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Basiswissen für Discountzertifikate
Die
Einleitung zur Geldanlage in Zertifikate erklärt die Grundlagen und verzweigt in die einzelnen Anlagezertifikate. Nachstehend wird das Discountzertifikat als spezielles Anlagezertifikat aus unterschiedlicher Sicht dargestellt.
Die Finanz-, Banken- und Staatsschuldenkrise hat wesentlich dazu geführt, dass Anleger kaum noch in Discountzertifikate investieren. Über das Marktvolumen von derivatven Wertpapieren berichtet regelmäßig der Deutsche Derivate Verbank. So entfielen zu Beginn des Jahre 2012 in Finanzderivate nach der Definiton des Derivate-Verbandes nur noch 6% auf Discountzertifikate. Das investierte Kapital in Diskount-Zertifikate hat damit im Vergleich zum Vorjahr um 14% abgenommen. Klarer "Marktführer" sind Strukturierte Anleihen (rd. 50%) und mit starkem Abstand folgen Kapitalschutz-Zertifikate (rd. 20%).
Wie funktioniert ein Discountzertifikat?
In Kürze: Ein Discount-Zertifikat gibt es mit einem Nachlass ("Discount"), weil die mögliche Gewinnchance nach oben durch einen so genannten Cap-Preis "gedeckelt" ist. An Erträgen wie Dividenden nimmt der Investor während der Laufzeit nicht teil. Die einfach verständliche Funktionsweise ist neben ihrem Auszahlungsprofil einer der wesentlichen Faktoren von Discount-Zertifikaten. Die Website
Hebelprodukte.de erklärt die Funktionsweise.
Der Käufer erwirbt das Recht, am Laufzeitende den Gegenwert des Basiswertes, z.B. einer Aktie, zu verlangen, der jedoch auf einen Maximalbetrag (Cap) begrenzt ist. Der Clou: Der Anleger erwirbt den Basiswert dabei stets zu einem Abschlag (Discount), d.h. er kann auch dann einen Gewinn erzielen, wenn sich der Basiswert gar nicht bewegt. Der Discount erklärt sich aus den 2 Komponenten des Zertifikates: dem theoretischen Kauf eines Calls mit Basispreis Null Euro, was im Prinzip dem Kauf des Basiswertes gleichkommt, und dem gleichzeitigen Verkauf eines Calls in Höhe des Caps an die Bank. Hierfür erhalten Sie, immer nur theoretisch, eine Prämie, die den Discount darstellt. Wenn Sie das, was Sie für den Kauf des Calls bezahlen müssten und das, was Sie an Prämie aus dem Verkauf des 2. Calls erhalten würden, aufrechnen, erhalten Sie, den Preis des Discountzertifikates. Aber beachten Sie: Discountzertifikate haben nichts mit Optionsscheinen zu tun. Ihre Chancen/Risikostruktur liegt deutlich unterhalb der einer Aktie.
Discountzertifikate haben ein deutlich besseres Chance-Risiko-Verhältnis als der Basiswert selber. Abgesehen von extremen Kursausschlägen ist die Entwicklung eines Discountzertifikates fast immer besser als der Basiswert selber, egal ob der Basiswert leicht steigt, stagniert oder gar fällt. Dies erklärt sich aus der Tatsache, dass Sie den Basiswert mit einem Abschlag erwerben.
Discount als Risikopuffer gegen Kursverlust
Mit einem Discountzertifikat können Sie nicht nur den Basiswert billiger erwerben, der Discount dient zudem als Risikopuffer gegen Kursverluste. Hat ein Discountzertifikat bspw. einen Discount von 20%, muss der Basiswert mehr als 20% fallen, bevor Sie mit dem Zertifikat einen Verlust erleiden. Discountzertifikate schützen Sie also nicht gegen Kursverluste. Der Verlust wird wegen des Discounts aber immer geringer sein als der Verlust des Basiswertes. Zudem wird der Risikopuffer mit einer begrenzten Gewinnchance erkauft, die auf den Cap (Maximalbetrag) begrenzt ist. Discountzertifikate haben zwar eine begrenzte Laufzeit, doch läuft die Zeit, im Gegensatz zu Optionsscheinen, für Sie. Je kürzer die Restlaufzeit, desto mehr wird das Zertifikat kosten. Vor allem beschleunigt sich der Zeitwertgewinn zum Laufzeitende hin. Sie können also einen Zeitwertgewinn einstreichen, auch wenn sich der Basiswert gar nicht bewegt.
Wann sollte man also Discountzertifikate kaufen?
Als Faustregel kann man sagen: Wenn man der Meinung ist, dass der Basiswert bis zum Laufzeitende nur leicht steigt. Das Aufwärtspotenzial, das der Aktie eingeräumt werden darf, wird dabei letztlich durch die Auswahl des Caps bestimmt.
Wer mit leicht steigenden Kursen rechnet, fährt mit einem Papier am besten, dessen Cap ein wenig oberhalb des aktuellen Kurses liegt. Hier profitiert der Anleger dann auch noch von steigenden Kursen. Rechnet der Anleger jedoch mit einer längeren Seitwärtsbewegung, ist ein Papier mit einem Cap auf Höhe des Aktienkurses oder darunter empfehlenswert, da dann die maximale Rendite erzielt wird. Discountzertifikate sind also für Anleger geeignet, die ein aktienähnliches Investment suchen, das aber ein geringeres Risiko hat als ein direktes Aktieninvestment. Discountzertifikate müssen nicht bis zum Laufzeitende gehalten werden. Da sie an der Börse notieren, können Sie jederzeit gekauft und wieder verkauft werden.
Mögliche Szenarien am Laufzeitende
Im Handbuch der Zertifikate wird von Sebastian Schmidt die Auszahlungsstruktur von Discount-Zertifikaten am Laufzeitende ausführlich - auch grafisch - dargestellt. Die möglichen Szenarien am Laufzeitende werden wie folgt beschrieben:
- Basiswertkurs notiert auf oder über dem Cap: Der Anleger erhält den Cap-Preis als Auszahlungsbetrag. Er erzielt damit die maximal mögliche Rendite mit seinem Discount-Investment.
- Basiswertkurs liegt zwischen dem Kaufpreis des Zertifikats und dem Cap: Als Rückzahlung des Zertifikats wird jetzt die zugrunde liegende Aktie (bei Indizes Rückzahlung in Geld) geliefert. Dabei erzielt der Anleger immer noch eine positive Rendite und kann den Basiswert nun natürlich nach Belieben halten, sofern er von einem Kursanstieg ausgeht.
- Basiswertkurs notiert unter dem Kaufpreis des Zertifikats: Auch hier wird der Basiswert als Rückzahlung des Zertifikats geliefert, wobei dessen Kurs nun unter dem Kaufpreis des Discounters liegt. Folglich stellt sich für den Investor zunächst ein Verlust ein, der aber durch den rabattierten Einstieg geringer als bei einem Direktinvestment ausfällt. Zudem kann der Anleger den erhaltenen Basiswert nun natürlich in der Hoffnung auf eine künftig positive Performance weiter halten.