Aufpreis, lag dieser für den Zusatzschutz im Schnitt bei nur 2,9 Prozent.

„Erweiterte Wildschäden“ mit „Tieren aller Art“: Ist diese Klausel mitversichert, zahlt die Versicherung etwa Zusammenstöße mit Hunden, Kühen, Schafen und Pferden. Auch dieser erweiterte Schutz ist bei den meisten Tarifen bereits Standard. Verlangt ein Anbieter dafür mehr Geld, kostet der erweiterte Schutz im Schnitt etwa 2,2 Prozent mehr.

Viele der Klauseln sind bei guten und trotzdem günstigen Tarifen bereits mitversichert. Ein Vergleich lohnt sich daher. Nicht immer kostet es wirklich einen Aufpreis, diese Merkmale in die Police aufzunehmen.

Tipp

Vollkasko günstiger als Teilkasko

Wenn Sie schon lange schadenfrei sind, kann es sein, dass die Vollkasko wegen der gesammelten Schadenfreiheitsklassen kaum teurer ist als die Teilkasko – oder sogar billiger. In Orten mit einer günstigen Regionalklasse steigt die Wahrscheinlichkeit zusätzlich.

Für wen die Teilkaskoversicherung lohnt

Während eine Haftpflichtversicherung für jeden Fahrzeughalter ein gesetzliches Muss ist, bleibt die Teilkaskoversicherung freiwillig. In der Vollkaskoversicherung ist die Teilkasko bereits enthalten.

Die meisten Neuwagen sind rundum versichert, dagegen ist die Teilkaskoversicherung hauptsächlich bei mittelalten Autos mit einem Fahrzeugwert über 4.000 Euro zu finden. Darunter entscheiden sich viele Autofahrer nur noch für eine reine Haftpflichtversicherung. Letztlich entscheidet aber die individuelle Situation, ob Sie sich eine Kaskoversicherung leisten möchten oder nicht.

Schauen Sie sich dafür an, wie groß der Preisunterschied zwischen einer reinen Haftpflichtversicherung und einer Teilkasko-Police ist. Überlegen Sie dann, wie groß das Loch wäre, das der Diebstahl des Wagens oder eine Reparatur in Ihr Budget reißen würde. Ein Hagelschaden kostet beispielsweise rund 2.000 Euro. Können Sie sich die Reparatur selbst nicht leisten und ist der Aufpreis im Verhältnis zum Wagenwert in Ordnung, lohnt sich eine Teilkaskoversicherung in der Regel.

Ein Beispiel: Ist das Auto noch 5.000 Euro wert und kostet die Teilkaskoversicherung pro Jahr etwa 100 Euro Aufpreis, ist der Abschluss durchaus sinnvoll. Grundsätzlich ist die Entscheidung aber immer abhängig von Ihrer eigenen Einschätzung des Risikos.

In den Versicherungsbedingungen für die Teilkasko ist in der Regel festgelegt, dass bei einem Schaden nur der Zeitwert ersetzt wird – also so viel, wie das Auto (vor dem Schaden) heute noch wert ist. Darum ist sie für ältere Autos nicht zu empfehlen.

In der Teilkaskoversicherung gibt es – im Gegensatz zur Haftpflicht und zur Vollkasko – keinen Schadensfreiheitsrabatt. Das bedeutet, dass Ihr Beitrag zur Teilkasko nicht sinkt, wenn Sie keinen Unfall oder Ähnliches haben. Die Begründung dafür ist einfach: Da nur Schäden versichert sind, die Sie nicht verursachen, können Sie sie auch kaum verhindern.

So wird der Beitrag niedriger

In der Teilkasko sind 150 Euro Selbstbeteiligung praktisch Standard. Damit bleibt Ihr Beitrag im Rahmen, weil die Versicherung nicht für kleine aber dennoch verwaltungsaufwendige Schäden aufkommen muss. Die Finanztip-Studie zeigt, dass dieser Selbstbehalt den Beitrag um durchschnittlich 22 Prozent senkt. Zwar ist auch eine höhere Selbstbeteiligung möglich, lohnt sich in der Regel aber kaum.

Es gibt noch weitere Faktoren, durch die eine Teilkaskoversicherung günstiger wird. Wer zum Beispiel eine Garage besitzt, zahlt in der Regel weniger Beitrag. Denn die Gefahr eines Diebstahls oder Hagelschadens sinkt, wenn der Wagen gut geschützt in der Garage steht.

Außerdem gibt es Regionalklassen, die einen Wohnort danach bewerten, wie häufig dort Unfälle passieren oder Fahrzeuge geklaut werden. Wer zum Beispiel im Ostallgäu wohnt, hat in der Teilkasko eine teure Regionalklasse, weil dort überdurchschnittlich viele Schäden gemeldet werden. Außerdem gibt es Typklassen: Sie geben Auskunft darüber, ob bestimmte Automodelle statistisch häufig gestohlen werden oder häufiger in Unfälle verwickelt sind.

