Photovoltaik Förderung

Mit Geld vom Staat drücken Sie die Kosten Ihrer Photovoltaik-Anlage

Das Wichtigste in Kürze

  • Photovoltaik-Anlagen und passende Batteriespeicher sind in der Anschaffung teuer.
  • Durch verschiedene Förderprogramme sinken die Kosten zumindest etwas.
  • Einige Programme sind allerdings an Bedingungen geknüpft.
  • Wer eine Solaranlage betreibt und Strom ins Netz einspeist, wird zum Unternehmer.
  • Daran knüpfen sich steuerliche Pflichten, aber auch Abschreibungsmöglichkeiten.
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Wer mindestens 5.000 Euro für eine Solarstrom-Anlage auf dem Dach ausgibt und noch mehr für einen Stromspeicher, der ist froh über jede Förderung. Es gibt zinsgünstige Kredite und Tilgungszuschüsse. Die Bedingungen der Programme sind allerdings zum Teil unübersichtlich. Das gilt auch für die Besteuerung der Photovoltaik-Anlage. Wir zeigen Ihnen, wie Sie zu Ihrem Geld kommen.

Einspeisevergütung für Ökostrom als verlässliche Einnahme

Anders als noch vor wenigen Jahren ist die Einspeisung des Solarstroms vom Dach in das öffentliche Netz nicht mehr entscheidend für die Rendite einer Photovoltaik-Anlage. Betreiber einer Anlage von bis zu 10 Kilowatt Spitzenleistung – eine klassische Einfamilienhausgröße – erhalten bis Ende Januar 2018 vom Netzbetreiber noch 12,2 Cent für jede eingespeiste Kilowattstunde Ökostrom. Ist die Anlage einmal am Netz, wird die Vergütung 20 Jahre lang garantiert gezahlt.

Die Einspeisung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) war vor wenigen Jahren noch erheblich lukrativer: Wer seine Anlage im ersten Halbjahr 2011 angeschlossen hat, bekommt 28,7 Cent für jede Kilowattstunde – deutlich mehr als das Doppelte von 12,2 Cent. Diese Kürzung wird nicht dadurch aufgewogen, dass die Preise für Photovoltaik-Anlagen seit 2011 um mehr als 50 Prozent je Kilowattstunde installierter Spitzenleistung (kWp) gesunken sind.

Festhalten lässt sich: Die EEG-Vergütung sorgt für verlässliche Einnahmen. Die Rendite seiner Anlage zieht der Betreiber heute aber eher daraus, dass der selbst erzeugte Strom mittlerweile weniger als die Hälfte der Elektrizität aus dem Netz kostet.

KfW-Bank vergibt günstige Kredite für Solaranlagen

Die staatliche KfW-Bankengruppe hat zur Förderung von Photovoltaik-Anlagen das Programm Erneuerbare Energien 270 aufgelegt. Es ermöglicht. Solaranlagen zinsgünstig zu finanzieren. Wer ein solches Darlehen in Anspruch nehmen möchte, muss seinen Solarstrom ins öffentliche Netz einspeisen – was ja der Standardfall ist. Ob er viel oder wenig einspeist, ist nicht entscheidend. Gefördert werden neben den reinen Anschaffungskosten die Kosten für die Installation der Anlage. Auch für die Erweiterung von gebrauchten Anlagen gibt es Kredite, wenn durch den Ausbau die Leistung deutlich steigt.

Die Förderkredite haben Laufzeiten von fünf, zehn oder zwanzig Jahren. Der effektive Jahreszins beträgt im günstigsten Fall 1 Prozent, ist aber abhängig von der Bonität des Antragstellers. Diese ermittelt die Hausbank, über die auch der Kreditvertrag abgeschlossen wird. Hier finden Sie die aktuellen Konditionen der KfW-Kredite und die Details der Abwicklung.

