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Branchenfonds: Biotechnologiefonds, Internetfonds, Telekommunikationsfonds

Redaktionelle Anmerkung: der Beitrag stammt aus August 2000. Die Aussagen gelten jedoch generell. So ist es in den 12 Monaten von März 2000 bis 2001 zu einer massiven Kapitalvernichtung gekommen, weil Anleger sich zu stark auf einen Branchenfonds oder Aktien in einer bestimmten Branche konzentriert haben.

Achtung bei Branchenfonds: Der Deutsche, normalerweise doch von Natur aus risikoscheu, steckt sein Geld in Aktienfonds wie sonst nur im Sommerschlussverkauf. Von Januar 2000 bis Anfang August 2000 flossen insgesamt 38,3 Milliarden EUR in Aktienfonds. Gut die Hälfte dieser Mittel sind den Branchenfonds zugute gekommen – allen voran Biotechnologie-, Technologie- und Internetfonds, in geringerem Umfang auch den Telekommunikationsfonds. Die Anleger setzen damit vermehrt auf die riskante Form des Fondsinvestments, bei denen bekanntlich die Risikosenkung durch eine breite Streuung des Kapitals neben der Rendite das zweite Hauptziel ist. Wie schnell ganze Branchen an der Börse in den Keller gehen können, haben die vergangenen Monate gezeigt. Doch ausgerechnet auf die volatilen Wachstumsbranchen kommen drei Viertel aller in Branchenfonds investierten Mittel.

Es ist anzunehmen, dass die Berater der Banken die Stimmung für Telekommunikations-, Internet- sowie Biotechnologiefonds ausgenutzt haben, um ihr Geschäft anzukurbeln, indem sie die Kunden in das Risiko solcher Branchenfonds locken. Alle sind glücklich, solange die Kurse steigen. Doch eine Frage bleibt dabei unbeantwortet: Werden die Berater ihre Kunden auch zum Aussteigen drängen, bevor die Party vorüber ist?

Lassen Sie sich also nicht bei einem Beratungsgespräch überrumpeln. Für den Bankberater gilt genau wie bei jedem anderen Finanzdienstleister: Wer seriös ist, lässt seinen Kunden Zeit zum Nachdenken, damit er die Chancen und Risiken einer Kapitalanlage in Ruhe abwägen kann. Nehmen Sie sich Zeit und informieren Sie sich selbst über Ihr künftiges Investment. Mit einem Hinweis auf die Wahnsinnsrenditen aus dem letzten Quartal 1999 erwecken Bankberater oftmals den Eindruck, beim Fondssparen „regele sich alles von selbst – der Fondsmanager macht das schon“. Doch bei den Fonds gibt es, wie bei allen Investments, große Qualitätsunterschiede.

Die Renditen der letzten zwölf Monate (Redaktionelle Anmerkung: gemeint ist hier der Zeitraum Sommer 1999 bis Sommer 2000) stammen aus einer gewaltigen Hausse und sollten unter keinen Umständen als Grundlage für eine Anlageentscheidung dienen. In dieser Zeit war es fast schwieriger, mit Aktien kein Geld zu verdienen, als mit ihnen zu verdienen. Bei den Renditen eines Fonds handelt es sich um Aussagen über die Vergangenheit, niemals über Zukunftsprognosen. Die Fähigkeit eines Fondsmanagers, in guten Zeiten große Renditen zu erzielen, mag zwar als Indiz für die Qualität eines Managers dienen, doch mehr auch nicht. Auch Investmentfonds sollten daher auf Herz und Nieren geprüft werden. Analysieren sie die Rendite und die Zusammensetzung des Fonds in regelmäßigen Abständen. Bei einem Fonds, der einzuschlafen droht und bereits eine ansprechende Rendite erzielt hat, oder bei Fonds, deren Kurs nur einen Weg kennt, nämlich den nach unten, sollten Sie vor einer Umschichtung Ihres Kapitels nicht zurückschrecken.

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