PV-Anlage: günstigste Stromversorgung

Mit der eigenen Photovoltaik-Anlage Geld sparen

Das Wichtigste in Kürze

  • Solarstrom zu erzeugen und selbst zu verbrauchen ist heute die günstigste Art der Stromversorgung.
  • Bei kleinen Photovoltaik-Anlagen betragen die Kosten pro Kilowattstunde etwa 9 bis 13 Cent – für Elektrizität vom Stromversorger zahlen Kunden mindestens das Doppelte. Strom, der nicht selbst genutzt wird, kann ins Stromnetz gespeist und vergütet werden.
  • Verbraucher können mit einer Solaranlage etwa 25 Prozent ihres Bedarfs decken. Mit einem Batteriespeicher erhöht sich der Anteil auf mindestens 60 Prozent.
  • Der Kauf eines Batteriespeichers kann sich wirtschaftlich lohnen. Seit Mitte 2017 sind Geräte im Handel, deren Anschaffung sich rechnen kann.

So gehen Sie vor

  • Suchen Sie einen Experten für Solartechnik, zum Beispiel über die Website Solartechnikberater des Bundesverbands Solarwirtschaft.
  • Überlegen Sie mit der Fachkraft, wo sich am Wohnhaus eine Anlage befestigen lässt, und bestimmen Sie die Größe der Anlage entsprechend Ihres Stromverbrauchs. Prüfen Sie staatliche Förderprogramme zur Finanzierung der Anlage.
  • Registrieren Sie Ihre Anlage nach der Montage im Register der Bundesnetzagentur, sofern sie ans Stromnetz geschlossen ist.
  • Kümmern Sie sich darum, dass eine Firma den Betrieb der Anlage überwacht oder erledigen Sie dies selbst.
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Noch im Jahr 2012 galten Photovoltaik-Anlagen als eine Form der Geldanlage. Mit Strom vom Dach ließ sich einfach Geld verdienen. Die Einspeisevergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) lag für kleine Anlagen bei 24 Cent je Kilowattstunde, auf 20 Jahre garantiert. Wer vor 2011 in ein Solarstrom-System investierte, erhielt sogar noch mehr als 30 Cent pro Kilowattstunde für den eingespeisten Strom.

Diese Zeiten sind vergangen. Dennoch lohnen sich Photovoltaik-Anlagen weiterhin – nicht mehr als Geldanlage, sondern um die Stromkosten zu senken. Mit diesem Ziel nehmen Verbraucher jedes Jahr Tausende kleine Photovoltaik-Anlagen auf Wohnhäusern in Betrieb. Allein in den ersten neun Monaten 2017 waren es mehr als 40.000. 

Denn wer Solarstrom produziert und selbst verbraucht, kann viel Geld sparen. Der eigene Strom ist wesentlich günstiger als der, den ein Energieversorger liefert. Die Kosten für eine selbstverbrauchte Kilowattstunde Solarstrom betragen rund 10 Cent. Je nach Anlage und Anschaffungskosten können die Kosten ein wenig höher oder niedriger sein. Auf jeden Fall aber liegen sie deutlich unter dem Preis von 29 Cent pro Kilowattstunde, den Haushalte im Schnitt für Strom aus dem öffentlichen Netz zahlen. Da eine Solaranlage mindestens 20 Jahre in Betrieb sein sollte, geht ein Eigenversorger auch jeder Strompreiserhöhung durch die Energieunternehmen aus dem Weg.

25 Prozent des Bedarfs decken, den Rest einspeisen

Natürlich kann eine Photovoltaik-Anlage niemals den kompletten Bedarf eines Haushalts decken. Schließlich scheint die Sonne nicht rund um die Uhr. Aber zu durchschnittlich 25 Prozent kann sich ein Haushalt mit eigenem Solarstrom versorgen. Dabei ist es nicht notwendig, irgendwelche Gewohnheiten zu ändern.

Den Rest seiner eigenen Energie kann der private Betreiber ins öffentliche Stromnetz einspeisen und dafür die weiterhin bestehende Einspeisevergütung nach EEG in Anspruch nehmen. Für kleine Anlagen bis zehn Kilowatt Leistung liegt diese bis Ende Januar 2018 bei 12,2 Cent pro Kilowattstunde.

Die gesetzliche Vergütung ist damit deutlich geringer, als ein Betreiber durch den Verbrauch des eigenen Stroms einspart. Deswegen rechnet sich eine Photovoltaik-Anlage heute vor allem durch den Eigenverbrauch und weniger durch das Einspeisen der Energie ins Stromnetz. Dennoch ist die Vergütung des eingespeisten Stroms eine wichtige Einnahmequelle, um die Solaranlage zu refinanzieren.

