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Checkliste zu kritschen Geldanlagen
1. Erwerbermodelle und andere Immobilienmodelle
Großinvestoren "zerlegen" Wohnblöcke und Mietskasernen in Eigentumswohnungen. Fixe Vertreter verticken die Kleinstimmobilien zum doppelten oder dreifachen Ihres ertes. Die Masche: Das Geschäft brummte, als die Wohnungen der Neuen Heimat verkauft wurden. Danach erlebten die Erwerbermodelle eine Renaissance bei der Privatisierung ostdeutscher Plattenbauten. Für den Käufer ein miserables Geschäft. Die Wohnungen sind zu teuer und müssen aufwendig renoviert werden. Die in den Prospekten genannten Mieten sind geschönt, die Belastung höher als vorgerechnet. Verkaufen lassen sich die Wohnung oft nur weit unter Preis. Reich werden mit Erwerbermodellen nur die Verkäufer.
2. Grundschuldbriefe
Eigentümergrundschulden sollen für hochrentierliche Tradinggeschäfte verwendet
werden.
Die Masche:
"Sie
haben unbelasteten Grundbesitz? Den müssen Sie für sich
arbeiten lassen", rät der Finanzberater. Man brauche nur
ein Wertgutachten, Eigentümergrundschuldbriefe, und schon
könne man drei Prozent im Monat verdienen. Doch die Zinsen
bleiben schnell aus. Oft erschleichen sich Vermittler mit
Grundschuldbriefen Kredite und verschwinden dann auf
Nimmerwiedersehen.
3. Eigentumswohnungen
Neubauwohnungen, die als Altersvorsorge und Steuersparmodell verkauft werden,
entwickeln sich binnen wenigen Jahren zu Investitionsruinen.
Die Masche:
Unseriöse Vertriebsorganisationen verkaufen überteuerte
Eigentumswohnungen am Bremer Stadtrand oder in
Hunsrückdörfern. An die Quadratmeterpreise in Stuttgart oder
München gewohnt, gehen die Anleger der Schnäppchenrethorik der
Verkäufer auf den Leim. Mieten und Immobilienwerte sind
schöngerechnet, die Bauausführung mies, das Mieterpotenzial
schlecht. Den schmucken Siedlungen aus den Prospekten droht
schnelle Gettoisierung und drastischer Wertverlust.
4. Kreditbetrug
Existenzgründer brauchen Geld. Banken sind vorsichtig und sagen nein. Kunden
landen bei Betrügern.
Die Masche:
Sie schalten verführerische Anzeigen oder sprechen ihre Opfer
direkt an. Angebot: Millionenkredite zu günstigsten Konditionen.
Einzige Vorleistung: Der Unternehmer muss Geld vorschießen.
5. Bankgarantiehandel
Die Zinsen sind niedrig. Anleger wollen zweistellige Renditen. Die
versprechen ihnen Bankgarantiehändler.
Die Masche:
Ihr scheinbar einleuchtendes Modell: Banken handeln mit den von ihnen
ausgestellten Kreditgarantien und erwirtschaften gigantische
Renditen. An diesem Millionengeschäft können auch Kleinanleger
teilnehmen sie zahlen in einen Pool ein und mischen im
Konzert der Großen mit. Der Haken: Das Geschäft existiert
nicht.
6. Detektive
Tausende Anleger verlieren jedes Jahr im Grauen Kapitalmarkt. Gewiefte
Detektive haben sich auf Ermittlungen spezialisiert.
Die Masche:
In der Hoffnung, noch nicht alles verloren zu haben, bezahlen
Betrogene leicht einige Tausender. Der Detektiv erreicht oft
nichts, der Kunde wird zweimal gemolken.
In der Hoffnung, noch nicht alles verloren zu haben, bezahlen
Betrogene leicht einige Tausender. Der Detektiv erreicht oft
nichts, der Kunde wird zweimal gemolken.
7. Nigeria-Connection
Angebliche Bankmitarbeiter behaupten, Millionen außer Landes schaffen
zu wollen. Anleger sollen helfen 30 Prozent Beteiligung.
Die Masche:
Die Faxgangster nötigen ihre Opfer ständig zu neuen
Vorauszahlungen. Immer wieder müssen nigerianische Beamte mit
Geld, goldenen Uhren oder Autos bestochen werden. Erst wenn
bei ihm kein Geld mehr zu holen ist, hört der Anleger nichts
mehr von seinen Geschäftsfreunden. Von dem Millionengewinn
allerdings auch nicht.
8. Anleihen
Höhere Zinsen als die Bank versprechen No-name-Adressen. Jede
Anleihe ist aber nur so gut wie der Schuldner, der dahintersteckt.
Die Masche:
Das Papier ist sicher", preisen Vermittler Schrottanleihen
an. Den Schaden hat der Anleger.
9. Diamanten
Viele Warenterminbetrüger wurden von Gerichten mit Berufsverbot
belegt. Die Jobwechsler verticken jetzt Diamanten.
Die Masche:
100 Prozent Gewinn? Diamanten kaufen und ein paar Monate später zum
garantierten Pries zurückgeben. Schade: Der Händler ist weg,
und die Steine sind nur noch den halben Kaufpreis wert.
