Kreditkarte beantragen

So bekommen Sie die richtige Kreditkarte

Das Wichtigste in Kürze

  • In der Regel ist es einfach, eine Kreditkarte zu beantragen.
  • Kunden sollten vor dem Antrag die unterschiedlichen Angebote vergleichen.
  • Wichtige Kriterien sind Gebühren, Abbuchungsart und Kartenanbieter.

In der Regel ist das Beantragen einer Kreditkarte eine leichte Sache. Verbraucher geben im Antragsformular ihre persönlichen Daten wie Name und Anschrift an und machen Angaben zu ihrer finanziellen Situation. Abhängig von der gewählten Karte müssen sie der Bank noch die Erlaubnis geben, ihre Daten an die Auskunftei Schufa weiterzureichen. Ihre Identität weisen die Kunden entweder über das Postident-Verfahren oder online über das Videoident-Verfahren nach.

Viel wichtiger aber als der Antrag und auch komplizierter ist es, die richtige Kreditkarte auszuwählen.

Kreditkarte ohne Gebühren

Die Gebühren bei Kreditkarten unterscheiden sich stark. Die Anbieter haben alles im Programm: kostenlose Karten, aber auch Kreditkarten, die im Jahr mehr als 100 Euro kosten.

So verlangen einige Banken keine Jahresgebühren für die Kreditkarte oder senken zumindest die Gebühr, falls die Kunden genug Geld damit ausgeben. Bei anderen Anbietern sind die Kreditkarten mit Zusatzleistungen verknüpft, zum Beispiel mit Bonusprogrammen oder Versicherungen. Solche Kreditkarten sind in der Regel um einiges teurer.

Weitere typische Gebühren fallen beim Geldabheben in Deutschland und im Ausland an oder beim Bezahlen in einer anderen Währung als Euro. Es gibt jedoch Banken wie die DKB oder die Santander Consumer Bank, die auch diese Leistungen kostenlos anbieten.

Mehr dazu im Ratgeber Kreditkarten

Josefine Lietzau
Finanztip-Expertin für Bankprodukte

Kostenlose Kreditkarte als Basisausstattung

  • Bei Kreditkarten fallen oft hohe Kosten an.
  • Achten Sie auf Gebühren beim Abheben.
  • Auch das Bezahlen im Ausland ist oft teuer.
  • Einige Anbieter verlangen nur geringe Gebühren.

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Unsere Anbieter-Empfehlung:

Abbuchungsart als Entscheidungshilfe

Wer eine Kreditkarte beantragen will, muss sich entscheiden, was für eine Kreditkarte er braucht. Denn bei Kreditkarten gibt es unterschiedliche Abbuchungsarten:

Charge - Bei Charge-Karten sammelt die Bank die Beträge, die die Kunden ausgeben, und rechnet sie auf einen Schlag vom Girokonto ab. In der Regel passiert das einmal pro Monat. Für die Kunden bedeutet dies, dass sie einen kostenlosen Kredit von der Bank bekommen. Den müssen sie allerdings pünktlich vor dem Abbuchen zurückzahlen, sonst rutschen sie womöglich in den Dispo.

Revolving - Revolving-Kreditkarten funktionieren ähnlich wie ein Ratenkredit: Die Kunden können das ausgegebene Geld in Raten zurückzahlen, dabei fallen hohe Zinsen an. Anstatt diese Möglichkeit zu nutzen, sollten die Kunden ihre Schulden einmal im Monat komplett tilgen.

Debit - Bei Debit-Karten geht das Geld sofort vom Konto ab, die Karte funktioniert also ähnlich wie die Girocard (früher: EC-Karte). Das kann Verbrauchern dabei helfen, ihre Ausgaben im Blick zu behalten. Allerdings rutschen sie mit diesen Karten womöglich in den Dispo, falls sie viel Geld ausgeben. Außerdem werden Debit-Karten nicht immer beim Buchen von Hotels oder Mietwagen akzeptiert.

