Mobile Payment

Bezahlen mit dem Handy soll das Leben leichter machen

Das Wichtigste in Kürze

  • Wer schon jetzt mobil bezahlen will, sollte vorher prüfen, ob und was genau die Läden in der Nähe mitmachen. Nur dann lohnt sich der Aufwand.
  • Mobiles Bezahlen basiert entweder auf QR-Codes oder auf der Funktechnik NFC. Schnell und komfortabel ist aber nur die NFC-Variante.
  • Ein Blick ins Kleingedruckte lohnt sich: Viele Mobile-Payment-Varianten funktionieren nur mit bestimmten Smartphones, Betriebssystemen und unter weiteren Voraussetzungen.
  • Apple, Google und Co. könnten den Markt für mobiles Bezahlen in Zukunft aufmischen; noch gibt es deren Systeme aber nicht in Deutschland.
  • Die Anbieter nutzen mobiles Bezahlen zum Sammeln von Daten. Das sollten Sie als Verbraucher bei der Entscheidung dafür oder dagegen berücksichtigen.
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Anstatt an der Kasse nach Bargeld oder EC-Karte zu kramen, bezahlt der Verbraucher einfach mit dem Smartphone, quasi im Vorbeigehen. Er muss das Handy nur kurz an ein Terminal halten. Mobile Payment nennen Fachleute diese Zukunftsvision – und wenn es nach ihnen geht, könnte sie schon bald Realität werden.

Mit Mobile Payment ginge es im Supermarkt nicht nur deutlich schneller, im Smartphone ist das eigene Geld auch sicher vor Taschendieben. Und wer alle seine Ausgaben durch eine App fließen lässt, kann sich damit schnell einen Kostenüberblick verschaffen. Das Smartphone ist so nicht nur Portemonnaie, sondern auch persönlicher Buchhalter.

Mobiles Bezahlen in Deutschland: Ein Flickenteppich

2017 sind das aber noch Wunschträume, keine Realität. Denn seit Jahren kommt das mobile Bezahlen in Deutschland nicht so recht aus den Startlöchern. Anbieter und Systeme wie Yapital oder Mpass, einst sogar relativ weit verbreitet, sind vom Markt verschwunden. Und auch große Telekommunikations-Anbieter wie die Telekom haben ihre sogenannten Wallet-Apps längst wieder eingestellt – mit einer Ausnahme.

Gleichzeitig kommen aber immer wieder auch neue Anbieter auf den Markt, zuletzt zum Beispiel die Deutsche Bank. Oft wirken die Neuankömmlinge deutlich durchdachter als ihre Vorgänger. An vielen Orten ist es so tatsächlich kein Problem mehr, mit dem Handy zu bezahlen. Ganz ohne Bargeld oder EC-Karte geht es aber trotzdem nicht – dafür ist das Mobile-Payment-Netz in Deutschland schlicht noch zu löchrig.

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So funktioniert das Bezahlen per Handy

In der Regel setzen Systeme für das mobile Bezahlen auf das sogenannte NFC (Near Field Communications), eine spezielle Funktechnik, die extra für solche Zwecke entwickelt wurde. Große Datenmengen lassen sich damit nicht übertragen, und die Reichweite beträgt nur wenige Zentimeter. Genau dadurch ist NFC aber perfekt geeignet, um Zahlungsdaten zwischen einem Smartphone und einem Kassenterminal auszutauschen. Bei kleinen Beträgen, in der Regel bis 20 oder 25 Euro, geht das ohne weitere Sicherheitsabfrage. Wird es teurer, müssen Kunden wie bei der klassischen Kartenzahlung einen Code eintippen. 

Der Teufel steckt im Detail
Der Datenaustausch auf kurze Distanz funktioniert aber nur, wenn sowohl Kasse als auch Smartphone die Technik an Bord haben. Beim Handy ist das inzwischen kaum noch ein Problem, neuere Geräte verfügen fast immer über NFC. 

