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| Anleihen: Floating Rate Notes - Grundlagen | |
Die Geldmarktsätze EURIBOR und LIBOR sind die Zinssätze, zu denen Banken in Ländern der Europäischen Währungsunion bzw. in London bereit sind, Gelder bei anderen Banken kurzfristig anzulegen. Von dem Referenzzinssatz wird ein festgelegter Abzug vorgenommen. Beispiel: "Es werden Zinsen in Höhe des 3-Monats-FIBOR abzüglich 0,25 Prozentpunkte gezahlt."
Variabel verzinsliche Anleihen sind insbesondere im Ausland sehr verbreitet. Wegen der Zinsanpassung in den festgelegten Zeitintervallen kommt es bei einem Floater kaum zu Kursschwankungen. Das bedeutet, dass sowohl Kursgewinne als Kursverluste nur in sehr geringem Maße auftreten werden.
Trotz der variablen Verzinsung ist der Floater ein festverzinsliches Wertpapier. Denn es besteht ein ergebnisunabhängiger Zinsanspruch. Dass der Zinssatz in der Höhe wechseln kann, ändert nichts an dem grundsätzlichen Zinsanspruch beim Floater.
Auf dem Finanzmarkt werden verschiedene variabel verzinste Wertpapier-Angebote als Floater angeboten. Die klassischen "normalen" Floating Rate Notes teilen sich auf in Geldmarktfloater (Verzinsung ist an einen Geldmarktzinssatz gebunden) und Kapitalmarktfloater (Verzinsung richtet sich nach dem Kapitalmarktzinssatz).
Daneben haben sich noch Mischformen der Floating Rate Notes entwickelt. Beispiel: Cap-Floater begrenzen den Zinssatz nach oben und Floor-Floater nach unten. Ein Cap-Floater ist mithin ein variabel verzinsliches Wertpapier mit einem Maximalzinssatz und ein Floor-Floater mit einem Mindestzinssatz. Floor-Floater sichern mithin eine Minimalverzinsung, indem sie eine Mindestverzinsung garantieren. Wenn der Referenzzinssatz zuzüglich eines Spreads den Mindestzinssatz unterschreitet, bleibt dem Anleger immer noch die garantierte Mindestverzinsung. Kein Wunder, dass es auch eine Kombination dieser beiden Floater gibt. Die Kombination aus Cap- und Floorfloater wird auch als Collar bezeichnet. Es sind variabel verzinsliche Anleihen mit einem Mindest- und Höchstsatz für die Verzinsung.
Bei Reverse Floating Rate Notes (Reverse Floater) wird der Zinssatz mit umgekehrtem Effekt angepasst. Bei diesen Wertpapieren wird der variablem Zinssatz aus der Differenz zwischen einem festgelegten (hohen) Zinssatz und dem Referenzzinssatz (zum Beispiel LIBOR) gebildet. Dieser so ermittelte variable Zins enthält wiederum einen Cap, so dass für den Anleger eine Deckelung greift, wenn der Referenzzinssatz zu hoch steigt. Der Anleger profitiert bei einem sinkendem Zinsniveau. Sinken die Zinsen am Kapitalmarkt, sinkt der Referenzzinssatz (z.B. FIBOR) und der Reverse Floater bringt mehr Zinsertrag.
Beispiele zu Floater
Im Oktober 2009 werden u.a. die folgenden Floater zur Zeichnung angeboten:
1.) Deutsche Bank ISIN DE000DB0WN4: Die Floater-Anleihe der Deutschen Bank hat eine Laufzeit von 6 Jahren. In den ersten 3 Laufzeitjahren weist die Floater-Anleihe einen festen Zinssatz in Höhe von jeweils 2,30% p.a. auf. In den Laufzeitjahren 4 - 6 ist die Höhe des Zinssatzes von der Entwicklung des Basiswertes (12Monats-Euribor) abhängig. Die Mindestverzinsung in den Laufzeitjahren 4 – 6 beträgt 2,00% p.a. Zur Fälligkeit ist die Anleihe zu 100% kapitalgeschützt. Fälligkeit: 08.10.2015 (vorbehaltlich einer vorzeitigen Tilgung durch die Emittentin).
2.) ABN Amro Floater Anleihe XII DE000AA1Z4K5:
Die Floater Anleihe XII zahlt dem Anleger während der Laufzeit von 5 Jahren einen halbjährlichen Zinssatz. Der Zinssatz richtet sich nach dem Stand des 6-Monats-EURIBOR-Satzes. Die Verzinsung liegt jedoch mindestens bei 2,75% p.a. Bei Fälligkeit erhält der Investor den eingesetzten Nominalbetrag vollständig zurück.
Im Vergleich fällt auf, dass sich die beiden im Oktober 2009 an den Markt gebrachten Floater doch deutlich unterscheiden. So sind die Bedingungen der Floater-Anleihe der Deutschen Bank spürbar schlechter.
Fazit: Es gibt eine Vielzahl von Mischformen innerhalb der Floating Rate Notes. So gewährt ein so genannter Flip-Flop-Floater dem Emittenten das Recht, eine langfristige Anleihe bei Bedarf in eine kurzfristige Anleihe umzuwandeln.
Floater bringen - je nach Zinsintervall - regelmäßige Zinserträge. Da sich die Verzinsung am Geldmarkt orientiert, ist diese Anlageform besonders interessant, wenn die Zinssätze am Geldmarkt im Vergleich zum Kapitalmarkt besonders attraktiv sind. Mit Floatern nimmt man an der steigenden Entwicklung des Zins-Niveaus teil, um zukünftig in einer Hochzinsphase auf Wertpapiere mit festem Zinssatz zu wechseln. Auch hier gilt: Eventuelle einseitige Kündigungsrechte des Emittenten sind zu beachten.
Siehe auch Inhalt und Definition zu variabel verzinslichen Wertpapieren und ein Artikel aus dem Heft Februar 2004 der Zeitschrift FinanzTest, warum Floater bei erwarteten Zinssteigerungen eine geeignete Anlagealternativen darstellen.
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