Kreditkarte ohne Schufa

Kreditkarten für Kunden mit schlechter Bonität

Das Wichtigste in Kürze

  • Banken achten bei der Vergabe von Kreditkarten auf die Bonität des Kunden. Bei schlechten Werten verweigern sie die Kreditkarte.
  • Eine Ausnahme sind Prepaid-Kreditkarten, bei denen einige Banken auf eine Schufa-Prüfung verzichten.
  • Bei Prepaid-Kreditkarten müssen Verbraucher allerdings mit einigen Nachteilen leben: Die Gebühren sind höher, es gibt mehr Einschränkungen, der Kreditrahmen fehlt, und Buchungen von Hotels und Leihwagen klappen nicht immer.
  • Manchmal werden auch sogenannte Debit-Karten ohne Schufa-Prüfung vergeben. Sie haben ähnliche Nachteile wie Prepaid-Karten: Der Umsatz wird sofort vom Konto abgebucht, nicht immer werden die Karten von Hotels und Autovermietungen akzeptiert.
  • Falls Sie eine Kreditkarte ohne Schufa-Abfrage brauchen, empfiehlt Finanztip die Debit-Karte der Fidor Bank und die Prepaid-Visa-Karte von Payback. Um „echte“ Kreditkarten handelt es sich dabei nicht. Denn eine Kreditkarte ohne Schufa-Prüfung gibt es nicht.
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Auch Kunden mit einer schlechten Schufa können Bankkarten bekommen, die fast so viel können wie „echte“ Kreditkarten. Für normale Kreditkarten überprüfen die Banken die Bonität, also die Zahlungsfähigkeit der Kunden. Falls die Schufa-Abfrage schlecht ausfällt, erhalten sie bei vielen Banken keine Kreditkarte, zumindest keine mit Kreditrahmen. Denn mit diesen Karten erhalten die Kunden nicht nur die Möglichkeit, weltweit zu bezahlen und Geld abzuheben – die Banken strecken auch Geld vor. Eine schlechte Schufa erhöht für das Geldinstitut das Risiko, dass der Kunde seine Kartenschulden nicht begleichen kann. Doch es gibt Alternativen: Prepaid-Kreditkarten, Debit-Karten ohne Schufa-Abfrage oder aber ein Basiskonto. Diese Angebote können auch Verbraucher mit einem ungünstigen Schufa-Score abschließen.

Die Auskunftei Schufa speichert Daten wie Name und Adresse der Verbraucher, aber auch Daten zu Krediten oder geplatzten Schecks. Dabei arbeitet sie mit über 9.000 Vertragspartnern zusammen, die im Gegenzug auf die bei der Schufa gespeicherten Daten zugreifen können. Zu diesen Partnern gehören unter anderem Banken, Sparkassen, Versandhändler und Telefonkonzerne. Die Schufa gibt an, Daten von über 66 Millionen Bürgern vorzuhalten.

Banken fragen diese Daten ab, sobald Verbraucher einen Kredit, ein Girokonto oder eine Kreditkarte bei ihnen beantragen. Interessiert sind die Unternehmen an den Negativmerkmalen, auch unter „negativer Schufa“ bekannt. Dabei geht es um Informationen zu Zahlungsausfällen und gekündigten Krediten oder aber Einträge in öffentlichen Schuldnerverzeichnissen. Auch die Score-Werte sind wichtig, dafür analysiert die Schufa die Daten einer Person und vergleicht sie mit den Daten von anderen. Die Anbieter beachten neben den Daten der Auskunfteien auch andere Informationen zum Verbraucher, zum Beispiel das Gehalt. Mit diesen Daten entscheiden Banken, ob sie eine Kreditkarte gewähren. Wer eine Kreditkarte ohne Schufa-Prüfung möchte, muss auf einiges verzichten.

Prepaid-Kreditkarten als Alternative

Falls die Banken den Kreditkartenantrag immer wieder ablehnen, liegt das nicht unbedingt an der tatsächlichen Bonität des Kunden, manchmal sind die gespeicherten Daten fehlerhaft. Verbraucher sollten daher in solchen Fällen ihre Schufa-Einträge überprüfen: Vielleicht hat sich ein Fehler eingeschlichen und eine einfache Korrektur reicht aus, um an die gewünschte Kreditkarte zu kommen.

Falls das nichts bringt, gibt es noch eine weitere Lösung. Oft sind Banken wesentlich kulanter, falls sie zur Kreditkarte keinen Kreditrahmen anbieten. Bei diesen Prepaid-Kreditkarten kommen die Banken oft ohne Schufa-Abfrage aus.