Bezahlen kann man damit allerdings nur mit einem Android-Smartphone. Apple gibt anderen Anbietern keinen Zugriff auf die NFC-Technik im iPhone. Und selbst bei Android akzeptieren die verschiedenen Anbieter nicht jedes Smartphone: In der Regel gibt es eine Liste mit freigegebenen Geräten. Wer sich Ärger ersparen will, sollte vor der Anmeldung einen Blick darauf werfen. 

Bei den Kassensystemen verläuft die Umstellung auf NFC deutlich langsamer, kommt aber allmählich in die Gänge. In Tankstellen und Supermärkten sind NFC-Terminals, zu erkennen an einem kleinen Funksymbol, Anfang 2017 schon relativ verbreitet. Die gleiche Technik kommt übrigens auch beim kontaktlosen Bezahlen per Kreditkarte zum Einsatz. 

Als Alternative zu NFC setzen manche Systeme auf QR-Codes und andere Symbole, die vom Kassierer eingescannt werden müssen – ähnlich wie bei der Bordkarte auf dem Handy.

Diese Methode ist allerdings in der Regel deutlich langsamer. Und anders als NFC funktioniert sie je nach Anbieter oft nur, wenn das Smartphone gerade Internetzugang hat. Das ist in Supermärkten und Einkaufszentren oft ein Problem.

Giganten und Exoten: Die Anbieter im Überblick

Nach dem Massenexodus vieler kleiner und mittelgroßer Anbieter ist der Markt für Mobile Payment 2017 deutlich übersichtlicher als noch vor ein paar Jahren. Wer jetzt schon mobil bezahlen will, hat im Wesentlichen die Wahl zwischen diesen Systemen: 

DB Mobile - Die Deutsche Bank geht einen erfreulich unkomplizierten Weg und hat das mobile Bezahlen einfach in seine reguläre Banking-App integriert. Allerdings funktioniert das Feature nur in Kombination mit einer Mastercard der Deutschen Bank. Damit können Kunden dann unkompliziert an NFC-Terminals in allen Geschäften bezahlen, die diese Kreditkarte akzeptieren.

Vodafone Wallet - Während die Telekom und O2 ihre Wallet-Apps aufgegeben haben, hat Vodafone die Anwendung runderneuert: Statt Kunden auf eine eigene Prepaid-Kreditkarte zu beschränken, funktioniert die neue Version von Vodafone Wallet nun mit allen Visa-Kreditkarten und mit Paypal. Die Registrierung ist relativ kompliziert – unter anderem, weil möglicherweise ein Tausch der Sim-Karte nötig wird. Danach funktioniert die Vodafone Wallet aber überall, wo es NFC gibt.

Payback Pay - Mit der App zum Bonusprogramm Payback Pay können Nutzer jetzt bei vielen Ketten nicht nur Punkte sammeln, sondern auch bezahlen. Möglich ist das zum Beispiel bei DM, Galeria Kaufhof, Aral und demnächst auch in Rewe-Märkten. Ungewöhnlich ist, dass Payback Pay sowohl auf Codes als auch auf NFC setzt. Allerdings sind nicht in allen Läden beide Varianten verfügbar. Für Payback-Nutzer ist das mobile Bezahlen recht attraktiv: Die App nutzen sie schließlich ohnehin, zudem verteilt Payback für das Bezahlen per Handy ab und an Bonuspunkte.

Boon - Hinter Boon steht die britische Bank Wirecard. Nutzer der App sollen damit unkompliziert per NFC bezahlen können, müssen vorher aber erst ein Guthaben auf ihr Boon-Konto laden. Für Einsteiger gibt es 5 Euro als Willkommensgeschenk, allerdings verlangt Boon nach einem Jahr Nutzung 99 Cent pro Monat sowie Gebühren für den Einsatz außerhalb des Euro-Raums und für das Aufladen per Kreditkarte. Nur wer per Überweisung Guthaben hinzubucht, zahlt nichts extra. In Online-Foren und Kundenbewertungen gibt es außerdem Beschwerden über Verbindungsabbrüche, Programmabstürze und andere Probleme.

Edeka und Co. - Manche Ketten haben eigene Apps für das Bezahlen mit dem Handy: Edeka und Netto zum Beispiel oder die Coffeeshops von Starbucks. In Kombination mit Sonderangeboten und Bonusprogrammen, die es dort häufig gibt, ist das für Stammkunden durchaus einen Blick wert. In aller Regel arbeiten solche Apps mit Codes zum Scannen, nicht mit NFC.

