Kreditkartenbetrug

Missbrauch der Kreditkarte und Haftung

Das Wichtigste in Kürze

  • Unter der kostenfreien Telefonnummer 116 116 (aus dem Ausland kostenpflichtig 0049 116 116) können Verbraucher ihre Kreditkarte sperren lassen.
  • Die Haftung des Verbrauchers ist gesetzlich auf 150 Euro beschränkt. Viele Kreditkarten-Anbieter übernehmen die Haftung auch für diesen Betrag freiwillig.
  • Bei fahrlässigem oder betrügerischem Handeln sind Verbraucher jedoch für entstandene Schäden in vollem Umfang haftbar.

Die besten Kreditkarten

  • Für eine Basisausstattung empfehlen wir diese kostenlosen Kreditkarten:

Weltweit kostenlos abheben: 
1-Plus-Card (Santander), DKB
In der Eurozone kostenlos abheben:
Consorsbank, ING-Diba, Barclaycard

  • Für Minderjährige empfehlen wir:

DKB (Visa)
Commerzbank (Mastercard und Visa)
Comdirect (Visa)
Wüstenrot Bank (Visa)

  • Bei schlechter Schufa empfehlen wir:

Fidor Bank (Mastercard)
Payback (Visa)

  • Für Gold- und Platinkarten empfehlen wir Ihnen unseren Onlinerechner: In nur drei Minuten finden Sie heraus, welche Kreditkarte mit Extras zu Ihnen passt.
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Daten von Kreditkarten können von einzelnen Tätern, aber auch im großen Stil gestohlen und missbraucht werden. Auch wenn Ihnen niemand hundertprozentigen Schutz vor Missbrauch Ihrer Kreditkarte garantieren kann, gibt es doch einige einfache Regeln, die die Möglichkeiten für Kriminelle erheblich einschränken.

Hackerattacken, Ausspähen von Daten oder Kartenverlust

Immer wieder kommt es zu spektakulären Meldungen, dass eine große Menge von vertraulichen Kreditkarten-Daten in falsche Hände geraten ist. So sind Anfang 2016 in Deutschland wohl Zehntausende Kartendaten durch ein Datenleck in die Hände von Dritten gelangt. Die Kreditinstitute schrieben ihre Kunden an und tauschten die Karten aus. Bei einem Hackerangriff im März 2012 auf den Zahlungsdienstleister Global Payments haben Kriminelle wohl sogar mehr als zehn Millionen Kreditkartennummern unter anderem von Mastercard und Visa von US-Bürgern gestohlen.

Eine andere beliebte Quelle für Datendiebe ist das Ausspähen von Kreditkartendaten bei Einkäufen im Internet. Oft versuchen Kriminelle, über infizierte Anhänge in E-Mails Schadsoftware auf den Computern der Verbraucher zu installieren, die sämtliche Eingaben protokollieren können. Eine andere häufig verwendete Methode ist die Umleitung auf präparierte Internetseiten, wo die Nutzer zur Eingabe ihrer Daten aufgefordert werden.

Auch wenn Verbraucher ihre Kreditkarte verlieren, besteht die Gefahr des Missbrauchs. Mit der Kreditkartennummer auf der Vorderseite und der Prüfziffer auf der Rückseite der Karte können Diebe sofort im Internet einkaufen. Auch in vielen Geschäften kann mit Unterschrift bezahlt werden, was den Kreditkartenbetrug im Vergleich zur Bestätigung durch Eingabe einer PIN erleichtert.

So schützen Sie sich am besten vor Missbrauch

Ganz ausschließen können Sie einen Missbrauch Ihrer Daten nie. Unsere Tipps helfen Ihnen dabei, das Risiko so klein wie möglich zu halten.

Sparsam mit Daten umgehen

Je mehr Firmen Sie die Daten Ihrer Kreditkarte anvertrauen, desto größer wird das Risiko des Kartenmissbrauchs. Das bedeutet nicht, dass die Firmen in betrügerischer Absicht handeln, sondern dass sich das Risiko, beispielsweise von einem Hackerangriff betroffen zu sein, erhöht, wenn Sie Ihre vertraulichen Daten bei vielen Firmen hinterlegt haben. Außerdem sind die technischen Sicherheitsmaßnahmen bei den Online-Shops unterschiedlich ausgeprägt. Überlegen Sie sich also gut, ob Sie Ihre Daten potenziellen Zielen wie Apple oder Paypal anvertrauen wollen.

