Fondsgebundene Rentenversicherung

So funktioniert die Fondsrente

Das Wichtigste in Kürze

  • Die fondsgebundene Rentenversicherung verbindet einen Fondssparplan mit einer lebenslangen Rentenzahlung.
  • Die Wertentwicklung hängt an der Entwicklung der Investmentfonds.
  • Auch Verluste sind möglich, eine Rentengarantie gibt es nicht.
  • Wegen hoher Kosten empfehlen wir ausschließlich Netto-Policen mit ETFs.
  • Unser Tipp: Bleiben Sie zum Thema Lebensversicherung immer auf dem Laufenden - mit unserem kostenlosen Newsletter!

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Ein Angebot für eine fondsgebundene Rentenversicherung bekommt wohl jeder mal vorgelegt, der sich mit seiner Altersvorsorge beschäftigt. Das Argument für einen solchen Vertrag: Aktien verheißen Rendite, die Rentenversicherung Steuerersparnis und eine lebenslange Rente. Doch hohe Kosten und die Möglichkeit hoher Verluste machen eine fondsgebundene Rentenversicherung für viele unattraktiv.

Wertentwicklung hängt von Märkten ab

Die fondsgebundene Rentenversicherung ist ein Fondssparplan im Mantel einer Rentenversicherung. Ein Investment in Fonds bietet in guten Börsenjahren die Chance auf eine höhere Rendite, birgt aber zugleich das Risiko hoher Verluste.

Mit monatlichen Beiträgen kauft der Fondssparer Anteile an Aktien-, Renten- oder Immobilienfonds. Der Wert der Rentenversicherung bestimmt sich aus der Entwicklung dieser Anlagen. Steigen die Kurse, hat die Fondsrente eine gute Rendite. Bei schwachen Märkten kann es aber auch zu einem (Teil-)Verlust der eingezahlten Beiträge kommen.

Da die Wertentwicklung der Fonds nicht absehbar ist, garantieren die Versicherungen bei fondsgebundenen Policen in der Regel keine Rentenhöhe. Der Versicherungsnehmer trägt das Risiko allein. Entscheidend bei einer Anlage in Aktien ist, einen Anlagezeitraum von mehr als 20 Jahren anzustreben. Dann ist die Wahrscheinlichkeit eines Verlustes geringer.

Fonds auswählen

Da die Rendite der Rentenversicherung von den Fonds abhängt, in die das Geld fließt, kommt es auf eine gute Auswahl an. Das bedeutet: Schon bei der Wahl des richtigen Anbieters kann einiges schiefgehen. Meist hat die Versicherung eine Auswahl an Investmentfonds, in die das Geld angelegt werden kann. Darunter finden sich häufig gemanagte Fonds, die sich an bestimmten Marktsegmenten oder Börsenindizes orientieren. In den meisten Fällen sind die Erträge für den Verbraucher geringer, als wenn sie direkt in den entsprechenden Börsenindex investieren. Das liegt unter anderem an den hohen Verwaltungsgebühren. Einige Anbieter haben aber auch günstige Aktien-Indexfonds im Angebot.

Wie sich die Kurse in Zukunft entwickeln werden, kann natürlich niemand vorhersehen. Doch die vergangenen Jahre zeigen, ob der Fonds im Marktvergleich schwach oder stark abgeschnitten hat. Wer sich mit solchen Dingen nicht auskennt, dem fällt die Auswahl der Fonds mitunter schwer.

Dabei sollten sich Vorsorge-Sparer auch nach dem Abschluss der fondsgebundenen Rentenversicherung regelmäßig mit ihrer Police beschäftigen. Entwickelt sich einer der gewählten Fonds nicht wie gewünscht, ist es sinnvoll, umzuschichten. Die meisten Versicherungen ermöglichen dies kostenlos.

Bei vielen Rentenversicherungen ist es außerdem möglich, die Verwaltung des Fonds einem Manager zu überlassen. Dieser wählt dann die Fonds aus und schichtet nach seinem Ermessen um. Allerdings hat der Versicherte dann keine Kontrolle, wo und wie die Versicherung sein Geld investiert, obwohl er alleine eventuelle Verluste trägt.

Keine Garantierente

Der Versicherungsmantel der Fondspolice sichert dem Versicherten ab dem vereinbarten Auszahlungszeitpunkt eine lebenslange monatliche Rente zu. Wie hoch diese monatliche Zahlung ausfällt, hängt von der Wertentwicklung des Investments ab. Schließlich muss das Kapital, das den Rest des Lebens ausgezahlt werden soll, erst einmal angespart werden.

