Immer schriftlich

Muster für einen privaten Darlehensvertrag

Das Wichtigste in Kürze

  • Falls Sie ein privates Darlehen vereinbaren, sollten Sie auf jeden Fall einen schriftlichen Darlehensvertrag abschließen, um für beide Parteien Klarheit und Sicherheit über die Höhe des Darlehens und die Konditionen zu schaffen.
  • Fertigen Sie den Vertrag zweifach aus. Ein Exemplar verbleibt im Original beim Darlehensgeber, eines verbleibt im Original beim Darlehensnehmer.
  • Abhängig von der Höhe des Darlehens gilt der Grundsatz: kein Darlehen ohne Sicherheit. Darüber sollten Sie sprechen und gegebenenfalls vertraglich eine Sicherheit vereinbaren.
  • Als Sicherheiten sind die Sicherungsübereignung und die Sicherungsabtretung üblich. Welche Sicherheiten Sie vereinbaren, hängt von Ihrem Einzelfall ab.
  • Ein notarielles Schuldanerkenntnis über die Höhe des Darlehens ist sinnvoll, um im Falle der fehlenden Rückzahlung des Darlehens kein Gericht bemühen müssen.
  • Tipp: Sollen wir Sie zum Thema Privatkredit sowie zu weiteren Themen auf dem Laufenden halten? Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter!

    Bitte bestätigen Sie jetzt Ihre Anmeldung!

    Wir haben Ihnen eine E-Mail an Ihre Adresse gesendet.

    Schauen Sie gleich in Ihr E-Mail-Programm.

    Sie haben keine E-Mail erhalten? Kann es sein, dass die Nachricht im SPAM-Ordner Ihres E-Mail-Anbieters gelandet ist?
    Bitte schauen Sie auch dort einmal nach und fügen die Mail-Adresse von Finanztip.de Ihrem Adressbuch hinzu.

Ein Darlehen im Familien- und Freundeskreis ist eine schwierige Angelegenheit, da es Ärger und Abhängigkeiten mit sich bringen kann. Gerade deshalb sollten Sie die Bedingungen des Darlehensvertrags immer schriftlich fixieren. Hierzu verwenden Sie am besten unser Vertragsmuster, das wir Ihnen als Download kostenlos zur Verfügung stellen. Damit schaffen Sie Klarheit und Rechtssicherheit für beide Parteien. Im Streitfall kann dann immer auf einen schriftlichen Beweis zurückgegriffen werden. Unser Vertragsmuster enthält alle wesentlichen Punkte, die zwischen den Vertragspartnern in einem privaten Darlehensvertrag geregelt sein sollten:

Muster privater Darlehensvertrag

  • Darlehenssumme: Diese sollten Sie genau festlegen, damit es zu keinen Nachforderungen kommt. Überlegen Sie gut, in welcher Höhe das Darlehen tatsächlich benötigt wird. Je geringer das Darlehen, desto rascher ist es zurückgezahlt.
  • Darlehensdauer: Das Darlehen sollte immer für eine feste Laufzeit gewährt werden. Dann ist allen Beteiligten klar, wann das Darlehen wieder zurückgezahlt sein muss. In unserem Muster ist deshalb eine feste Laufzeit vorgesehen, deren Länge allerdings individuell festgelegt werden kann. Wird die Laufzeit vertraglich nicht geregelt, erfolgt eine Rückzahlung erst nach Kündigung durch den Darlehensnehmer oder Darlehensgeber. Die Kündigungsfrist beträgt gemäß § 488 Abs. 3 BGB drei Monate. Sie können im Vertrag auch eine kürzere Kündigungsfrist festlegen.
  • Zinsen: Neben der Zinshöhe sollten Sie festlegen, in welchem Turnus die Zinsen berechnet werden und wann der Darlehensnehmer Zinsen zahlen muss: am Ende des Jahres oder erst bei Tilgung des Darlehens. Achtung: Die Zinsen sollten nahe am Marktzins festgelegt werden, da sonst die Gefahr besteht, dass das Finanzamt das Darlehen als Schenkung sieht, was unangenehme steuerliche Konsequenzen haben kann.
  • Rückzahlungsweise: Sie sollten vereinbaren, ob das Darlehen in monatlichen Raten zurückgezahlt werden soll oder auf einen Schlag nach Beendigung des Darlehens. Unsere Empfehlung: Vereinbaren Sie eine monatliche Tilgung und legen Sie die Anzahl der Raten bereits vorab genau fest. Das reduziert das Risiko, dass das Darlehen nicht zurückgezahlt wird.
  • Verzug: Regelungen zum Verzug und den Verzugszinsen sind üblich und auch sinnvoll. Zu späte Tilgungs- oder Zinszahlungen begründen Verzugszinsen. Sie werden nach den allgemeinen Verzugsregelungen bemessen. Nach § 288 Abs. 1 BGB liegt der regelmäßige, jährliche Zinssatz fünf Prozentpunkte über dem Basiszinssatz. Auf der Webseite der Bundesbank finden Sie die aktuellen Basiszinssätze.
  • Sicherheiten: Bei höheren Darlehenssummen, deren Verlust für Sie als Darlehensgeber schmerzhaft wäre, sollten Sie unbedingt auf Sicherheiten bestehen. Das bietet eine zusätzliche Absicherung für den Fall, dass das Darlehen nicht zurückgezahlt wird. Eine Kreditsicherheit kann beispielsweise in Form einer Sicherungsübereignung oder Sicherungsabtretung vereinbart werden. Die Eintragung einer Grundschuld im Grundbuch ist ebenfalls möglich, falls Immobilien vorhanden sind. Dafür müssen Sie allerdings zum Notar.
  • Notarielles Schuldanerkenntnis: Da im Sicherungsfall die Verwertung der Sicherheit durch den Darlehensgeber selbst erfolgen muss, sollten Sie bei höheren Darlehenssummen ein notarielles Schuldanerkenntnis mit Vollstreckungsunterwerfung vereinbaren. So muss der Darlehensgeber vor einer Zwangsvollstreckung zumindest kein gerichtliches Verfahren anstrengen. Der Darlehensnehmer muss dazu allerdings zum Notar. Erst nach Vorlage des notariellen Schuldanerkenntnisses sollte der Darlehensbetrag ausgezahlt werden. Für kleinere Darlehen ist ein Schuldanerkenntnis nicht erforderlich.
  • Kündigung: Legen Sie schon bei Abschluss des Darlehensvertrags einen Zeitpunkt fest, zu dem das Geld zurückgezahlt sein muss. Dann ist eine ordentliche Kündigung nicht notwendig. Wird die Dauer des Darlehensvertrags nicht festgelegt, muss er vor der Rückzahlung gekündigt werden. Sollte sich der Darlehensnehmer in Verzug befinden oder die vereinbarte Sicherheit nicht liefern, kann der Darlehensgeber den Vertrag vorzeitig aus wichtigem Grund kündigen. Die Gründe für eine vorzeitige Kündigung haben wir in unserem Vertragsmuster einzeln aufgeführt.
  • Tipp: Sollen wir Sie zum Thema Privatkredit sowie zu weiteren Themen auf dem Laufenden halten? Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter!