Kleinere Anbieter - Abseits der Platzhirsche gibt es kleinere Anbieter wie Leupay, das im Prinzip ähnlich wie Boon funktioniert – Sprachkauderwelsch und Intransparenz der Webseite machen auf uns allerdings keinen besonders vertrauenswürdigen Eindruck. Dazu kommen regionale Mobile-Payment-Anbieter, vor allem für den öffentlichen Nahverkehr, und Systeme, die sich offensichtlich noch in der Anlaufphase befinden: Paypal lässt Kunden zum Beispiel mit seiner App auch im Laden bezahlen, bisher allerdings erst in einigen wenigen Geschäften in Berlin.

Auftritt Apple: Was die Zukunft des Mobile Payment bringt

Mit Apple, Google und Samsung haben gleich mehrere Giganten der Digitalbranche eigene Mobile-Payment-Lösungen, zumindest in den USA und ein paar anderen Ländern. In Deutschland sind Apple Pay, Android Pay und Samsung Pay noch nicht verfügbar – und es steht nicht einmal fest, wann es so weit sein könnte. 

Die Systeme ähneln sich bis in die Details: So sollen sie sich im Gegensatz zu existierenden Lösungen zum Beispiel leichter mit Kreditkarten kombinieren lassen, die der Kunde bereits hat und nutzt. In den USA oder anderen europäischen Ländern, in denen es die Dienste bereits gibt, kooperieren Apple, Google und Samsung jeweils mit mehreren Banken, um eine besonders breite Unterstützung zu garantieren. 

Zudem lassen sich alle Apps kombinieren mit Apples Passbook und vergleichbaren Anwendungen auf Android-Geräten. Der Datenaustausch mit Bonus- und Kundenkarten ist dadurch kein Problem, genau wie die einfache Verwaltung von mobil bezahlten Eintrittskarten. Alle drei Systeme unterstützen Fingerabdruckscanner. Die lästige Codeeingabe bei teureren Einkäufen entfällt dadurch.

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Eine Goldgrube für Datensammler?

Von der Suchanfrage bis zur Versandadresse: An den Informationshunger der meisten Onlineshops haben sich Verbraucher inzwischen gewöhnt. Mit Mobile Payment würde dieses Prinzip auch im realen Leben ankommen: Vom täglichen Luxus-Cappuccino bis zum Zigarettenkauf um Mitternacht könnten die Payment-Anbieter so wirklich alle schlechten und guten Angewohnheiten kennenlernen. Wer die Systeme nutzt, muss sich mittelfristig also sicher auf noch mehr zielgerichtete Werbung und persönliche Angebote einstellen.

Fazit: Die Revolution wird verschoben

Nicht nur deshalb sollten sich Verbraucher den Umstieg aufs mobile Bezahlen im Jahr 2017 noch gut überlegen. Noch ist der Markt in Bewegung. Gut möglich, dass ein heute gewähltes System schon in wenigen Jahren nur noch eine Nebenrolle spielt. Gleichzeitig scheint es auch nicht unwahrscheinlich, dass sich neue, technisch ausgereifte Angebote wie Payback Pay oder das System der Deutschen Bank langfristig etablieren. Genaues weiß man erst, wenn es Apple Pay und Co. endlich nach Deutschland schaffen. Denn dann werden die Karten sicher noch einmal neu gemischt. Bis dahin kann mobil bezahlen, wer es möchte – ganz ohne Kleingeld wird es in den nächsten paar Jahren aber noch nicht gehen.

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Tobias Hanraths

freier Finanztip-Redakteur

Tobias Hanraths ist Finanztip-Autor und schreibt in Berlin als freier Journalist über Digital- und Verbraucherthemen. Er ist unter anderem für die Deutsche Presse-Agentur und Wired tätig, vorher war er Redakteur beim dpa-Themendienst und in der Pressestelle des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung. Hanraths hat in Münster Politik- und Kommunikationswissenschaft studiert.