Krankenversicherung in der Elternzeit

Für Privatversicherte entfällt der Arbeitgeberzuschuss

Das Wichtigste in Kürze

  • Gesetzlich Krankenversicherte sind während der Elternzeit beitragsfrei versichert.
  • Dagegen entfällt der Arbeitgeberzuschuss zur privaten Kranken- und Pflegeversicherung – privat versicherte Eltern müssen in dieser Zeit ihre komplette Prämie selbst tragen.
  • Der Wechsel eines privat versicherten Elternteils in die kostenfreie Familienversicherung ist während der Elternzeit nicht möglich.
  • Die Krankenversicherung der Kinder richtet sich nach den Eltern. Sind beide Elternteile privat krankenversichert, müssen sie auch ihr Kind privat versichern.
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Der Rechtsanspruch auf Elternzeit erleichtert vielen Müttern und Vätern den Entschluss, nach der Geburt des Kindes eine Auszeit vom Beruf zu nehmen. Doch wer für die Familie vorübergehend daheim bleibt, sollte sich auch Gedanken um den Krankenversicherungsschutz machen. Bis zu drei Jahre Elternzeit stehen jedem Arbeitnehmer für die Kindererziehung zu. In dieser Zeit überweist der Arbeitgeber allerdings kein Gehalt, und auch der Staat zahlt nur ein zeitlich begrenztes Elterngeld. Eine günstige Krankenversicherung ist daher wichtig.

Privatversicherte zahlen auch Arbeitgeberanteil

Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sind während der Elternzeit beitragsfrei versichert. Privat krankenversicherte Eltern müssen in der Elternzeit dagegen den vollen Beitrag zahlen. Der Beitragszuschuss des Arbeitgebers zur Krankenversicherung entfällt derweil. Mütter und Väter müssen in der privaten Krankenversicherung (PKV) daher ihre Versicherungsprämie in der Elternzeit komplett selbst tragen, also auch den bisher vom Arbeitgeber übernommenen Anteil. Die Versicherungskosten können sich dadurch schlimmstenfalls verdoppeln.  

Allerdings zahlt der Arbeitgeber des Partners einen höheren Zuschuss, sofern dieser den Höchstbeitrag noch nicht ausgeschöpft hat. Denn auch Familienmitglieder haben ein Recht auf den Arbeitgeberzuschuss.

Für die Familie sind die Prämien während der Elternzeit eine zusätzliche finanzielle Belastung. Als Ausgleich für die höheren Versicherungskosten zieht der Staat allerdings bei der Berechnung des Elterngeldes keine Pauschale für die Krankenkassenbeiträge ab. Diese Pauschale liegt für Pflichtversicherte bei 9 Prozent des Einkommens. Bei Privatversicherten setzen die Sozialbehörden damit ein etwas höheres Nettoeinkommen an, entsprechend steigt auch ihr Anspruch auf Elterngeld.  

Beispiel: Ein Familienvater in Elternzeit hat vor der Geburt des Kindes 3.000 Euro brutto im Monat verdient. Davon zieht der Staat eine Steuerpauschale ab und 9 Prozent, also 270 Euro, für die Kranken- und Pflegeversicherung. Das Elterngeld beträgt etwa 60 Prozent des so berechneten Nettoeinkommens. Wenn der Vater in diesem Beispiel privat versichert ist, bekommt er also 60 Prozent der 270 Euro mehr Elterngeld – immerhin 162 Euro im Monat.

Beitragsfortzahlung für freiwillig gesetzlich Versicherte

Tipp

Die Finanztip-Ratgeber zu Elternzeit sowie Elterngeld erläutern die Voraussetzungen für diese Vergünstigungen. Das Familienministerium bietet zudem eine umfangreiche Broschüre zu Elterngeld und Elternzeit, die auch Informationen zur Krankenversicherung enthält.

Keine Gedanken müssen sich Eltern machen, die in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert sind. Ihre kostenlose Mitgliedschaft besteht fort, solange sie Elterngeld beziehen oder Elternzeit in Anspruch nehmen. Die Beitragsfreiheit gilt jedoch nur für das Elterngeld selbst und nicht für andere Einnahmen, die der Versicherte möglicherweise darüber hinaus erzielt. Wer also während der Elternzeit in Teilzeit arbeitet, zahlt dieselben Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung wie seine Kollegen, die sich nicht in Elternzeit befinden.  

