Vermögensaufbau durch Preisvergleiche

Der Preis ist für Nachfrager bei vielen Produkten und Dienstleistungen das wichtigste Auswahlkriterium. So wie Sie bei Aldi oder Lidl für das (oder fast) gleiche Produkt deutlich weniger zahlen, können Sie diesen Vorteil auch bei vielen anderen Produkten und Dienstleistungen wahrnehmen. Ob das Motiv im wirtschaftlichen Zwang oder im "sportlichen" Vergleich liegt, ist letztlich für den Anbieter und den Handel unerheblich. Häufig wird das Produkt preiswerter angeboten, weil eine "Handelsstufe" durch Direktvertrieb über das Internet umgangen wird. Dies gilt auch für viele Finanzgeschäfte.

Beispiel: Einfache Sachversicherungen wie zum Beispiel Privathaftpflicht, Rechtschutz und Kfz- Versicherung werden im Direktvertrieb in der Regel günstiger angeboten. Große Versicherungsgesellschaften haben hierfür extra eigene Vertriebsorganisationen gegründet. Beispiel: Allianz 24 Kfz-Versicherung.

"Preisvergleiche im Internet" - eine Art Sparplan

Wenn nun - angenommen - immer das durch Preisvergleich gesparte Geld für die eigene Altersvorsorge verwendet wird, würde sich über die Jahre ein kleines Vermögen aufbauen. Beispiel: Angenommen, Sie sparen im Schnitt 50 Euro pro Monat durch Preisvergleich, Nichtrauchen oder aus einem anderen Grund. Wie hoch ist Ihr rechnerisches Vermögen (oder der nicht ausgegeben Betrag) nach 20 Jahren, wenn Sie mit 3 Prozent Zinsen kalkulieren. Es sind kanpp 16.500 Euro (Finanzmathematischer Taschenrechner).

Es werden auf sehr vielen Websites die unterschiedlichsten Vergleiche angepriesen. Das Internet bietet danach vielfältige Hilfe bei der Suche nach preisgünstigen Angeboten für die gleiche Leistung. Von A wie "Arzneimittel" über U wie Urlaub bis Z wie "Zahnarzt" werden die unterschiedlichsten Preisvergleiche offeriert. Die Qualität ist zwar sehr unterschiedlich aber gerade im Web ist der Wettbewerb nur einen Klick entfernt und Qualität hat so bessere Chancen sich durchzusetzen.

Wo Licht ist, ist auch Schatten. Daher darf der folgende Hinweis für Internet-Vergleiche nicht fehlen. Viele Vergleichsrechner im Internet listen nur die Anbieter auf, die dem Website-Betreiber eine Klickvergütung oder gegebenenfalls sogar eine Provision gewähren. Beispiel: Bei Preisvergleichen für Pauschalreisen kann der Website-Betreiber die einzubeziehenden Reiseveranstalter komfortabel und in Minutenschnelle auswählen, deren Angebote in Vergleichsergebnissen erscheinen sollen.

Es ist daher nachvollziehbar, dass nicht selten Reiseveranstalter, die vielleicht nur 1-2 Prozent Provision oder gar keine Gebühr weitergeben, in der Ergebnisliste nicht auftauchen. Da die Auswahl der Reiseveranstalter für die Ergebnisanzeige jederzeit und schnell geändert werden kann, ist der Verbraucher für bessere Ergebnisse leider darauf angewiesen, die Preise von Urlaubsangeboten in zumindest zwei unterschiedlichen Websites zu kontrollieren. Das gleiche Prinzip gilt auch für viele Finanz- und Versicherungsvergleiche.

Der ganz überwiegende Teil von Vergleichen bei Finanztip.de - wie auch bei vielen anderen Magazinen - wird extern erstellt und nur in die eigene Website eingebunden. Es werden daher auch mehrere Finanzvergleiche zum gleichen Thema integriert. Vorteil: Mehr Auswahl für den Besucher und keine Konzentration auf Anbieter mit Klick- oder Provisionsvergütungen. Beispiel: festgeld.finanztip.de

Bürger mit geringem Einkommen

Viele Bürger haben nicht das Geld für höherpreisige Produkte und Dienstleistungen. So können sie auch nicht das Sparpotenzial bei höherpreisigen Produkten (wie z.B. einer Kreuzfahrt) durch Vergleiche im großen Umfang nutzen. Es bleiben zwar noch viele Vergleiche wie Strompreisvergleich oder Erdgaspreisvergleich und natürlich die vielen großen Preisvergleichs-Websites wie Idealo, Evendi, Günstiger usw. Auch sind viele Dienstleistungen wie zum Beispiel die Rechtsberatung via Internet deutlich günstiger als im persönlichen Kontakt zu bekommen. Tendenziell können Bürger mit geringem Einkommen jedoch nicht so stark von Preisvergleichsdiensten wie Besserverdienende profitieren.

Preisvergleich bei Immobilien und langfristigen Verträgen

Das höchste Ersparnispotenzial liegt natürlich in einmalig hohen Ausgaben wie Hauskauf und langfristigen Verträgen (zum Beispiel Altersvorsorge). Die Anschaffung einer selbstgenutzten Immobilie hat zwar bei jungen Menschen im Hinblick auf die eigene Altersvorsorge etwas an Attraktivität verloren. Sie ist aber ein sehr wichtiger Bestandteil in der privaten Vermögensstrategie. Der Staat fördert die Bildung von selbstbewohnten Immobilien in mehrfacher Hinsicht. Da hier über einen langen Zeitraum gerechnet wird, ergeben sich hohe Auswirkungen.

Nach dem Eigenheimrentengesetz ist die Förderung im so genannten Wohn-Riester verbessert worden. Mit der der Abgeltungssteuer ist das Wohnen im Eigenheim "indirekt" besser gestellt worden. Denn das Eigenheim kann im Gegensatz zum allgemeinen Kapitalvermögen steuerfrei verkauft werden, wenn eine Eigennutzung mindestens im Veräußerungsjahr und den beiden vorangegangenen Jahren vorlag. Ein selbstgenutztes Eigenheim kann an Kinder oder Ehepartner ohne Erbschaftsteuer vererbt werden.

Insbesondere wenn das Eigenheim auch mit Fremdkapital zu finanzieren ist, sollte das Hauptaugenmerk - statt auf Geldanlage - auf die zinsgünstige Baufinanzierung und ggf. frühzeitige Entschuldung gerichtet sein. Die durch eine günstige Baufinanzierung erzielte Ersparnis kann wegen der Höhe der Summe und der langen Laufzeit eine sehr stattliche Summe ausmachen. Gerade bei diesen Produkten macht eine zeitraubende Sammlung von Informationen und sorgfältige Nutzung von Vergleichsdiensten besonders viel Sinn. Denn bei gleichbleibenden Einnahmen speist sich ein Vermögensaufbau durch Verzicht auf Konsum und Dienstleistungen und/oder durch geringere Ausgaben für das gleiche Konsumgut bzw. die gleiche Dienstleistung.

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