Bewahren Sie Ihre Karte nie gemeinsam mit Ihrer Geheimzahl auf

Bewahren Sie auf gar keinen Fall Ihre Geheimzahl zusammen mit der zugehörigen Karte auf. Im Falle eines Missbrauchs wird Ihnen dann grobe Fahrlässigkeit unterstellt und Sie haften für die entstandenen Schäden in vollem Umfang.

Überprüfen Sie Ihre Kreditkartenabrechnung genau

Überprüfen Sie Ihre Kreditkartenabrechnungen genau. Es kann beispielsweise vorkommen, dass Betrüger eine sogenannte Testabbuchung vornehmen. Oftmals werden dann nur 1 oder 2 Cent von Ihrem Konto abgebucht. Falls das von Ihrer Bank unbemerkt bleibt, werden die Betrüger probieren, auf dem gleichen Wege möglichst viel Geld von Ihrem Konto abzuräumen. Kontaktieren Sie bei Unregelmäßigkeiten umgehend Ihre Bank und lassen Sie gegebenenfalls die Karte sperren. Sie sollten die Rechnungen auch nach dem Sperren weiter kontrollieren.

Falls Sie Fehler auf der Abrechnung entdecken, können Sie das Geld zurückbuchen lassen. Dazu reklamieren Sie den Umsatz bei Ihrer Bank, meist können Sie dafür entsprechende Formulare auf den Websites der Anbieter herunterladen. Mögliche Gründe zum Reklamieren sind Umsätze, die mehrmals vom Konto abgegangen sind oder die Sie nicht getätigt haben. Oft werden in den AGB der Banken sechs bis acht Wochen als Frist für die Reklamation genannt. Sie können aber versuchen, strittige Umsätze auch später noch zu reklamieren.

Passen Sie besonders bei Einkäufen im Internet auf

Viele Kreditkartenbetrüger konzentrieren sich inzwischen auf das Internet. Überprüfen Sie immer sorgfältig die Adresse in Ihrem Webbrowser, wenn Sie zur Eingabe Ihrer Daten aufgefordert werden. Anzeichen dafür, dass Sie unbemerkt auf eine betrügerische Seite umgeleitet wurden, sind ein fehlendes „https://“ in der Adresszeile oder dass der Anbieter der ursprünglichen Website nicht mehr in der Adresszeile vorkommt. Verzichten Sie bei den kleinsten Zweifeln über die Echtheit der Internetseite lieber auf einen Kauf.

Um Ihre Einkäufe im Internet sicherer zu machen, haben die großen Kreditkartenanbieter Visa und Mastercard das 3D-Secure-Verfahren eingerichtet. „Verified by Visa“ und „Mastercard Secure Code“ benutzen ein zusätzliches Passwort, um Ihre Identität im Internet zu überprüfen.

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Kreditkarte umgehend sperren

Wir empfehlen, die Kreditkarte sperren zu lassen, sobald sich auch nur ein kleiner Verdacht des Betrugs ergibt. Das tun Sie am besten, indem Sie die kostenlose Nummer 116 116 des Sperrnotrufs anrufen. Abhängig von Ihrer Kreditkarte leitet Sie der Sperrnotruf umgehend an die zuständige Stelle weiter.

Falls Sie aus dem Ausland anrufen, zahlen Sie die Kosten des ausländischen Netzbetreibers. Sie müssen die Vorwahl für Deutschland nutzen, in der Regel 0049, in manchen Ländern wie zum Beispiel Chile oder Finnland lautet die Vorwahl anders.

Allerdings muss Ihre Bank an diesem Service teilnehmen, damit Sie Ihre Kreditkarte so sperren können. Tut sie das nicht, melden Sie sich direkt bei Ihrer Bank anstatt beim Notruf. Wer eine Kreditkarte von American Express hat, ruft beim Kreditkartenunternehmen an (0049 69 9797 2000), da American Express im Gegensatz zu Mastercard und Visa die Kreditkarten selber herausgibt. Am besten Sie notieren sich die passende Nummer oder tragen Sie in Ihr Handy ein. Egal wo Sie anrufen: Sie benötigen Ihre Kreditkarten-Daten zum Sperren.

Verlangen Sie eine Bestätigung der Anzeige. So können Sie beweisen, dass Sie Ihre Anzeigepflicht erfüllt haben. Der Kreditkartenausgeber ist verpflichtet, die Anzeige zu bestätigen. Falls Sie davon ausgehen, dass Ihre Kreditkarte gestohlen wurde, sollten Sie das nicht nur Ihrer Bank melden, sondern auch der Polizei. Lassen Sie sich auch diese Anzeige bestätigen.