Stromkosten hängen von Investitionshöhe und Ertrag ab

Zu welchen Kosten ein Betreiber Solarstrom produzieren kann, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Der erste ist der Preis für die Photovoltaik-Anlage. Dabei gilt: Je größer das System, desto geringer der Preis pro installiertem Kilowatt Leistung. Wenn Sie mit Ihrer Familie in den eigenen vier Wänden wohnen und Solarstrom nutzen wollen, genügt aber eine kleine Anlage mit maximal 10 Kilowatt Leistung. Günstige Preise für solche kleinen Systeme liegen bei rund 1.000 Euro netto pro Kilowatt. Für eine Anlage mit besonders effizienten Solarmodulen können die Preise ein wenig höher sein. Mehr als 1.500 Euro sollten Sie aber nicht zahlen.

Die Preise für Solaranlagen verringern sich stetig. Das liegt vor allem an sinkenden Produktionskosten für Solarmodule. Die Module machen fast die Hälfte des Kaufpreises für eine Photovoltaik-Anlage aus. Im Handel sind die Modulpreise im ersten Halbjahr 2017 um durchschnittlich 10 Prozent gefallen. Das Ende der Kostensenkung ist nach Einschätzung von Experten noch längst nicht erreicht.

Die Wirtschaftlichkeit einer Anlage bestimmt neben den Investitionskosten der Stromertrag, den die Anlage erwirtschaften kann. Ideal ist es, wenn eine Anlage nach Süden ausgerichtet ist und 35 Grad geneigt. Dann lassen sich im Schnitt in Deutschland rund 1.050 Kilowattstunden pro Kilowatt Leistung ernten. An Standorten mit der höchsten Sonnenstrahlung im Jahr können es auch bis zu 1.160 Kilowattstunden sein. Wo diese Regionen in Deutschland liegen, ist Karten des Deutschen Wetterdienstes zu entnehmen. 

Sind die Bedingungen für eine Photovoltaik-Anlage nicht ideal, also zeigt eine Dachfläche nach Osten oder Westen, ist sie weniger als 35 Grad geneigt oder befindet sich an einem Ort mit vergleichsweise schwacher Sonnenstrahlung, sollten Sie trotzdem noch 950 Kilowattstunden pro Kilowatt Leistung produzieren können. Wichtig ist bei der Kalkulation zudem, dass keine Bäume, Schornsteine oder Nachbargebäude die Anlage verschatten. Das senkt den Stromertrag.

Zu welchen Kosten Sie eigenen Strom erzeugen, ist in der nachfolgenden Tabelle dargestellt. Suchen Sie zunächst in der mittleren Spalte den Block mit dem zu erwartenden Stromertrag, der den Bedingungen bei Ihnen am nächsten kommt. Abhängig vom Anlagenpreis können Sie ablesen, was Sie die Produktion einer Kilowattstunde Solarstrom dann kostet.

Erzeugungskosten von Solarstrom

Investitionskosten in Euro/kW Stromproduktion in kWh/kW Kosten pro Kilowattstunde
800 950 7 Cent
1000 950 9 Cent
1200 950 11 Cent
1400 950 13 Cent
1600 950 15 Cent
     
800 1050 7 Cent
1000 1050 8 Cent
1200 1050 10 Cent
1400 1050 12 Cent
1600 1050 13 Cent
     
800 1150 6 Cent
1000 1150 8 Cent
1200 1150 9 Cent
1400 1150 11 Cent
1600 1150 12 Cent

Quelle: Finanztip-Berechnung auf Basis der Formel des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme zur Berechnung der Stromgestehungskosten. Das sind die Gesamtkosten eines Kraftwerks über seine gesamte Betriebsdauer einschließlich Rückbau und Entsorgung im Verhältnis zur erzeugten Strommenge. (Stand: 28. September 2017)

Die Zahlen in der Tabelle basieren auf der Annahme, dass eine Photovoltaik-Anlage 20 Jahre in Betrieb ist und ihre laufenden Kosten 2 Prozent der Investitionssumme pro Jahr betragen. Zu den laufenden Kosten zählen Versicherungen sowie die Wartung, Reparatur und Überwachung der Anlage. Für den über die Betriebsdauer angenommenen Zins auf das eingesetzte Kapital rechnen wir mit 3 Prozent. Der genannte Zins bezeichnet die erwartete Rendite auf das eingesetzte Kapital, sofern der Betreiber die Anlage komplett aus eigenen Mitteln finanziert.

