Pflegeversicherung der Rentner

Senioren zahlen volle Beiträge in die Pflegekasse ein

Das Wichtigste in Kürze

  • Unser Tipp: Bleiben Sie rund um das Thema Krankenversicherung immer auf dem Laufenden - mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Bitte bestätigen Sie jetzt Ihre Anmeldung!

    Wir haben Ihnen eine E-Mail an Ihre Adresse gesendet.

    Schauen Sie gleich in Ihr E-Mail-Programm.

    Sie haben keine E-Mail erhalten? Kann es sein, dass die Nachricht im SPAM-Ordner Ihres E-Mail-Anbieters gelandet ist?
    Bitte schauen Sie auch dort einmal nach und fügen die Mail-Adresse von Finanztip.de Ihrem Adressbuch hinzu.

Wer pflegebedürftig wird, muss oft zusätzliche finanzielle Belastungen verkraften. Die Pflegeversicherung soll Rentner vor diesem Risiko schützen. Sowohl die gesetzliche Pflegeversicherung als auch die private Pflege-Pflichtversicherung übernimmt dann einen Teil der Kosten der häuslichen oder stationären Pflege. Voraussetzung dafür ist, dass für sechs Monate oder länger ein erhöhter Bedarf an pflegerischer und hauswirtschaftlicher Versorgung besteht.  

Bei der Pflegeversicherung handelt es sich um eine Pflichtversicherung. Die Mitgliedschaft richtet sich nach dem Krankenversicherungsstatus: Gesetzlich krankenversicherte Senioren sind in der Regel automatisch Mitglied in einer Pflegekasse. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie der Krankenversicherung der Rentner angehören oder freiwillig bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert sind. Der Rentenversicherungsträger führt in beiden Fällen die Beiträge direkt an die Pflegekasse ab.  

Privat krankenversicherte Senioren müssen dagegen einen privaten Pflegetarif abschließen. Damit sich Privatpatienten die Beiträge auch im Alter leisten können, hat der Staat die Prämie nach einer Wartezeit von fünf Jahren begrenzt auf den Höchstbeitrag in der gesetzlichen Pflegeversicherung.

Wie hoch sind die Pflege-Beiträge für Rentner?

In der Pflegeversicherung wird zwischen Menschen mit Kindern und Kinderlosen unterschieden. Denn die heutigen Kinder müssen in Zukunft nicht nur für die Pflege ihrer eigenen Eltern, sondern zusätzlich auch für die immer größer werdende Gruppe der Kinderlosen aufkommen. Der Beitragssatz zur Pflegeversicherung steigt für gesetzlich Versicherte mit Kindern zum 1. Januar 2017 auf dann 2,55 Prozent des beitragspflichtigen Einkommens. Für Versicherte, die keine Kinder haben oder hatten, wird ein Beitragszuschlag in Höhe von 0,25 Prozent erhoben. Ihr Beitragssatz beträgt ab 2017 daher 2,8 Prozent.  

Bei Angestellten übernimmt der Arbeitgeber die Hälfte der Beiträge zur Pflegeversicherung. Rentner müssen ihren Beitrag dagegen in voller Höhe allein zahlen – im Gegensatz zu den Beiträgen zur Krankenversicherung, die zur Hälfte der Rentenversicherungsträger übernimmt. Auch wenn Senioren bereits Leistungen aus der Pflegekasse beziehen, müssen sie dennoch weiter Beiträge zur Pflegeversicherung entrichten. Wie alle anderen Pflegeversicherten zahlen auch kinderlose Rentner den Beitragszuschlag von 0,25 Prozent – mit einer Ausnahme: Die Zuschlagspflicht besteht nicht für Senioren, die vor dem 1. Januar 1940 geboren sind.  

Tipp: Wer Kinder hat, die bei der Rente noch nicht berücksichtigt werden, sollte die entsprechenden Nachweise so bald wie möglich beim Rentenversicherungsträger vorlegen, der die Beiträge an die Pflegekasse abführt. Denn vom Zuschlag für Kinderlose befreit sind Rentner frühestens ab dem Zeitpunkt, zu dem der Nachweis eingegangen ist.

Beihilfeberechtigte Senioren zahlen nur die Hälfte

Pensionierte Beamte und andere Senioren, die Anspruch auf Beihilfe haben, sind da besser dran: Sie zahlen nur die halben Beitragssätze zur Pflegeversicherung und erhalten dafür im Pflegefall auch nur die halben Leistungssätze. Die andere Hälfte der Leistungen übernimmt dann nicht die Pflegekasse sondern der Träger der Beihilfe. Neben ehemaligen Beamten haben auch pensionierte Richter, Soldaten auf Zeit sowie Berufssoldaten der Bundeswehr möglicherweise Anspruch auf Beihilfe. Ebenso können Rentner zur Gruppe der Beihilfeberechtigten zählen, die als Angestellte für den Bund, ein Land, eine Gemeinde oder eine öffentlich-rechtliche Einrichtung gearbeitet haben.

