Günstig Zug fahren

Privatbahnen sind eine gute Alternative zur Deutschen Bahn

Das Wichtigste in Kürze

  • Privatbahnen im Regionalverkehr fahren viele Ziele in ganz Deutschland an.
  • Fahrkarten der Deutschen Bahn gelten auch in den meisten Zügen der Privatbahnen.
  • Der Hamburg-Köln-Express und der Harz-Berlin-Express sind im Fernverkehr oft deutlich günstiger als die Deutsche Bahn, wenn Sie das Ticket direkt beim Privatbahnunternehmen buchen.
  • Privatbahnen können in puncto Fahrzeiten mit der Deutschen Bahn konkurrieren und sind oft schneller als Fernbusse.
  • Wenn das Personal der Deutschen Bahn streikt, sind die Verbindungen der Privatbahnen in der Regel davon nicht betroffen.
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Wenn es um Zugreisen geht, denken die meisten Menschen sofort an die Deutsche Bahn (DB). Was viele jedoch nicht wissen: Neben der bundeseigenen Bahn gibt es dem Eisenbahn-Bundesamt zufolge mehr als 400 weitere Unternehmen, die in Deutschland Fahrgäste mit Zügen transportieren – sogenannte Privatbahnen.

Mit dem Begriff „Privatbahnen“ bezeichnet man Eisenbahnunternehmen, die sich nicht in Staatsbesitz befinden. Sie werden meist von privaten Kapitalgesellschaften betrieben, in einigen Fällen aber auch von Bundesländern und Kommunen. Besonders im Nahverkehr wurden in den vergangenen Jahren immer mehr Strecken ausgeschrieben und von privaten Anbietern übernommen. Die Deutsche Bahn bekommt so zunehmend Konkurrenz. Davon profitieren Verbraucher beispielsweise im Fall eines Streiks bei der Deutschen Bahn, denn dann stellen Privatbahnen neben Fernbussen und Mitfahrgelegenheiten eine gute Möglichkeit dar, dennoch ans Ziel zu kommen.

Fahrkarten der Deutschen Bahn gelten in fast allen Privatbahnen

Die Fahrt mit Privatbahnen unterscheidet sich kaum von der Reise mit DB-Zügen, denn die überwiegende Zahl der privaten Eisenbahnunternehmen kooperiert mit der DB und ist in das Verkehrsverbundsystem der jeweiligen Region integriert. Das bedeutet, dass die Fahrkarten, die Sie bei der Deutschen Bahn gekauft haben, sowie Tickets und Zeitkarten des jeweiligen Verkehrsverbundes wie Monats- und Jahreskarten auch in den privaten Bahnen gültig sind.

Fahrkarten für Strecken, auf denen ein Verbundtarif gilt, bekommen Sie wie für jeden anderen Regionalzug an den Vorverkaufsstellen und Automaten der DB, der Verkehrsverbünde und des jeweiligen Eisenbahnunternehmens. Bei einigen Privatbahnen können Sie die Fahrkarten auch direkt im Zug lösen. Das ermöglichen aber bei Weitem nicht alle Bahnen. Informieren Sie sich daher über die Regelung des jeweiligen Unternehmens, bevor Sie ohne Fahrschein einsteigen. Pauschalpreistickets wie das Schönes-Wochenende-Ticket oder Ländertickets, die sich besonders bei Fahrten über größere Distanzen lohnen, sind außerdem online über das Portal der Deutschen Bahn bahn.de erhältlich.

Bei der Suche nach Reiseverbindungen über bahn.de werden Züge der meisten Privatbahnen ebenfalls angezeigt. So ist der Aufwand einer Fahrt mit einer Privatbahn nicht größer als mit der Deutschen Bahn. Dass Sie mit einer privaten Eisenbahngesellschaft reisen, merken Sie meist nur daran, dass der Zug ein wenig anders aussieht als gewohnt.