Ohne Kreditrahmen heißt für die Kunden: Sie müssen Guthaben auf die Kreditkarte laden und können nur dieses Geld verbrauchen. Die Bank streckt nichts vor, das Geld wird sofort abgebucht. Damit können Verbraucher nicht über die Kreditkarte in die Schuldenfalle geraten. Bei Prepaid-Kreditkarten handelt es sich also nicht um richtige Kreditkarte, aber in vielen Fällen funktionieren sie wie Kreditkarten. Verbraucher bezahlen damit in Restaurants und Läden oder setzen sie beim Online-Einkauf ein. Sie bringen jedoch auch Probleme mit sich:

Tipp

Girokonto mit Karte

Falls die Schufa-Bewertung etwas schlechter ausfällt, können Verbraucher auch versuchen, ein von Finanztip empfohlenes Girokonto zu eröffnen. Bei denen sind die Kreditkarten dabei. Falls die Banken ihnen trotz der Bewertung das Girokonto geben, bekommen die Verbraucher die Kreditkarte in der Regel mit dazu. Es könnte allerdings sein, dass Ihr Verfügungsrahmen sehr niedrig bleibt.

Nachteile von Prepaid-Kreditkarten

Wenn Banken eine Kreditkarte ohne Schufa-Abfrage vergeben, bringt das in der Regel im Vergleich zu anderen Kreditkarten auch Nachteile mit sich:

Höhere Kosten - Prepaid-Kreditkarten sind nicht besser als normale Kreditkarten, kosten aber trotzdem oft mehr. Zudem ist die Kostenstruktur oft komplizierter als bei normalen Kreditkarten.

Kleineres Limit - Manche Anbieter von Prepaid-Kreditkarten begrenzen stark die Menge an Bargeld, die Verbraucher abheben können.

Kein Kredit - Mit Prepaid-Kreditkarten erhalten die Kunden keinen Kredit. Das kann Vorteil und Nachteil zugleich sein. Einerseits kann die Kreditkarte so nicht zur Schuldenfalle werden. Andererseits können Verbraucher keinen zusätzlichen Kreditrahmen nutzen, um den Dispo zu vermeiden.

Keine Flexibilität - Die Kunden müssen immer Geld auf dem Kartenkonto haben, um die Karte zu nutzen.

Keine Kaution - Falls Verbraucher ein Hotel oder einen Mietwagen buchen, müssen sie eine Kaution hinterlegen; die Kreditkarte genügt in der Regel als Sicherheit. Aber Prepaid-Karten werden nicht immer akzeptiert. Das kann auch bei Debit-Karten ein Problem sein.

Alternative: Debit-Kreditkarte ohne Schufa-Abfrage

Nicht nur bei Prepaid-Karten verzichten einige Banken auf die Abfrage der Schufa-Daten, auch bei Banken mit Debit-Karten kann dies der Fall sein. Denn falls die Bank dem Kunden zunächst keinen Dispo gewährt, dann gibt sie ihm auch auf der Karte keinen Kredit – das gleiche Prinzip wie bei Prepaid-Karten. So verzichtet die Fidor Bank beim Girokonto und bei der Kreditkarte zunächst auf eine Schufa-Abfrage. Erst wenn Kunden einen Dispo beantragen, holt die Bank dies nach.

Auch wenn eine Bank für ihre Debit-Karte die Schufa-Daten abfragt, kann es für Verbraucher mit schwächerer Bonität einen Versuch wert sein, dort eine Kreditkarte zu beantragen. Womöglich bewertet das Geldinstitut die Bonität weniger streng, da die Debit-Karte keinen Kredit gewährt und es sich auch bei dieser Karte nicht um eine echte Kreditkarte handelt. Auch Debit-Karten werden teilweise nicht beim Buchen von Hotelzimmern oder Mietwagen akzeptiert.

Alternative: Basiskonten mit Kreditkarte

Verbraucher mit schlechter Schufa-Bewertung steht ein weiterer Weg offen, um an eine Kreditkarte zu kommen. Seit Juni 2016 müssen Banken jedem Verbraucher, der sich legal in der Europäischen Union aufhält, auf Wunsch ein sogenanntes Basiskonto eröffnen. Zwar überprüfen einige Banken auch bei diesem Kontotyp die Schufa-Daten, ablehnen dürfen sie einen Kunden wegen einer schlechten Bewertung aber nicht. Ein Ablehnungsgrund kann jedoch sein, dass der Antragsteller bereits woanders ein Konto hat.

