Arbeitgeberzuschuss zur PKV

Das gibt die Firma zur privaten Krankenversicherung dazu

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Arbeitgeber beteiligt sich mit einem steuerfreien Zuschuss an der privaten Krankenversicherung (PKV) seiner Angestellten.
  • Der Zuschuss ist begrenzt auf den Arbeitgeberanteil in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV).
  • Bei jüngeren Arbeitnehmern ohne Kinder beträgt er in der Regel genau die Hälfte der PKV-Prämie.
  • Eine Selbstbeteiligung oder Beitragsrückerstattungen beeinflussen nicht die Höhe des Arbeitgeberzuschusses.
  • Der Beitragszuschuss zur privaten Pflegeversicherung wird auf dieselbe Weise ermittelt wie jener zur Krankenversicherung.
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Privat versicherte Arbeitnehmer erhalten von ihrem Arbeitgeber einen steuerfreien Zuschuss zur Kranken- und Pflegeversicherung. In den meisten Fällen ist er genauso hoch wie die entsprechende Zahlung in der gesetzlichen Krankenkasse. Voraussetzung dafür ist, dass die Art der Leistungen der privaten Krankenversicherung (PKV) denen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) entspricht. Es muss sich also um eine Vollversicherung handeln. Umfang und Höhe der Leistungen spielen dagegen keine Rolle. Geregelt ist der Arbeitgeberzuschuss im Sozialgesetzbuch (§ 257 SGB V).

Arbeitgeber zahlt bis zur Hälfte der Prämie

Der Arbeitgeberzuschuss zur privaten Krankenversicherung ist auf 50 Prozent der Versicherungsprämie begrenzt. In der Regel beträgt der Zuschuss auch genau die Hälfte der Prämie, jedenfalls solange die Versicherten kinderlos sind und gesund. Sind die monatlichen Beiträge dagegen sehr hoch, kann es auch sein, dass der Versicherte deutlich mehr als die Hälfte seiner Versicherungskosten selbst tragen muss.

Beispiel: Ihr monatliches Bruttoeinkommen liegt bei 5.000 Euro, die Kosten für Ihre private Krankenversicherung belaufen sich auf 500 Euro. Dann beträgt der Arbeitgeberzuschuss zur Krankenversicherung 250 Euro, also genau die Hälfte der insgesamt 500 Euro.

Allerdings gibt es noch eine zweite Obergrenze für den PKV-Zuschuss des Arbeitgebers. Dieser zahlt maximal den Höchstbeitrag, den er auch zur gesetzlichen Krankenversicherung seiner Mitarbeiter beisteuern würde.

Dieser Höchstbeitrag richtet sich nach dem Arbeitgeberanteil und der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung. Den sogenannten Zusatzbeitrag muss der Angestellte alleine tragen, er spielt für die Berechnung des Arbeitgeberzuschuss daher keine Rolle. Für 2017 berechnet sich die maximale Beitragshöhe wie folgt:

  • Beitragsbemessungsgrenze: 4.350 Euro brutto monatlich, höheres Einkommen wird nicht zur Berechnung herangezogen;
  • anteiliger Beitrag des Arbeitgebers: 7,3 Prozent;
  • anteiliger Beitrag des Arbeitnehmers: 8,4 Prozent (7,3 Prozent plus 1,1 Prozent durchschnittlicher Zusatzbeitrag).

Damit beträgt der maximale Arbeitgeberzuschuss zur privaten Krankenversicherung 317,55 Euro (7,3 Prozent aus 4.350 Euro Beitragsbemessungsgrenze). Privat Krankenversicherte, deren monatliche Prämie 635,10 Euro übersteigt, müssen also mehr als die Hälfte davon selbst bezahlen.

Beispiel: Ihr monatliches Bruttoeinkommen liegt wie in dem ersten Beispiel bei 5.000 Euro, allerdings zahlen Sie für Ihre private Krankenversicherung eine Prämie von 700 Euro im Monat. In diesem Fall beträgt der Zuschuss des Arbeitgebers nicht etwa 350 Euro (50 Prozent von 700 Euro), sondern nur den Höchstbeitrag von 317,55 Euro. Die Differenz von 382,45 Euro zahlen Sie selbst.

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Annika Krempel
von Finanztip,
Expertin für Versicherungen

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Zuschuss für Familienangehörige

Wer Familienangehörige hat, die in der gesetzlichen Krankenversicherung kostenlos familienversichert wären, bekommt vom Arbeitgeber auch für deren Versicherungsprämien einen Zuschuss. Allerdings ist der Gesamtbetrag weiterhin auf 317,55 Euro gedeckelt. Von dem Zuschuss für Angehörige profitieren also nur Versicherte, die den Zuschuss noch nicht voll ausgeschöpft haben.Weitere Voraussetzung ist, dass auch die Familienangehörigen privat krankenversichert sind (§ 257 Abs. 2a SGB V). Keinen Zuschuss gibt es für Partner und Kinder, wenn diese in der GKV versichert sind.

Anspruch auf Familienversicherung haben auch Väter und Mütter in Elternzeit. Sie selbst bekommen von ihrem Arbeitgeber keinen Zuschuss mehr. Möglicherweise hat aber ihr Partner seinen Arbeitgeberanteil noch nicht völlig ausgeschöpft.