So kommen Sie zur passenden Anlage

Wenn Sie sich für eine Solarstromanlage interessieren, finden Sie auf der Website Solartechnikberater des Bundesverbands Solarwirtschaft geeignete Handwerker in Ihrer Region. Holen Sie drei bis vier Angebote für die gesamte Anlage mit allen Nebenkosten ein. Ein Angebot für eine Photovoltaik-Anlage beinhaltet gewöhnlich auch eine Wirtschaftlichkeitsberechnung und damit eine Prognose zum Stromertrag und Eigenverbrauch. Wenn Sie mehrere Angebote einholen, können Sie die Kalkulationen miteinander vergleichen und jene aussortieren, die Ihnen wenig glaubhaft oder zu teuer erscheinen.

Gehen Sie bei der Entscheidung auch nach der Qualität der verbauten Komponenten. Bei etablierten Herstellern von Photovoltaik-Modulen und Wechselrichtern können Sie davon ausgehen, dass Sie Ihre Garantieansprüche auch in einigen Jahren noch geltend machen können. Die Hersteller von Photovoltaik-Modulen geben gewöhnlich Garantien auf die Leistung der Module von mindestens 20 Jahren.

Bei der Montage der Anlage sollten Sie auf die Ausfertigung eines Anlagenpasses bestehen. In dem Dokument hält der Installateur fest, wie die Anlage aufgebaut ist. Der Anlagenpass dient als Nachweis für die ordnungsgemäße Errichtung der Anlage. Zugleich ist er Grundlage bei jeder Reparatur und Wartung zu einem späteren Zeitpunkt.

Pflichten des Anlagenbetreibers

Ein frischgebackener Anlagenbetreiber unterliegt verschiedenen gesetzlichen Pflichten. Als erstes muss er sein System bei der Bundesnetzagentur melden, sofern es ans Stromnetz angeschlossen ist. Dazu gibt es das PV-Meldeportal. Anzugeben sind dort der Standort der Anlage und ihre Leistung. Das Meldeportal geht 2018 im Marktstammdatenregister auf. Entbunden von der Meldepflicht ist und bleibt jeder, der eine Photovoltaik-Anlage als Inselsystem betreibt.

Darüber hinaus hat ein Anlagenbetreiber dem Netzbetreiber bis zum 28. Februar eines Jahres die im Vorjahr eingespeiste Strommenge mitzuteilen, wenn er eine Förderung in Anspruch nimmt. Dies legt Paragraf 71 EEG fest. Wenn ein Anlagenbetreiber bereits jeden Monat die eingespeisten Strommengen übermittelt, gilt die jährliche Meldepflicht als erfüllt.

Wer die Pflichten nicht erfüllt, erhält entweder weniger oder keine Einspeisevergütung, bis er den Pflichten nachkommt. Die vorgesehenen Sanktionen sind in Paragraf 52 EEG festgelegt. Auf null sinkt beispielsweise die Einspeisevergütung, wenn ein Betreiber seine Anlage nicht der Bundesnetzagentur meldet oder nicht bis 28. Februar eines Jahres dem Netzbetreiber die eingespeiste Strommenge mitteilt. Um 20 Prozent sinkt die Vergütung, wenn ein Betreiber nicht alle geforderten Daten an das Meldeportal übermittelt hat.

Selbst wenn der Netzbetreiber einen Verstoß gegen eine Meldepflicht zunächst nicht bemerken sollte und Einspeisevergütung zahlt – er kann die gezahlten Beträge zurückfordern. Das hat der Bundesgerichtshof in einem Urteil (VIII ZR 147/16 vom 5. Juli 2017) klar gestellt.

Die dritte Pflicht ist technischer Natur und in Paragraf 9 EEG geregelt. Der Solar-Monteur (auch Solarteur genannt) sollte bereits bei der Installation berücksichtigen, dass Anlagen bis maximal 30 Kilowatt Leistung nicht unbegrenzt Strom ins öffentliche Netz speisen dürfen. Entweder muss der Installateur die Einspeiseleistung auf 70 Prozent der Wirkleistung begrenzen, oder der Kunde muss die Anlage ferngesteuert regeln können. 

Wer seinen Strom selbst nutzt, fährt in der Regel mit der Einspeise-Begrenzung auf 70 Prozent besser. Denn nur selten dürfte der Fall eintreten, dass die Anlage mehr Strom einspeisen könnte, als aufgrund der 70-prozentigen Begrenzung möglich ist. Erfüllt die Photovoltaik-Anlage nicht die technischen Vorgaben, zahlt der Netzbetreiber lediglich eine Vergütung, die dem Marktwert des Stroms entspricht.

