Informationen zu Liebhaberei (fehlende Gewinnerzielungsabsicht)

  • Zuletzt aktualisiert: 13. Dezember 2012
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Gewinnerzielungsabsicht bedeutet, dass bei der ausgeübten Tätigkeit oder dem Vorhaben, die Absicht besteht, einen Überschuss der Einnahmen über die Ausgaben zu erzielen. Das Gegenteil nennt man Liebhaberei.

Eine Liebhaberei liegt vor, wenn nach den Gesamtumständen des Einzelfalls und auf lange Sicht gesehen, ein Gewinn oder Überschuss der Einnahmen nicht erstrebt wird. Beispiele: Atelier des Hobby-Malers, Reitstall des Pferde- Liebhabers, private Yacht im Mittelmeer oder die Ferienwohnung an der Ostsee. Das bedeutet, auch wenn Gewinne und Verluste aus einer Tätigkeit stammen, die ihrer Art nach unter eine der sieben Einkunftsarten fallen, bleiben sie für Zwecke der Einkommensteuer außer Betracht, wenn es sich bei dieser Tätigkeit um eine so genannte Liebhaberei handelt.

Es gibt unzählige Beispiele und Fälle aus der Rechtsprechung zu Liebhaberei und fehlender Gewinnerzielungsabsicht. Hier nur eine kleine Auswahl:

  • Liebhaberei bei Immobilienfonds
  • Verlust aus der Vermietung von Immobilien
  • Weingutbetrieb als Liebhaberei
  • Finanzamt stuft Schmuckgeschäft als Hobby ein


Aber es gibt auch Ausnahmen. Beispiel: Wer mit seinem Unternehmen keinen Gewinn erzielt, läuft in der Regel Gefahr, dass ihm das Finanzamt reine Liebhaberei in bezug auf die Tätigkeit unterstellt, was zur Folge hat, dass er die Verluste von anderweitigem, zu versteuernden Einkommen nicht abziehen kann. Schreibt dagegen ein Rechtsanwalt 20 Jahre lang nur rote Zahlen, sind seine Verluste trotzdem steuerlich anzuerkennen, weil ein "Unternehmen dieser Art" gar "nicht geeignet ist, der Befriedigung persönlicher Neigungen zu dienen". (Urteil des Bundesfinanzhofs vom 22. April 1998 - XI R 10/97)
Auf lange Sicht gesehen kann auch rund 100 Jahre bedeuten. So sagt der BFH in seinem BFH-Urteil vom 24.8.2000 (IV R 46/99) in BStBl. 2000 II S. 674: Daher ist etwa bei forstwirtschaftlichen Betrieben unter Umständen die gesamte Umtriebszeit, die Zeit zwischen Aufforstung und Holzernte, die oft mehr als 100 Jahre beträgt, zu berücksichtigen (Senatsurteil vom 26. Juni 1985 IV R 149/83, BFHE 144, 67, BStBl II 1985, 549).

Der Begriff "Absicht" stellt klar, dass es keine Rolle spielt, ob das Ziel der Gewinnerzielung auch tatsächlich erreicht wird. Ein Unternehmen, das Verluste macht, verliert nicht schon deswegen seine Gewinnerzielungsabsicht. Das Einkommensteuergesetz (EStG) knüpft für die Frage, ob eine Tätigkeit unter eine der sieben Einkunftsarten des EStG fällt, auch an die Gewinnerzielungsabsicht an.
Der Begriff der Gewinnerzielungsabsicht gilt für die Einkommensteuer, nicht hingegen für andere Steuerarten. So sind im Bereich der Umsatzsteuer die Begriffe Liebhaberei und Gewinnerzielungsabsicht unbekannt.

Der umfassende Artikel Steuererklärung und Vermietung von Ferienimmobilien beschreibt eingehend die Voraussetzungen und das Verfahren für die mögliche Geltendmachung von Werbungskosten in der EinkommenSteuererklärung. Folgen Sie daher zur Wissenserweiterung diesem vorgenannten Link.

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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