10. Timesharing
Traumurlaub und Rentensitz im Süden für wenig Geld.
Die Masche:
Ferienimmobilien werden geteilt und so auch für Normalverdiener erschwinglich. doch
der vermeintlich billige Urlaub wird zum teuren Vergnügen.
Ist der Vertrag unterschrieben, steigen Kosten und Gebühren
"völlig überraschend" an. Das Appartement mit
Meeresblick liegt 20 Kilometer vom Strand entfernt und ist auch
unter Verlust oft nicht mehr zu verkaufen. Viele
Gesellschaften sind so unsolide finanziert, dass sie schnell
dichtmachen müssen.
11. Beteiligungssparpläne
Sparer sollen vom Erfolg zukunftsträchtiger Firmen profitieren.
Die Masche:
Die Prospekte sind so formuliert, dass völlig unklar bleibt, in
welche Firmen investiert wird. Die Sparraten der ersten Jahre
gehen meist für Vertriebs- und Anwaltskosten drauf.
Verbraucherschützer werfen den Betreibern vor, Anlegergelder
nicht in Unternehmen sondern in die Anwerbung neuer Investoren zu
stecken.
12. Warentermingeschäfte
Warentermingeschäfte sind zum Beispiel Wetten auf den Weizen-, Zucker- oder Ölpreis
in drei bis sechs Monaten. Theoretisch kann der Kunde sein
Geld damit verdoppeln. In der Praxis verdienen jedoch nur die
Terminfirmen.
Die Masche:
Typische Anmache von Terminhaien: "Der Weizen-Kontrakt liegt mit 50
Prozent im Plus. Hätten Sie vergangene Woche investiert, könnte
ich Ihnen schon rund 5100 EUR rüberschicken soll ich Ihnen
die Kohle hinterhertragen, oder wollen Sie kein Geld verdienen?"
Der "Opener", wie er im Branchenjargon genannt wird,
macht den Kunden heiß so lange, bis er investiert. Beim
ersten Geschäft verteilen die Broker das Kundengeld gern auf
zwei Konten: Mit einem spekulieren sie auf steigende, mit dem
anderen auf fallende Kurse. Das eine bucht Verlust, das
andere garantiert Gewinn. Dann meldet sich der "Loader":
"Wir haben 50 Prozent Profit erwirtschaftet. Eine
Spekulation ist leider fehlgeschlagen. Schicken Sie einen
Scheck, wir machen die Verluste wett." Nach allen Regeln der
Kunst wird der Kunde ausgenommen "ein Blattschuss"
heißt es in der Branche. Meist folgt Totalverlust. "Verflixte
Pechsträhne", tröstet ihn der Terminhai.
13. Penny Stocks
Im Gegensatz zu herkömmlichen Aktien kosten Penny Stocks meist nur
wenige Cent. Sie sind hochriskante Spekulationspapiere mit
extremen Kurssprüngen. Junge US-Unternehmen, die sich am
Markt behaupten, aber auch schnell pleite gehen können,
beschaffen sich auf diese Weise Kapital.
Die Masche:
Penny Stocks werden nur im Freiverkehr oder an speziellen Börsen für
kleine Aktiengesellschaften gehandelt. Die US-Börsenaufsicht
kontrolliert diese Märkte kaum. Das öffnet dubiosen Brokern
Tür und Tor. Beliebter Trick: zunächst in den USA mit
wenigen Käufen die Kurse künstlich hochmanipulieren,
dann in Deutschland die Aktien teuer an Kunden verkaufen und den
Preis wieder fallen lassen. In Tageszeitungen oder dem "Wall
Street Journal" sind die Kurse meist nicht nachzulesen:
Besonders dreiste Broker verkaufen den Kunden in Deutschland
daher auch schon mal Aktien für mehrere Dollar, die in den USA
nur wenige Cent kosten.
14. Churning
Ob Aktien, Anleihen oder Optionen wenn das Depot nur oft
genug umgeschichtet wird, gewinnt am Schluss nur einer
der Broker.
Die Masche:
Der Dow Jones startet im Plus, da sollte wir mitmischen." "Der
DAX dreht ins Minus Gewinne mitnehmen hat noch nie
geschadet." Mit flotten Sprüchen verleiten hemdsärmlige
Jundbroker zum Aktionsmus. Jeder Kauf und Verkauf bringt ihnen
Provisionen: ein Prozent vom Kurswert bei Banken, zwei bis
vier Prozent bei Auslandskäufen über Broker, bis zu 50 Prozent
bei Terminhaien.
15. Nichtbörsennotierte Aktien
Anleger beteiligen sich an Unternehmen, die versprechen, ihre Aktien in
absehbarer Zeit an der Börse zu platzieren. Mit dem
Börsengang werden stattliche Gewinne in Aussicht gestellt.
Die Masche:
Drückerkolonnen und Strukturvertriebe verkaufen die jungen Aktien zu
Phantasiekursen. Der Anleger kann die Werthaltigkeit der
Anteile nicht überprüfen. In der Regel bleibt auch der
zugesagte Börsengang aus. Das verhindern meist die
Börsenaufsichtsgremien. Der Anleger wird dann seine Aktien nicht
wieder los.