Niedrigere Zuschüsse für Teilzeit-Beschäftigte

Der Arbeitgeberzuschuss ist immer auf den Arbeitgeberanteil in der gesetzlichen Krankenversicherung begrenzt. Entsprechend niedriger fällt der Zuschuss aus, wenn das Einkommen des Privatversicherten unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze liegt, zum Beispiel weil dieser in Teilzeit gegangen ist. Denn der Arbeitgeber müsste dann auch für einen gesetzlich versicherten Mitarbeiter geringere Sozialbeiträge zahlen.

Beispiel: Sie verdienen aufgrund einer Teilzeit-Regelung 2.000 Euro brutto im Monat. Ihre Beiträge zur privaten Krankenversicherung belaufen sich weiterhin auf monatlich 500 Euro. Dann beträgt der Arbeitgeberzuschuss nicht etwa 250 Euro (50 Prozent von 500 Euro), sondern nur 146 Euro – das entspricht einem Arbeitgeberanteil von 7,3 Prozent bei einem Verdienst von 2.000 Euro.

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Worauf Sie als Arbeitnehmer achten müssen

Um den Beitragszuschuss des Arbeitgebers zur privaten Krankenversicherung voll auszuschöpfen, sollten Sie die folgenden Punkte beachten.

Nachweis der Beitragshöhe - Als privat krankenversicherter Mitarbeiter müssen Sie Ihrem Arbeitgeber die Höhe des Beitrags nachweisen. Ihr Krankenversicherer stellt Ihnen zu diesem Zweck eine Bescheinigung der Beitragshöhe aus.

Selbstbeteiligung - Haben Sie mit Ihrem Versicherer eine Selbstbeteiligung vereinbart, beteiligt sich der Arbeitgeber daran meist nicht. Tut er es doch, betrachtet das Finanzamt dies als geldwerten Vorteil, den Sie versteuern müssen. Das gilt auch dann, wenn Ihr Arbeitgeber nur teilweise den Selbstbehalt mitträgt. Selbstbehalt-Tarife lohnen sich daher für Angestellte meist nicht.

Beitragsrückerstattungen - Wenn der Versicherer Ihnen Beiträge erstattet, weil Sie keine Leistungen in Anspruch genommen haben, verringert das den Arbeitgeberzuschuss nicht. Daher sind Tarife mit einer hohen garantierten Beitragsrückerstattung für Arbeitnehmer grundsätzlich attraktiv.

Zeiten ohne Zuschuss - Der Arbeitgeber zahlt keinen Zuschuss zur privaten Krankenversicherung, wenn der Versicherte bestimmte Leistungen wie Krankentagegeld, Mutterschaftsgeld oder Elterngeld bezieht. Auch wer für die Kindererziehung zu Hause bleibt, hat keinen Anspruch auf den Arbeitgeberzuschuss: Privatversicherte in Elternzeit zahlen ihre Prämie in voller Höhe selbst.

Beitragszuschuss auch zur Pflegeversicherung

Wer sich privat krankenversichert hat, muss auch eine private Pflege-Pflichtversicherung abschließen, diese deckt die gleichen Leistungen wie die gesetzliche Pflegeversicherung ab. Der Arbeitgeber bezuschusst auch die private Pflegeversicherung; der Beitrag berechnet sich analog zum Arbeitgeberzuschuss in der Krankenversicherung (§ 11 SGB XI). Für 2017 liegt der Beitragssatz zur Pflegeversicherung bei 2,55 Prozent (2,8 Prozent bei Kinderlosen über 23 Jahre). Die Beitragsbemessungsgrenze beträgt wie in der Krankenversicherung 4.350 Euro. Der Arbeitgeber gibt damit höchstens 55,46 Euro im Monat zur privaten Pflegeversicherung dazu.

Mehr dazu im Ratgeber interner Tarifwechsel

Julia Rieder
von Finanztip,
Expertin für Versicherungen

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Artikel verfasst von

Peter Neitzsch

freier Finanztip-Mitarbeiter

Als freier Autor arbeitet Peter Neitzsch im Versicherungsressort von Finanztip. Der freiberufliche Journalist schreibt vorwiegend über Wirtschafts- und Verbraucherthemen. Vor der Selbstständigkeit leitete er das Wirtschaftsressort von stern.de. In Dresden und Paris studierte Peter Neitzsch Sozialwissenschaften und absolvierte danach die Berliner Journalisten-Schule. Im Anschluss arbeitete er unter anderem am Newsdesk der Frankfurter Rundschau und von tagesschau.de.

Annika Krempel

Finanztip-Expertin für Versicherungen

Annika Krempel ist Redakteurin im Team Versicherung und Vorsorge. Nach ihrem Diplom in Politikwissenschaften absolvierte sie ein Volontariat für Wirtschafts- und Verbraucherjournalisten. Sie sammelte unter anderem Erfahrungen in den Redaktionen von ZDF WISO, RBB Inforadio sowie der Stiftung Warentest. Die verbraucherpolitische Arbeit lernte sie beim Verbraucherzentrale Bundesverband kennen.