Kunden müssen grundlegende Bankgeschäfte wie Geld überweisen und Geld abheben mit dem Basiskonto erledigen können, eine Kreditkarte gehört nicht zwingend dazu. Trotzdem ist sie manchmal dabei, zum Beispiel bei der Consorsbank. Sie gibt eine Debit-Karte zum Basiskonto aus. Da die Funktionen des Kontos sehr eingeschränkt sind, sind solche Basiskonten allerdings nur für diejenigen Verbraucher eine Alternative, die Schwierigkeiten haben, ein reguläres Girokonto zu bekommen.

Alternative: Virtuelle Kreditkarte ohne Schufa

Es gibt weitere Anbieter, die auf eine Schufa-Prüfung verzichten: Falls Verbraucher lediglich eine virtuelle Kreditkarte benötigen – also bloß die Kreditkartendaten, aber keine Plastikkarte, um damit in Läden und Restaurants zu bezahlen – dann bekommen sie bei Anbietern wie Netteller, der Wirecard Bank oder Telefonunternehmen Kreditkarten ohne Schufa-Prüfung. Deren Gebühren sind jedoch oft kompliziert gestaltet. Außerdem können virtuelle Kreditkarten nicht viel mehr als ein Paypal-Konto oder andere Bezahldienste.

Von uns empfohlene Kreditkarten ohne Schufa

Finanztip hat unterschiedliche Prepaid-Kreditkarten von Mastercard und Visa untersucht und die günstigsten herausgesucht. Zu unseren Empfehlungen zählen die Kreditkarten von Payback und der Fidor Bank, die beide ohne Schufa-Abfrage vergeben werden. Das Start-up N26 (früher: Number26) verzichtete zunächst auf eine Schufa-Abfrage, inzwischen fragt das Unternehmen den Wert ab. Das heißt aber nicht, dass Verbraucher mit schlechter Schufa bei der Firma überhaupt keine Chance haben, denn N26 setzt zusätzlich ein eigenes Bewertungsverfahren ein.

PAYBACK Kreditkarte
Prepaid-Visa-Karte der BW Bank

  • kostenlos Bargeld abheben im Inland
  • keine Schufa-Prüfung
  • Fremdwährungsgebühr von 1,75 % außerhalb der Eurozone
  • Jahresgebühr von 29 € (im ersten Jahr kostenlos)
  • tägliches Abhebelimit von 250 €


Fidor Bank
Mastercard Debit-Karte in Kombination mit Girokonto

  • keine Schufa-Bonitätsprüfung
  • keine Fremdwährungsgebühr
  • eine Bargeldabhebung pro Monat in der Eurozone kostenfrei
  • Jahresgebühr von 14,95 Euro
  • ab zweitem Mal Abheben im Monat Kosten von jeweils 2,50 Euro

Mehr dazu im Ratgeber Prepaid-Kreditkarten

Josefine Lietzau
Finanztip-Expertin für Bankprodukte

Prepaid-Kreditkarte als Alternative

  • Prepaid-Kreditkarten eignen sich für Jugendliche.
  • Sie sind Alternativen für Menschen mit schlechter Schufa-Bewertung.
  • Sie sind oft teurer als normale Kreditkarten.

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Josefine Lietzau
Finanztip-Expertin für Bankprodukte

Kostenlose Kreditkarte als Basisausstattung

  • Bei Kreditkarten fallen oft hohe Kosten an.
  • Achten Sie auf Gebühren beim Abheben.
  • Auch das Bezahlen im Ausland ist oft teuer.
  • Einige Anbieter verlangen nur geringe Gebühren.

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Josefine Lietzau
von Finanztip,
Expertin für Bankprodukte

Bei Direktbanken sparen

  • Direktbanken bieten kostenlose Girokonten.
  • Es können allerlei Gebühren anfallen.
  • Ersparnisse gehören nicht auf das Girokonto.
  • Denken Sie an die Sicherheit beim Onlinebanking.

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Josefine Lietzau

Finanztip-Expertin für Bankprodukte

Josefine Lietzau ist Redakteurin im Team Bank & Geldanlage. Bereits während ihres Studiums der Germanistik und Anglistik war sie für die Redaktionen der Grünen Liga, der Jüdischen Zeitung und der Superillu tätig. Nach ihrem Magister-Abschluss absolvierte Josefine Lietzau ein Volontariat bei den Online-Verbraucherportalen Banktip und Posttip, wo sie im Anschluss als Redakteurin arbeitete.