Mobiles Internet

So surfen Sie unterwegs im Internet

Das Wichtigste in Kürze

  • „Mobiles Internet“ bezeichnet das Surfen mit Handy, Tablet oder Surfstick unterwegs im Mobilfunknetz.
  • Enthält Ihr Handytarif eine Datenflatrate, dann können Sie ein bestimmtes Inklusivvolumen pro Monat ohne weitere Kosten versurfen. Danach wird entweder die Geschwindigkeit gedrosselt oder per Datenautomatik kostenpflichtig zusätzliches Volumen freigeschaltet.
  • Alternativ gibt es vor allem in Prepaid-Tarifen eine volumenbasierte Abrechnung. Das lohnt sich aber nur, wenn Sie das mobile Internet nur sehr selten nutzen.
  • Wie schnell die Internetverbindung ist, liegt an der Netzabdeckung des Mobilfunkanbieters und dem technischen Mobilfunk-Standard: GSM/GPRS, UMTS oder LTE.
  • Andererseits müssen auch Handy und Tarif den technischen Standard unterstützen. Auf eine schnelle LTE-Verbindung müssen Handynutzer mit älteren Smartphones und Kunden in einigen günstigeren Handytarifen verzichten.
  • Mit Daten-Roaming können Handynutzer auch im Ausland unterwegs ins Internet. Außerhalb der EU kann dies allerdings schnell teuer werden.

So gehen Sie vor

  • Schätzen Sie ein, wie viel Datenvolumen Sie benötigen und wählen Sie eine passende Datenflatrate, die nicht überdimensioniert und damit zu teuer ist. Unseren Handy-Tarifrechner können Sie entsprechend einstellen.
  • Falls Ihr Smartphone kein LTE beherrscht, können Sie womöglich Geld sparen, indem Sie sich für einen Handytarif ohne LTE entscheiden.
  • Haben Sie dauerhaft schlechten Empfang, liegt das wahrscheinlich an der Netzabdeckung Ihres Anbieters. Wechseln Sie dann zu einem anderen Netzbetreiber. Der Finanztip-Tarifrechner kann Handytarife auch nach dem Mobilfunknetz filtern.
  • Für den durchschnittlichen Internetgebrauch reicht etwa 1 Gigabyte im Monat aus. Wollen Sie sich die Suche nach einem exakt passenden Handytarif sparen, bietet sich eine Allnet-Flatrate an:

Eine empfehlenswerte Allnet-Flatrate im O2-Netz ist LTE 1500 von Simply für knapp 10 Euro im Monat. Im besseren D-Netz empfehlen wir die Callya Smartphone Allnet-Flat von Vodafone für 22,50 Euro für vier Wochen (rund 24 Euro im Monat).

Auf dem Sprung noch spontan per Messenger zum Essen verabreden, das beste Restaurant in der Nähe ausgesucht und mit ein paar Klicks den schnellsten Weg berechnen lassen – für viele gehört das Smartphone zum Alltag, und damit das mobile Internet. Umso ärgerlicher ist es da, wenn Mitte des Monats die Verbindung quälend langsam wird oder ausgerechnet im Lieblingsrestaurant der Empfang schlecht ist.

Der passende Tarif fürs mobile Internet

Wenn Handynutzer unterwegs ins Internet gehen, nutzen sie dafür das Mobilfunknetz ihres Anbieters. Viele Handyverträge beinhalten eine Datenflatrate, mit der ein monatliches Datenvolumen im Preis inbegriffen ist. Auch bei Prepaid-Tarifen können Verbraucher in der Regel eine Datenoption hinzubuchen, um ein bestimmtes Surfvolumen zum Fixpreis nutzen zu können. Ohne Datenflat bezahlen Handynutzer je Megabyte – was teuer werden kann.

Zusätzlich können Verbraucher für Tablets und Surfsticks auch reine Datentarife ohne Telefonie oder SMS abschließen. Mit speziellen LTE-Tarifen für zu Hause können Sie auch in den eigenen vier Wänden auf das mobile Internet zurückgreifen, falls an Ihrem Wohnort keine schnelle Internetverbindung per DSL oder Kabel möglich ist.

Datendrossel oder Datenautomatik
Hat der Handynutzer sein Freivolumen aufgebraucht, wird bei vielen Mobilfunkanbietern die Geschwindigkeit der Internetverbindung gedrosselt, auf 64, 32 oder sogar nur 16 Kilobit pro Sekunde (kbit/s). Das sind 0,016 Mbit/s. Zum Vergleich: Das ungedrosselte Surftempo beträgt in vielen Handytarifen bis zu 42 Mbit/s oder rund 42.000 kbit/s und mehr. Der Kunde kann gedrosselt zwar noch mobil ins Internet gehen, allerdings reicht die Geschwindigkeit dann nur noch für sehr datensparsame Anwendungen wie Whatsapp. Surfspaß ist unmöglich.