Mehr zur Kfz-Versicherung in unserem Ratgeber

Annika Krempel
von Finanztip,
Expertin für Versicherungen

Mindestens zwei Internetportale nutzen

  • Vollkasko kann billiger als Teilkasko sein.
  • Versichern Sie grobe Fahrlässigkeit und Mallorca-Police.
  • Werkstattbindung ist sinnvoll und spart Geld.

» Zum Ratgeber

Empfohlene Vergleichsportale und Anbieter:

Ihr Weg zur günstigsten Autoversicherung

Um die günstigste Autoversicherung zu finden, sollten Sie sich nicht auf einen Anbieter allein verlassen. Unser großer Portaltest hat ergeben, dass Sie am besten mehrere Vergleiche kombinieren. Denn Vergleichsportale listen nicht alle Versicherungen. Und günstige Direktversicherer ziehen sich zunehmend von den Portalen zurück.

Vergleichen Sie am besten auf zweien der empfohlenen Portale: Verivox, Check24 oder autoversicherung.de. Zusätzlich können Sie auch bei der Hannoverschen Direkt oder bei der Huk24 Preise abfragen. Damit erhalten Sie in allen Fällen ein sehr gutes Ergebnis und können auch direkt eine Police abschließen. Wie Sie die Vergleichsportale richtig einstellen, erklären wir in unserem Ratgeber zum Wechsel der Kfz-Versicherung.

Check24
Vergleich Kfz-Versicherungen

  • geringe durchschnittliche Abweichung im Test
  • laut eigener Angabe 60 Versicherer im Angebot
  • Abschlussmöglichkeit direkt auf Portal
  • deckt nicht den gesamten Markt ab
  • ganz oben angezeigtes Ergebnis ist „Maklerempfehlung“

Verivox
Vergleich Kfz-Versicherungen

  • geringe durchschnittliche Abweichung im Test
  • laut eigener Angabe 54 Versicherer im Angebot
  • Abschluss direkt auf dem Portal möglich
  • bietet nur Tarife mit erhöhter Deckungssumme an
  • deckt nicht den gesamten Markt ab
  • oberster angezeigter Tarif ist Werbung

autoversicherung.de
Vergleich Kfz-Versicherungen

  • Abschlussmöglichkeit direkt beim Anbieter
  • aufwendige Dateneingabe
  • hohe maximale Abweichung im Test
  • keine Support-Hotline
  • laut eigener Angabe 12 Versicherer abschließbar
autoversicherung.de

Die Hannoversche und Huk24 bieten sowohl günstige als auch gute Tarife an. Bei ihnen erfüllen alle Voreinstellungen des Tarifrechners die Finanztip-Mindestanforderungen an einen guten Tarif. Wer weniger Schutz will, muss dies aktiv anwählen.

Hannoversche Direkt
Kfz-Versicherung

  • günstige Tarife
  • Abschlussmöglichkeit direkt beim Anbieter
  • einfache Preisabfrage
  • alle Voreinstellungen erfüllen die Finanztip-Mindestanforderungen
  • nicht mehr auf den empfohlenen Vergleichsportalen vertreten
  • zusätzlicher Vergleich auf Vergleichsportal sinnvoll
Hannoversche Direkt

Huk24
Kfz-Versicherung

  • günstige Tarife
  • Abschlussmöglichkeit direkt beim Anbieter
  • einfache Preisabfrage
  • alle Voreinstellungen erfüllen die Finanztip-Mindestanforderungen
  • nicht mehr auf Vergleichsportalen vertreten
  • zusätzlicher Vergleich auf Vergleichsportal sinnvoll
  • keine Support-Hotline

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Annika Krempel

Finanztip-Expertin für Versicherungen

Annika Krempel ist Redakteurin im Team Versicherung und Vorsorge. Nach ihrem Diplom in Politikwissenschaften absolvierte sie ein Volontariat für Wirtschafts- und Verbraucherjournalisten. Sie sammelte unter anderem Erfahrungen in den Redaktionen von ZDF WISO, RBB Inforadio sowie der Stiftung Warentest. Die verbraucherpolitische Arbeit lernte sie beim Verbraucherzentrale Bundesverband kennen.

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Die Finanztip-Redaktion besteht aus einem Team von Experten, die völlig unabhängig für Sie recherchieren, damit Sie die beste Entscheidung treffen können. Die Experten arbeiten in den Teams Bank & Geldanlage, Versicherung & Vorsorge, Recht & Steuern sowie Energie/Reise/ Mobilität & Medien. Bei der Wahl der Zeitschrift „Wirtschaftsjournalist“ zur Wirtschaftsredaktion des Jahres belegte die Redaktion 2015 den zweiten Platz.