Euro-Rentenfonds
lohnen nicht mehr

  • Zuletzt aktualisiert: 30. Januar 2015

Berlin, 30. Januar 2015 – Das gemeinnützige Online-Verbrauchermagazin Finanztip rät Kleinanlegern aktuell von der Anlage in klassische Euro-Rentenfonds ab. „Wegen der extrem niedrigen Zinsen für europäische Staatsanleihen sind bei diesen Wertpapieren langfristig keine guten Renditen zu erwarten – und zwar egal wie sich die Zinsen entwickeln“, sagt Geldanlage-Experte Dr. Manuel Kayl. Bei Zinssteigerungen drohten sogar historisch ungewöhnliche Verluste, wie eine Analyse von Finanztip zeigt. Deshalb seien solche Euro-Rentenfonds aktuell nicht als sicherer Baustein der Geldanlage geeignet.

Derzeit sind in Deutschland nach Angaben des Branchenverbands BVI rund 186 Milliarden Euro in Rentenfonds angelegt. Schließlich galten Euro-Rentenfonds lange als erste Wahl für eine sichere Geldanlage und brachten gute Renditen. Fondsmanager kauften dafür im Wesentlichen Staatsanleihen der Euro-Länder, die durch die Staatengemeinschaft abgesichert sind. Und weil die Fonds in Euro anlegten, hatten Kleinanleger auch kein Währungsrisiko. Breit angelegte Rentenfonds brachten somit in den vergangenen fünf Jahren durchschnittlich fünf Prozent Zinsen und mehr. Doch durch die deutlich gesunkenen Zinsen für Staatsanleihen lohnt sich die Anlage in Rentenfonds langfristig nicht mehr, wie aktuelle Berechnungen von Finanztip ergeben haben.

Rendite für deutsche Staatsanleihen und Festgeld im Vergleich

Finanztip hat untersucht, wie sich die Renditen für einen sicheren deutschen Rentenfonds in den nächsten Jahren entwickeln können im Vergleich zu einer Anlage in Festgeld. Dafür haben die Experten verschiedene Szenarien durchgerechnet, je nachdem ob die Zinsen für deutsche Staatsanleihen steigen, fallen oder gleichbleiben. Das Ergebnis: Nur wenn die Zinsen in den nächsten drei Jahren um 0,45 Prozentpunkte pro Jahr weiter fallen, können mit klassischen Fonds ähnliche Renditen wie mit Festgeld erzielt werden. Langfristig aber ist Festgeld in jedem Fall die bessere Alternative. Denn egal wie die Zinsen sich entwickeln, auf Sicht von zehn Jahren pendeln die durchschnittlichen Renditen für den deutschen Fonds um die Nulllinie. „Euro-Rentenfonds können mit knapp unter einem Prozent pro Jahr zwar noch eine höhere Rendite bringen als Fonds allein mit deutschen Anleihen, haben aber wegen der geringeren Bonität von Staaten wie Italien oder Spanien auch ein höheres Risiko“, erklärt Kayl.

Tagesgeld und Festgeld als gute Alternativen zu Rentenfonds

Wer Erspartes sicher anlegen will, dem rät Finanztip aktuell zu einem Festgeld mit einer Laufzeit bis zu drei Jahren. „Die besten Zinsen in Deutschland bieten dafür derzeit die Direktbanktöchter der französische Großbank Credit Agricole mit 1,7 Prozent pro Jahr“, sagt Kayl. Wer kurzfristig auf sein Geld zugreifen können muss, dem empfiehlt der Finanztip-Experte eine Kombination von Tages- und Festgeld. Das Tagesgeld bringt zwar weniger Zinsen, ist dafür aber täglich verfügbar und eignet sich daher als Ergänzung.

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