Kirchensteuer

Mit oder ohne Kirchenaustritt lassen sich Steuern sparen

Das Wichtigste in Kürze

  • Kirchensteuer zahlen müssen in Deutschland wohnende Mitglieder einer evangelischen oder katholischen Kirche sowie Mitglieder der jüdischen Kultusgemeinden, nicht jedoch Muslime oder Christlich-Orthodoxe.
  • Neben der normalen Kirchenlohnsteuer, gibt es noch zwei Sonderfälle: die Kirchengrundsteuer (in den Bistümern Speyer und Limburg) sowie das allgemeine und das besondere Kirchgeld.
  • Kirchensteuer ist Landesrecht. Der Steuersatz liegt bei 9 Prozent der zu zahlenden Einkommensteuer, nur in Bayern und Baden-Württemberg sind es 8 Prozent. In diesen Bundesländern wird allerdings zusätzlich das sogenannte Kirchgeld fällig.

So gehen Sie vor

  • Kirchensteuer und Kirchgeld sind unbeschränkt als Sonderausgaben abzugsfähig. Geben Sie diese auf der zweiten Seite des Mantelbogens Ihrer Steuererklärung an.
  • In den meisten Bundesländern können sehr gut verdienende Kirchenmitglieder die Kirchensteuer kappen. Dann wird sie auf 2,75 bis 3,5 Prozent des zu versteuernden Einkommens begrenzt. In einigen Ländern müssen Sie dies beantragen, andernorts übernimmt dies das Finanzamt automatisch.
  • Mit einem Kirchenaustritt können Sie die Zahlung von Kirchensteuer dauerhaft vermeiden. Im Jahr des Austritts ist die Steuer jedoch ein letztes Mal fällig.
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Peter Maffay ist laut Medienberichten von einem Fan zum Glauben bekehrt worden. Um zu Gott zu finden, muss man offenbar nicht unbedingt in der Kirche sein, denn Maffay ist nach eigener Auskunft „schon vor vielen Jahren“ ausgetreten. Dadurch hat der Rockmusiker enorm bei der Kirchensteuer gespart.

In Deutschland sind rund 48 Millionen Menschen potenziell kirchensteuerpflichtig. So viele Bundesbürger gehören einer staatlich anerkannten Religionsgemeinschaft an, die eine Kirchensteuer erheben darf. 2015 gab es jedoch 390.000 Kirchenaustritte, ein Motiv dafür war womöglich das Sparen von Kirchensteuer. Aktuell sind nur noch 56 Prozent der Deutschen Mitglieder in einer Kirche.

Voraussetzungen für die Kirchensteuerpflicht

Die Kirchensteuer wird durch Gesetze der Bundesländer geregelt (Kirchensteuergesetze). Zwei Voraussetzungen müssen erfüllt sein für diese Steuerpflicht.

Mitgliedschaft - Religionsgemeinschaften oder Weltanschauungsorganisationen, die als Körperschaft des öffentlichen Rechts staatlich anerkannt sind, dürfen Kirchensteuer erheben. Dazu zählen alle katholischen Kirchen, die altkatholische Kirche, die evangelischen Landeskirchen, freireligiöse Gemeinden, die Französische Kirche zu Berlin, die Mennonitengemeinde in Hamburg-Altona, die Unitarische Religionsgemeinschaft Freier Protestanten in Rheinland-Pfalz, die jüdischen Kultusgemeinden sowie die israelitischen Religionsgemeinschaften. 2015 nahmen die Religionsgemeinschaften insgesamt 11,46 Milliarden Euro Kirchensteuer ein – ein Rekordwert.

Wohnsitz in Deutschland - Weitere Voraussetzung neben der Mitgliedschaft in einer kirchensteuererhebenden Religions- oder Weltanschauungsgemeinschaft ist, dass Sie in Deutschland wohnen. 

Religionsgemeinschaften, die keine Kirchensteuer erheben
Die orthodoxen Kirchen und die evangelisch-freikirchlichen Gemeinden dürften Kirchensteuer von ihren Mitgliedern erheben, verzichten jedoch darauf. Dazu zählen beispielsweise auch die Zeugen Jehovas, die Heilsarmee, die Alevitische Gemeinde Deutschlands, die Neuapostolische Kirche sowie Bahá’í.