KfW
Förderbank im Besitz von Bund und Ländern

  • Darlehen für die Errichtung und Erweiterung von Erneuerbaren-Energien-Anlagen
  • Darlehen für Batteriespeicher in Verbindung mit staatlichen Zuschüssen
  • meist günstigere Zinssätze als marktüblich
  • komplette Fremdfinanzierung von Projekten möglich

Auch für Batteriespeicher gibt es KfW-Förderung

Grundsätzlich ist ein Batteriespeicher für eine Photovoltaik-Anlage immer noch eher teuer. Die gängigen Geräte für Einfamilienhäuser kosten zwischen 4.000 und 15.000 Euro. Durch ein Förderprogramm der KfW-Bankengruppe können Betreiber aber ihre Kosten drücken. Wer die Förderung nutzen möchte, muss die Anlagen über einen Kredit der KfW finanzieren. Die Bank bietet Kredite ab 1,1 Prozent effektivem Jahreszins.

Herzstück der Förderung ist ein Tilgungszuschuss auf den Kredit. Im ersten Halbjahr 2017 gab der Staat im Schnitt 1.750 Euro für Kauf und Installation eines Speichers dazu. Die Höhe der Fördersätze ist zum 1. Oktober 2017 gesunken und sinkt zum Jahreswechsel ein letztes Mal.  

Um die Förderung zu nutzen, müssen Sie ein Angebot für einen Speicher einholen und eine Bank Ihres Vertrauens aufsuchen. Diese beantragt den Kredit bei der KfW. Gehen die Unterlagen bis 31. Dezember ein, prüft die KfW den Antrag auf Grundlage der bis dahin geltenden Fördersätze. Ist der Antrag bewilligt, können Sie den Kreditantrag mit Ihrer Hausbank schließen, den Speicher kaufen und installieren lassen. Im Anschluss fordern Sie den Zuschuss ein.

Rund 500 Euro Zuschuss bei Geräten ab 3.850 Euro
Wer noch bis Jahresende 2017 einen Antrag einreicht, erhält einen Zuschuss in Höhe von 13 Prozent der Kosten für den Kauf und die Installation des Speichers. Geben Sie 4.000 Euro aus, können Sie mit 520 Euro rechnen. Planen Sie eine teurere Investition in Höhe von 8.000 Euro, kann der Staat 1.040 Euro dazugeben.

Allerdings gibt es eine Grenze: Übersteigt das Verhältnis von Speicherkosten zur Leistung der installierten Photovoltaik-Anlage 2.000 Euro, beträgt der Zuschuss maximal 260 Euro pro Kilowatt Solarstromleistung, wenn beide Anlagen zusammen neu angeschafft werden. Rüsten Sie den Speicher zu einer bestehenden Solaranlage nach, liegt der Höchstsatz bei 286 Euro pro Kilowatt Leistung.

Um im Beispiel zu bleiben: Wollen Sie einen Speicher für 4.000 Euro anschaffen, erhalten Sie 520 Euro Zuschuss, wenn die ebenfalls neu installierte Photovoltaik-Anlage mindestens 2 Kilowatt Leistung aufweist. Falls Sie den Speicher nachrüsten, sollte die Photovoltaik-Anlage mindestens 1,82 Kilowatt Leistung haben, um den höchstmöglichen Zuschuss zu beanspruchen. Ist der Solargenerator jeweils kleiner, fällt die Förderung geringer aus.

Achtung: Zum 1. Januar 2018 sinken die Fördersätze auf 10 Prozent. Wer dann einen Speicher für 4.000 Euro installieren lässt, kann noch 400 Euro als Zuschuss erhalten. Zum Jahresende 2018 läuft das Programm aus.

Auflagen für Speicherbetreiber und Aufstockung der Mittel 2017

Vom Beginn der Speicherförderung im Mai 2013 bis Ende 2016 haben rund 25.000 Betreiber von diesem Angebot Gebrauch gemacht – nur rund die Hälfte der Speicherbesitzer.

Das hat verschiedene Gründe: Viele Interessenten finden das Antragsverfahren kompliziert. Andere schreckt ab, dass sie zwingend einen Kredit aufnehmen müssen. Und an die Förderung ist die Auflage geknüpft, dass der örtliche Netzbetreiber die ganze Solarstromanlage über eine Schnittstelle aus der Ferne abregeln können muss. In der ersten Phase des Förderprogramm bis 2016 verpflichteten sich die Investoren, nur bis zu 60 Prozent ihrer maximalen Solarstromleistung ins öffentliche Stromnetz einzuspeisen. Aktuell dürfen sie nur noch 50 Prozent ins Netz abgeben, wenn sie vom Förderprogramm profitieren.