 

 

Wirtschaftlichkeit steigt bei höherem Eigenverbrauch

Die Einspeisevergütung ist mittlerweile so gering, dass Anlagenbetreiber mehr Geld sparen, wenn sie den Strom selbst nutzen, anstatt ihn ins Stromnetz zu speisen. Daher lohnt es sich, den Eigenverbrauch zu maximieren. Das geht mit sogenannten Energiemanagern. Das sind kleine Geräte, die den Stromverbrauch an die Erzeugung anpassen. Sie werden heute standardmäßig von Installateuren angeboten und erhöhen den Eigenverbrauch um mehrere Prozentpunkte – auf mehr als 30 Prozent. Wer noch mehr eigenen Solarstrom nutzen möchte, muss wieder investieren: in einen Speicher.

Mit einem Batteriespeicher lässt sich der Eigenverbrauch verdoppeln, wenn nicht sogar verdreifachen. Bis zu 70 Prozent seines Strombedarfs kann ein Betreiber dann über seine Solaranlage decken. Die Preise für Geräte der dominierenden Lithium-Ionen-Technologie sind dabei in den vergangenen Jahren kontinuierlich gefallen.

Für kleine Geräte mit einer Speicherkapazität von weniger als 10 Kilowattstunden lagen sie zum Jahresende 2016 noch mindestens bei 1.300 Euro (ohne Umsatzsteuer) pro Kilowattstunde. Seit Mitte 2017 gibt es erste kleine Batteriespeicher im Handel, deren Anschaffung sich für Haushalte rechnen kann. Das ist der Fall, wenn der Preis pro Kilowattstunde Speicherkapazität nicht mehr als 1.000 Euro beträgt (ohne Umsatzsteuer). Ein effizienter Batteriespeicher kann dann Solarstrom zu den Kosten speichern, die Ihnen auch für den Strombezug aus der Steckdose entstehen.

Zukunftsoption Batteriespeicher

Der Ersparnis beim Stromeinkauf steht also die Investition in einen Speicher gegenüber. Damit sich eine Anschaffung rechnet, legte die Bundesregierung ein Programm zur Förderung von Batteriespeichern auf. Die staatliche KfW-Bankengruppe reicht die Zuschüsse aus. Sie sinken alle halbe Jahre, bis das Programm Ende 2018 ausläuft.

Im ersten Halbjahr 2017 beträgt der Zuschuss 380 Euro pro Kilowatt Leistung der Solaranlage, wenn Sie Speicher und Anlage zusammen neu anschaffen. Bei einem gängigen Modell für eine Anlage mit 5 Kilowatt Leistung wären das 1.900 Euro. Wer eine ältere Anlage nachrüstet, bekommt im ersten Halbjahr 2017 wegen des höheren Aufwands 418 Euro je Kilowatt Modulleistung. Zum 1. Juli sinken die Fördersätze um rund 15 Prozent. Maximal erhalten Investoren dann noch Zuschüsse von 320 beziehungsweise 352 Euro pro Kilowatt Leistung der Photovoltaik-Anlage.

Bedingung für eine Förderung ist, dass die Solarstromanlage nur mit der Hälfte ihrer maximalen Leistung einspeist. Hat die Anlage 5 Kilowatt Leistung, darf sie das Stromnetz mit höchstens 2,5 Kilowatt belasten. Den anderen Teil muss der Betreiber selbst verwenden, direkt oder über den Speicher – oder aber der Strom bleibt ungenutzt.

Kredite und Förderprogramme für Photovoltaik-Anlagen

Nicht jeder kann eine mehrere Tausend Euro teure Photovoltaik-Anlage auf einen Schlag bezahlen. Banken wie SWK und ING-Diba oder die Bausparkassen LBS und Schwäbisch Hall bieten passende Finanzierungen an. Die Banken geben allerdings erst einen Kredit ab einer Höhe von 5.000 Euro. Die Laufzeit liegt bei mindestens zwei Jahren und der effektive Zinssatz bei mindestens 2,27 Prozent. 

Darüber hinaus fördern Thüringen und Nordrhein-Westfalen die Anschaffung von Photovoltaik-Anlagen und Stromspeichern. Die Programme können Verbraucher nur im jeweiligen Bundesland nutzen. Bundesweit gibt es zinsgünstige Kredite und Zuschüsse für Batteriespeicher von der KfW-Bankengruppe. Darüber hinaus bietet die KfW Kredite für die energetische Sanierung von Eigenheimen an.

