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Anleihen: Fremdwährungsanleihen - Grundlagen

Fremdwährungsanleihen (Währungsanleihen)

Fremdwährungsanleihen sind festverzinsliche Anleihen, die nicht in Euro notieren. Gehandelte Anleihen (wie Corporate Bonds, Emerging Market Bonds usw.) können in verschiedenen Währungen begeben werden. Da die Wechselkurse stärkeren Schwankungen unterliegen können, ist das Währungsrisiko bei einer Fremdwährungsanleihe unbedingt zu beachten. Der Erwerb von Fremdwährungsanleihen wird zu den aktuellen Devisenmittelkursen abgerechnet.

Die Bundesrepublik Deutschland hat im Jahr 2005 eine Fremdwährungsanleihe in US-Dollar herausgegeben. Die Bundesanleihe ist mit einem Kupon von 3,875 Prozent ausgestattet worden und valutierte am 1. Juni 2005 (Ausgabezeitpunkt) und hat eine Laufzeit bis zum 1. Juni 2010. Es wurde ein Volumen von 5 Mrd. Dollar zu einem Kurs von 99,755 zugeteilt. Der Bund erzielte mit der US-Dollar-Anleihe im Vergleich zu einer laufzeitgleichen Euroanleihe einen signifikanten Kostenvorteil.

Jeder Emittent kann frei entscheiden, in welcher handelbaren Währung er die Anleihe anbieten will. Neben dem Wechselkursrisiko sollte der Anleger auch beachten, dass für den Tausch des Anlagekapitals von Euro in Fremdwährung und bei Verkauf bzw. Rückzahlung von Fremdwährung in Euro jeweils "Wechselkosten" von ihm zu tragen sind. So mancher Anleger achtet bei seiner Anlageentscheidung nicht auf den Unterschied zwischen Devisenankaufskurs und Devisenverkaufskurs. Bei den Fremdwährungen ist auch noch nach Risikograd zu unterscheiden. Der argentinische Peso ist zum Beispiel risikobehafteter als der schweizer Franken.

Emerging Market Bonds
Bei Emerging Market Bonds handelt es sich um Anleihen aus den sogenannten "Schwellenländern". Diese Anleihen weisen hohe Zinscoupons auf und bieten damit auch hohe Renditen. Das niedrigere Rating der Emittenten ist ausschlaggebend für die hohen Renditen. Emerging Market Bonds sollten nur spekulativen Anleger erworben werden.

Doppelwährungs-Anleihen
Doppelwährungs-Anleihen sind verzinsliche Wertpapiere, bei denen die Rückzahlung des Geldes in einer anderen Währung erfolgt. Das Wertpapier ist zum Beispiel auf Euro ausgestellt, wird aber bei Fälligkeit in US-Dollar zurückgezahlt. Anleger und Emittent schließen faktisch eine Devisenwette über die Entwicklung zweier Währungen ab. Abhängig von der Entwicklung am Devisenmarkt ergibt sich für den Anleger oder für den Emittenten ein Nachteil.

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Länderanleihen in Fremdwährung: Hohe Renditechance bei hohem Risiko
Nicht selten tritt zum Kursrisiko auch das Ausfallrisiko. Das Ausfallrisiko umfasst sowohl Zinszahlungen als auch Tilgungsverpflichtungen. Wer hingegen zum Beispiel 2 bis 3 Jahre vor der Euroeinführung Griechenland-Anleihen erworben hatte, durfte sich über hohe Zinszahlungen und hohe Kursgewinne freuen. Rund 30% Kursgewinn brachten zum Beispiel auch brasilianische Staatsanleihen nach der Wahl von Lula da Silva in den folgenden Monaten ein. Andere südamerikanische Länder haben dem Anleger hingegen Probleme bereitet (Beispiel: Argentinien-Anleihen und im Dezember 2008 auch Ecuador-Anleihen). Gerade in Zeiten niedriger Zinsen am Kapitalmarkt neigen Anleger dazu, Fremdwährungsanleihen zu erwerben. Auftretende Wechselkursschwankungen verunsichern nicht selten den privaten Anleger.

Die Aussicht auf höhere Zinsen geht bei Fremdwährungsanleihen mit einem Währungsrisiko und manchmal auch mit einem deutlich höheren Ausfallrisiko wegen Zahlungsunfähigkeit einher. Das bekannteste Beispiel sind die Argentinien-Anleihen. Ende 2001 erklärte sich Argentinien für zahlungsunfähig. Im Jahre 2005 machte der argentinische Staat 2005 den Anleihebesitzern ein Entschädigungsangebot: Sie sollten sich mit rund 30 Prozent des Nominalwertes ihrer Anleihen zufriedengeben - ein Verlust von 70 Prozent des eingezahlten Geldes. Rund 80 Prozent der Anleger sollen das Angebot angenommen haben.

Die ausgegebenen argentinischen Staats-Anleihen notieren seitdem nur noch zu einem Bruchteil ihres ursprünglichen Wertes (25 - 35%). Selbst, wenn es zu der erwarteten Einigung zwischen Argentinien und der Gläubiger-Gemeinschaft kommt, werden viele Anleger hier reichlich Geld verloren haben. Denn nach einem Interview mit dem argentinischen Ex-Wirtschaftsminister Roberto Lavagna und der Agentur Bloomberg aus Oktober 2009 werden auch verbliebene Gläubiger nicht besser entschädigt werden.

Fazit: Ein Anleger sollte daher nur bereit sein, einen kleinen Teil seines Vermögens - wenn überhaupt - in eine Fremdwährung zu investieren. Bei manchem Anleger steht daher bewusst die Währungsspekulation im Vordergrund und nicht die Sicherheit.

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