Darüber hinaus gingen der KfW 2016 die Fördermittel aus: Anfang Oktober setzte die Bank weitere Zusagen für Förderanträge bis zum Jahresende aus. Eine Bewilligung haben 2016 rund 4.800 Menschen erhalten. Wie viele Interessenten daraufhin gar keinen Antrag mehr stellten, ist unklar.

Damit das nicht wieder passiert, hat die Bundesregierung Ende Juni 2017 die Fördermittel aufgestockt. Die Nachfrage war in der ersten Jahreshälfte bereits hoch und blieb es bis zum Herbst. Von Januar bis Oktober 2017 bewilligte die KfW bislang rund 6.200 Kreditanträge in Höhe von insgesamt 109 Millionen Euro. Rund 9 Millionen davon zahlt der Staat in Form des Tilgungszuschusses. 

Förderprogramme in Nordrhein-Westfalen und Thüringen

Neben der KfW-Bank fördern die Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Thüringen den Kauf von Batteriesystemen, um Solarstrom zu speichern.

In Thüringen kann ein Zuschuss bis zu 25 Prozent der Investition betragen. Egal ist dabei, ob der Speicher zu einer bestehenden Photovoltaikanlage gefügt wird oder ob die Photovoltaikanlage zusammen mit dem Speicher installiert wird. Bedingung ist aber, dass der Betreiber mindestens 60 Prozent des Stroms der zugehörigen Photovoltaikanlage selbst verbraucht und über das Speichergerät eine Garantie für mindestens acht Jahre vorliegt. Förderanträge für das Programm Solar Invest nimmt die Thüringer Aufbaubank entgegen und hat auf ihrer Internetseite Formulare eingestellt.

Das Förderprogramm Progres.NRW zielt auf Bürger, die eine Photovoltaik-Anlage mitsamt Batteriespeicher neu anschaffen wollen. Bis zu 50 Prozent der Kosten für den Speicher schießt das Bundesland zu. Antragsformulare sind auf der Internetseite der Bezirksregierung Arnsberg zu finden.

Wie eine Photovoltaik-Anlage besteuert wird

Wer eine Photovoltaik-Anlage betreibt und den Strom ins Netz einspeist, wird automatisch zum Unternehmer. Schließlich erwirtschaftet er Erlöse. Deshalb entstehen neue Steuerpflichten.

Betreiber können den Aufwand mit dem Finanzamt deutlich reduzieren, indem sie die sogenannte Kleinunternehmerregelung nutzen. Dann sind sie von der Zahlung der Umsatzsteuer befreit. Voraussetzung ist, dass der Umsatz im Vorjahr unter 17.500 Euro lag und im laufenden Jahr unter 50.000 Euro. Die Befreiung von der Umsatzsteuer ist für die nächsten fünf Jahre bindend.

Diese Option nutzen vor allem Menschen, die den Papierkram scheuen. Anlagenbesitzer hingegen, die ohnehin ein Gewerbe betreiben oder als Freiberufler arbeiten und in den meisten Fällen einen Steuerberater haben, wählen fast immer den anderen Weg. Denn so bekommen sie die Umsatzsteuer, die sie für ihre Photovoltaik-Anlage gezahlt haben, vom Finanzamt erstattet.

Im Gegenzug muss der Anlagenbetreiber Umsatzsteuer auf den selbst erzeugten und verbrauchten Strom zahlen. Dafür wird der Nettopreis (ohne Umsatzsteuer) angesetzt, den der Betreiber für seinen Netzstrom vom Energieversorger bezahlt. Außerdem muss der Anlagenbetreiber dem Stromnetzbetreiber 19 Prozent Umsatzsteuer auf die Einspeisevergütung in Rechnung stellen, die er für seinen selbst erzeugten und eingespeisten Strom erhält. Die Umsatzsteuer muss der Betreiber dann an sein Finanzamt weiterleiten.

