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Bonus-Zertifikate
Die
Einleitung zur Geldanlage in Zertifikate erklärt die Grundlagen und verzweigt in die einzelnen Anlagezertifikate. Nachstehend wird das Bonuszertifikat als spezielles Anlagezertifikat aus unterschiedlicher Autorensicht dargestellt. Bonus-Zertifikate eignen sich zur Spekulation auf die 2 Szenarien: Moderate Kursrückgänge oder Seitwärtsbewegungen. Dabei sind die folgenden 2 Grenzen entscheidend: Bonusgrenze - sie liegt über dem aktuellen Kurswert und die Kursgrenze (Barriere) - sie liegt weit unter dem aktuellen Kurswert (zumeist 40-60%).
Zur Fälligkeit ergeben sich drei mögliche Fälle:
- Der Basiswert unterschreitet während der Laufzeit niemals die Kursgrenze: Der Käufer erhält den Kurswert und einen Bonus
- Der Basiswert notiert über der Bonusgrenze: Der Käufer erhält den Kurswert
- Der Basiswert berührt oder unterschreitet während der Laufzeit die Kursgrenze: Der Käufer erhält den Kurswert
Bonus-Zertifikate werden vom Emittenten folgendermaßen gebildet sowie kalkuliert: Es wird ein Basiswert gekauft und gleichzeitig eine Put-Option verkauft, sowie eine so genannte Put-Down-Out-Option gekauft, die durch die Dividende finanziert wird. Der durch die Put-Option erhaltende Betrag ist der Bonus.
Was ist ein Bonus-Zertifikat?
Bonus-Zertifikate eröffnen dem Anleger die Möglichkeit mit gebremstem Risiko in eine Aktie oder einen Index zu investieren, ohne dabei das Aufwärtspotenzial bei starken Kursgewinnen des Basiswertes zu beschneiden. Zusätzlich ermöglichen sie auch bei unverändertem oder sogar moderat fallenden Kursen eine ansprechende Rendite, die in der Regel deutlich über den aktuell üblichen Zinssätzen am Kapitalmarkt liegt.Damit unterscheiden sie sich deutlich von anderen Anlageformen, wie Discount- und Index-Zertifikaten, oder auch Aktien. Gegenüber Discount-Zertifikaten haben Bonus-Zertifikate den Vorteil, dass das Gewinnpotenzial nicht durch eine Obergrenze beschränkt wird.
Gegenüber Aktien und Indexzertifikaten liegt der Reiz in dem oft beachtlichen Sicherheitspuffer und in der Chance auf attraktive Erträge, falls der erwartete Kursanstieg ausbleibt.Im Gegenzug verzichtet der Anleger bei Bonus-Zertifikaten allerdings auf etwaige Ausschüttungen (z.B. Dividenden), die während der Laufzeit des Zertifikats bei den abgebildeten Basiswerten anfallen. Diese werden vom Emittenten zur Finanzierung der Sicherheitsfunktion verwendet und gehen dem Anleger folglich verloren. Quelle: www.finanztreff.de
Risiko von Bonuszertifikaten
Bonus-Zertifikate sind Schuldverschreibungen, die als Alternative für ein direktes Investment in eine Aktie vom Emittenten angeboten werden. Das Emittentenrisiko ist mithin abzuwägen. Dieses Bankprodukt wendet sich an den Investor, der trotz seiner Erwartung von steigenden Aktienkursen auch moderate Rückschläge im Basiswert für möglich hält. Für diesen Fall soll das Bonuszertifikat noch eine attraktive Rendite bieten.
Der Basiswert darf aber nicht zu stark sinken, d.h. der Aktienkurs muss sich innerhalb einer bestimmten Bandbreite bewegen. Wenn nun aber irgendwann während der Laufzeit die vereinbarte Barriere (Sicherheitspolster) durch das Underlying durchstoßen wird, so entspricht der realisierte Verlust der Performance des Basiswertes. In diesem Fall wird der Anleger so gestellt, als hätte er von vornherein unter Verzicht auf die Dividendenerträge direkt in den Basiswert investiert.
Vorteile und Nachteile der Bonuszertifikate
Einerseits partizipiert das Zertifikat an stark steigenden Kursen des Underlyings eins zu eins und unbegrenzt, sofern keine Deckelung vereinbart worden ist. Mit einem Bonuszertifikat erwirbt ein Anleger somit das Äquivalent einer Aktie oder ggf. eines Index und wegen des vereinbarten Sicherheitspolster schmerzen moderate Kursrückgängen bei Durchhalten bis zur Fälligkeit in der Regel nicht. Das Bonus-Papier bewegt sich nämlich ähnlich wie sein entsprechender Basiswert. Realisierte Verluste sind erst dann möglich, wenn der Basiswert die zu Beginn der Laufzeit festgelegte Schwelle
irgendwann unterschreitet. Dann entfällt der Bonus, und die Sicherheitsschwelle ist nicht mehr gültig. Das Bonus-Zertifikat verwandelt sich dann in ein ganz normales Direktinvestment, d.h. dem Zertifikateinhaber werden die zugrunedliegenden Aktien geliefert. Ein Investment in ein Bonuszertifikat bedeutet vollständigen Verzicht auf Dividendenzahlung. Die Dividenden behält der Emittent.
