Pfändungstabelle 2014/15

Höhere Freigrenzen für die Pfändung ab Juli 2015

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Gesetzgeber legt Pfändungsfreigrenzen fest, um Schuldnern das Existenzminimum zu sichern.
  • Die Höhe des pfändbaren Einkommens hängt von der Höhe der Unterhaltsverpflichtungen des Schuldners ab.
  • Ab dem 1. Juli 2015 sind monatlich bei 1.073,88 Euro unpfändbar, wenn der Schuldner keine Unterhaltsverpflichtungen hat.
  • Vom Verdienst, der über die Pfändungsfreigrenzen hinausgeht, verbleibt ein Teil ebenfalls beim Schuldner.
  • Alle Beträge, die über 3.392,09 Euro hinausgehen, sind voll pfändbar. Die Grenze gilt seit dem 1. Juli 2015.
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Wer in eine private Insolvenz gerät, ist darauf angewiesen, dass der Staat ihm ausreichend Geld zum Leben lässt. Deshalb gibt es Freibeträge, die den Schuldner gegen drohende Zwangsvollstreckungen schützen. Die gesetzlichen Pfändungsfreigrenzen für Arbeitseinkommen werden alle zwei Jahre jeweils zum 1. Juli an die Entwicklung des steuerlichen Freibetrags für das Existenzminimum angepasst. Zuletzt wurden sie zum 1. Juli 2015 angehoben (Pfändungsfreigrenzenbekanntmachung 2015).

Die Pfändungstabelle im Sinne der Zivilprozessordnung (§ 850c ZPO) erfasst alle zur Auszahlung kommenden Arbeitseinkommen und Sozialleistungen. Sie zeigt, wie viel vom Einkommen gepfändet werden darf. Zum Nettoeinkommen zählen in diesem Zusammenhang insbesondere Lohn, Gehalt, Altersrente, Arbeitslosengeld I und II abzüglich einiger Zulagen des Arbeitgebers, beispielsweise:

Pfändungsfreigrenzen für Arbeitseinkommen

Die Höhe des pfändbaren Einkommens richtet sich nach der Anzahl der unterhaltsberechtigten Personen, für die der Schuldner aufkommen muss. Dazu gehören zum Beispiel leibliche Kinder, Ehepartner ohne Einkommen oder geschiedene Ehepartner, die Unterhalt gezahlt bekommen. Seit dem 1. Juli 2015 beträgt die monatliche Pfändungsfreigrenze 1.079,99 Euro. Er gilt für alle Schuldner, die keine Unterhaltsverpflichtungen zu erfüllen haben.

Je nachdem, wie vielen Menschen der Schuldner Unterhalt zahlen muss, erhöht sich die Pfändungsfreigrenze. Sie liegt seit dem 1. Juli 2015 zum Beispiel für einen Schuldner mit Unterhaltspflicht gegenüber einer Person bei 1.479,99 Euro und mit Unterhaltspflicht gegenüber zwei Personen bei 1.709,99 Euro.


Pfändungsfreigrenzen in Euro bei Unterhaltsverpflichtung gegenüber ... Personen

Anzahl Personen   Pfändungsfreigrenze ab 1. Juli 2015
0   1.079,99 €
1   1.479,99 €
2   1.709,99 €
3   1.929,99 €
4   2.159,99 €
5   2.379,99 €

Wenn der Verdienst eines Schuldners höher ist als die für ihn maßgebliche Pfändungsfreigrenze, darf er davon einen Teil behalten. Dabei gilt: Je höher die Zahl der Unterhaltsberechtigten, desto mehr bleibt pfändungsfrei.

Von 10 Euro Verdienst, die über die jeweilige Pfändungsfreigrenze hinausgehen, bleiben pfändungsfrei:

Anzahl Unterhaltsberechtigter von den ersten 10 € ab 1. Juli 2015 von allen weiteren 10 €
0 5,72 € 3 €
1 9,62 € 5 €
2 7,28 € 6 €
3 9,51 € 7 €
4 8,71 € 8 €
5 9,87 € 9 €

Alle Beträge über 3.292,09 Euro sind voll pfändbar. Diese Grenze gilt seit dem 1. Juli 2015.

Der Schuldner hat eine Nachweispflicht

Die Lohnpfändungstabelle zeigt die Freigrenzen für das Nettoeinkommen, gestaffelt nach der Anzahl derjenigen, denen der Schuldner Unterhalt zahlen muss. Bezieht er mehrere Einkommen, werden sie zusammengerechnet.

Eine Unterhaltspflicht wird bei Festlegung des pfändbaren Nettoeinkommens nur berücksichtigt, wenn der Schuldner auch tatsächlich den Unterhalt zahlt, zum Beispiel für ein Kind. Im Zweifel muss der Schuldner das nachweisen. Jeder Schuldner hat das Recht, Pfändungsschutz für ein Girokonto zu bekommen.

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Was nie gepfändet werden darf

Bestimmte Einkommensbestandteile sind unpfändbar, beispielsweise Aufwandsentschädigungen, Gefahrenzulagen, Erziehungsgelder und Studienbeihilfen (§ 850a ZPO). Andere Bezüge, zum Beispiel verschiedene Formen von Renten- und Unterstützungsleistungen, sind nur bedingt pfändbar (§ 850b ZPO). Unser Artikel zur Lohnpfändung beschreibt das Verfahren zur Vollstreckung beim Arbeitgeber und weist auf Sonderregelungen hin.

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Britta Schön
von Finanztip,
Expertin für Recht

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