Muslimische Religionsgemeinschaften sind in Deutschland keine anerkannten Körperschaften des öffentlichen Rechts und dürfen daher keine Kirchensteuer verlangen. Das betrifft gut vier Millionen Muslime. Auch Buddhisten, Adventisten, Baptisten und Methodisten müssen keine Kirchensteuer zahlen.

Arbeitgeber oder Finanzamt zieht Kirchensteuer ein

Als Arbeitnehmer finden Sie auf Ihrer monatlichen Gehaltsabrechnung den Posten Kirchensteuer. Diese führt Ihr Arbeitgeber direkt vom Lohn ans Finanzamt ab, wenn Ihre elektronische Lohnsteuerkarte das entsprechende Merkmal trägt, zum Beispiel „ev“ für die Mitgliedschaft in einer Kirche, die in den Evangelischen Landeskirchen eingegliedert ist.

Abzug an der Quelle
Der Kirchensteuereinzug durch den Arbeitgeber oder durch das Finanzamt ist eine deutsche Spezialität, die es in anderen Ländern nicht gibt. Es gibt allerdings in Hamburg einige wenige Kirchengemeinden, die die Kirchensteuer selber einziehen. Auch die Französische Kirche zu Berlin kümmert sich selbst darum. Standardfall ist jedoch, dass die Finanzämter die Kirchensteuer erhalten und diese – geschmälert um eine Verwaltungskostengebühr von 3 bis 4,5 Prozent – an die jeweilige Kirche des Steuerpflichtigen weiterleiten.

Auch auf Kapitalerträge müssen Sie Kirchensteuer zahlen. Seit 2009 werden Zinsen und Dividenden pauschal mit 25 Prozent Abgeltungssteuer besteuert. Grundsätzlich haben Sie ein Wahlrecht, ob die Bank die darauf zusätzlich fällige Kirchensteuer gleich einbehält und für Sie ans Finanzamt abführt oder ob Sie die Anlage KAP ausfüllen und somit die Kirchensteuer selbst mittels einer Steuererklärung vom Finanzamt abziehen lassen. 

Bank führt Kirchensteuer meist automatisch ab
Bis 2014 führten die Banken die Kirchensteuer nur dann ab, wenn dies der Steuerpflichtige ausdrücklich beantragte. Seit dem Veranlagungszeitraum 2015 gilt jedoch ein automatisierter Datenabruf des Religionsstatus. Die Bank ruft hierbei die beim Bundeszentralamt für Steuern gemeldeten Daten ab. Als Steuerpflichtiger müssen Sie sich dann nicht um die Kirchensteuer kümmern, weil die Bank sie automatisch einbehält.

Wer dem Datenabruf aber schriftlich widerspricht, muss die Anlage KAP ausfüllen und dort seine Kapitalerträge angeben. Dann veranlagt das Wohnsitzfinanzamt hierfür die Kirchensteuer. Im Steuerbescheid weist es die zu zahlende Kirchensteuer aus.

Die Kirchensteuer ist genauso wie der Solidaritätszuschlag eine Ergänzungsabgabe, auch Annex- oder Zuschlagsteuer genannt. Auf die zu zahlende Einkommensteuer kommen als Zuschlag noch 9 Prozent hinzu, außer in Bayern und Baden-Württemberg, wo nur 8 Prozent fällig werden. Bemessungsgrundlage der aufs Jahr bezogenen Kirchensteuerschuld ist also letztlich die nach einer Steuererklärung im Steuerbescheid festgesetzte Einkommensteuer.

Ehepartner mit verschiedenen Konfessionen 
Ist in einer Ehe der eine Partner beispielsweise katholisch, der andere evangelisch, und nur einer hat zu versteuernde Einkünfte, dann ziehen der Arbeitgeber und das Finanzamt die Kirchensteuer vom Arbeitnehmer ein, verteilen aber die Kirchensteuer hälftig auf die Kirchen beider Ehepartner. Deshalb müssen die Ehepartner in ihrer Steuererklärung auf die unterschiedlichen Konfessionen hinweisen.

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Berechnung der Kirchensteuer

Die Berechnung der Kirchensteuer ist geregelt in Paragraf 51a Einkommensteuergesetz.

Beispiel:

Zu versteuerndes Einkommen: 30.000 € im Jahr    
Einkommensteuer: 5.468 €    
Kirchensteuer (9 %, z. B. in Berlin) 492,12 €    

Quelle: Vereinigte Lohnsteuerhilfe e.V. vom 5. Januar 2016

Bemessungsgrundlage ist die tarifliche Einkommensteuer, auch in Form der Lohnsteuer, die der Arbeitgeber direkt abführt. Davon abgezogen werden Kinderfreibeträge.