Sparen im Fernverkehr mit dem Hamburg-Köln-Express

In einigen Fällen lässt sich bei der Fahrt mit Privatbahnen deutlich sparen. Das gilt vor allem auf Fernverkehrsstrecken. Der Hamburg-Köln-Express (HKX) bietet derzeit die einzige privat betriebene tägliche Fernverbindung (Stand: Mai 2015). Ein Ticket für die Fahrt von Hamburg nach Köln ist im Vorverkauf auf der Website oder an einem Vertriebsschalter des HKX schon ab 18 Euro zu bekommen. Mit einem Sparpreis der DB kostet die gleiche Strecke immerhin 29 Euro. Ein weiterer Vorteil des HKX im Vergleich zur Bahn: Bei der Online-Buchung können Sie kostenfrei einen Sitzplatz reservieren.

Auch für Spontanfahrer ist der HKX eine gute Alternative. Tickets können Fahrgäste auch noch direkt im Zug lösen. Dann kostet eine Fahrt zwischen Hamburg und Köln je nach Wochentag 48 Euro (Montag bis Donnerstag sowie Samstag) oder 73 Euro (Freitag und Sonntag). Für die gleiche Strecke mit dem IC der Deutschen Bahn zahlen Spontanfahrer 87 Euro. Das bedeutet für HKX-Kunden eine Ersparnis von bis zu 39 Euro gegenüber dem Normalpreis der DB.

Günstig ist auch der Harz-Berlin-Express

Auch der Harz-Berlin-Express (HBX) macht der Deutschen Bahn auf einer Fernverkehrsstrecke Konkurrenz. Mit dem HBX können Sie von Berlin aus über Magdeburg bis nach Thale oder Goslar und umgekehrt reisen – allerdings nur freitags bis sonntags. Eine einfache Fahrt kostet 15 Euro, hin und zurück kommen Sie für 25 Euro. Familien (zwei Erwachsene plus Kinder) bezahlen für Hin- und Rückfahrt sogar nur 35 Euro. Zum Vergleich: Bei der DB kostet eine einfache Fahrt auf dieser Route mindestens 19 Euro pro Person.

Sparmöglichkeiten bei Privatbahnen

    Bahnhöfe   Linien   Streckennetz   besondere Angebote
Fernverkehr           ca.    
Hamburg-Köln-Express (HKX)   Köln, Düsseldorf, Duisburg, Essen, Münster, Osnabrück, Hamburg   1   400 km   Rhein-Ruhr-Ticket: eine Station 5 €, zwei Stationen 10 €, drei Stationen 13 €
Harz-Berlin-Express (HBX)   Berlin, Magdeburg, Thale, Goslar   1   280 km   Tages-, Familien- und Wochenendtickets für Fahrten zwischen Berlin und dem Harz
Regionalverkehr                
Alex   München, Hof, Lindau, Regensburg, Kernten, Prag, Oberstdorf   2   540 km   Servus-Ticket: Tageskarte für das Netz von Alex, Oberpfalzbahn, Waldbahn, Agilis (20 € + 5 € pro Mitfahrer); Prag Spezial: Hin- und Rückfahrt nach Prag (ab 43 €)
Bayerische Oberlandbahn (BOB)   München Holzkirchen, Lenggries, Tegernsee   3   120 km   Guten Tag Ticket: Tageskarte für BOB und Meridian (21 € + 5 € pro Mitfahrer); Oberland Ticket: Tageskarte für BOB-Netz (16 €)
Erfurter Bahn   Leipzig, Gera, Jena, Weimar, Erfurt, Saalfeld, Hof, Schweinfurt   11   680 km   Franken-Freizeit-Ticket: 7 Tage zwischen Meiningen, Schweinfurt und Gemünden (36 €); Sonderticket zwischen Ilmenau und Rennsteig, nur Sa/So (3 €, Hin- und Rückfahrt 5 €)
Harz-Elbe-Express (HEX)   Magdeburg, Halberstadt, Halle, Goslar, Thale   6   270 km   HEX Luxus Abo (gleicher Preis wie DB-Abo, aber kostenfreie Nutzung der 1. Klasse in HEX-Zügen)
Meridian   München, Rosenheim, Kufstein, Salzburg   3   260 km   Guten Tag Ticket: Tageskarte für BOB und Meridian (21 € + 5 € pro Mitfahrer), 50/50 Ticket: Hin- und Rückfahrt auf max. 50 km Strecke (10 €)
Süd-Thüringen-Bahn   Erfurt, Eisenach, Ilmenau, Meiningen, Sonneberg   4   290 km   Sonneberger Netz-Ticket: spezielle Tarife für Einzelfahrten und Zeitkarten auf 2 Linien
Trilex   Dresden, Bautzen, Görlitz, Zittau   5   280 km   Katzensprung-Ticket: Tagesticket zwischen Dresden und Bischofswerda/ Bautzen (10/15 €)
Vogtlandbahn   Gera, Plauen, Hof, Zwickau, Karlovy Vary, Cheb   6   380 km   Tourenticket: Tagesticket für VGB- Linien (8 € + 6 € pro Mitfahrer)
Waldbahn   Plattling, Zwiesel, Grafenau, Bodenmais   3   120 km   Waldbahn Tagesticket (7,50 €), Bayerwald-Ticket: Tageskarte für Bus & Bahn im Waldbahnnetz (8 €); Freizeit-Monatskarte (Preis nach Entfernung 34,40 bis 195,50 €)

