Börsen-Psychologie

Insbesondere am Neuen Markt zahlten Anleger viel Lehrgeld. Internet-Euphorie und die Hoffnung auf grenzenloses Wachstum weckten die Gier nach dem schnellen Geld. Fast jeder wollte dabei sein und nicht abseits stehen, wenn Arbeitskollegen und Freunde von ihren Kursgewinnen erzählten.

Nach der "Behavioral Finance Theorie" (Wissenschaft der Finanzmärkte, bei der menschliches Verhalten im Mittelpunkt steht) verhalten sich Kapitalanleger alles andere als rational. Die Fehler der Anleger sind häufig gleich und sind danach zu einem großen Teil für die Kursausschläge an der Börsen verantwortlich.

Eine Grundregel lautet: Verluste begrenzen und Gewinne laufen lassen. An diese oft zitierte Börsenweisheit halten sich nur wenige Kapitalanleger. Dabei zeigt es sich immer wieder, dass gerade diese Strategie häufig zum Erfolg führt. Auch Bankmitarbeiter tragen hier Mitschuld, weil sie ihren Bankkunden gern empfehlen, das Wertpapierdepot neu umzuschichten. Fazit: Gewinne werden zu früh realisiert, während Verluste ausgesessen werden.

Warum halten Anleger so lange an einem Verlierer-Titel fest? Zumeist hofft der Anleger, dass diese Aktie langfristig wieder aus der Verlustzone herauskommt. Es beginnt das Aussitzen von Kursverlusten. Der Grund hierfür liegt vermutlich in der Börsenpsychologie. Verkauft der Aktionär seine Aktie mit Verlust, gesteht er sich ein, dass seine Kaufentscheidung falsch war.

Ziel einer Kapitalanlage sollte jedoch auch eine Verlustbegrenzung sein. Ein Verkauf in der Verlustzone bedeutet mithin ggf. das Eingestehen einer früheren Fehlentscheidung dar. Der Kopf sollte jedoch frei bleiben, um eine ursprüngliche Entscheidung zu korrigieren. Ein Mittel dazu bildet die so genannte Stop-Loss-Order, d.h. automatischer Verkauf einer Aktie, wenn ein bestimmter Kurs der Aktie erreicht ist.

Fazit: Der Börsenboom bis Juli 2007 ist weitgehend an der breiten Bevölkerung vorbeigegangen.

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