Treten Sie beispielsweise im Oktober 2016 aus der Kirche aus, dann entfällt die Kirchensteuerpflicht – abhängig vom Bundesland – entweder Ende Oktober oder Ende November 2016. Die Bemessungsgrundlage ist jedoch für das Jahr des Kirchenein- oder -austritts zu zwölfteln. Konkret bedeutet dies, dass im genannten Beispiel im ersten Fall die Monate November und Dezember, im zweiten Fall nur der Dezember bei der Berechnung außen vor bleibt.

Liegt das Einkommen unterhalb des Grundfreibetrags – im Jahr 2016 beträgt dieser 8.652 Euro jährlich bei einer Einzelveranlagung – ist weder Einkommen- noch Kirchensteuer zu zahlen. Verheiratete, die sich zusammenveranlagen lassen, profitieren vom doppelten Grundfreibetrag. 2017 soll dieser für jeden Steuerzahler um je 168 Euro steigen und 2018 um je 180 Euro.

Sachleistungen - Arbeitgeber können für Sachzuwendungen eine pauschale Lohnsteuer ansetzen (§ 37b EStG). Sachzuwendungen sind steuerpflichtige Geschenke oder sonstige Sachleistungen des Arbeitgebers an seinen Mitarbeiter. Wer als Arbeitnehmer keiner Kirche angehört, sollte seinen Arbeitgeber darauf hinweisen, damit die Firma bei der Lohnsteuerberechnung keine Kirchensteuer abführt.

Das gilt auch für Teilzeitbeschäftigte und geringfügig Beschäftigte, denn bei denen ist eine pauschale Lohnsteuer von 2, 20 oder 25 Prozent möglich (§ 40a EStG). Auch darauf ist neben dem Solidaritätszuschlag zusätzlich Kirchensteuer fällig. Unabhängig davon, ob der Arbeitnehmer überhaupt Kirchenmitglied ist, führt der Arbeitgeber je zur Hälfte Kirchensteuer für die katholische und die evangelische Kirche ab. Wenn der Arbeitnehmer jedoch keiner Kirche angehört, ist ein Widerspruch des Arbeitgebers möglich (Bundesfinanzhof, Urteil vom 30. November 1989, Az. I R 14/87, Bundessteuerblatt II 1990, 993). Unterbleibt dies, müssen sogar Nichtmitglieder Kirchensteuer zahlen.

Abfindungen - Auch auf eine Abfindung ist Kirchensteuer fällig. Sie können jedoch einen Teilerlass beantragen.

Kirchengrundsteuer - Neben der Kirchensteuer vom Einkommen gibt es in den Bistümern Limburg und Speyer außerdem auch eine Kirchensteuer vom Grundbesitz. Dies betrifft kirchensteuerpflichtige Immobilieneigentümer in Rheinland-Pfalz und Teilen von Hessen. Hier ziehen die Städte und Gemeinden zusammen mit der Grundsteuer 10 Prozent des Grundsteuermessbetrags als Kirchensteuer ein.

Kirchgeld in Bayern und in Baden-Württemberg

Kirchgeld ist eine besondere Form der Kirchensteuer und fließt direkt an die Kirchengemeinde. Der niedrigere Kirchensteuersatz von 8 Prozent in Bayern und in Baden-Württemberg wird damit begründet, dass zusätzlich zur Kirchensteuer ein obligatorisches Kirchgeld zu zahlen ist. Hierbei stufen sich die Kirchenmitglieder selbst einkommensmäßig ein und überweisen das Kirchgeld an ihre Kirchengemeinde – zusätzlich zur bereits monatlich vom Arbeitgeber abgeführten Kirchensteuer.

Außerdem gibt es zwei spezielle Varianten des Kirchgeldes:

Allgemeines Kirchgeld - Wer als Arbeitsloser, Hausfrau/-mann oder Student nur geringe Einkünfte hat und Mitglied in einer Kirche ist, muss an seine Kirchengemeinde das allgemeine Kirchgeld zwischen 24 und 72 Euro im Jahr zahlen. Fällig ist dieses immer, wenn das Kirchenmitglied volljährig ist und die Einnahmen oberhalb des Existenzminimums liegen. Das allgemeine Kirchgeld gibt es vor allem in Rheinland-Pfalz und im Rheinland.