Beim Abschluss der Versicherung errechnet der Anbieter dennoch einen Rentenfaktor. Dieser Faktor gibt an, wie viel monatliche Rente pro 10.000 Euro angespartem Kapital ausgezahlt wird. Beträgt der Rentenfaktor zum Beispiel 30 und das bis zum Rentenbeginn angesparte Kapital 100.000 Euro, liegt die monatliche Rente bei 300 Euro. Ein hoher Rentenfaktor ist für die Versicherung ein Verkaufsargument, denn je höher der Faktor, desto mehr Rente gibt es für das angesparte Kapital. Mit schönen Beispielrechnungen, wie hoch die Rente mal ausfallen soll, lassen sich Verträge besser an den Mann bringen.

Allerdings ist der Rentenfaktor selten garantiert, meist nur prognostiziert. Ändern sich die Rechnungsgrundlagen – Rechnungszins, Überschüsse und Lebenserwartung – kann der Anbieter den Rentenfaktor anpassen. Anfang 2017 machten Allianz, Axa und Zurich davon Gebrauch und senkten ihre Rentenfaktoren um 7 bis 25 Prozent.

Teilweise ist dafür laut Versicherungsbedingungen die Erlaubnis eines Treuhänders notwendig, andere Anbieter versprechen ein Mindestniveau, etwa 70 bis 80 Prozent eines vorher errechneten Rentenfaktors. Doch erst zum Beginn der Rentenzahlung weiß der Versicherte, wie viel Rente sein Vertrag bringt. Erst dann berechnet die Versicherung den tatsächlichen Faktor, der für die gesamte Rentenphase bindend ist.

Wem dann der Umrechnungsfaktor zu niedrig ist, der kann das Kapitalwahlrecht nutzen. Damit ist eine einmalige Auszahlung des gesparten Kapitals zum Rentenbeginn möglich.

Meist hohe Kosten

Die beste Kursentwicklung und der höchste Rentenfaktor bringen nichts, wenn die Kosten die Rendite auffressen. Fondsgebundene Rentenversicherungen haben meist hohe Abschlusskosten, die in den ersten Jahren mit den Beiträgen abbezahlt werden. Daher fließt anfangs nur ein Teil der Beiträge in die Fonds und wird tatsächlich angespart. Zusätzlich gibt es während der gesamten Vertragslaufzeit Managementkosten für die Fonds und Verwaltungskosten der Versicherung. Laut Analysehaus Assekurata verringern die Kosten die Rendite pro Jahr um durchschnittlich 0,8 Prozent. Je nach Anbieter fallen die Einbußen noch deutlicher aus. Wir empfehlen daher ausschließlich Netto-Policen, die keine Abschlusskosten haben.

Zusätzliche Kosten verursacht ein Hinterbliebenenschutz, durch den Angehörige im Todesfall einen Teil der Beiträge oder den aktuellen Wert der Rentenversicherung ausbezahlt bekommen. Außerdem bieten viele Versicherungen zusätzliche Garantie-Bausteine an. Meist wird dann ein Teil der Beiträge in weniger riskante Anlagen investiert, um zumindest die eingezahlten Prämien zu garantieren. Diese Garantien kosten extra und senken die mögliche Rendite.

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Fondsrente ist steuerlich begünstigt

Eine günstige fondsgebundene Rentenversicherung lohnt sich nur, wenn die Beitragszahlung bis zum Renteneintritt durchgehalten wird. Denn nur dann ist die Rente steuerlich begünstigt. Wer das Kapitalwahlrecht in Anspruch nimmt, sich also das Geld auf einen Schlag auszahlen lässt, muss die Hälfte der Erträge versteuern.Wer die Versicherung vorher auflöst und seine Fondsanteile verkauft, muss 25 Prozent Abgeltungssteuer bezahlen.

Wann sich eine fondsgebundene Rentenversicherung lohnt

Die fondsgebundene Privatrente wird gern als renditestarke Zusatzrente angeboten. Letztlich ist die Wirtschaftlichkeit aber stark von der Entwicklung am Aktienmarkt abhängig. Auch das Timing muss stimmen. Zum Zeitpunkt des Rentenbeginns sollten die Anteilscheine am Investmentfonds gut notieren. Am ehesten eignet sich die Fondsrente für junge Menschen, die Marktschwankungen in der langen Zeit bis zur Rente gut aussitzen können. Sie sollten aber beachten, dass sie in der Zwischenzeit nicht an das Geld kommen, oder bei einer Kündigung nur mit hohen Verlusten.

Wegen der sonst üblichen hohen Abschluss- und Verwaltungskosten empfehlen wir ausschließlich günstige Netto-Tarife, die ETFs im Angebot haben.

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Annika Krempel

Finanztip-Expertin für Versicherungen

Annika Krempel ist Redakteurin im Team Versicherung und Vorsorge. Nach ihrem Diplom in Politikwissenschaften absolvierte sie ein Volontariat für Wirtschafts- und Verbraucherjournalisten. Sie sammelte unter anderem Erfahrungen in den Redaktionen von ZDF WISO, RBB Inforadio sowie der Stiftung Warentest. Die verbraucherpolitische Arbeit lernte sie beim Verbraucherzentrale Bundesverband kennen.