Unser Tipp: Bleiben Sie rund um das Thema Krankenversicherung immer auf dem Laufenden - mit unserem kostenlosen Newsletter!

Bitte bestätigen Sie jetzt Ihre Anmeldung!

Wir haben Ihnen eine E-Mail an Ihre Adresse gesendet.

Schauen Sie gleich in Ihr E-Mail-Programm.

Sie haben keine E-Mail erhalten? Kann es sein, dass die Nachricht im SPAM-Ordner Ihres E-Mail-Anbieters gelandet ist?
Bitte schauen Sie auch dort einmal nach und fügen die Mail-Adresse von Finanztip.de Ihrem Adressbuch hinzu.

Welche Einnahmen sind beitragspflichtig?

Wer im Alter Mitglied in der Krankenversicherung der Rentner ist, muss auf seine gesetzliche Rente Beiträge zur Pflegeversicherung zahlen. Zu den beitragspflichtigen Einnahmen zählen außerdem noch Versorgungsbezüge, also zum Beispiel Betriebsrenten, Renten aus Versorgungswerken, betrieblich abgeschlossene Riester-Renten oder Beamtenpensionen. Beitragspflichtig sind darüber hinaus Einnahmen aus Arbeitseinkommen, also beispielsweise aus einer nebenberuflichen selbstständigen Tätigkeit, die nicht ohnehin schon sozialversicherungspflichtig ist. Andere Einkünfte wie private Renten oder Mieteinnahmen sind beitragsfrei.  

Freiwillig gesetzlich versicherte Senioren müssen dagegen auf alle Einnahmen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung entrichten, die sie für den Lebensunterhalt nutzen können. Neben Rente, Versorgungsbezügen und Arbeitseinkommen zählen dazu auch Einnahmen aus Kapitalvermögen, Miete oder Pacht sowie Leistungen aus privaten Lebens- und Rentenversicherungen.

Beitragssätze der Rentner zur gesetzlichen Pflegeversicherung

. pflichtversichert     freiwillig versichert     Beihilfe berechtigt  
  mit Kindern Kinderlose   mit Kindern Kinderlose   mit Kindern Kinderlose
gesetzliche Rente 2,55 % 2,8 %   2,55 % 2,8 %   1,275 % 1,4 %
Versorgungsbezüge 2,55 % 2,8 %   2,55 % 2,8 %   1,275 % 1,4 %
Erwerbseinkommen 2,55 % 2,8 %   2,55 % 2,8 %   1,275 % 1,4 %
Mieteinnahmen - -   2,55 % 2,8 %   1,275 % 1,4 %
Zinsen, Dividenden u.ä. - -   2,55 % 2,8 %   1,275 % 1,4 %
private Renten - -   2,55 % 2,8 %   1,275 % 1,4 %

Quelle: GKV-Beitragssätze (Stand: Januar 2017)

Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung müssen nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze von derzeit 52.200 Euro im Jahr (Stand: 2017) entrichtet werden. Auf alle Einnahmen oberhalb dieser Grenze zahlen auch Rentner keine Beiträge.

Sollen wir Sie
rund um das Thema Krankenversicherung
sowie zu weiteren Themen auf dem Laufenden halten?

Einmal pro Woche die wichtigsten Verbraucher-Tipps - kostenlos und werbefrei direkt in Ihr Postfach.

  • Wertvolle Spartipps für Ihr Geld
  • Urteile, die Sie kennen sollten
  • Updates zu unseren beliebten Rechnern und Musterschreiben
  • Unverbindlich und jederzeit kündbar


Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

Vielen Dank für Ihre Anmeldung

Bitte bestätigen Sie Ihre E-Mail-Adresse

  1. Schauen Sie gleich in Ihrem Postfach nach.
  2. Öffnen Sie die Mail von Finanztip Newsletter.
  3. Klicken Sie auf den Bestätigungslink.

Schauen Sie bitte auch im Spam-Ordner nach.

Finanztip Newsletter

  • Jede Woche die besten Tipps
  • Absolut kostenlos
  • 100% werbefrei

Artikel verfasst von

Peter Neitzsch

freier Finanztip-Mitarbeiter

Als freier Autor arbeitet Peter Neitzsch im Versicherungsressort von Finanztip. Der freiberufliche Journalist schreibt vorwiegend über Wirtschafts- und Verbraucherthemen. Vor der Selbstständigkeit leitete er das Wirtschaftsressort von stern.de. In Dresden und Paris studierte Peter Neitzsch Sozialwissenschaften und absolvierte danach die Berliner Journalisten-Schule. Im Anschluss arbeitete er unter anderem am Newsdesk der Frankfurter Rundschau und von tagesschau.de.