Die sogenannte Datenautomatik ist eine weitere Methode mancher Mobilfunkanbieter, mit dem Datenlimit umzugehen. Im Gegensatz zur Datendrossel wird dem Handynutzer dabei gegen Aufpreis weiteres Volumen automatisch hinzugebucht, sobald die Datengrenze erreicht ist. Die zusätzlichen Kosten für das Extravolumen per Datenautomatik sind jedoch im Vergleich zur Grundgebühr meist völlig überteuert. In einem Tarif der Drillisch-Marke Winsim, der 2.000 Megabyte (MB) Datenvolumen enthält und monatlich 6,99 Euro kostet, schlägt das Extra-Datenvolumen beispielsweise mit 2 Euro je 100 MB zu Buche (Stand: Juli 2017).

Enthält ein Handytarif eine Datenautomatik, dann ist sie meist voreingestellt. Der Anbieter schaltet sie nur ab, wenn der Kunde das ausdrücklich wünscht, was wir grundsätzlich empfehlen. Doch das geht nicht immer: In manchen Tarifen ist die Datenautomatik fester Bestandteil. Nehmen Sie einen solchen Tarif nur, wenn er deutlich mehr Surfvolumen enthält, als Sie eigentlich benötigen. So vermeiden Sie auf längere Sicht Zusatzkosten.

Wie viel Datenvolumen Sie brauchen

1 Gigabyte reicht für...

Google-Suche   5.000 mal
E-Mails empfangen   20.000 Stück
Messenger Anruf   1.000 Minuten
Messenger Bild   12.500 Stück
Messenger Text   100.000 Stück
Musikstreaming (normale Qualität)   22 Stunden
Musikstreaming (hohe Qualität)   14 Stunden
Videostreaming (niedrige Qualität)   180 Stunden
Videostreaming (in HD)   20 Minuten

Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: Juli 2017)

Um nicht in die Kostenfalle der Datenautomatik zu geraten, oder regelmäßig mit der Datendrossel im Schneckentempo zu surfen, sollten Sie herausfinden, wie viel Datenmengen Sie durchschnittlich benötigen und Ihren Tarif dementsprechend anpassen.

Für Smartphone und Tablet gibt es spezielle Apps, mit denen Sie Ihren aktuellen Datenverbrauch im mobilen Internet nachverfolgen können: Für Android beispielsweise die kostenlose Anwendung My Data Manager – Datennutzung, für iPhone das Download Meter.

Der durchschnittliche Datenverbrauch liegt in Deutschland bei etwa 600, 700 MB. Für das klassische Surfen im Internet reicht 1 Gigabyte (GB) im Monat daher in der Regel aus. Eine Google-Suche benötigt zum Beispiel im Schnitt 200 Kilobyte (KB). Ähnlich sieht es mit einer mobilen Anfrage auf der Website der Deutschen Bahn aus oder bei einem Update des Facebook-Verlaufs. Auch E-Mails (etwa 50 KB pro E-Mail) und Nachrichten über einen Messenger-Dienst wie Whatsapp (rund 10 KB pro Textnachricht) sind kein Problem. Anrufe übers Internet, beispielsweise mit Skype, beanspruchen mehr Daten (etwa 1 MB pro Minute).

Vorsichtig sollten Sie mit Musik- und Videostreaming sein. Einige Anwendungen spielen automatisch eine hohe Qualität aus oder passen die Qualität der Netzverbindung an. Surfen Sie im schnellen LTE-Netz, sinkt Ihr Freivolumen besonders schnell. Um trotzdem unterwegs online Musik hören zu können oder Filme zu schauen, nimmt beispielsweise die Deutsche Telekom bestimmte Streaming-Dienste vom Datenverbrauch aus („StreamOn“).

Tipp

Den Datentarif nach oben korrigieren

Bei Handyverträgen mit langer Laufzeit ist es in der Regel einfacher, mehr Datenvolumen hinzuzubuchen, als die Datenflatrate zu verkleinern. Sind Sie unsicher, wie viel Surfvolumen Sie benötigen, fangen Sie lieber niedrig an und wechseln bei Bedarf in eine größere Datenflatrate.

