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Aktienanleihen: Wir funktionieren sie?

Bei einer Aktienanleihe, auch Reverse Convertible Bond genannt, handelt es sich um Anleihen mit hohem Zinskupon, bei denen der Emittent das Recht hat, bei Fälligkeit die Anleihe zum Nominalbetrag zurückzuzahlen oder eine von vorn herein bestimmte Stückzahl einer Aktie zu liefern. Zur Verdeutlichung ein theoretisches Zahlenbeispiel:

Es wird angenommen, dass in den Anleihebedingungen der vereinbarte Abnahmepreis für die Aktie bei Euro 100,00 liegt. Der Zinskupon für die Anleihe beträgt 14 % und die Laufzeit der Anleihe ein Jahr. Ein Anleger kauft für nominal Euro 20.000,00 diese Aktienanleihe, so dass er am Ende der Laufzeit entweder seine Euro 20.000,00 wieder erhält oder ihm vom Emittenten 200 Aktien zum Kurs von Euro 100 geliefert werden, jeweils zuzüglich der Zinseinnahmen von Euro 2.800,00.

Liegt der Kurs der Aktie über Euro 100,00 z.B. bei Euro 200,00 lässt der Emittent sein Recht zur Lieferung der Aktie verfallen und zahlt den Nominalbetrag von Euro 20.000,00 zurück zzgl. 14 % Zinsen auf den Nominalbetrag. Der Anleger profitiert also nicht vom Anstieg der Aktie. Sein maximaler Gewinn beträgt Euro 2.800,00 oder 14 %.

Liegt der Kurs der Aktie unter Euro 100,00, z.B. bei Euro 50,00, wird der Emittent sein Recht zur Lieferung der Aktie wahrnehmen und liefert dem Anleger 200 Aktien. Da diese 200 Aktien aber nur einen Marktwert von Euro 10.000,00 besitzen, erleidet der Anleger einen Verlust von Euro 10.000,00. Dieser Verlust wird vermindert um die Zinseinnahmen von Euro 2.800,00, die der Anleger auf jeden Fall erhält, so dass der Anleger in diesem Beispiel einen Nettoverlust von Euro 7.200,00 erleidet.

Die Anlage unterliegt also voll dem Risiko der Aktie, ohne dass der Anleger gleichzeitig am Kursanstieg der Aktie profitieren könnte. Wird die Aktie wertlos, erleidet der Anleger nahezu einen Totalverlust, lediglich vermindert um die Zinseinnahmen. Wie die Kursentwicklungen der Aktien von EM.TV, Intershop oder Intertainment, für die ebenfalls Aktienanleihen ausgegeben worden waren, zeigen, ist das Risiko, nahezu einen Totalverlust zu erleiden, nicht nur theoretischer Natur.

Ein wesentliches Risiko der Aktienanleihe besteht also darin, dass mit dieser Anlage nur eine begrenzte Gewinnmöglichkeit besteht, nämlich in Höhe der vereinnahmten Zinsen, gleichzeitig aber ein beinahe unbegrenztes Verlustrisiko für den Fall besteht, dass die der Anleihe zugrundeliegende Aktie nahezu oder komplett wertlos wird.

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