Kontrollieren Sie Ihre Erträge und lassen Sie die Anlage warten

Ist das System finanziert, installiert und registriert, kann sich der Betreiber erst einmal zurücklehnen. Allerdings ist eine Photovoltaik-Anlage kein wartungsfreies Kraftwerk. Sie sollten Ihre Erträge überwachen. Entweder lesen Sie regelmäßig den Einspeisezähler ab und notieren die Werte. Bequemer ist es aber, die Daten der Stromproduktion in Online-Portalen einzusehen. So bemerken Sie Störungen und Ausfälle sofort und können sie schnell beheben lassen. Bedenken Sie: Eine Störung des Wechselrichters oder ein defektes Kabel schlägt sich in geringeren Erträgen nieder. Je länger die Störung anhält, desto mehr Strom entgeht Ihnen.

Es empfiehlt sich zudem, die Anlage alle ein bis zwei Jahre warten zu lassen. Dabei geht es beispielsweise darum zu prüfen, ob alle Stecker, Kabel und Schrauben noch einwandfrei fixiert sind und ob die Solarmodule noch mängelfrei sind. Installationsbetriebe bieten hierfür gewöhnlich ein Servicepaket an.

Es gibt auch eine Reihe Firmen, die sich nur auf die Überwachung und Wartung von Photovoltaik-Anlagen spezialisiert haben. Für diese Dienste müssen Verbraucher im Schnitt 1 Prozent der Investitionssumme über 20 Jahre einplanen.

Regeln für die Eigenversorgung

Rechtlich sind zwei Dinge für den Betrieb einer Photovoltaik-Anlage entscheidend, wenn Sie sich selbst mit Energie versorgen wollen: Wer Solarstrom ins Stromnetz leitet, verkauft die Energie an den Netzbetreiber. Damit wird der Anlagenbetreiber Unternehmer. Als Unternehmer kann er sich die beim Erwerb der Photovoltaik-Anlage gezahlte Umsatzsteuer vom Finanzamt zurückholen. Allerdings ist der Betreiber dann auch verpflichtet, auf seinen selbst genutzten Solarstrom Umsatzsteuer abzuführen.

Nutzt er dagegen die Kleinunternehmerregel, die für Einkünfte bis 17.500 Euro im Jahr gilt, muss er keine Umsatzsteuer auf den Eigenverbrauch zahlen. Dann erhöht sich sein Anschaffungspreis für die Anlage aber auch um die Mehrwertsteuer. Am besten lassen Sie sich bei diesem Thema von einem Steuerberater beraten.

Zum zweiten ist sehr streng definiert, wer überhaupt ein Eigenversorger ist. Als Eigenversorger gilt nur, wer als Nutzer des Solarstroms die Photovoltaik-Anlage auch betreibt. Sind Verbraucher und Betreiber nicht identisch – beispielsweise, weil eine Anlage dem Sohn eines Hauseigentümers gehört und dieser den Strom nutzt –, fällt die Nutzung des Stroms nicht unter Eigenverbrauch, sondern Letztverbrauch. Auf Letztverbrauch ist im Jahr 2017 die EEG-Umlage von 6,88 Cent pro Kilowattstunde zu entrichten. 

Unter bestimmten Bedingungen ist auch auf selbst genutzten Solarstrom die EEG-Umlage zu zahlen. Und zwar, wenn die Photovoltaik-Anlage mehr als zehn Kilowatt Leistung hat oder ab dem Zeitpunkt, zu dem eine Photovoltaik-Anlage mehr als zehn Megawattstunden Strom pro Jahr erzeugt hat. Dann gilt aber ein ermäßigter Satz von 40 Prozent der EEG-Umlage, 2017 also 2,752 Cent pro Kilowattstunde. Gewöhnlich sollte aber eine Photovoltaik-Anlage mit bis zu zehn Kilowatt Leistung den Strombedarf einer Familie ausreichend decken können.

2018 fällt die EEG-Umlage leicht auf 6,792 Cent pro Kilowattstunde. Eigenversorger, die auf selbst erzeugten und genutzten Strom die Umlage zahlen müssen, haben dann rund 2,72 Cent pro Kilowattstunde abzuführen.

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Ines Rutschmann

Finanztip-Expertin für Energie

Als Expertin für Energie widmet sich Ines Rutschmann allen Fragen, die sich Verbrauchern rund um Strom und Heizen stellen. Über den Strommarkt berichtete sie erstmals 2005 für die Leipziger Volkszeitung, wo sie auch ihre journalistische Grundausbildung absolvierte. Danach war sie unter anderem für den Deutschlandfunk und das Solarstrom-Magazin Photon tätig. Ines Rutschmann ist Diplom-Ingenieurin (FH) und hat einen Abschluss als Master of Science in Energiemanagement.