Aktienanleihen: Risiko dieser "Anleihen"
Aktienanleihen sind Schuldverschreibungen mit Rückzahlungswahlrecht. Das Risiko liegt in der Unsicherheit, in welcher Form der Anleger
seinen eingesetzten Geldbetrag zurück erhält. Der Emittent hat ein Rückgabewahlrecht. Faktisch sind daher Aktienanleihen ein in
Wertpapierform gekleidetes Termingeschäft. Die ausgebende Bank kombiniert bei der Aktienanleihe den Kauf einer Anleihe mit dem
Verkauf einer Verkaufsoption. Die Inhaber verpflichten sich, die Aktien zu einem vorab festgelegten Verhältnis zu übernehmen.
Beispiel: Die emittierende Bank hat das Recht, die Einlage entweder als Nominalbetrag in Euro oder in Aktien zu einem bei der Ausgabe der Anleihe festgelegten Kurs zurückzugeben. Die in Betracht kommenden Aktien sind in den Bedingungen genannt. Fällt der Aktienkurs zum Zeitpunkt der Fälligkeit unter den festgelegten Wert, liefert die Bank Aktien statt Geld. Kurze zusammenfassende Checkliste für den Kauf von Aktienanleihen:
- Der Reiz von Aktienanleihen für Investoren liegt in der garantierten und hohen Verzinsung. Bei stagnierendem oder steigendem
Aktienkurs tritt keine Schmälerung der Rendite ein. Das Risiko liegt im Kursrückgang bei Fälligkeit der "Anleihe".
So mussten im Sommer 2001 viele Anleger erkennen, dass Aktienanleihen ein hohes Risko beinhalten. Gemeint sind in diesem Fall die Inhaber von Aktienanleihen der Deutschen Telekom.
- Der Anleger erhält während der Laufzeit keine Dividenden oder Sonderausschüttungen.
- Anleger "verkauft" praktisch eine Verkaufsoption (Put) an die Bank und wird insoweit zum Stillhalter. Hierfür erhält eine hohe
Verzinsung als Stillhalterprämie
- Je größer die Kursschwankungen (Volatilität) an der Börse sind, desto teurer sind die Optionsprämien für Puts und damit auch die
Verzinsung von Aktienanleihen
- Große Börsenturbulenzen sind eine wesentliche Ursache für die relative hohe Verzinsung in Relation zum Kapitalmarkt
- Die Entscheidung für den Erwerb einer Aktienanleihe sollte auch das Risiko des Aktienerwerbs berücksichtigen. Wie sieht der
Investor zum Zeitpunkt des Erwerbs der Anleihe den Aktienkauf zum festgelegten Kurs? Außerdem sollte alternativ ein Stillhaltergeschäft
als Inhaber der Aktien durch Verkauf einer Kaufoption in Erwägung gezogen werden.
- Seit dem 1. Januar 2009 unterliegen die Erträge und Gewinne aus Aktienanleihen der Abgeltungsteuer.