Arten von Bonuszertifikaten
Klassische Bonuszertifikate
Die klassischen Bonuszertifikate besitzen eine Barriere deutlich unterhalb des Kursstandes des Basiswertes zur Emission sowie ein über dem Kurstand des Basiswertes liegendes Bonus-Level. Die Bonus-Zertifikate partizipieren unbegrenzt an Kurssteigerungen des Basiswertes, zahlen jedoch zum Laufzeitende wenigstens den Wert des Bonus-Levels aus. Nur wenn die Barriere während der Laufzeit berührt wird, entfällt der Bonus.
Capped Bonuszertifikate
Die Capped Bonuszertifikate haben neben Barriere und Bonuslevel, wie der Name bereits vermuten lässt, ein Cap. Dieser ist oberhalb oder am Bonuslevel angeordnet und begrenzt den maximal möglichen Gewinn. Nur bis zum Cap kann der Anleger an Kurssteigerungen teilnehmen. Gegenüber den klassischen Bonuszertifikaten ist hier aber im Allgemeinen ein höherer Bonus möglich.
Bonus-Pro-Zertifikate
Bonus-Pro-Zertifikate sind aufgebaut wie die klassischen Bonuszertifikate. Der Unterschied liegt in der Wirksamkeit der Barriere. Diese kann während der Laufzeit zunächst problemlos berührt werden, ohne den Mechanismus außer Kraft zu setzen. Im Allgemeinen wird diese Barriere erst 3 Monate vor Ablauf des Zertifikates auch tatsächlich als Barriere wirksam. Nur wenn der Basiswert die Barriere in diesem Zeitraum vor dem Fälligkeitstermin unterschreitet, entfällt eine mögliche Bonuszahlung.
Bonus-Outperformance-Zertifikat
Auch das Bonus-Outperformance-Zertifikat funktioniert im Grunde wie ein klassisches Bonuszertifikat. Hier kann der Anleger aber oberhalb des Bonuslevels, wie bei einem reinen Outperformance-Zertifikat, mit einer höheren Rate an weiteren Kurssteigerungen partizipieren.
Reverse Bonus-Zertifikat
Reverse Bonus-Zertifikate wirken - wie der Name schon andeutet - genau spiegelverkehrt im Vergleich zu den klassischen Bonus-Zertifikaten. Mit Reverse Bonus-Zertifikate wird also auf eine fallende bzw. auf moderat fallende Kursentwicklung gesetzt. Bei einem Reverse Bonus-Zertifikat liegt folglich die Barriere oberhalb des aktuellen Kursniveaus des Basiswertes und das Bonus-Level dementsprechend unterhalb des aktuellen Kurses des Underlying (Basiswert).
Hinweise zur Auswahl von Bonuszertifikaten
Die Analyse-Website
GodmodeTrader gibt folgende Hinweise, die bei der Auswahl eines Bonuszertifikates beachtet werden sollten. Je dichter der Basiswert an der Barriere notiert, umso geringer ist der Risikopuffer des Zertifikats. Im Gegenzug bietet sich hier die größtmögliche Bonus-Rendite.
- Bei der Erwartung einer langfristigen Bodenbildung des Basiswertes, beispielsweise über einer charttechnischen Unterstützungszone, bietet sich der Einstieg in ein Bonuszertifikat mit einer Barriere knapp unterhalb dieser Unterstützungszone an. Dieses ist dann im Allgemeinen zum Kurs des Basiswertes zu bekommen und bietet sich Möglichkeit einer hohen Bonus-Rendite, auch wenn die erwartete Erholung nicht so stark ausfällt.
- Im Falle einer Ausbruchsbewegung des Basiswertes bietet sich ein Bonus-Zertifikat auch an, um das Investment abzusichern. In diesem Fall wird ein Zertifikat gewählt, dessen Bonus-Level sich im Bereich des aktuellen Kursniveaus des Basiswertes befindet. Dadurch erhält der Anleger ein hohes Sicherheitspolster gegenüber Kursrückschlägen. Wenn die erwartete Aufwärtsbewegung ausbleibt, kann auch bei ausgedehnten Korrekturen noch mit einer Zahlung des Bonus und damit einer Sicherung des Kapitals gerechnet werden.
- Um von einer moderaten Aufwärtsbewegung, vor allem aber von einer Seitwärtsbewegung des Basiswertes zu profitieren, bietet sich der Einsatz eines Zertifikates an, das zur Barriere und auch zum Bonuslevel einen deutlichen Abstand hat. Hier ist darauf zu achten, dass die Barriere unterhalb einer Unterstützungszone platziert ist, die der Basiswert bis zum Laufzeitende nicht mehr erreichen dürfte. Gleichzeitig gilt es, darauf zu achten, dass die Bonus-Rendite noch angemessen ist. Vor allem aufgrund der teilweise langen Laufzeit des Zertifikats, sollte die per Anno erzielbare Bonus-Rendite wenigstens der erwarteten Dividendenrendite entsprechen. Ebenso sollte diese Rendite klar höher sein als die am Geldmarkt erzielbare, da die Anlage im Bonus-Zertifikat nicht risikolos ist.
- Bonuszertifikate, deren Barriere bereits verletzt wurde, empfehlen sich nicht mehr zum Einstieg.
- Beachtet werden muss bei der Auswahl auch der zeitliche Horizont der geplanten Anlage. Bonuszertifikate haben, um den Mechanismus zu finanzieren, eine allgemein lange Laufzeit. Darüber hinaus kommt es zu einer Zahlung des Bonus bei nicht verletzter Barriere immer erst am Laufzeitende.