Besonderes Kirchgeld - Diese Form des Kirchgelds betrifft ausschließlich Ehen beziehungsweise gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften, bei denen sich beide Partner für die Zusammenveranlagung entschieden haben. Der Lohnsteuerhilfeverein Vereinigte Lohnsteuerhilfe e.V. illustriert das besondere Kirchgeld im folgenden Beispiel (Stand: 5. Januar 2016):

Ein leitender Angestellter ist kürzlich aus der Kirche ausgetreten. Er ist zusammenveranlagt mit seiner als Hausfrau tätigen Gattin, die weiterhin in der Kirche ist. Für sie ist das besondere Kirchgeld als erhöhte Kirchensteuer fällig. Berechnet wird dieses vom zuständigen Finanzamt. Als Bemessungsgrundlage gilt das gemeinsame Einkommen. Es wird in einer Tabelle mit 13 Stufen eingeordnet. Die niedrigste Stufe gilt für ein gemeinsam zu versteuerndes Einkommen des Ehepaares zwischen 30.000 und 37.499 Euro. Daraus resultiert ein besonderes Kirchgeld von 96 Euro im Jahr. Stufe 13 gilt ab einem Einkommen von 300.000 Euro. Dann sind schon 3.600 Euro fällig.

Immer wieder klagen Steuerpflichtige gegen das besondere Kirchgeld – erfolglos. Auch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat keine rechtlichen Bedenken (EGMR in mehreren Entscheidungen vom 6. April 2017). Wer das besondere Kirchgeld vermeiden will, dem bleibt nur der Austritt oder der Wechsel der Religionsgemeinschaft als Ausweg.

Kappung der Kirchensteuer beantragen

Bei besonders gut verdienenden Menschen wie Peter Maffay kann die Kirchensteuer ganz schön teuer kommen. Um die Steuerlasten zu mindern, ist in den meisten Kirchen und Bundesländern eine Kappung der Kirchensteuer auf 2,75 bis 3,5 Prozent des zu versteuernden Einkommens möglich. Ansonsten ist bei der Kirchensteuer die gezahlte Kirchensteuer die Bemessungsgrundlage, bei der Kappung aber nicht. Voraussetzung ist, dass die sogenannte Kappungsschwelle überschritten wird. Diese ist in den Landeskirchensteuergesetzen geregelt. Nur in Bayern gibt es keine gesetzliche Kappungsgrenze. Daher ist dort als einzigem Bundesland grundsätzlich keine Begrenzung der Kirchensteuer möglich. Allerdings können Kirchen aus Billigkeitsgründen durchaus einen teilweisen Erlass gestatten.

In Berlin hingegen kann die Kirchensteuer auf 3 Prozent gekappt werden. Für einen Ledigen mit 150.000 Euro zu versteuernden Einkommen bringt dies einen Vorteil von fast 1.200 Euro.

Die Hälfte der Steuerzahler, nämlich alle, die in Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz oder Saarland leben, müssen selbst aktiv werden und die Kappung beantragen. Beantragen müssen Sie diese bei der zuständigen Diözese oder Landeskirche. Dafür genügt ein formloses Schreiben sowie die Kopie des letzten Einkommensteuerbescheids.

In allen anderen Bundesländern müssen Steuerzahler außer der Steuererklärung nichts weiter unternehmen, weil das Finanzamt von sich aus die günstigere Kirchensteuer berechnet.

Kirchensteuer teilweise zurückholen

Tatsächlich können Sie sich einen Teil der gezahlten Kirchensteuer zurückholen. Dazu müssen Sie nur eine Einkommensteuererklärung machen. Denn die gezahlte Kirchensteuer – und dazu gehört auch das Kirchgeld – ist unbeschränkt als Sonderausgabe abzugsfähig (§ 10 Absatz 1 Nummer 4 Einkommensteuergesetz).

Dazu geben Sie die gesamte Kirchensteuer und Kirchgeld auf der zweiten Seite im Mantelbogen der Einkommensteuererklärung an (im Formular für das Jahr 2016 in der Zeile 42).

Nicht abzugsfähig ist aber die Kirchensteuer als Zuschlag auf die Abgeltungssteuer bei Kapitalerträgen. Grund hierfür: In Paragraf 32d Absatz 1 Satz 3 Einkommensteuergesetz ist geregelt, dass im Fall der Kirchensteuerpflicht die Abgeltungssteuer um 25 Prozent gemindert wird.