Auch für freiwillig gesetzlich Versicherte besteht die Mitgliedschaft während des Bezugs von Elterngeld oder während der Elternzeit fort. Allerdings müssen freiwillige Kassenmitglieder in dieser Zeit grundsätzlich weiterhin Kassenbeiträge zahlen. Gegebenenfalls entrichten sie lediglich den Mindestbeitrag von derzeit 144,78 Euro im Monat (Stand 2017), sofern sie über das Elterngeld hinaus keine weiteren Einnahmen haben und die Kasse keinen Zusatzbeitrag erhebt.

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Wechsel in Familienversicherung meist unmöglich

Wer bereits vor der Geburt des Kindes durch den Ehepartner beitragsfrei in der gesetzlichen Familienversicherung versichert war, bleibt dies auch weiterhin. Das Elterngeld wird dabei nicht in die Berechnung des zulässigen Gesamteinkommens einbezogen. Freiwillig gesetzlich Versicherte sollten prüfen, ob sie die Vorraussetzungen für die kostenfreie Familienversicherung erfüllen. Das trifft auf Angestellte zu, die in der Vergangenheit nur wegen ihres hohen Jahreseinkommens nicht pflichtversichert waren.  

Freiwillig versicherte Selbstständige können dagegen nicht in die Familienversicherung wechseln, sie zahlen während der Elternzeit grundsätzlich weiterhin Kassenbeiträge. Privat Krankenversicherte müssen sich auch in der Elternzeit privat krankenversichern, selbst wenn der Ehegatte gesetzlich versichert ist. Sie können in diesem Zeitraum nicht in die kostenlose Familienversicherung des Partners aufgenommen werden.

Die richtige Krankenversicherung für das Kind

Wenn ein Elternteil gesetzlich krankenversichert ist, kann in vielen Fällen das Kind bei der gesetzlichen Kasse beitragsfrei mitversichert werden. Sind dagegen beide Elternteile privat versichert, müssen sie auch ihre Kinder privat versichern. Bei einer „gemischten Wahl“ der Krankenversicherung müssen Eltern den Nachwuchs nur in Ausnahmefällen bei einem privaten Anbieter krankenversichern. Ein solcher Fall liegt beispielsweise vor, wenn der Hauptverdiener privat krankenversichert ist und sein Einkommen die Jahresentgeltgrenze (JAEG) übersteigt.  

Bleibt der gesetzlich versicherte Ehepartner wegen der Kinder länger als drei Jahre zu Hause, muss er oder sie sich ebenfalls privat versichern. Das Gleiche gilt für die Kinder. Viele Familien können sich die hohen Versicherungsbeiträge von einem Einkommen allein nicht leisten. In der Praxis bedeutet das: Wenn ein Partner privat versichert ist, muss auch der gesetzlich versicherte Elternteil spätestens nach drei Jahren wieder anfangen zu arbeiten.

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Julia Rieder
von Finanztip,
Expertin für Versicherungen

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Peter Neitzsch

freier Finanztip-Mitarbeiter

Als freier Autor arbeitet Peter Neitzsch im Versicherungsressort von Finanztip. Der freiberufliche Journalist schreibt vorwiegend über Wirtschafts- und Verbraucherthemen. Vor der Selbstständigkeit leitete er das Wirtschaftsressort von stern.de. In Dresden und Paris studierte Peter Neitzsch Sozialwissenschaften und absolvierte danach die Berliner Journalisten-Schule. Im Anschluss arbeitete er unter anderem am Newsdesk der Frankfurter Rundschau und von tagesschau.de.

Annika Krempel

Finanztip-Expertin für Versicherungen

Annika Krempel ist Redakteurin im Team Versicherung und Vorsorge. Nach ihrem Diplom in Politikwissenschaften absolvierte sie ein Volontariat für Wirtschafts- und Verbraucherjournalisten. Sie sammelte unter anderem Erfahrungen in den Redaktionen von ZDF WISO, RBB Inforadio sowie der Stiftung Warentest. Die verbraucherpolitische Arbeit lernte sie beim Verbraucherzentrale Bundesverband kennen.