Prepaid - Auch bei den Prepaid-Karten handelt es sich nicht um echte Kreditkarten. Die Kunden müssen Geld auf die Karte laden und können nur diesen Betrag ausgeben. Einen Kredit bekommen sie also nicht. Die Karten eignen sich für Minderjährige und auch für Menschen, deren Bonität die Schufa als weniger gut einschätzt. Alle anderen Verbraucher sollten sich andere Karten ansehen, da Prepaid-Kreditkarten oft eine komplizierte Kostenstruktur aufweisen und sehr teuer sein können. Zudem werden sie wie Debit-Karten nicht in jedem Hotel oder Autoverleih akzeptiert.

Unterschiedliche Kreditkartenunternehmen

Eine weitere Entscheidungshilfe kann die Kreditkarten-Firma sein, mit der die Bank zusammenarbeitet. Die meisten Banken geben Kreditkarten von Mastercard und Visa aus. Bei der Akzeptanz gibt es fast keine Unterschiede.

Daneben gibt es Kreditkartenunternehmen wie American Express, die weniger mit Banken zusammenarbeiten und ihre Kreditkarten selber ausgeben. Das heißt für Verbraucher, dass sie die Karte direkt bei diesen Unternehmen beantragen und nicht bei einer Bank. Nachteil bei diesen Kreditkarten: Weniger Händler akzeptieren sie.

Kreditkarte ohne Girokonto

Bei einigen Banken gehört die Kreditkarte direkt zum Girokonto dazu. Das gilt zum Beispiel für die DKB und die Comdirect, die beide eine Charge-Karte ausgeben. Die Consorsbank setzt beim Girokonto auf eine kostenlose Debit-Karte von Visa.

Mehr dazu im Ratgeber Girokonto

Josefine Lietzau
von Finanztip,
Expertin für Bankprodukte

Bei Direktbanken sparen

  • Direktbanken bieten kostenlose Girokonten.
  • Es können allerlei Gebühren anfallen.
  • Ersparnisse gehören nicht auf das Girokonto.
  • Denken Sie an die Sicherheit beim Onlinebanking.

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Unsere Anbieter-Empfehlung:

Doch nicht jeder Verbraucher, der eine Kreditkarte beantragt, will gleichzeitig ein Girokonto eröffnen. Das muss auch nicht sein; viele Anbieter bieten Kreditkarten einzeln an. In diesem Fall brauchen die Kunden lediglich ein Referenzkonto, über das sie die Kreditkartenrechnung begleichen.

Falls die Bank die Kreditkarte verweigert

In der Regel müssen Kunden volljährig sein, um eine Kreditkarte zu erhalten, und eine gewisse Bonität vorweisen. Ist dies nicht der Fall, wird der Kreditkartenantrag abgelehnt. Ausnahmen gelten insbesondere bei Prepaid-Karten, einige Anbieter geben sie auch an Minderjährige oder Menschen mit schlechter Schufa aus. Deshalb entfällt teilweise die Schufa-Abfrage beim Antrag.

Es kann sein, dass Einträge bei der Schufa fehlerhaft sind. Das führt womöglich dazu, dass eine Bank Kunden ablehnt. Falls Verbraucher also Probleme beim Beantragen einer Kreditkarte haben, sollten sie ihren Schufa-Eintrag überprüfen. Mögliche Fehler können sie korrigieren lassen.

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Artikel verfasst von

Josefine Lietzau

Finanztip-Expertin für Bankprodukte

Josefine Lietzau ist Redakteurin im Team Bank & Geldanlage. Bereits während ihres Studiums der Germanistik und Anglistik war sie für die Redaktionen der Grünen Liga, der Jüdischen Zeitung und der Superillu tätig. Nach ihrem Magister-Abschluss absolvierte Josefine Lietzau ein Volontariat bei den Online-Verbraucherportalen Banktip und Posttip, wo sie im Anschluss als Redakteurin arbeitete.