    Bitte bestätigen Sie jetzt Ihre Anmeldung!

    Wir haben Ihnen eine E-Mail an Ihre Adresse gesendet.

    Schauen Sie gleich in Ihr E-Mail-Programm.

    Sie haben keine E-Mail erhalten? Kann es sein, dass die Nachricht im SPAM-Ordner Ihres E-Mail-Anbieters gelandet ist?
    Bitte schauen Sie auch dort einmal nach und fügen die Mail-Adresse von Finanztip.de Ihrem Adressbuch hinzu.

Das sollten Sie bei der Verwendung unseres Musters berücksichtigen

Unser Mustervertrag ist ein Vorschlag für eine mögliche Regelung. Viele Festlegungen sind frei vereinbar. Sie können auch andere Formulierungen wählen. Bei der Verwendung unseres Musters müssen Sie beachten, dass das Dokument auf Ihren besonderen Einzelfall angepasst werden muss. Es gibt Freifelder, die Sie entsprechend ausfüllen müssen: Vertragsparteien, Höhe des Darlehens, Rückzahlungsrate und Kontoverbindungen. Ferner werden zu einzelnen Regelungen unterschiedliche Optionen angeboten, die Sie entsprechend ankreuzen sollten. Tun Sie das nicht, wird der gesamte Darlehensvertrag in sich unschlüssig und ist damit juristisch angreifbar.

Mehr dazu im Ratgeber Rechtsschutzversicherung

Britta Schön
von Finanztip,
Expertin für Recht

Gerichtskosten können teuer werden

  • Rechtsschutz ist sinnvoll, aber kein Muss.
  • Nicht alle Fälle (z.B. Scheidung) sind versichert.
  • Holen Sie sich einen leistungsstarken Tarif.

» Zum Ratgeber

Von uns empfohlene Anbieter:

  • leistungsstarke Tarife: Mr-Money
  • möglichst günstige Tarifkombinationen: Comfortplan
  • günstiger Verkehrsrechtsschutz: Huk24
  • günstiger Vermieterrechtsschutz: Mr-Money
Community

Diskutieren Sie mit!

Haben Sie eine Frage? In der Community können Sie sich mit anderen Lesern austauschen. 

Sollen wir Sie
zum Thema Privatkredit
sowie zu weiteren Themen auf dem Laufenden halten?

Einmal pro Woche die wichtigsten Verbraucher-Tipps - kostenlos und werbefrei direkt in Ihr Postfach.

  • Wertvolle Spartipps für Ihr Geld
  • Urteile, die Sie kennen sollten
  • Updates zu unseren beliebten Rechnern und Musterschreiben
  • Unverbindlich und jederzeit kündbar


Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

Vielen Dank für Ihre Anmeldung

Bitte bestätigen Sie Ihre E-Mail-Adresse

  1. Schauen Sie gleich in Ihrem Postfach nach.
  2. Öffnen Sie die Mail von Finanztip Newsletter.
  3. Klicken Sie auf den Bestätigungslink.

Schauen Sie bitte auch im Spam-Ordner nach.

Finanztip Newsletter

  • Jede Woche die besten Tipps
  • Absolut kostenlos
  • 100% werbefrei

Artikel verfasst von

Dr. Britta Beate Schön

Finanztip-Expertin für Recht

Britta Beate Schön ist bei Finanztip für sämtliche Rechtsthemen zuständig. Die promovierte Juristin und Rechtsanwältin war als Leiterin der Rechtsabteilung bei Finanzdienstleistern wie der Telis Finanz AG und der Interhyp tätig. Vorher lehrte und forschte sie in Japan als DAAD-Junior-Professorin für deutsches und Europarecht. Ihr Studium absolvierte sie in Münster, Genf, Regensburg und Leipzig. Die Autorin erreichen Sie unter redaktion@finanztip.de.