Über den Sperrnotruf können Sie neben der Kreditkarte auch andere Medien sperren, dazu zählen Mobilfunkkarten, Bankkarten und die elektronische Identitätsfunktion der Personalausweise.

Kosten für das Sperren der Kreditkarte

Das Sperren einer Kreditkarte kostet Sie nichts. Auch für das Entsperren oder die Neuausstellung der Karte darf die Bank kein Geld verlangen. Das ergibt sich aus dem Verbot für Banken, Entgelte für die Erfüllung von sogenannten Nebenpflichten zu erheben (§ 675f Abs. 4 Satz 2 BGB). 

Trotzdem fordern Banken teilweise Gebühren für eine Ersatzkarte, bei der Postbank waren es 15 Euro. Zu Unrecht, wie der Bundesgerichtshof (BGH) urteilte (Urteil vom 20. Oktober 2015, (Urteil vom 20. Oktober 2015, Az. XI ZR 166/14).

Benötigen Sie eine neue Karte, sollten Sie auf einem kostenlosen Ersatz bestehen.

Tipp

Gebühren zurückfordern

Haben Sie in der Vergangenheit zu Unrecht für eine Ersatzkarte bezahlt, können Sie diese Kosten zurückfordern. Der Anspruch verjährt nach drei Jahren. Schreiben Sie Ihrer Bank, verweisen Sie auf das BGH-Urteil und verlangen Sie eine Gutschrift. Ein Anschreiben könnte so lauten:

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe von Ihnen am xx.xx.xxxx eine Ersatz-Bankzahlungskarte bekommen, da mir die Erstkarte abhandengekommen ist. Eine Sperrung hatte ich umgehend veranlasst. Für die Ersatzkarte haben Sie mir eine Gebühr in Höhe von xx Euro berechnet. Nach dem Urteil des Bundesgerichtshofs vom 20. Oktober 2015 ist eine solche Gebühr unzulässig (Az. XI ZR 166/14). Ich bitte daher um Erstattung der Gebühr nach § 812 BGB auf das Ihnen bekannte Konto bis zum xx.xx.xxxx.  

Mit freundlichen Grüßen

Einige Banken entsperren die Kreditkarte generell nicht und schicken direkt eine neue Karte zu.

Kosten im Betrugsfall

Ihre maximale Haftung bis zur Verlustmeldung ist gemäß § 675v BGB auf 150 Euro begrenzt. Danach haften Sie generell nicht. Viele Anbieter von Kreditkarten entbinden ihre Kunden von der gesetzlichen Haftungspflicht oder reduzieren den Haftungsanteil zumindest, wenn der Kunde den vertraglichen Bedingungen nachgekommen ist. Bei Mastercard gibt es außerdem eine „Zero Liability Protection“. Dadurch sollen die Kunden im Betrugsfall gar nicht haften. Setzt die Bank trotzdem die 150 Euro an, weisen die Kunden sie am besten auf die Mastercard-Regeln hin.

In der Regel bedeuten die vertragliche Bedingungen, dass Sie nicht grob fahrlässig oder in betrügerischer Absicht gehandelt haben dürfen und den Verlust umgehend melden.  Unter grober Fahrlässigkeit versteht man beispielsweise, die Geheimzahl zusammen mit der Karte aufzubewahren. In diesem Fall können Sie in vollem Umfang haftbar gemacht werden, die 150-Euro-Grenze ist aufgehoben.

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Dr. Britta Beate Schön

Finanztip-Expertin für Recht

Britta Beate Schön ist bei Finanztip für sämtliche Rechtsthemen zuständig. Die promovierte Juristin und Rechtsanwältin war als Leiterin der Rechtsabteilung bei Finanzdienstleistern wie der Telis Finanz AG und der Interhyp tätig. Vorher lehrte und forschte sie in Japan als DAAD-Junior-Professorin für deutsches und Europarecht. Ihr Studium absolvierte sie in Münster, Genf, Regensburg und Leipzig. Die Autorin erreichen Sie unter britta.schoen@finanztip.de.

Josefine Lietzau

Finanztip-Expertin für Bankprodukte

Josefine Lietzau ist Redakteurin im Team Bank & Geldanlage. Bereits während ihres Studiums der Germanistik und Anglistik war sie für die Redaktionen der Grünen Liga, der Jüdischen Zeitung und der Superillu tätig. Nach ihrem Magister-Abschluss absolvierte Josefine Lietzau ein Volontariat bei den Online-Verbraucherportalen Banktip und Posttip, wo sie im Anschluss als Redakteurin arbeitete.