Tipp

Kirchensteuer für Erblasser als eigene Sonderausgabe

Als Sonderausgabe abziehen kann der Erbe die für den Erblasser gezahlte Kirchensteuer. Diese gilt sodann als eigene Sonderausgabe.

Bezüglich der sachlichen Zuständigkeit in Kirchensteuerangelegenheiten müssen Sie unterscheiden zwischen:

1. Die Berechnung des zu versteuernden Einkommens beziehungsweise der Einkommensteuer: Hierfür ist das Finanzamt zuständig. Einsprüche sind innerhalb eines Monats dort schriftlich einzulegen.

2. Die Berechnung einer „fiktiven Einkommensteuer“ gemäß Paragraf 51a Absatz 2 Einkommensteuergesetz. Einen Einspruch hiergegen müssen Sie beim zuständigen Kirchensteueramt einlegen.

Darüber hinaus kann selbstverständlich jeder freiwillig Geld an gemeinnützige Organisationen nach eigener Wahl spenden und dies ebenfalls als Sonderausgabe absetzen.

Ab 2017 sollen sogar die benötigten Spendenbescheinigungen elektronisch an die Finanzämter übermittelt werden, sodass dann für solche Fälle keine Spendenbescheinigung in Papierform mehr vorzulegen wäre.

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Kirchenaustritt

Die Kirchensteuer ist eine der wenigen Steuern, die sich ganz leicht vermeiden lässt: durch einen Kirchenaustritt. Wer sich hierfür entschieden hat, geht mit seinem Personalausweis oder Reisepass zum Standesamt. In manchen Kommunen ist das Amts- oder Kreisgericht verantwortlich. Verheiratete benötigen manchmal auch die Heiratsurkunde. Vor Ort füllen Sie das Kirchenaustritts-Formular aus und unterschreiben es. In manchen Städten und Gemeinden müssen Sie eine Gebühr zwischen 25 und 100 Euro bezahlen. Lassen Sie sich eine Bestätigung für den Kirchenaustritt aushändigen, damit Sie auch nach einem Umzug einen Nachweis haben. Je nach Bundesland endet die Kirchensteuerpflicht entweder im Folgemonat oder einen Monat später.

Da das Bundeszentralamt für Steuern Ihren Arbeitgeber automatisch über Ihren Kirchenaustritt informiert, ist keine Meldung ans Finanzamt erforderlich. Kontrollieren Sie aber vorsichtshalber Ihre Gehaltsabrechnungen in den Folgemonaten.

Die Entscheidung, ob Sie in der Kirche bleiben oder eventuell die Konfession wechseln, sollte in erster Linie eine Frage des Glaubens sein und keine rein materielle Entscheidung. Die Kirchen in Deutschland sind auch Träger vieler sozialdienlicher Einrichtungen.

Natürlich steht es Ihnen frei, die im Fall eines Austritts gesparte Kirchensteuer an andere soziale Einrichtungen eigener Wahl zu spenden

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Udo Reuß

Finanztip-Experte für Steuern

Der Steuerrechtler und Diplom-Kaufmann Udo Reuß ist bei Finanztip für Steuerthemen verantwortlich. Zuvor war er bei verschiedenen Wirtschafts- und Fachverlagen wie Handelsblatt, F.A.Z.-Verlagsgruppe, Haufe-Lexware und Vogel Business Media tätig – 14 Jahre davon arbeitete er als Chefredakteur von Fachzeitschriften. Aus dem komplexen Steuerrecht zieht er die relevanten Urteile für Steuersparer. Den Autor erreichen Sie unter redaktion@finanztip.de.

Artikel verfasst von

Udo Reuß

Finanztip-Experte für Steuern

Der Steuerrechtler und Diplom-Kaufmann Udo Reuß ist bei Finanztip für Steuerthemen verantwortlich. Zuvor war er bei verschiedenen Wirtschafts- und Fachverlagen wie Handelsblatt, F.A.Z.-Verlagsgruppe, Haufe-Lexware und Vogel Business Media tätig – 14 Jahre davon arbeitete er als Chefredakteur von Fachzeitschriften. Aus dem komplexen Steuerrecht zieht er die relevanten Urteile für Steuersparer. Den Autor erreichen Sie unter redaktion@finanztip.de.