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"A girl`s best friend" sang Marilyn Monroe. Dies mag stimmen. Eine inflationssichere Kapitalanlage mit eingebauter Wertsteigerung sind geschliffene Diamanten aber keineswegs. Einziger Vorteil: Sie lassen sich in Krisenzeiten gut am Körper tragen und damit auch über die Grenze schmuggeln. Wie wenig Diamanten als Geldanlage taugen, stellt man fest, wenn die Juwelen wieder zu Bargeld gemacht werden sollen. Wer die Hälfte des ursprünglichen Kaufpreises erhält, ist schon gut bedient, denn die Mehrwertsteuer und die Handelsspanne des zumeist professionellen Käufers machen rund die Hälfte des Preises und manchmal auch mehr aus.
Betrogen wird zwar überall. Beim Diamantenhandel sind insbesondere An- und Verkaufsagenturen ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten. So sind Kunden mit kleinen Lockangeboten dazu verleitet worden, nach und nach höhere Geldbeträge in den Diamanthandel zu investieren, bis sich "plötzlich" bei einem größeren Deal kein Käufer mehr fand.
Der fehlende Zweitmarkt kann auch für Anlageberater zum Problem werden. So hatte das Landgericht Darmstadt einen Anlageberater zur Erstattung der Preisdifferenz zwischen Kaufpreis und dem tatsächlich erzielbaren Verkehrswert verurteilt (LG Darmstadt vom 13.11.1996 - 9 O 247/96, NJW-RR 1997, S. 1277). Zum Sachverhalt: Nach einer telefonischen Kontaktaufnahme eines Anlageberaters kaufte ein Mann zur Geldanlage mehrere Diamanten zum Gesamtpreis von rund 25.000 Euro. Aus der ursprünglich versprochenen Wertsteigerung der Edelsteine wurde jedoch ein teures Verlustgeschäft. Als der Kapitalanleger die Steine verkaufen wollte, stellte sich heraus, dass Juweliere lediglich bereit waren, die wertvollen Steine zum Großhandelspreis zu erwerben. Dieser betrug in etwa die Hälfte des Kaufpreises.
Nach Ansicht der Richter am Langericht Darmstadt hätte der Käufer der Edelsteine vom Anlageberater darauf hingewiesen werden müssen, dass ein Privatmarkt wie etwa bei Kraftfahrzeugen im Edelsteingeschäft nicht existiert, und dass ein Verkauf praktisch nur an Juweliere oder Edelsteinhändler möglich ist, die aber lediglich bereit sind, Großhandelseinkaufspreise zu zahlen.
Anlagediamanten ab 2.500 bis 50.000 Euro und mehr werden als krisensichere Anlage mit tollen Wertzuwächsen angepriesen. Regelmäßig ist der Kaufpreis jedoch überhöht. Die Diamanten sind zudem nahezu unverkäuflich, da es keinen privaten Verkaufsmarkt gibt. Garantien sind zumeist unseriös und wertlos. So lautet dann auch die Einschätzung der Stiftung Warentest: Fast immer Verluste - Hände weg!
Fazit: Wer Diamanten als Geldanlage ansieht, liegt falsch. Diamanten sind und bleiben teurer Schmuck und nichts anderes. Dann ist es schon besser, De-Beers-Aktien zu kaufen oder einen ETF (Exchange Traded Fund), der in diesen Markt investiert.
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