Warum das mobile Internet manchmal langsam ist

Mobilfunk-Standards

Generation   max. Geschwindigkeit
2G (GSM, GPRS, Edge)   300 kbit/s
3G (UMTS, HSDPA)   42 Mbit/s
4G (LTE)   500 Mbit/s

Quelle: Finanztip (Stand: 27. Juli 2017)

Wie schnell Sie mit dem Smartphone im Internet unterwegs sind, hängt maßgeblich von der technischen Übertragungsform ab. Es gibt vier grundlegende Mobilfunk-Standards, mit denen Ihr Smartphone eine Verbindung zum Handynetz aufbauen kann: die sogenannten vier Generationen (G).

Die erste und zweite Generation – GSM und UMTS – werden heutzutage hauptsächlich fürs Telefonieren benutzt. Zum schnellen Surfen dient die vierte Generation, LTE. Bei schlechtem Empfang kann es aber vorkommen, dass ein Smartphone die älteren Standards für die mobile Internetverbindung verwendet. Wenn Sie beispielsweise im langsamen GSM-Netz surfen, steht auf dem Handydisplay meist „E“ oder „2G“.

Am schnellsten sind Handynutzer mit LTE im Internet unterwegs, auch 4G genannt. Mit maximalen Geschwindigkeiten von 500 Megabyte pro Sekunde (Mbit/s) ist die Verbindung theoretisch sogar schneller als bei gut ausgebauten Internet-Anschlüssen fürs Festnetz. Allerdings ist LTE noch nicht in jedem Netz flächendeckend ausgebaut. Auch bei zu stark beanspruchten Orten wie öffentlichen Plätzen und bei Großveranstaltungen verschlechtert sich der Empfang je nach Netz. Außerdem können Gebäude und Häuserschluchten den Empfang behindern.

Trotz dieser Einschränkungen ist LTE die beste Technik, um mit dem Smartphone ins mobile Internet zu gehen. Dies wird auch mindestens bis 2020 so bleiben, bis der neue Mobilfunk-Standard 5G Schritt für Schritt LTE ablösen soll. Dann sind Übertragungsraten von 5 Gigabyte pro Sekunde denkbar.

Doch noch immer eignen sich nicht alle Handytarife für LTE. Ob Sie LTE nutzen können, lesen Sie in Ihren Vertragsunterlagen oder erfragen Sie bei Ihrem Mobilfunkanbieter. Ein Handytarif ohne LTE ist am ehesten noch im Vodafone-Netz (D2) akzeptabel, da Vodafone ein starkes UMTS-Netz betreibt.

Gutes Netz oder günstiges Netz
Wollen Sie alle Netzanbieter berücksichtigen oder bestimmte ausschließen?
Telekom
gut, teuer
Vodafone
ganz gut, relativ günstig
O2
E-Plus
ok, günstig

Ältere Handys können kein LTE nutzen
So gut wie alle neueren Smartphones unterstützen LTE-Verbindungen. Haben Sie Ihre Smartphone nach 2013 gekauft, stehen die Chancen gut, dass Ihr Handy LTE-fähig ist. Bei früheren Modellen sollten Sie einen Blick in die Produktinformationen werfen, bevor Sie sich einen LTE-Tarif besorgen. Wenn Ihr Handy ohnehin nicht LTE beherrscht, können Sie mit einem Handytarif ohne LTE etwas Geld sparen. Der Handy-Tarifrechner von Finanztip kann entsprechende Tarife heraussuchen.

Das Netz beeinflusst die Qualität
Neben dem Preis für das angebotene Datenvolumen sollten Verbraucher auch auf die Netzabdeckung der Mobilfunkbetreiber achten. Gerade bei dem Ausbau der Sendeantennen für das mobile Internet gibt es markante Unterschiede zwischen den Anbietern, die regional stark variieren. Prüfen Sie daher die Netzqualität an Orten, an denen Sie sich häufig aufhalten.  

In welchem Netz Sie surfen

Egal ob Sie bei einem der großen Netzbetreiber sind oder bei einem kleinen Mobilfunk-Discounter: Sie benutzen eines von drei Handynetzen in Deutschland für das mobile Internet. Das Telekom-Netz (D1), das Vodafone-Netz (D2) und das Telefónica-Netz (O2) unterscheiden sich in ihrer Qualität. Mit dem Finanztip-Handyrechner können Sie die Ergebnisse auf Ihre Wunsch-Netze beschränken.

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Artikel verfasst von

Arne Düsterhöft

Finanztip-Volontär

Arne Düsterhöft ist Volontär in der Redaktion von Finanztip und unterstützt die unterschiedlichen Experten-Teams. Zuvor berichtete er über digitale Technologien und Telekommunikation in der Online-Redaktion von teltarif.de. Nach Auslandssemestern in Dublin und New York hat Arne Düsterhöft seinen Masterabschluss in Theaterwissenschaft an der Freien Universität Berlin gemacht.