Quelle: eigene Recherche, Unternehmensangaben (Stand: 13. Mai 2015)

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Im Nahverkehr nur wenig Sparmöglichkeiten

Im Nahverkehr sind die Sparmöglichkeiten begrenzt, weil die Privatbahnen in das Tarifsystem der Verkehrsverbünde eingebunden sind. Einige Privatbahnen wie die Bayerische Oberland-Bahn (BOB) bieten jedoch Tagestickets an, die ausschließlichen auf ihren Linien gelten. Diese sind preisgünstiger als entsprechende Fahrkarten für den gesamten Verkehrsverbund und lohnen sich bereits, wenn Sie zwei Fahrten im Netz der BOB unternehmen. Das Tourenticket der Vogtlandbahn ist eine ähnliche Tageskarte, die sogar Fahrten nach Cheb in Tschechien erlaubt.

Die Bayerische Privatbahn Alex hat ein „Prag-Spezial“-Ticket für Reisen ab Regensburg, Nürnberg oder München nach Prag im Angebot. Eine Hin- und Rückfahrt von Regensburg aus kostet 43 Euro, mit Start und Ziel München sind es 65 Euro. Die Tickets können ohne Aufpreis direkt im Zug gelöst werden. Bei der Buchung über bahn.de kostet die Fahrt in denselben Zügen mehr als das Doppelte.

Alex, Oberpfalzbahn, Waldbahn und Agilis bieten außerdem gemeinsam das Servus-Ticket an. Es gilt einen Tag lang im gesamten Netz der genannten Privatbahnen und ist je nach gewünschtem Fahrtziel eine gute Alternative zum 3 Euro teureren Bayern-Ticket der DB.

Private Eisenbahngesellschaften gibt es in vielen Teilen Deutschlands, wie in der folgenden Tabellen zu sehen ist. Ihre Reichweite variiert jedoch stark. Einige Unternehmen betreiben nur einzelne Strecken, andere bieten eine Vielzahl von Verbindungen in einem Hunderte Kilometer langen Streckennetz an.

Privatbahnen im Norden und Westen

Quelle: eigene Recherche, Unternehmensangaben (Stand: 13. Mai 2015)

Privatbahnen im Osten

Quelle: eigene Recherche, Unternehmensangaben (Stand: 13. Mai 2015)

Privatbahnen im Süden

Quelle: eigene Recherche, Unternehmensangaben (Stand: 13. Mai 2015)

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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