Unabhängig von der Umsatzsteuerbefreiung muss der Anlagenbesitzer den Gewinn oder Verlust aus dem Betrieb in seiner Einkommensteuererklärung angeben. Dazu stellt er Einnahmen und Ausgaben gegenüber. Einnahmen sind die Einspeisevergütung mit Umsatzsteuer und die vom Finanzamt erstattete Umsatzsteuer auf die Anlage. Hinzu kommt der Wert des selbst verbrauchten Stroms.

Ausgaben sind die abgeführte Umsatzsteuer, Versicherungs-, Reparatur- und Wartungskosten sowie gegebenenfalls die Kreditzinsen. Ein wichtiger Posten ist auch die Abschreibung der Anschaffungskosten der Anlage.

Es ist möglich, dass Betreiber von Photovoltaik-Anlagen Gewerbesteuer zahlen müssen. Wer aber bloß eine kleine Anlage auf dem Dach seines Einfamilienhauses betreibt, für den ist das normalerweise kein Thema: Erst bei einem jährlichen Überschuss von mehr als 24.500 Euro ist es Pflicht, für die Anlage ein Gewerbe anzumelden. Einen solchen Überschuss erreicht man nur mit deutlich größeren Anlagen.

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Verschiedene Arten der Abschreibung

Bei der Abschreibung werden die Kosten der Anlage über die übliche Nutzungsdauer von 20 Jahren verteilt und als Betriebsausgaben angerechnet. Für die Abschreibung von Photovoltaik-Anlagen gibt es mehrere Methoden, die vom Finanzamt anerkannt werden:

  • Bei der linearen Abschreibung werden die Anschaffungskosten der Anlage gleichmäßig über die 20 Jahre abgeschrieben – das sind jährlich 5 Prozent.
  • Bei der degressiven Abschreibung wird am Anfang der Nutzungsdauer am meisten abgeschrieben. Das bringt eine willkommene hohe Steuerentlastung in der Phase, in der die Anschaffungskosten zu Buche schlagen. Die degressive Abschreibung darf maximal das 2,5-fache der linearen betragen. Da linear 5 Prozent berechnet werden, dürfen degressiv also maximal 12,5 Prozent angesetzt werden.
  • Im Fall der Sonderabschreibung können 20 Prozent der Anschaffungskosten innerhalb von vier Jahren abgeschrieben werden. Die Verteilung ist dabei frei wählbar.
  • Beim Investitionsabzugsbetrag können 40 Prozent der Anschaffungskosten direkt im ersten Jahr abgeschrieben werden. Für die restliche Laufzeit wird dann jeweils mit 5 Prozent jährlich abgeschrieben.

Insgesamt dürfen natürlich in keiner Variante mehr als 100 Prozent der Anschaffungskosten abgeschrieben werden.

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Jens Tartler

ehemaliger Finanztip Redakteur für Energie & Reise (bis September 2016)

Jens Tartler schrieb insbesondere über die Themen Energie und Reise. Insgesamt zwanzig Jahre lang arbeitete er zuvor als Redakteur für das Handelsblatt und die Financial Times Deutschland. Zuvor studierte er Volkswirtschaftslehre in Köln und den USA. Vertiefende Einblicke in die Branchen Verkehr und Energie gewann Jens Tartler zwischenzeitlich als Pressesprecher eines Unternehmens sowie eines Dachverbands.

Ines Rutschmann

Finanztip-Expertin für Energie

Als Expertin für Energie widmet sich Ines Rutschmann allen Fragen, die sich Verbrauchern rund um Strom und Heizen stellen. Über den Strommarkt berichtete sie erstmals 2005 für die Leipziger Volkszeitung, wo sie auch ihre journalistische Grundausbildung absolvierte. Danach war sie unter anderem für den Deutschlandfunk und das Solarstrom-Magazin Photon tätig. Ines Rutschmann ist Diplom-Ingenieurin (FH) und hat einen Abschluss als Master of Science in Energiemanagement.